Samstag, 5. Juli 2014

Drecks- und Feinarbeit


An diesem vernieselten Samstagnachmittag habe ich endlich mal Boote im Bootshaus umgelagert. Ich weiß, dass ich mir damit keine Freunde mache aber die extrem verstaubten Boote einiger Nie- bis Seltenpaddler bekommen jetzt ungünstigere Plätze als die Boote, die häufig genutzt werden.
Christian war so nett ein Fach frei zu machen und ein Boot eines längst ausgetretenen Mitglieds kommt jetzt auch auf absehbare Zeit aus dem Bootshaus. Es wird auch höchste Zeit.

Diese zwei Lücken habe ich mittels mehrfachem Verlagern von Booten erneut befüllt. Dazu musste ich fünf/sechs zum Teil äußerst staubige Boote hin- und her bewegen, so dass jetzt doch wieder alle Plätze belegt sind und provisorische Plätze wieder ihrer ursprünglichen Nutzung zugeführt werden können.


Schon vergangene Woche haben René und ich die kurzen Wildwassercanadier hochkant in ein Regalfach gestellt, das wir hierfür schmaler gemacht haben. Zwei dieser Boote hatten provisorische Plätze. Der eine frei gewordene Platz wird jetzt von der renovierten Vereinsviper belegt. und eine Lücke im Regal wird Renés Detonator füllen.


Dann habe ich mich Janosch's Boot zugewandt. Er hatte mich gebeten die Sitzhalterung in dem Boot, die heraus gebrochen war, wieder zu befestigen. Ich hatte ihn im Gegenzug dazu verpflichtet die notwendigen Schleifarbeiten zu erledigen.

Ich habe mir das Boot so  hin gelegt, dass ich bei der Arbeit vom Nieselregen unbehelligt blieb und erst einmal die Schleifarbeiten abgeschlossen. Dabei kam mein Exzenter-Schleifer zum Einsatz, den ich mit Hilfe eines größer dimensionierten Schleiftellers "getunt" habe.
Nachdem die nach Styrol duftenden Schleifstaubschwaden verzogen waren rührte ich Epoxydharz an (das hält auf Polyesther) und schnitt Glasfaserstreifen zurecht. Die laminierte ich dann großzügig auf das Grundmaterial um die PE-Sitzhalterung fest zu bekommen.
Aufs Gewicht muss man bei dieser Sorte Boote ja nicht mehr besonders achten. Deshalb bilden diese Boote ja auch mein Hauptproblem: Sie wurden in den 80er Jahren von kräftigen Leuten in ihren besten Jahren angeschafft, die die schweren Boote locker bewältigen konnten.

Die Leute (und die Boote) sind jetzt  in die Jahre gekommen, sie (die Boote) sind inzwischen zu schwer und niemand nutzt sie mehr weil man sie ohne Hilfe nicht einmal aus dem Regalfach heraus bekommt. Zu allem Überfluss ist das Bootsmaterial inzwischen spröde. Schäden entstehen und werden nicht repariert. So gammeln sie im Bootshaus vor sich hin, sammeln Staub und nehmen aktiven Paddlern in zeitgemäßen Booten den Platz weg. Nach und nach muss ich sie an ungünstige Plätze verlagern und mache mir damit natürlich keine Freunde. Denn jeder, der so ein Boot hat und damit schöne Erinnerungen verbindet hofft ja inständig wieder einmal diese schönen Erlebnisse mit dem Boot wiederholen zu können. Den heute aktiven Paddler kann es in ein paar Jahren schon ebenso ergehen.


Janosch's Schiff (es gehört in Wirklichkeit seinen Eltern) kann jetzt wieder benutzt werden. Es wäre schön, wenn das auch der Fall wäre, denn es ist mit seinen 5,5 Metern und vier Sitzbänken ein ideales Reise- und Familienboot (mal davon abgesehen, dass es entsetzlich schwer ist und heute wieder ca. 50 Gramm Gewicht zugelegt hat).

Eigentlich wollte ich auch André's Boot reparieren und bin deshalb erst am Nachmittag gestartet weil er es am Vormittag zum Bootshaus bringen wollte. Dummerweise war es nicht da.

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