Samstag, 16. November 2019

Vorweihnachtspaddeln

Als ich irgendwann letzte Woche noch bei Tageslicht und nicht tropfendem Himmel nach Hause kam bin ich nochmal aufs Wasser gegangen, habe eine Neckarinselrunde absolviert und an den üblichen Stellen Fotos gemacht. Die zuständigen Algorithmen haben gleich erkannt, dass dermaßen graue Bilder nicht zumutbar sind und sie angemessen aufgehübscht. Ich bin tatsächlich geneigt das Bild mit den Disneyland-Farben dem Original vorzuziehen.



Heute nachmittag hatte der Himmel spät, aber immerhin noch ein Einsehen. Die Sonne kam raus. Die Temperaturen stiegen schlagartig von ca. 5°C auf mollige 8°C. Ich schwang mich aufs Fahrrad und radelte zum Bootshaus. Eine sonnige Neckarinselrunde, auf der vorzeigbare Bilder entstanden, fand statt.


Am Bootshaus war allerhand los. Die Kanupolo-Spieler überholten ihre Boote und der Weihnachtsmarktstand der Paddelfreundinnen und -freunde wurde zur Probe aufgebaut. Bald wabern durch die Altstadtgassen wieder Glühweinschwaden. Mir graut...

Sonntag, 10. November 2019

Keine Sonne


Ich hatte fahrlässigerweise eine Kletterverabredung in der Halle abgesagt um die für heute angekündigte Sonne noch zu genießen aber die ließ sich nur sehr kurz im Süden unseres Landkreises blicken (wo ich mich nicht lang genug aufhielt).

Ich hatte Erdmann versprochen, dass ich mich seines Sitzes annehme, dessen hinterer Holm gebrochen ist. Also holte ich mir sein federleichtes Boot, das jetzt ca. 400 Gramm schwerer ist weil ich den Holm mit einem Stück Robinienholz geschient habe.

Behandelt habe ich das Robinienholz mit norwegischer Schmierseife (die Norweger imprägnieren so Holz, das Salzwasser ausgesetzt ist). So passt die Robinie auch farblich zum Kirschholz, aus dem die übrigen Einbauten in diesem edlen Canadier sind.

Das letzte Bild stammt aus dem Spätnachmittag - ich hatte meine Basteltätigkeit durch eine kleine eisige Fahrradtour unterbrochen. Der Winter kommt jetzt. Heute morgen hatten wir den ersten Frost.


Mittwoch, 6. November 2019

Herbstsonne


Dienstag war ich noch am Nachmittag auf dem Wasser und habe mir - aufgrund des etwas erhöhten Pegels - den Neckarabschnitt oberhalb des Bootshauses angesehen. Aus dem Krafwerkkanal kam ordentlich Strömung und unterhalb der neu aufgeschütteten Insel aus Felsbrocken bildeten sich garstige Strudel. Oberhalb des Kraftwerkkanals war es ruhiger. In den großen Kehrwassern dümpelten Tennisbälle (unter anderem). Obwohl Røskva nun seit anderthalb Jahren tot ist sammele ich immer diese Bälle ein, die sie geliebt hat.

Samstag, 2. November 2019

Gleiche Zeit, gleicher Ort,...

...anderes Boot, andere Temperatur - als gestern.


Heute bin ich gleich wieder kurz nachdem sich Licht am Horizont zeigte zum Bootshus geradelt und habe das blaue schnellere und leichtere Boot aus dem Regal gezogen. In der Nacht hatte es geregnet und die Temperaturen waren erheblich höher als am Vortag.

Es ist schon erstaunlich welchen Unterschied vier oder fünf Grad mehr machen. Die Wolldecke blieb diesmal zusammengerollt. Ich paddelte zur Abwechslung mal den rechten Neckararm hinunter und machte an der Neckarbrücke eines dieser unoriginellen Touristenbilder.

Googles Bilderalgorithmen befanden genau dieses Bild einer Effektbehandlung würdig. Das Resultat ist ganz oben zu betrachten.


Ich paddelte noch über die Wasserfläche vor der Staumauer und dann ging es vorbei an der pitoresken Neckarfront wieder hinauf Richtung Bootshaus, wo ich exakt das gleiche Abschlussbild wie am Vortag - diesmal nur mit blauem Boot - aufnahm.


Freitag, 1. November 2019

Warmpaddeln am Feiertag


Ich hatte einiges zum Bootshaus zu befördern und weil ich schon mal da war habe ich das Soloboot rausgeholt um eine kleine Neckarinselrunde zu paddeln. Die Lichterketten, die ich für die Lampionfahrt letzten Freitag ans Boot geklebt hatte, habe ich wieder abgenommen.

Ich bin über das spiegelglatte klare Wasser bis in die Steinlachmündung gepaddelt. Die Luft war fast schon etwas frostig aber ebenso klar und erfrischend. Ich habe einen Weg gefunden, wie ich es dennoch mollig warm im Boot haben kann.


Bei der Fahrt am Freitag habe ich es den Stocherkahn-fahrenden Nichtpaddlern gleich getan und mir eine Decke mitgenommen. Die liegt jetzt immer noch im Boot und wärmt meine Beine, die ja beim Paddeln eher tatenlos auf dem kalten Bootsboden lagern. Das bleibt den Winter über so.


Sonntag, 27. Oktober 2019

Duathlon

Am anderen Morgen machte ich mich noch einmal auf zum Schluchsee und paddelte vom Nordende zum Ort Schluchsee in der Absicht dort einen Kaffee zu trinken. Den gab es aber um halbneun nirgends. Deshalb fuhr ich am Westufer entlang gegen den Wind zurück.

Beim Kiosk in Aha (der Ort heißt wirklich so!) bekam ich - wie am Vortag Kaffee und Kuchen. Dann lud ich das Boot wieder auf, fuhr mit dem Auto Richtung Windgfällweiher, parkte dort und lud das Fahrrad ab.


Mit dem Rad fuhr ich hoch zum Riesenbühlturm, von dem aus man einen großartigen Blick auf den See und die umliegende Gegend hat. Um auf den Riesenbühl zu kommen musste ich mein (bei dieser Steigung gar nicht so "schnelles") Fahrrad schieben. Die Wege sind dermaßen steil, dass sie ohne Gangschaltung nicht zu bewältigen sind.

Quadrathlon

Das Wochenende versprach noch einmal richtig schön zu werden. Gemäß der mir eigenen Unrast startete ich wieder mitten in der Nacht Richtung Schluchsee. Als ich Müdigkeit wahrnahm, suchte ich mir einen Wanderparkplatz, schlief noch eine Stunde und startete das Wochenende - da ich im Wutachtal aufwachte - mit einer Wanderung.

Dann gings weiter zum Schluchsee, den ich erstmal mit dem neuen schnellen Rad umrundete. Im Unterkrummenhof nahm ich einen schmackhaften Tageseintopf nebst Cappuccino zu mir und dann gings zurück zum Windgfällweiher, wo ich das Auto stehen gelassen hatte.



Schließlich setzte ich das Boot am Nordende des Sees ein und nahm zwei Canadier wahr, die sich Richtung Westen bewegten. Form und Farbe dieser Boote kam mir irgendwie vertraut vor. Deshalb fuhr ich nicht - wie geplant - in den Ort Schluchsee sondern auch nach Westen.


Tatsächlich war es Matthias in Gesellschaft, der da paddelte. Wir plauderten ein Weilchen am flachen Westufer (der See hat mehr Wasser als im Sommer) und dann machte ich mich doch noch auf Richtung Schluchsee um einen dringlichst benötigten Kaffee zu bekommen.

Um der Vierkampf (Wandern, Radfahren, Paddeln, Klettern) voll zu bekommen fuhr ich am Nachmittag noch nach Todtnau an den dortigen Klettersteig, der durchaus ambitioniert angelegt ist, aber sehr sehr klein. Da ich allein war durchkletterte ich ihn nur einmal und mit viel Nutzung der Drahtseile. In Gesellschaft wäre ich länger geblieben und hätte mich bemüht ohne Seilunterstützung zu klettern.

Schließlich suchte ich mir einen ruhigen Übernachtungsplatz mitten im Wald (auf legalen Wegen). Ich sah mir noch ein/zwei Filme an (es wird entsetzlich früh dunkel dieser Tage) und schlief trotz Wind gut in meinem Auto.

Lampionfahrt


Wie üblich fand am letzten Freitag vor den Herbstferien das letzte offizielle Training in Form der beliebten "Lampionfahrt" statt.


Die Boote wurden schon ab 18:00 Uhr mit allerlei Lämpchen und Laternen geschmückt und um 19:00 Uhr gings dann im Licht der Abenddämmerung aufs Wasser. Vor der Tübinger Altstadt angekommen war es schließlich richtig dunkel.

Andrea hat die Lampionfahrt wieder einmal perfekt organsiert - der Stocherkahn war für diejenigen, die nicht paddeln wollten, im Einsatz, und im Anschluss gab es diverse Suppen und Baguette. Die Jugend war stark vertreten und alle hatten richtig Spaß.


Riedlingen abwärts

Ich muss einiges aufarbeiten. Letzthin verbummele ich leicht mal meine Blogeinträge und habe dann geringfügig Schwierigkeiten alles richtig zusammen zu kriegen. Letzten Sonntag waren wir wieder einmal auf der Donau auf dem Abschnitt unterhalb von Riedlingen.

In diesem Jahr hatten wir weniger Glück mit dem Wetter als im vergangenen Jahr. Es war streckenweise lausig kalt. Wir hatten uns auf erheblich wärmeres Wetter eingestellt.


Nach eifrigem Paddeln (damit uns warm wurde) machten wir eine Pause in Sigmaringendorf an der offiziellen Ein- und Aussatzstelle. Alle hatten leckere Dinge mitgebracht, "Trappergedöhns" wurde mit mehr oder weniger Erfolg zelebriert. Es blieb schattig.


Erst bei unserer Ankunft in Rechtenstein ließ sich die Sonne ein wenig blicken. Damit waren wir nicht richtig zufrieden. Aus Tübingen erreichten uns Bilder von strahlendem Sonnenschein und die Behauptung man habe 20°C - bei uns wars trotz der Sonne immer noch frisch.


Zum Aufwärmen begaben wir uns nach Abschluss der Fahrt ins Café in Riedlingen (dorthin mussten wir ja ohnehin zurück um das dort gelassene Auto zu holen). Kaffee und Kuchen fanden Anerkennung, es wurde geplaudert und recht spät fuhren wir wieder nach Hause.


Rolf hat seine neue Kamera für bewegte Bilder ausprobiert und einen kleinen Film zusammen geschnitten.

Mittwoch, 16. Oktober 2019

Allgäu-/Tirolwochenende


FORGGENSEE am Samstag

Wie üblich war ich sehr früh wach. Ich hatte das Auto schon gepackt, setzte mich also rein und fuhr an den Forggensee, wo ich gegen sieben Uhr ankam. Dann machte ich noch einmal ein zweistündiges Nickerchen und danach gabs Frühstück. Um 11:00 Uhr gings aufs Wasser.
Ich startete im Nordosten des Sees im Ilasbergsee, der klares Wasser aufweist und als Badesee gilt. Dann paddelte ich in den eigentlichen Forggensee, der trüb ist weil ihn der Lech durchfließt der jede Menge Sedimente befördert. Es ging entlang der Nordküste zur Staumauer.

Dann paddelte ich die Westküste bis Rieden, wo ich mir eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen in einem Biergarten gönnte und dann gings zurück zum Ilassee wo es am "Kiosk" als verspätetes Mittagessen einen Wurstsalat gab.

Das Wetter war gut, es war wenig Verkehr auf dem See: Segelboote, Ausflugsdampfer und ein Polizeiboot, das mich eine ganze Weile begleitete, was mir gleich ein schlechtes Gewissen bereitete - aus dem Schweizurlaub trug ich wohl noch das Bewusstsein mit mir herum, dass eigentlich alles verboten sein muß. Ein paar Seekajaks und die unvermeidlichen SUPler begegneten mir auch.

Die Ufer des Sees sind entweder bewaldet oder werden von Kuhweiden gebildet. Das ist schön, aber auf die Dauer ein wenig eintönig. Der See ist riesig groß. Mir hat er gut gefallen.


PLANSEE  / HEITERWANGER SEE

Wesentlich besser noch hat mir der Plansee gefallen, der in der österreichischen Nachbarschaft liegt und an den ich dann anschließend noch mit etwas begrenztem Zeitbudget gefahren war. Ich setzte an der Westspitze ein, wo sich immer wieder Parkbuchten an der Uferstraße befinden. Ich paddelte am Südufer entlang und der Blick richtete sich die ganze Zeit auf Berghänge mit gewaltigen Murenabgängen, die als Schotterstrände in den See münden. Das Wasser ist glasklar und man kann häufig den Seegrund erkennen.


Ein Kanal führt vom Plansee in den Heiterwanger See, vor dem sich eine Fußgängerbrücke übers Wasser spannt. Die zahlreichen Motorradfahrer, die am Plansee noch Dauerlärm verursachen (ich fahre selbst so eine Maschine, ärgere mich aber über lärmende Gesinnungsgenossen sehr), hört man da nicht mehr.

Lästig sind auch noch die beiden Ausflugsboote, die ohne Rücksicht hohe Wellen verursachen was gewiss starken Einfluss auf die Ufervegetation der schmalen Seen hat.

Ich musste bald umkehren weil ich noch eine Verabredung hatte, nahm mir aber vor, noch einmal zurück zu kehren und diese Seen noch etwas eingehender zu erkunden.


Abends gabs Kässpätzle in Seeg, wo ich mich mit Amelie und Michl traf. Wir schmiedeten Pläne für den Folgetag Ich zog mich frühzeitig an meinem Schlafplatz, den ich mir schon am Morgen ausgesucht hatte zurück und verbrachte eine ruhige milde Nacht im Auto.

TEGELBERG am Sonntag

Am anderen Morgen trafen wir uns an der Talstation des Tegelbergs, packten unsere Kletterausrüstung ein und starteten zum Aufstieg auf den Tegelberg der ungefähr 900 Höhenmeter beträgt.


Beim Abstieg studierten wir das Touristikwesen um Neuschwanstein und tranken anschließend in der schwindenden Nachmittagssonne am Parkplatz auf der Wiese einen selbstgebrauten Kaffee. Klettern ist nicht Gegenstand dieses Paddeltagebuchs, macht aber enorm viel Spaß - besonders in netter Gesellschaft.

Am anderen Morgen - ich hatte in Heiterwang übernachtet - besichtigte ich nach milder Nacht in dennoch recht frischen Morgentemperaturen noch die Burgruine Ehrenberg, bei der sich eine Hängebrücke über das Lechtal schwingt. Ihre Begehung kostet Eintritt. Die Besichtigung der Ruine ist kostenfrei. Beides zusammen (Brückenbau und Rekonstruktion der Ruine) wurde mit EU-Geldern finanziert.

PLANSEE / HEITERWANGER SEE am Montag

Meinen Plan diesmal vom Hieterwanger See aus loszupaddeln musste ich ändern. Ich hatte das Boot schon am Campingplatz in Heiterwang abgeladen (mich über die Regel hinwegsetzend, dass das Gelände nur von Campinggästen befahren werden darf), musste aber feststellen, dass auf dem Parkplatz nur eine Tageskarte gelöst werden durfte. Für zwei Stunden Parken war mir das zu teuer). Zahlreiche Ver- und Gebotsschilder pflastern den Platz. Ich fühlte mich dort garnicht wohl.


Also nahm ich einen zehn Kilometer langen Umweg in Kauf und fuhr wieder an die Nordküste des Plansees. Erneut paddelte ich unter die Fußgängerbrücke hindurch in den Heiterwanger See. Ich durchquerte ihn entlang der Nordküste in der Absicht am Campingplatz (der das gar nicht verdient hatte) einen Kaffee zu trinken. Es war aber so wenig Betrieb, dass sich keine Bedienung im Hotelcafé blicken ließ. Unverrichteter Dinge kehrte ich nach zehn Minuten wieder um.


Ich durchquerte den See bei nachlassendem Sonnenschein mittig und legte an einem der gewaltigen Murenstrände an um die Kiesfläche zu erkunden.


Ich fand zahlreiche Zweige und Äste, die offenbar länger im See gedümpelt und vom Kontakt mit den Kiesufern rund geschliffen waren. Ich sammelte einige fein. Mein Bruder wird sie als Griffe in seine Keramikkunstwerke integrieren.

Schließlich paddelte ich mit meiner Ausbeute wieder zu meinem Ausgangspunkt am Plansee zurück, sah dort zu, wie zahlreiche Bäume am Plansee-Campingplatz gefällt wurden, bekam wegen der Fällarbeiten auch dort keinen Kaffee, packte meinen Krempel zusammen und macht mich auf den Heimweg.

Dieser Kurzurlaub ins Allgäu hat mir erheblich besser gefallen als der "richtige" Urlaub in der Schweiz. Ich werde nicht das letzte Mal dort gewesen sein. Es gibt noch allerhand zu entdecken und es lassen sich dort Wildwasserfahrten (Loisach) mit Seenpaddeln (zahllose noch zu entdeckende Seen), Kletter- und Wandertouren kombinieren. Schade, dass mir das jetzt erst so spät im Jahr klar wird. Die Übernachtungen im Auto sind bei Frost etwas zweifelhaft. Ich muss wohl mir doch Gedanken über die Anmietung eines Pensionszimmers machen.