Sonntag, 25. November 2012

Bodensee-Eisfahrt 2012


Die Bodensee-Eisfahrt ist in erster Linie ein gesellschaftliches Ereignis. Ich traf (in order of appearance) Theo, der an allen drei Polingtreffen teilgenommen hat, mit seiner Lebensgefährtin Judith, Anke, die - so dachte ich - einzige Tübinger Paddelfreundin, die ernsthaft Seekajak paddelt, Matthias und Lorenz, die ja aus Konstanz zugezogene neue Tübinger Paddelfreunde sind, Xenia, mit der ich vor zwei Jahren zusammen den Übungsleiterkurs belegt habe, Max, der mein Paddeltagebuch liest (schade, dass wir nicht länger miteinander geplaudert haben...), Bertold, der am letzten Polingtreffen teilgenommen hat, Albrecht, der mir schon zweimal auf der Enz begegnet ist (Heiße Herzen Fahrt und im Herbst 2011), Ricki und Tom, die sich ebenfalls als Seekajak-paddelnde Tübinger Paddelfreunde outeten, René, der einen Seekajakladen in der Schweiz betreibt, Jürg, der ebenfalls an zwei Polingtreffen teilgenommen hat und noch ungefähr 200 weitere Paddlerinnen und Paddler, die bei schönstem Wetter an der diesjährigen Eisfahrt teilnahmen.


Die Eisfahrt hat diesen Namen diesmal wieder nicht recht verdient. Die insgesamt drei Mal, die ich dabei war (erstes und zweites Mal), war stets mildes bis blendendes Wetter (bei schlechtem nehme ich einfach nicht teil weil mir da große Wasserflächen noch unheimlicher sind als sie mir es bei Idealbedingungen schon sind). Wir waren - wie ich das hier schon mehrfach angekündigt habe - mit dem renovierten Sundance unterwegs und das Boot erwies sich als flott und wohl geeignet für so ein Unternehmen. Dass es nun bedeutend schneller gewesen wäre als der Prospector, den wir letztes Mal dabei hatten, kann ich nicht behaupten aber mir fehlt auch der direkte Vergleich. In das Boot passt jedenfalls massig Gepäck und wir wurden wiederholt gefragt, was wir wohl in den beiden großen Tonnen dabei hätten (Wiskey, Giftmüll,...?). Ich hatte sie vor allem als Auftriebskörper im Fall von ernsten Schwierigkeiten mitgenommen.


Der eigentliche Start der Eisfahrt war für uns in Iznang, wo uns um 09:15 der Bus abholte, der uns nach Konstanz brachte. Nicht alle Paddler konnten einen Sitzplatz im Bus bekommen. Wir nahmen in Konstanz Boot uns Ausrüstung in Empfang, zogen uns um und setzten am Steg ein, an dem schon etwas Gedränge herrschte.



Die Eisfahrt ersteckt sich über 16,5 Kilometer. Rolf hat die Strecke exakt mit seinem GPS-Gerät erfasst. Sie führt von Konstanz nach Iznang und es nehmen traditionell überwiegend Seekajaks an der Fahrt teil. Es waren auch einige Canadier unterwegs.


Vier Großcanadier und ein Drachenboot haben wir gesehen. Es handelt sich bei der Eisfahrt nicht um ein Rennen sondern um eine gemütliche Wanderfahrt. Zunächst geht es aus dem schmalen Seestück bei Konstanz heraus - dicht am Schweizer Ufer entlang - Richtung Reichenau.


Auf halber Strecke wird auf der Insel Reichenau eine Pause eingelegt. Dann liegen ca. hundert Boote auf dem Kiesstrand und es wird eifrig gevespert, geplaudert und gefachsimpelt. Dann geht es weiter quer über den Untersee Richtung Itznang.


Die letzten zwei/drei Kilometer verschlechterte sich das Wetter, Wind kam auf und es bildeten sich Wellen. Unserer Fahrt verlangsamte sich zeitweise auf unter 4 Stundenkilometer. Anfangs waren wir noch mit bis zu 8 km/h unterwegs gewesen, im Schnitt waren es letztlich laut Rolfs GPS 5,4.

In Iznang angekommen verluden wir Boot und Ausrüstung, schauten noch einmal ins Vereinsheim aus dessen Tür heraus noch einige Paddler für Essensmarken Schlange standen und entschieden uns Kaffee und Kuchen in Reichenau zu uns zu nehmen.

Auf dem Heimweg bei einbrechender Dämmerung stellten wir beide fest, dass wir wenig Kondition für längere Fahrten auf stehendem Wasser haben. Wir sind einfach Flussfahrten gewohnt, bei denen man auch mal eine Paddelpause einlegen kann und trotzdem weiter voran kommt. Dennoch hat die Eisfahrt Spaß gemacht. Für mich ist es die soziale Komponente, die bei so einem Event im Vordergrund steht. Wann trifft man schon mal so viele Leute, die eigentlich alle das gleiche Interesse haben?

Kommentare:

  1. Hallo Alex,
    danke für den Bericht und die Bilder. Leider bin ich gerade etwas genervt. Ich wohne am Bodensee. Die ganzen Leute sind sozusagen direkt vor meiner Haustüre vorbei gepaddelt und ich habe es nicht gewusst. Ich war joggen an dem Tag hätte mich aber auch gerne ins Kanu gesetzt. Ich hätte an diesem Wochenende sogar Zeit gehabt. Ärgerlich.
    Auf dem canadierforum ist derzeit auch ein Diskussion am laufen in der es um "mangelndes" Interesse an Kursen geht. Aber ich kann doch nicht ständig auf den Foren schauen was die nächsten 2 bis 3 Wochen passiert. Kannst du mir Tipps geben wo die Newsletter sind welche man abonnieren muss um solche Events nicht zu verpassen? Grüße und schade (es ist immer interessant mal Leute zu treffen welche man sonnst nur aus den Foren kennt). Holger (canoeguide.net damit du mich auch zuzuordnen kannst)

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  2. Hallo Holger,

    ich glaube man kommt nicht darum herum sich in den einschlägigen Foren zu tummeln. Newsletter für derartige Veranstaltungen kenne ich nicht. Die Öffentlichkeitsarbeit des Bodenseekanurings ist nicht gerade beispielhaft. Wenn ich nach "Bodensee-Eisfahrt" suche finde ich zuerst meine Blogeinträge zu den paar Fahrten, an denen ich teil genommen habe.

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