Dienstag, 28. Januar 2020

Rituelle Zuwiderhandlung

Referenz:  2019, 2018, 20172015 (Bilder), (2014 / Bilder2013), 20132011, (2007).


Wir waren mal wieder paddeln. Wieder mal waren wir auf der Donau. Ich war am Rummaulen weil ich unmotiviert war, das Wetter leidlich gut, aber alles feucht und irgendwie kalt und Schneereste lagen da auch noch rum. Zudem war der Pegel sehr niedrig.

Gleich nach dem Einstieg, den wir auf Neumühle verlegt hatten, mußten wir uns durch seichte Passagen hindurchquälen. Die Boote litten, die Paddlerinnen und Paddler auch, aber irgendwie fing es dann doch an Spaß zu machen.


Nachdem das am Wehr abgezweigte Wasser wieder in den Fluss geleitet worden war hatten wir auch weniger Grundberührung, kamen ins gleiten, die milde Witterung und gelegentliche sonnige Passagen sorgten für sich bessernde Stimmung und nette Gespräche trugen ebenfalls hierzu bei.


Wir erreichten das erste Wehr auf unserer Strecke und trugen gemeinsam Boote und Ausrüstung auf dem schmalen Uferweg zum Einstieg. Klemens rutschte mit seinem Wildwasserboot das Wehr hinab. Wir anderen stiegen am Einstieg wieder ein und überwanden die ersten paar seichten Meter bis uns wieder tieferes Wasser ein geschmeidiges Fortkommen ermöglichte. Jetzt hielten wir Ausschau nach Feuerholz denn unsere traditionelle Pausestelle näherte sich.


Wie üblich machten wir widerrechtlich am Jugendzeltplatz Halt, befestigten Die Boote bzw. zogen sie an Land, packten unsere Verpflegung aus und entzündeten ein kleines Feuerchen und nutzten die vorhandene Infrastruktur.
Einen anderen legalen und umweltschonenden Pausenplatz gibt es auf der Strecke aber weit und breit nicht. Wir beschädigen ja nichts und mißbrauchen auch keine Einrichtungen. Das Verbot interpretieren wir so, dass es für die Sommerzeit gilt, in der hier Jugendliche campieren.


Nachdem wir schön hinter uns aufgeräumt hatten brachen wir wieder auf.


Das nächste Wehr folgte kurz nach der Pausenstelle. An ihm müssen die Boote einige Meter über eine Wiese befördert werden um hinter dem Wehr wieder eingesetzt zu werden. Hier wird Wasser für eine Mühle abgleitet. Der Einstieg bietet aber genug Fahrwasser.

An der Schmeie-Mündung legten wir eine kurze Pause ein und erinnerten uns an die denkwürdige Fahrt vor nunmehr 10 Jahren, auf der wir uns bei Hochwasser im Juni auf zahllosen Umtragungen durch hohe Brennesseln hindurchschlugen mussten und irre viel Spaß dabei hatten.

Schließlich erreichten wir Laiz, den Wohnort unseres Ministerpräsidenten. Während das Auto von der Einsatzstelle geholt wurde besorgten wir uns einen Kaffee im Becher (das örtliche Café schließt erstaunlicherweise Sonntags bereits um 17:00 Uhr).

Dann wurden Boote und Ausrüstung verladen und der lange Heimweg bei einbrechender Dämmerung angetreten. Nach etwas über einer Stunde waren wir wieder zuhause, verstauten die Boote und verabschiedeten uns.

Trotz aller anfänglichen Unlust war es ein schöne Fahrt in netter Gesellschaft und ein würdiger Auftakt für die in diesem Jahr geplanten Wanderfahrten. Wir werden sie im Februar mit der ebenfalls schon rituellen Befahrung der Großen Lauter fortsetzen. Dann gehts im Mai auf die Enz.

Mittwoch, 15. Januar 2020

Frühlingsluft im Januar


Das Autothermometer zeigte auf der vorgezogenen Heimfahrt satte 13°C. Die Sonne strahlte vom Himmel. Zuhause angekommen schwang ich mich noch einmal aufs Rad und bemühte mich zum Bootshaus, wo mich traurig vernachlässigte Boote erwarteten.

Ich konnte lediglich eins davon aufs Wasser mitnehmen und entschied mich für das schnelle leichte blaue Royalexboot, das mir - endlich wieder mal auf dem Wasser - gar nicht so schnell vorkam. Eigentlich sollte das Wasser ja bei diesen Temperaturen seine geringste Dichte haben. Mir kam es dennoch entsetzlich zäh vor. Aber ich genoss die relative Wärme und letztlich glitt das Boot ja doch ganz willig Richtung Stadt, die in den letzten Strahlen der Sonne glühte.


Bei meiner Rückfahrt war die Sonne dann fast weg. Das hatte den Vorteil, dass sie mich nicht blendete, aber es wurde auch fast sofort irgendwie unangenehm kalt. Ich verstaute das nasse Boot wieder neben den traurig dreinblickenden trockenen Booten und fuhr heim.

Mittwoch, 1. Januar 2020

Neujahrsritual


Wie üblich fand am Neujahrstag eine kleine Paddelveranstltung statt: die Paddelfreunde trafen sich am Stocherkahnanleger auf der Sonnenseite des Neckarufers und vertilgten übrig gebliebenes Weihnachtsgebäck und stimulierende Getränke.

Sonne gab es an diesem Neujahrstag satt. Der Himmel war klar (die Temperaturen niedrig) und die Stimmung war gut. die Anzahl der Teilnehmenden war dieses Jahr etwas geringer als in den Vorjahren. Selbst war ich auch etwas verspätet hinzu gestoßen.


Als die Sonne allmählich tiefer sank brachen wir bereitwillig wieder auf und paddelten gegen die doch noch spürbare Strömung flussauf. Unterwegs bewunderten wir die noch tapfereren Neujahrsschwimmer, die im kalten Neckar ein (kurzes) Bad nahmen.


Bei untergehender Sonne kamen wir dann wieder am Bootshaus an, verabschiedeten uns, wünschten us gegenseitig ein gutes neues Paddeljahr und kehrten wieder zurück in geheizte Räumlichkeiten.


Unser nächster offizieller Paddeltermin ist erst am 26. Januar. Ich bin gespannt, ob sich vorher noch Paddelgelegenheiten finden. Angesichts des gegenwärtigen stark gehemmten Paddeleifers der Paddelfreunde rechne ich eigentlich nicht damit.