Mittwoch, 21. Januar 2026

Rechthaberei

Beim Aufbruch zu unserer letzten Neckarinselrunde am vergan-genen Samstag waren Rolf und ich uns uneinig, wie viel kürzer die Strecke neckaraufwärts zur nächsten rauen Rampe gegen-über meiner sonst üblichen Neckarinselrunde flussab in die Stadt bis zum Stadtwehr ist. Diese Wissenslücke habe ich jetzt geschlossen.


Sie ist ungefähr halb so lang! Da stehen sich (meinen durchaus fragwürdigen Handyaufzeichnungen zufolge) knapp 2,3 gut 4,5 Kilometern gegenüber.


Landschaftlich hübscher ist der obere Abschnitt wenn es einem gelingt die Stromleitungen und -masten direkt am Fluss auszublenden. Die müssen da sein, denn der Strom wird ja im nahe gelegenen Wasserkraftwerk produziert. Ruhiger, als die Stadt, die auf dem Weg zum unteren Stadtwehr durchquert werden muss, ist der Abschnitt allemal. Aber die Stadt ist ja auch nicht unansehnlich und der Trainingseffekt der etwas längeren Strecke nebst der Auswahl der abzupaddelnden Neckarinselseite sind auch nicht zu verachten. Drum werde ich wohl weiter vorrangig den unteren Abschnitt ansteuern.


Da ich neuerdings aber nicht mehr zwanghaft die Neckarfront fotografieren muss steht Fahrten Neckaraufwärts weniger im Weg. Womöglich gelingt es mir sogar gelegentlich beide Abschnitte in einer Fahrt zu kombinieren.


Samstag, 17. Januar 2026

Fünfer-Serie im Januar

Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals vorher in einem Januar fünf Tage in Folge paddeln gehen konnte. Dabei war es Anfang des Monats noch knackig kalt und ich konnte zwischen Neujahr und Di, 13.01. nicht aufs Wasser, was meinem Gemüt nicht unbedingt gut getan hat. Dieses Stubenhocken macht mir zu schaffen. Ein Glück dass ich mir wenigstens ein kapitales Bastelprojekt (nicht Kanu-bezogen) einfallen lassen habe, das mich intensiv beschäftigt hielt. Aber ab Dienstag wurden die Temperaturen milder und ich konnte nachmittags wieder aufs Wasser, was ich seitdem auch jeden Tag getan habe. 

Anfangs hatte der Neckar aufgrund der Tauwassermengen einen richtig hohen Pegel und die Strömung war kräftig. Beim Lospaddeln am Dienstag war der Anleger noch so überspült, dass ich oben drauf einsteigen und lospaddeln konnte. Beim Zurückkommen war das viele Wasser dann abgelaufen und ich konnte regulär aussteigen. Ein Glück, dass ich den Zwischenstand mit flach überspültem Anleger, bei dem man nicht trokenen Fußes aus dem Boot kommt, verpasst habe.


Der Wintersturm hat die Abdeckung des Stocherkahns herunter geweht. Das habe ich den Stocherkahnbegeisterten in unseren Verein Mittwochs mitgeteilt - bis heute hat sich niemand drum gekümmert.

Der Pegel sank kaum merklich, aber die Strömung war in den folgenden Tagen zunehmend besser zu bewältigen und das Wasser wurde etwas klarer.


Als Rolf und ich dann heute nochmal unterwegs waren, war das Wasser zwar fortwährend trüb, aber die Strömung moderat. Der Wind blies uns ziemlich kalt entgegen. Auf dem Rückweg schob er uns dann ein wenig gegen die Strömung flussauf. 
Wir merken beide, dass wir unbeweglicher werden. Insbesondere im Winter bei Kälte macht sich das bei mir in Form von Krämpfen in der Fußsole bemerkbar. Ich muss dann gelegentlich die Position wechseln und im Sitzen paddeln, was ich gar nicht mag. Dabei hilft es nicht, dass die Füße in dicken Socken auf dem kalten Bootsboden ruhen.
In Schuhen passe ich gar nicht mehr ins Boot. Dabei mache ich fleißig meine Yoga-Übungen und trainiere bewußt die Sitzhocke. Mal sehen, wie lange ich damit noch zurande komme. 

Sonntag, 4. Januar 2026

Entrümpelung

Mir kamen Beschwerden über meine Bootswagen zu Ohren, die gegenwärtig im Bootshaus lagern. Bei der Gelegenheit schien mir eine Bestandsaufnahme angebracht. Es ist in der Tat so, dass im Bootshaus vier Bootswagen von mir herumliegen. Zuhause ist es nicht besser. Da lagern gegenwärtig sieben Stück. 

Es handelt sich um irgendwann mal erworbene und kaum benutzte Modelle wie z.B. ein für Linder-Aluminium-Canadier optimiertes Modell, an dem ich die Vollgummireifen austauschen mußte weil sie sich zersetzt hatten und vor sich hin bröselten.

Einer ist improvisiert: eine 8,- €-Sackkarre, die wir 2018 in Frankreich auf dem Flohmarkt erworben haben um das Boot über die Landbrücke bei Gliens zu befördern.

Andere sind selbst gebaut und auf bestimmte Boote angepasst (z.B. einer, den ich für den Dagger-Sojourn gebaut habe, von dem es in Europa wohl nicht mehr als zwei Modelle gibt. So ein spezieller Eigenbau ist kaum verkäuflich.


Verkaufen werde ich den großen neuwertigen Eckla-Bootswagen, den ich einmal zusammen mit einem Wildwasserboot bekommen habe. Er wurde tatsächlich nie benutzt. Neu kostet er - einer flüchtigen Internet-Recherche zufolge - mindestens 135,-€.


Es handelt sich um keine Fetisch-Therapie. Das mit den Bootswagen ist ein Laster, mit dem ich gerne lebe und dass kaum moralisch fragwürdig ist. Ich verbringe diese Weihnachts- und Neujahrstage damit meine Kellerwerkstatt zu entrümpeln weil ich Platz für neue Projekte brauche. Wenn in dem Zusammenhang Platz frei und die Materialkasse aufgefüllt wird ist das sehr zu begrüßen.

Freitag, 2. Januar 2026

Tradition und Wandel

Beginnend mit dem Jahr 2009 zeichne ich fast lückenlos das Auftaktpaddeln der Paddelfreund:innen am Neujahrstag auf.

Beginnend mit Januarfahrten, die Rolf, Klemens und ich unternommen haben, entwickelte sich im Lauf der Jahre eine Tradition, an der mehr und mehr Paddelfreund:innen teilnahmen. 

Diese Fahrten nahmen nach und nach eher rituellen Charakter an. Wir wollten unter Beweis stellen, dass Paddeln erst dann nicht mehr möglich ist, wenn das Wasser gefroren ist und wir wollten die Gemeinschaft fördern. Das Angebot war "niederschwellig".

Gelegentlich wurden die Paddelnden von Fußgängern (und Fotografen) begleitet. Am Anleger warteten solche, die zu dieser Jahreszeit nicht auf Wasser wollten oder konnten. Die Veranstaltung bekam Traditionscharakter.


In den ersten Jahren legten wir immer an der Mündung der Steinlach an, packten Kaffeekocher, Thermoskannen und Gebäck aus und gruppierten uns bei unterschiedlichsten Witterungsbedingungen auf dem Stocherkahnanleger ohne Kähne.


Im Jahr 2017 wechselten wir auf die "Sonnenseite des Lebens" und legten seitdem am Stocherkahnanleger in der Hermann- Kurz-Straße an, der zwar etwas enger, aber dafür nicht so schattig ist.

Immer mehr Teilnehmende kamen dazu und es wurde zeitweilig richtig eng. Das Wetter war wechselhaft und 2018 fiel die Veranstaltung wegen zu hoher Pegel aus. Es wäre in dem Jahr nicht möglich gewesen zurück zum Bootshaus zu paddeln.

2020 - kurz vor Ausbruch der Pandemie - war der Anleger geradezu überfüllt. Und im Jahr 2021 fand die Veranstaltung meines Wissens nach pandemiebedingt nicht statt. Ich lag damals mit gebrochenem Sprunggelenk flach und hatte andere Sorgen.


In den Folgejahren nahm der Zuspruch ein wenig ab, aber es gab einen festen Stamm an Teilnehmenden, die sich - bei gewöhnlich schönem Wetter - trafen, sich gegenseitig ein "frohes neues Jahr" wünschten und diesem Jahr einen würdigen Auftakt gaben.
Wir betrieben nicht mehr den Aufwand der früheren Jahre. Ich brachte keine mobile Feuerstelle mehr mit, um darauf Cowboy-Kaffee zuzubereiten. Das Wetter kann eigentlich nicht für den Schwund verantwortlich gemacht werden, es war in all den Jahren eigentlich immer erstaunlich schön am Neujahrstag und nicht selten konnte ohne Handschuhe gepaddelt werden. Nichtsdestotrotz nahm die Anzahl der Teilnehmenden kontinuierlich ab.

Und so ist es wohl wenig verwunderlich, dass beim diesjährigen Auftaktpaddeln gerade einmal fünf Paddelfreund:innen zusammen kamen und - bei eigentlich sehr einladendem Wetter - vom Bootshaus zum Stocherkahnanleger paddelten. 

Dort hat sich inzwischen eine andere Tradition etabliert: Wir sahen mehreren Gruppen beim Neujahrsschwimmen zu während wir plauerten, Tee tranken und mitgebrachtes Gebäck würdigten.


Anschließend paddelten wir gegen den kälter werdenden Wind und die mäßige Strömung wieder hinauf zum Bootshaus an dessen Anleger sich weitere Gruppen junger Leute dem neuen Trend des Neujahrsbaden hingaben. Unser Neujahrsritual bekommt Konkurrenz von neuen Traditionen. Der Wandel ist wahrnehmbar. 

Donnerstag, 25. Dezember 2025

12 Monate


Im Januar wurde ich offiziell zum "Januar-Kanute" ernannt und habe erstmals begonnen an der immer gleichen Stelle das immer gleiche Bild der Tübinger Neckarfront aufzunehmen. Damit mülle ich in diesem Jahr dieses Paddeltagebuch zu.

Der Februar war geprägt von zwei Padelunternehmungen: 


Da war zunächst die Fahrt mit meinem Bruder auf der Enz bei Mühlacker und dann - zwei Tage später - die Paddeltour auf den ersten Donaukilometern bei Donaueschingen beim Zusam-menfluss von Brigach und Breg. 

Weitere Neckarinselrunden fanden in diesem Monat statt und ich konstatierte Plansollerfüllung, was wöchentliches Paddeltraining betraf - es müssen also deutlich mehr Touren zustande gekommen sein, als durch Neckarfrontfotografien dokumentiert wurde..


Im März waren wir zum elften Mal auf der großen Lauter - ein wenig nutzen sich diese regelmäßig angefahrenen Ziele doch ab. Es war so warm, dass ich im T-Shirt paddeln konnte. Und es wurde wieder so früh hell, dass ich meine morgendliche Paddeltouren auf dem Neckar wieder aufnahm.

Für den April kann ich keine wirklich herausragende Paddelunternehmung anführen. Die regelwidrige Donaufahrt will ich lieber nicht hervorheben, die Neckainselrunden wurden ab jetzt einheitlich dokumentiert.


Im Mai nahm ich Abschied vom Independence, der mich lange Jahre begleitet hat und mit dem ich zahllose Fahrten unternommen habe. Keines der drei Boote auf dem Bild oben ist jetzt noch in meinem Besitz. Das ist einerseits bedauerlich, andererseits auch tröstlich. Boote, die ich nicht mehr nutze können schließlich anderen Leuten noch viel Freude bereiten.


Im Juni war ich mit Rolf in Dänemark. Bemerkenswert war dabei unser Konflikt mit einer Anwohnerin des Liver Å (weniger bemerkenswert war ein diesbezüglicher Blog-Kommentar, in dem wir als "Dünnbrettbohrer" verunglimpft wurden. Derartige Kommentare veröffentliche ich nicht). Diese ganzen Paddeltouren in Dänemark habe ich in guter Erinnerung und bin immer wieder froh, dass ich über meine Blogeinträge darauf zurückblicken kann. 


Im Juli fanden gleich mehrere sonnendurchflutete Sommerfahrten (und jede Menge - vor allem morgendliche - Neckarinselrunden) statt. In erster Linie war ich mit dem langen schnellen "Advantage" unterwegs. 


Parallel arbeitete ich am kleinen "Elan", der im August fertig gestellt wurde und sich als vortreffliches Boot erwiesen hat. Es gelingt mir damit "schnell" zu paddeln und präzise zu manövrieren.


Im September ist allenfalls die Fahrt um die Insel Reichenau erwähnenswert. Ansonsten fanden Neckainselrunden statt. 


Das gilt eigentlich auch für den Oktober, in dem ich häufig mit dem kleinen Elan auf dem Wasser war.


Eine Berge-Aktion für den Stocherkahn, bei der nur wenige Paddelfreunde mitgewirkt haben und eine ebensolche Dachdeck-aktion am Bootshaus hatten Konsequenzen für mein künftiges Engagement.


Im November fand - neben zahlreichen (inzwischen schon obsessiven) Neckarinselrunden - die Lampionfahrt statt, und ich begann im Bootshaus zu entrümpeln, was ich im Dezember fortgesetzt habe. 


Fast versehentlich habe ich vorvorgestern mein hundertstes Neckarfront-Foto aufgenommen. Ich wähnte mich auf der 98. Fahrt und und empfand einen gewissen Druck die 100 in diesem Jahr noch voll zu bekommen bis ich heute - beim Erstellen dieses Jahresrückblicks - gemerkt habe, dass ich irgendwann im März mal einen Eintrag nicht und einen späteren falsch benummert habe. 


So sind es also inzwischen hundert Neckarfront-Fotos auf etwas über 100 Neckarinselrunden geworden. Ich nehme mir fest vor keine dieser Fotos mehr zu machen und werde dennoch weiter bestrebt sein, mindestens zweimal pro Woche (eher häufiger) aufs Wasser zu kommen und dabei häufiger mal in die andere Richtung (um die Neckarinsel aber auch vom Bootshaus aus) zu paddeln.