Mittwoch, 27. Dezember 2023

Zweitausenddreiundzwanzig

Der übliche Rückblick auf das vergangene Jahr offenbart, dass es - trotz Einschränkungen - eigentlich ein gutes Paddeljahr war:

Zum Jahresauftakt befand sich noch der SourisRiver-Prospector in meinem Besitz. Mit ihm (in Begleitung von Sigrun) unternahm ich die erste und einzige dokumentierte Fahrt im Januar.  

Im Februar habe ich gerade einmal zwei Fahrten dokumentiert. Am Bemerkenswertesten scheint mir die Hochrheinfahrt bergauf bis zum Rheinfall, die ich in diesem Jahr für mich entdeckt und zweimal wiederholt habe. Nämlich gleich drauf im März und später nochmal im Juni. Aber das geht jetzt zu schnell. Bleiben wir im März

da fand die traditionelle Donaufahrt von Hausen im Tal nach Laiz statt. Im April ist ausschließlich die gemeinsame Neckarabfahrt mit Rolf dokumentiert, an die ich mich gerne zurück erinnere. Im Mai fand die relativ kurze aber intensive Frankreich-Reise statt, in der ich Burgunds Fluss- und Kanalsystem für mich entdeckte. Und ich erwarb das schnelle schlanke Tourenboot mit dem ich gleich eine Probefahrt auf dem Bodensee unternahm. 


Im Juni nahm ich meine frühmorgendlichen Neckainselrunden wieder auf und verbrachte ein Wochenende am Schluchsee. Achja, den Mini-Prospector habe ich im Juni auch verkauft. Im Juli fand die Bodensseeüber- und durchquerung statt, die ich im Boot begleitete. 


Im Ferienmonat August reiste ich durchs Baltikum und an den Plansee. Der September begann mit einer erneuten Bodenseefahrt ging dann aber in eine Reihe von Donaubefahrungen (Rechtenstein, Untermarchtal) über, die im Oktober fortgesetzt wurden (Binzwangen,
Hundersingen, Riedlingen) und bei denen ich (mit Ausnahme der letzten Fahrt) stets den Abschnitt flussauf und dann wieder hinab gepaddelt bin. Ein Kurzurlaub im Spreewald in Zusammenhang mit einer Tagung in Potsdam fiel einer Coronainfektion zum Opfer. 


Im November leerte sich der Fluss und mir gelangen einige spektakuläre Bilder bei sonst eher ereignislosen anfangs häufigen, später nur sporadischen Neckarinselrunden.
 
Und den ganzen Dezember über hatten wir so ungünstige Wasserstände, dass der Anleger quasi nicht nutzbar war. Er erweist sich unter diesen Umständen als Fehlkonstruktion.
Ich war trotz bester Vorsätze nur ganz selten auf dem Wasser und lernte die Vorzüge des Spray Decks für den Advantage schätzen. 
Um so wichtiger ist es sich in dieser Saure-Gurken-Zeit vor Augen zu halten, dass es ein gutes Paddeljahr war. 

Das Bild oben stammt von heute. Es war vermutlich die letzte Tour in diesem Jahr. Ob der Jahresauftakt 2024 in gewohnter Weise stattfinden kann ist noch nicht sicher. Die Hochwassersituation wird es den meisten unmöglich machen gegen die Strömung zurück zu paddeln. Ich hatte heute auch so meine Schwierigkeiten. Und dann ist da noch das Problem mit dem überspülten Anleger.

Da ich kein ernst zu nehmendes Wildwasser mehr paddele haben sich die früher üblichen gemeinsamen Touren mit den Paddelfreunden auf ein Minimum reduziert. Mit Rolf war ich im Lauf des Jahres einige Male unterwegs, was immer großen Spaß gemacht hat.

Gleichzeitig genieße ich meine -Solounternehmungen immens und Gruppenevents und -fahrten verbinde ich immer mehr mit lästigem Aufwand und leidigen Kompromissen. Ich plane einen Sommerurlaub in Schweden - auf vertrautem Terrain. Im Mai will ich je nach Wetter in Westen, Süd- oder Nordosten eine gute Woche Paddelurlaub verbringen. Und insgeheim hoffe ich immer noch, dass ich meine wöchentlichen zwei Neckarinselrunden in diesem Winter noch auf die Reihe bekomme. 

Samstag, 9. Dezember 2023

Silberstreif am Horizont

Es ist keine ideale Lösung, die ich da gefunden habe um den Ein- und Ausstieg in und aus einem Boot zu erleichtern, aber die beiden Bausteine lagen noch am Bootshaus rum (keine weiten Wege) und wer weiß, wie schnell irgendein Witzbold sie ins tiefe Wasser rollt.

Donnerstag, 7. Dezember 2023

Gute Vorsätze und vereitelte Absichten

Zum wiederholten Mal bin ich heute bei relativ gutem Wetter zum Bootshaus gefahren um mal wieder eine kleine Neckarinselrunde zu drehen. 

Anfang November habe ich es ja mal hingekriegt an sechs Tagen einer Woche täglich aufs Wasser zu gehen (siehe Collage unten). Seit dieser gloriosen Woche kam es zu einer einzigen Neckarinselrunde am 12. November. Danach ging nichts mehr obwohl ich mir ja fest vorgenommen hatte in diesem Winter mindestens zweimal die Woche paddeln zu gehen.

Das lag in erster Linie am Pegel des Neckars. Anfangs war er wirklich zu hoch. Der Anleger war bis über beide große Stufen überspült und das Wasser reichte über die Grasfläche bis an die Böschung. Danach sank der Pegel so, dass an Paddeln zu denken war. Aber jetzt stand das Wasser gerade mal so einige Zentimeter über der zweiten großen Stufe des Anlegers. Ich hätte das Boot hinter der Stufe im tieferen Wasser platzieren müssen um dann irgendwie die 80cm trockenen Fußes zu überqueren. Ich denke darüber nach mir irgendwoher einen kapitalen Steinblock zu beschaffen, den ich auf diese Stufe legen kann.

Vielleicht hätte ich über die Böschung einsteigen können (die ist vom Oberflächentau glitschig und im Schatten noch gefroren). Dafür bin ich nicht gelenkig genug. Insbesondere der Ausstieg macht mir Sorgen. So bin ich auch heute wieder unverrichteter Dinge heim gefahren. 


Sonntag, 12. November 2023

Freie Bahn


Die letzten Stocherkähne sind gestern aus dem Wasser gehoben worden (okay, an einem Anleger waren noch zwei vertaut, aber die sind auch bald weg) und der Neckar in Tübingen gehört jetzt endgültig mir (und dem Federvieh, das sich darauf und darin tummelt).


Im Sommer lagen die Kähne da noch dicht an dicht und wenn ich mit einem leichten Boot unterwegs war machte ich mir nichtmal die Mühe es irgendwo anzubinden (und dem Risiko auszusetzen von einem ankommenden Kahn zerquetscht zu werden) - ich legte es einfach obenauf.

Die letzten beiden Wochenenden leerte sich der Anleger zunehmend. Die Kähne werden hoch gestochert und an einer Rollenrampe aus dem Wasser gezogen. Jetzt sind sie (fast) alle eingelagert und der Anleger, an dem ich gerne eine Pause einlege, ist völlig leer. 

Noch genieße ich es ganz allein auf dem Fluss unterwegs zu sein, aber ich weiß, dass das im Laufe der kalten Jahreszeit auch etwas einsam werden kann. Dann sehe ich der Zeit freudig entgegen, in der ich ersten SUPs und ähnlichen mobilen Wasserfahrzeugen auf dem Fluss begegne. Dann werden - voraussichtlich im April/Mai die ersten Stocherkähne aufs Wasser gesetzt und dann wird der Verleiher wieder seine Flotte einsatzfähig machen. Und dann meide ich den Tübinger Neckar wieder bei Tag und verlege mich aufs Frühmorgens Paddeln.

Mittwoch, 8. November 2023

Wintervorbereitungen

Als ich den Advantage im Mai von einem Teil des Erlöses des Familiencanadiers erworben habe bekam ich vom Verkäufer auch das dreiteilige Spray Deck. Anfangs dachte ich ja, dass ich das wieder verkaufen würde um einen Teil des Kaufpreises wieder zurück zu bekommen, aber mir war klar, dass das etwas schwierig werden würde und dass ich mit dem am Boot fest geklebten Klettband weiter leben würde weil die Kleberreste sicher schwierig zu entfernen sind. 
 

Jetzt, da es kälter, nasser und windiger wird lerne ich die Vorteile dieser Abdeckung schätzen. Heute war es zwar noch mild, aber der Wind machte sich schon bemerkbar. Ich montierte zunächst nur das Vorder- und Hinterteil und paddelte so hinunter zum Stocherkahnanleger. Dort installierte ich dann noch das Mittelteil, das einen so großzügig dimensionierten Kamin hat dass auch korpulente Fastfood-Konsumenten Platz haben.
Zurück paddelte ich zunächst mit geöffnetem Reißverschluss. Als ich den dann schloss wurde es spürbar wärmer an den Beinen. Schon der Umstand, dass der Wind nicht mehr ins Boot gelangt sorgt für wärmere Beine. 
Ganz ungefährlich ist so ein Spray Deck nicht. Im Fall einer Kenterung wird es schwierig werden sich hinaus zu winden. Da ich (noch) nicht besonders korpulent bin habe ich Hoffnung, dass mir das im Notfall gelingt. 
Ein solcher wird hoffentlich nicht eintreffen wenn ich am letzten November-Wochenende an der Bodensee-Eisfahrt teilnehme. Das plane ich gegenwärtig. Richtiges Mistwetter kann mich - trotz Spray Deck - noch von diesem Vorhaben abbringen. Aber Kälte, mäßiger Wind und sogar Regenschauer sollten durch das Spray Deck erheblich erträglicher sein, als im offenen Boot. Das gegenwärtige milde Wetter suggeriert vorläufig erträgliche Bedingungen.
Nachtrag am Donnerstag:

Paddeln bei Regenschauer konnte ich heute gleich ausprobieren. "Warm and toasty" an den Beinen, aber blöd wenn man keine Regenjacke dabei hat, die schnell unter oder über die Schwimmweste gestülpt werden kann. Ich muss schauen, ob ich was geeignetes in meinen Beständen habe, das dann im Boot deponiert wird. Oder ivh beschaffe eine regelrechte Seekajak-Jacke mit Kapuze.

Samstag, 4. November 2023

Eigener Fluss

 
Allmählich leert sich der Stocherkahn-Anleger, an dem ich häufig eine kleine Pause mache. Gestern lagen da noch erheblich mehr Kähne als heute. die meisten von ihnen wurden bereits für den bevorstehenden Winter eingemottet. Alle übrigen verschwinden ebenfalls bald.

Bislang ist es mir nicht schwer gefallen meinem Vorsatz mindestens zwei Mal pro Woche eine Neckarinselrunde zu paddeln treu zu bleiben. Das Wetter war ja mild und erste Einschränkungen durch den einsetzenden Herbst konnte ich mit meiner Bootswahl überwinden.

Dass der kleine leichte Sandpiper jetzt im Bootshaus liegt erleichtert die spontanen Paddeltouren. Es macht einen Unterschiet ob knapp 13 Kilo oder ca. 22 gewuchtet werden müssen. Und - das habe ich schon an anderer Stelle erwähnt - es ist enorm erleichternd nicht dauernd eine lästig plätschernde Bugwelle vor sich her zu schieben, die durch auf dem Wasser treibende Blätter verursacht wird. Sobald kein Herbstlaub mehr auf dem Wasser treibt kommt der ebenfalls leichte Advantage wieder zum Einsatz.
Die sonnigen Tage mit blauem Himmel und Postkartenwolken scheinen vorbei zu sein. Das Bild links stammt aus der Vorwoche. Dieses Wochenende soll es fast konstant aus einem grau verhangenen Himmel regnen. Es sind Windböen angesagt worden. Ich habe den Vormittag für eine Paddeltour genutzt. Dieser Vormittag beginnt jetzt auch immer später. Vor Sieben/halbacht wird es nicht hell. Ich bin gewöhnlich früher wach und tatendurstig. 
Ich muss meine Aktivitäten auf dem Wasser auf eine  spätere Tageszeit verlegen, zu der es auch etwas wärmer ist als früh Morgens. Immerhin sind jetzt keine SUPs, Stocherkähne, Tret- und Ruderboote mehr auf dem Wasser. Der Fluss gehört mir in den nächsten Wochen und Monaten wieder ganz allein. Von wenigen Ausnahmen abgesehen ist niemand sonst unterwegs. Das werde ich zunächst erstmal in vollen Zügen genießen. 
Bildernachtrag vom Sonntagmorgen:
Morgentliche "kleine" Neckarinselrunde bei sonnigem Nieselregen und Windböen - es ist Regen für den Verlauf des Vormittags angekündigt. 


Samstag, 28. Oktober 2023

Lampions und Lichterketten

Ende Oktober findet traditionell die Lampionfahrt der Paddelfreunde und -freundinnen statt. Es ist eine Veranstaltung, bei der alle Generationen dabei sind. Nicht selten kommt auch der Stocherkahn zum Einsatz. Heute haben wir den mal weggelassen.
Wir haben uns um 17:00 Uhr am Bootshaus getroffen und die Boote mit Lichtern unterschiedlicher Art ausgestattet. Der kleine Sandpiper bekam frühzeitig eine Lichterkette angeklebt. So konnte ich alle Versuche mich in ein Tandemboot zu verfrachten abwehren. 


Dann ging es gegen 18:00 Uhr aufs Wasser. Anders als in früheren Jahren dämmerte es da gerade mal ein wenig. Für meinen Geschmack blieb es viel zu lange hell. Das hatte wohl auch damit zu tun, dass der Vollmond alles hell erleuchtete.



Wir paddelten hinunter zur Neckarfront und unter der Neckarbrücke hindurch. Auf der großen Wasserfläche unterhalb wurden große Kreise und eine atemberaubende Acht gepaddelt während es immer dunkler wurde. Auf den Bildern von Georg, der uns am Ufer begleitete sind diese Manöver gut zu erkennen. Schließlich ging es zurück zum Bootshaus, wo Roland schon das Grillfeuer entfacht hatte.

Sonntag, 22. Oktober 2023

Rottenburg by fair means

Diesen sonnigen Sonntagnachmittag habe ich damit verbracht mit dem Boot im Schlepptau zum Hirschauer Wehr zu stiefeln, hinauf zum Kiebinger Wehr zu paddeln, dieses zu umtragen und dann bis nach Rottenburg zu paddeln.
Die Fläche oberhalb des Hirschauer Wehrs ist quasi ein großer See. Mit dem bunten Laub auf den Bäumen und den vielen kleinen Wolken am Himmel bieten sich gerade jede Menge "Postkartenmotive".

Da befindet sich auch die Baderstelle, an der ich im vorigen Jahr ganz häufig ein Neckarbad genommen habe. Dieses Jahr war mir erstaunlicherweise nicht danach. Ich bin nur sehr gelegentlich vorbei geradelt. Vielleicht werde ich im nächsten Sommer wieder baden gehen. Vom Boot aus sieht der tote Baum, an dem eine Leiter ins Wasser führt ziemlich marode aus. Man hat Skrupel darunter hindurch zu paddeln. Hoffentlich gibt es die Badestelle nächstes Jahr noch.
Am Kiebinger Wehr hatte ich Schwierigkeiten die Ausstiegsstelle zu finden. Ich bin samt Boot ein Stück durchs Unterholz gebrochen bis ich auf dem Fahrweg war, der den Fluss begleitet. Auch der Einstieg direkt an der Fischtreppe ist alles andere als komfortabel.
Ich bin dann unter der Kiebinger Brücke hindurch bis zur Straßenbrücke in Rottenburg gepaddelt. Da wurde es mir dann aber etwas zu "urban". Der Straßenlärm und die Gebäude fand ich nicht so attraktiv, dass ich noch weiter ins Zentrum gepaddelt wäre. Stattdessen bin ich umgekehrt.

Kurz nach der Kiebinger Brücke galt es wieder das Wehr zu umtragen. Da der Einstieg so unbequem war suchte ich mir einen weiter oben gelegenen komfortableren Ausstieg und zog das Boot auf dem Bootswagen ein ganzes Stück über den Schotterweg bis ich zur richtigen Ein- und Aussatzstelle unterhalb des Wehrs gelangte, wo ich zwar das Boot bis kurz vors Ufer auf dem Bootswagen schieben konnte, aber dann über eine sehr steile steinige Böschung hinunter zum Wasser klettern musste. 

Dann gings wieder zurück über den "See" zum Hirschauer Wehr und anschließend erneut auf dem Landweg zurück zum Bootshaus. Ich war knapp 17 Kilometer unterwegs, davon mindestens vier  zu Fuß. Gestartet bin ich um 13:00 Uhr und zurück am Bootshaus war ich gegen 16:30 Uhr. Mit etwas mehr Zeit, Pausen mit Getränk und Verpflegung ließe sich aus diesem Abschnitt eine nette Tagestour mit Kaffee- und Kuchenpause in Rottenburg machen.