Mittwoch, 14. Juni 2023

Abschiedsfahrt

 
Der Homeoffice-Tag ermöglicht es mir vor der Arbeit eine kleine Paddelrunde einzulegen. Ich wähle heute den Baby-Prospector, der lange bei meinem Bruder eingelagert war, den ich 2020 auf Escheeinbauten umgerüstet habe und mit dem ich viel Spaß hatte. Dennoch ist absehbar, dass ich ihn künftig selten nutzen werde.


Für die Nutzung im Verein ist er aufgrund der Holzeinbauten ungeeignet. Also entscheide ich mich dafür ihn zu verkaufen. Neu kostet er laut Internetrecherche inzwischen etwa 1500 Euro. Ich biete ihn für 850,-€ an. Ich bin gespannt, ob sich jemand findet, der das kleine Boot wertschätzen kann.


Ich habe damit heute früh eine kleine Abschiedsfahrt unternommen. Er paddelt sich ja angenehm und erstaunlich schnell, ist allerdings etwas schwer, zu tragen was am robusten Material liegt. Wer ihn erwirbt sollte kräftig sein oder einen Bootswagen benutzen.

Sonntag, 11. Juni 2023

Neckar vorm Frühstück

Es hält mich in dieser Jahreszeit morgens nicht im Bett und ich nutze gerne die frühen ruhigen Morgenstunden um mich auf dem Wasser herum zu treiben. So "ruhig" war es allerdings nicht. Ein paar Burschenschaftler badeten und krakelten lautstark an der Spitze der Neckarinsel. Ich gab zu verstehen, dass ich ihre Badeaktion cool, die Lärmentwicklung weniger erfreulich fand. Beim Weiterpaddeln hörte ich, dass ich ja ein cooler Typ sei. Wer hört das nicht gerne vor dem Frühstück?


Bei der Steinlachmündung dümpelte ein bemannter Stocherkahn regelwidrig im Wasser. Heftige Haschisch-schwaden wehten mir entgegen. Lärm wurde keiner emitiert. Damit kann ich leben. Ich paddelte zum links liegenden Stocherkahnanleger.

Auf der Bank am Anleger sitzend grübelte ich über die Auswirkungen unterschiedlicher Rauschmittel und kam zu dem Schluss, dass die Kiffer:innen generell weniger belastend für ihre Mitmenschen sind, als vom Alkohol berauschte Zeitgenossen. Diese Wahrnehmung wurde bestätigt als ich wieder flussauf paddelte wobei mir städtischer Blumenschmuck im Wasser treibend entgegen kam. Ich wette, dass da wieder Alkohol im Spiel war.
Dann gings zurück flussauf. Erste Sonnenstrahlen beleuchteten die Hänge und Baumspitzen, es wehte noch kein Wind. Die Fledermäuse und bald auch die Nachtschwärmer gingen schlafen. Ich holte mir auf der Rückfahrt vom Bootshaus Frühstücksbrötchen beim Bäcker.

Hochrhein wieder mal

Die knapp einstündige Fahrt vom Schluchsee zum Hochrhein war am frühen Morgen angenehm entspannend (nach meiner kleinen Hochgeschwindigkeits-paddelrunde auf dem Schluchsee hatte ich auch Bedarf nach Entspannung). Ich kam gegen 8:00 Uhr an der Einsatzstelle auf der deutschen Seite der Rheinbrücke in Rheinau an, lud das Boot ab und setzte es etwas umständlich am verwinkelten und zugewachsenen Einstieg der Taucher ins Wasser.

Dann paddelte ich im Licht der schon hoch stehenden Morgensonne los, fuhr unter der hübschen Rheinbrücke hindurch und übertrug das erste Wehr rechts. Dann paddelte auf dem rechten Flussarm bleibend am Kloster Rheinau vorbei. 
Kurz darauf folgt das zweite Wehr, das linksseitig umtragen wird.

Die Fahrt flussauf war wenig ereignisreich. Ich machte wieder mal Pause im "Badi Dachsen", wo ich mit Interesse einer Yogalektion folgte, die eine junge Frau einer einzelnen Schülerin erteilte (ich mache selbst ja seit einem halben Jahr fast täglich Yoga).

Dann erreichte ich am Spätvormittag den Rheinfall, wo sich Menschenmassen und Touristenscharen - ganz anders als bei meinen Fahrten im Februar und März - tummelten. Etliche Ausflugsschiffe waren mit PS-starken Motoren unterwegs und machten mir die Überquerung des Flusses nicht gerade leicht. Ich fuhr in den kleinen geschützten Hafen unterhalb der Fälle und kletterte ans Ufer um mir ein Bild von dem bunten Treiben zu machen.
Danach paddelte ich auf dem rasch fließenden Abschnitt unterhalb der Fälle durch dicke Schaumschichten (es ist hoffentlich Blütenstaub, der hier aufgequirlt wird) zurück. Anfangs trieb mich die Strömung flott voran, doch bald staute sich das Wasser wieder vor den Wehren.

Die umtrug ich und begegnete am untern Wehr einem Techniker, der im Begriff war den Bootsschlitten in Betrieb zu nehmen. Er bot mir Hilfe beim Umtragen an, was ich dankend ablehnte. Ich paddelte unter der Rheinbrücke durch, verlud Boot und Ausrüstung und...
...suchte mir ein schattiges Plätzchen knapp oberhalb der Brücke, wo ich ein kleines Mittagessen zu mir nahm und ein Nickerchen machte. Auf die Weise fand ich auch eine viel besser geeignete Einsatzstelle, als den Platz der Taucher unterhalb der Brücke.

Samstag, 10. Juni 2023

Zweimal Schluchsee


Der Plan war diesen Brückentag zwischen Fronleichnam und dem Wochenende entspannt in der Hängematte liegend am Ufer des Schluchsee zu verbringen und anschließend noch ein Stück weiter südlich denn Hochrhein von Rheinhausen aufwärts bis zu den Rheinfällen zu paddeln. Zu diesem Zweck fuhr ich - für meine Verhältnisse - sehr spät um 8:00 Uhr los und erreichte den Schluchssee gegen 10:00 Uhr als der Wind allmählich auffrischte.

Der Aufenthalt in der Hängematte war kalt und ungemütlich. Nervige Böen fegten übers Wasser und schüttelten die Bäume an denen meine Matte hing. Ich brach ab und paddelte in den Ort Schluchsee (was bei Wind und Wellen kein reines Vergnügen war). Dort nahm ich im Bahnhofsrestaurant "geschmälzte Maultaschen", die weder eine Pfanne von innen gesehen noch in Kontakt mit Butter gekommen waren, etwas widerwillig zu mir. 
Dann verlagerte ich mein Wirken an einen netten Wanderparkplatz, verbummelte den Restnachmittag und vertrieb die Mücken mit dem Rauch eines Feuerchens nach dem meine Kleidung heute noch müffelt. Die Nacht war alles andere als ruhig und ich beendete sie früh.
Gegen 5:00 Uhr war ich erneut an der Einsatzstelle. Der See machte einen ganz anderen Eindruck als am Vortag. Abgesehen von einigen angelnden Zeitgenossen, die offenbar die Nacht am Ufer verbracht hatten, war der See menschenleer und die Wasseroberfläche spiegelglatt.
Ich beschränkte mich auf eine kleine Runde zunächst entlang des Nordufers, querte den See nach einem Drittel und paddelte am Nordufer zurück ohne alle Buchten auszufahren. Bei dem ruhigen Wasser genoss ich die Geschwindigkeit, die ich - trotz unruhiger Nacht - ausgeruht paddelnd erzeugen konnte.

Schließlich legte ich wieder an, verstaute Boot und Ausrüstung und machte mich auf den Weg nach Rheinhausen. Unterwegs bekam ich in einer Bäckerei in Bonndorf zwei Brezeln, die ich auf einem von der aufgehenden Morgensonne bestrahlten Parkplatz als Frühstück zu mir nahm.

Freitag, 9. Juni 2023

Diesmal ein Rennen

Das jährliche Stocherkahnrennen fand gestern statt. Ich nahm diesmal teil. Nicht im Kahn sondern im Kanu. Also grundsätzlich schon mal regelwidrig. Auch meine Streckenwahl entsprach nicht den Regularien und deshalb kann ich nur auf sehr wackeliger Basis den Dritten Platz für mich in Anspruch nehmen. Ich mache das natürlich trotzdem.

Das Bild zeigt links oben den Siegerkahn (einen zierlichen schmalen Kahn besetzt mit acht muskulösen jungen Männern) und unten das Boot der Zweitplatzierten (ein in meinen Augen regulärer Kahn, in dem sechs junge Frauen und zwei Männer saßen - für mich sind das die eigentlichen Sieger:innen). Dazwischen durchlaufe ich die Ziellinie.

Wir waren - wie in früheren Jahren (2007, 200920102011, 20142018, ) - kurz vor Rennbeginn am Anleger los- und sind hinunter zur Neckarbrücke gepaddelt, wo sich die Zuschauer:innen ballen. Dem wollte ich mich nicht aussetzen.

Ich paddelte wieder zurück ans obere Ende der Neckarinsel und sah dort dem bunten Treiben zu. Dann fand kurz nach 14:00 Uhr der Startschuss statt und ich begleitete den führenden Kahn mit respektvollem Abstand.

Es gibt keine Bilder davon weil mich dann doch der Ehrgeiz packte und ich mich ins Zeug legte um auf gleicher Höhe zu bleiben. Das gelang mit überschaubarer Mühe. Der Kahn wurde von einem Konkurrenzkahn überholt und dann am Nadelöhr (der Lücke zwischen -neckarinel und dem Brückenpfeiler der Neckarbrücke, von der ich mich fern hielt) noch von einem weiteren Kahn. 

Ich leistete kurz den Padddelfreund:innen an der Brücke Gesellschaft, begleitete dann aber die beiden vorne liegenden Kähne neckaraufwärts bis zum Zieleinlauf. Hier machte ich dann von hinten ein Foto weil der drittplatzierte Kahn erst mit weitem Abstand hinterher kam. 

Ich betrachtete noch die ausschweifenden Feierlichkeiten der ins Ziel eingelaufenen Kahnbesatzungen und paddelte dann, als die Paddelfreund:innen allmählich eintrudelten, mit ihnen zurück zum Anleger wo das Rennen intensiv analysiert und ausgewertet wurde.

Mittwoch, 7. Juni 2023

Noch eine Zeitfahrt

Es muss sich bei der letzten Zeitaufzeichnung um einen Fehler gehandelt haben. Heute früh habe ich mich wirklich ins Zeug gelegt, es waren keine Hindernisse zu umfahren und Fluss und Stadt befanden sich noch im Tiefschlaf. Der Bug durchschnitt spiegelglattes Wasser und ich kam mir wirklich schnell vor.

Tatsächlich paddelte ich durchschnittlich gerade mal 6,9 km/h, was ja kein schlechter Wert ist, aber weit entfernt von mehr als 9 km/h wie bei der fragwürdigen Aufzeichnung.


Vielleicht hätte ich noch einige Zehntel schinden können, wenn ich die Aufzeichnung unten vor dem Stauwehr beendet hätte. Die Fahrt gegen die Strömung verschlechtert den Wert natürlich. Aber ich wollte vor dem Frühstück noch nicht mogeln...

Anschließend nahm ich das Boot nochmal mit nach Hause um eine Halterung für das Paddel einzukleben und die mit gekaufte Spritzdecke einmal auszuprobieren. Ganz ohne Aufwand lässt sie sich nicht aufziehen und ich werde - wenn ich sie nutze - wohl häufig auf den Mittelteil verzichten, aber sie sitzt perfekt und verspricht auf windigen welligen Seen gute Dienste zu leisten. Sie verringert die Windanfälligkeit und hält Spitzwasser ab.

Montag, 5. Juni 2023

Dubiose Zeitfahrt


Noch gehe ich von einem Aufzeichnungsfehler aus. Ich war nicht langsam, aber so entsetzlich habe ich mich auch nicht ins Zeug gelegt. Ich musste um Stocherkähne, Ruderboote und SUPs herum zirkeln und habe - da wo sich das anbot - auch mal ein Foto gemacht. 


Zeitweilig sorgte ein Blatt oder Zweig am Bug für viel Gespritze. Ich muss diesen Bereich mit Harz, Schleifpapier und Politur etwas glätten damit da nicht so leicht etwas hängen bleiben kann. Das Boot ist so lang, dass es mir nicht gelingt einen Fremdkörper mit dem Paddel abzustreifen und ich will nicht immer ein Stück rückwärts paddeln damit sich das, was da hängt, löst. Und es stört tatsächlich, wenn sich so eine spritzende Bugwelle entwickelt.

Ich habe sogar einen kleinen Abstecher in die Steinlach-mündung unternommen um mir den vollendeten Brückenbau von unten anzusehen. Noch haben sie die Betonelemente in der Steinlach liegen gelassen, aber die kommen hoffentlich auch bald weg.

Nochmal zur heutigen Durchschnittsgeschwindigkeit von 9.1 km/h: Die ist kaum zu glauben. In diesem Blogeintrag liste ich die durchschnittlichen Geschwindigkeiten, die ich mit anderen Booten auf dieser Strecke erreiche, auf. Bislang war der Independence mit 7,1 km/h das schnellste Boot, gefolgt vom Sojourn mit 6,9. Mit dem Baby-Prospector habe ich 6,8 km/h erreicht und mit dem Sandpiper 6,7. Viele Faktoren beeinflussen diese Aufzeichnungen: Strömung, Verkehr, Tagesform und mehr. Ich muss das noch beobachten...

Sonntag, 4. Juni 2023

Neckargrün






Für meine "Sonntagsfahrt" habe ich den Sojourn gewählt, weil die Pegel sinken und Grundkontakt zu befürchten war. Eigentlich wollte ich an den Schluchsee, aber die lange Fahrt hat mich doch abgeschreckt. So wurde es der Neckar zwischen Horb und Sulzau.

Die Strecke bin ich inzwischen ja häufiger gepaddelt: Apr. 07Febr. 08, Aug. 08,  Okt. 09, Apr. 18,  Aug. 19, März 20, Mai 20Juni 20Juni 22Okt. 22... Die letzten Male - so wie heute - habe ich das Rad in Sulzau deponiert und bin zurück nach Horb geradelt. Absonderliches zu berichten gibt es nicht. Drum lasse ich die Bilder sprechen: alles war sehr grün.