Freitag, 19. November 2021

Mehr Abschied


Möglicherweise ist das nicht ganz nachvollziehbar, aber mir tut es leid um die alte Steinlachbrücke, unter der ich schon zahllose Male hindurch gepaddelt bin und die ich immer wieder als Rahmenmotiv beim Fotografieren der Steinlachmündung in den Neckar verwendet habe. 

Heute bin ich eher zufällig in die Stadt gelaufen (gefühlt habe ich das seit Jahren nicht mehr gemacht) und konnte zusehen, wie der "Stampfbeton" der Brücke von Baggern zermalmt wurde. Diesem Beton wird die Schuld dafür gegeben, dass die Brücke abgerissen werden muss. Er ist in die Jahre gekommen und bröselt vor sich hin. Die Brücke soll im Stil der neuen Fahrradbrücke, die direkt daneben errichtet wurde, erneuert werden.

Hier gibts sogar ein YouTube-Video zum "Durchbruch".

Ich zweifele daran, dass es gelingen wird die - wie ich finde - anmutige Wölbung der alten Brücke zu rekonstruieren. Sicherlich wird es eine moderne filigrane Brückenkonstruktion, die vermutlich sogar haltbarer als die alte recht wuchtige Betonbrücke sein wird. Aber für mich geht ein Stück Stadt, wie ich sie kenne unwiederbringlich verloren.
Immerhin gibt es diese alten Fotos, auf denen ich sie im Lauf der Jahre in jeder Jahreszeit immer wieder vom Boot aus festgehalten habe.







Nachtrag: Beim spätnachmittaglichen Gang durch die Stadt habe ich ein Schild entdeckt, dass den neuen Brückenbau beschreibt. Der Entwurf weist keinerlei Bezug zur Erscheinung der bisherigen Brücke auf. Nicht nachvollziehbar ist auch wieso die Bauzeit dieses schlichten Zweckbaus sich über ein Jahr erstreckt. Man sollte doch annehmen, dass derart normierte Brückenbauten aus dem Baukasten in erheblich kürzerer Zeit errichtet werden können.
Immerhin entschädigt der Anblick der abendlichen Neckarfront bei klarem Himmel für diese Enttäuschung.

Samstag, 13. November 2021

Abschiedsfahrt

Gestern haben wir das schöne Wetter zu einer kleinen Neckarinselrunde genutzt und im Anschluss Kaffee und Kuchen im Licht der allerletzten Sonnenstrahlen zu uns genommen. Danach wurde es kalt und ich brach etwas überhastet auf weil ich fror.

Dabei war der Kuchen den Sigrun gebacken hatte vortrefflich und eigentlich hätten wir dieses Kaffeekränzchen noch viel würdiger begehen sollen, denn es ist wohl das letzte, an dem Andrea bei den Paddelfreunden teilnehmen wird. Sie zieht im Dezember weg.


Allerlei Änderungen stehen an. Das Leben bleibt ja nicht stehen. Jetzt müssen wir uns erst mal durch den kalten Winter durchschlagen. Mir macht das in diesem Jahr mehr zu schaffen als mir lieb ist. Mal sehen ob ich vor Dezember nochmal Gelegenheit zum Paddeln habe. 

Ende des Monats werde ich wieder mal operiert: die beiden Platten und acht Schrauben aus meinem Sprunggelenk, die da seit Dezember letzten Jahres drin sind, kommen raus. Ich werde mindestens 14 Tage immobil sein. Danach werde ich - mit einigem Training - hoffentlich wieder beweglicher sein, als ich es gerade bin.


Montag, 1. November 2021

Riedlingen - Rechtenstein

Vor drei Wochen bin ich ja schon mal die Strecke oberhalb von Rechtenstein hinauf gepaddelt. Und auch schon früher findet sich dieser Abschnitt in meinen Aufzeichnungen (2003, 2007, 20102011, 20142015, 2018, 2019). Dennoch sind wir gestern erneut in einer großen Gruppe dort auf der Donau unterwegs gewesen. 


Überraschende Neuigkeiten gibt es von der Strecke nicht zu berichten. Im Laufe der Jahre hat sie sich dennoch sehr verändert. Inzwischen ist sie in weiten Abschnitten natürlicher und strukturierter als sie das früher war. Mehr Totholz bleibt im Fluss, große Kiesbänke haben sich gebildet und die Ufer sind aus- und unterspült weil man dem Fluss mehr Freiheit zugesteht, als man das einstmals getan hat. 

Klemens hat Bilder gemacht, die so gut sind, dass ich meine lieber im Archiv lasse. Ausschweifende Kommentare erübrigen sich. Der Ablauf der Fahrt variiert nur geringfügig. Gestartet wird in Riedlingen, eine Pause wurde in Ziefaltendorf gemacht.

Die Braunselmündung kurz vor unserem Ziel, Rechtenstein, wurde mit respektvollem (aber sehr neugierigem) Abstand begutachtet. Man darf den mit 900 Metern wohl kürzesten Fluss der Alb leider nicht paddeln.

Ich war mit meiner "Schnepfe" unterwegs, die erstmalig etwas mehr Gepäck befördern musste. Wir hatten immenses Glück mit dem Wetter (an den Tagen davor und danach regnet es). Organisiert wurde die Fahrt von Rolf.

Fotos von Klemens, der erstmals seit langem im Tandemcanadier gepaddelt ist.