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Dienstag, 7. Juli 2026

Donaudurchbruch bei Kelheim



Da mich schon der Hinweg an Kehlheim vorbei geführt hat, wo ich zuletzt 2019 war, machte ich beim dortigen Kanuklub Halt und setzte das Boot nochmal ins Wasser. Langsam, mühsam und gelegentlich leichtgradig verzweifelt paddelte ich gegen die Strömung an.


Der Pegel der Donau war so neidrig, dass die Ausflugdampfer auf halbem Weg zum Kloster Weltenburg wieder umkehrten. Offenbar wurde den Tourist:innen lediglich aus der Distanz der Donaudurchbruch mit seinen imposanten Felsen gezeigt.


Ich kämpfte mich tapfer immer näher an diese Felsen heran. Es war warm. Das Wasser war - wie mir entgegen kommende Schwimmerinnen und Schwimmer bestätigten auch warm und wenig erfrischend. Dennoch hatten sie alle jede Menge Spaß.


Je näher ich dem Kloster kam, desto mehr Spaß hatte ich auch. Die wirklich schwierigen Stellen lagen hinter mir, die eine oder andere Fehlentscheidung bei der Routenwahl konnte ich korrigieren. 
Ich erreichte das Kloster, legte das Boot ab und studierte eingehend die Speisekarte des Biergartens im Innenhof. Darauf fand sich nichts, was ich wirklich gereizt hätte. Ich verließ das Kloster wieder.

Ich paddelte noch ein paar Meter weiter hinauf und kam vorbei an den Ruderkähnen des Biberacher Wieland-Gymnasiums dessen neunte Klasse eine mehrtägige Donaufahrt unternahm. Alle Achtung! Sie bereiteten auch außerhalb der Klostermauern eine Mahlzeit zu und wirkten recht vergnügt.


Vergnügt wirkten auch die vielen Schwimmerinnen und Schwimmer, die sich den Fluss hinab spülen ließen. Einige entwickelten dabei so einen Lärmpegel, dass ich zügig an ihnen vorbei paddelte. Dass diese Vergnügungen immer mit Alkoholgenuß einher gehen müssen finde ich - angesichts der unweigerlichen Begleiterscheinungen - sehr unerfreulich.


Bei der Rückfahrt kam die Befreiungshalle in Sicht - ein monumentaler Kuppelbau, der den Sieg über Napoleon versinnbildlicht. Aus der Distanz ist das ganz nett anzusehen.


Dunkle Wolken zogen jetzt übers Land und erste Regentropfen fielen. Ich machte noch einen Abstecher an die Kletterfelsen im Altmühltal (nicht ohne Kaffee und Kuchenstop in einem netten Lokal am Fluss), aber als mich auch dort ein Wolkenbruch von weiteren Aktivitäten abhielt beschloss ich mich auf den Heimweg zu machen. 
Die vielen Paddelaktivitäten hatten mich etwas ausgelaugt, Zuhause lockte das Sofa (und ein neues Fahrrad) sowie eine wichtige Warenlieferung. Diese Dinge wurden nun zwei Tage lang ausgiebig genutzt und jetzt mache ich wieder Pläne für weitere Paddeleskapaden.

Montag, 13. Oktober 2025

Herbst im Donautal

 
Wie fast immer im Herbst haben wir am Sonntag die Strecke von Riedlingen nach Rechtenstein unter den Kiel genommen. Wie üblich war es gleich zu Anfang etwas seicht, aber wir kamen ohne Grundberührung durch.

Der Himmel war zunächst noch wolkenbedeckt und es blies uns ein frischer Wind entgegen, aber je länger wir unterwegs waren umso sonniger wurde es und in der Sonne war es dann zeitweilig richtig warm.

Wir waren mit drei Kajaks und zwei Canadiern unterwegs und kamen mit Hilfe der flotten Strömung  zügig voran. Das Wasser war so klar, dass der Flussgrund immer wieder deutlich unter dem Boot zu erkennen war. Er hatte es richtig eilig unter dem Boot zu verschwinden.


In Zwiefaltendorf machten wir unsere traditionelle Pause. Die Boote legten wir auf der Kiesbank unter der Donaubrücke ab und nahmen Vesperbrote, Getränke und Kekse (die Klaus mitgebracht hatte) zu uns.

Nach einem kurzen Spaziergang durch den Ort, der überraschend hübsch ist (warum haben wir uns den eigentlich nicht auf früheren Fahrten mal angesehen?), brachen wir wieder auf. 

Wir kamen an die Braunsel-Mündung in die wir - wie immer - neugierige Blicke warfen. Hineinpaddeln darf man ja nicht.
Offenbar hat die Branusel unlängst Hochwasser geführt und ein bedauernswerter Fuchs fiel dieser Flut zum Opfer. Er liegt nun so, als ob er schläft, auf einem Felsen am Ufer und ist dabei, in den Kreislauf der Natur zurück zu kehren.
Unsere Fahrt endete fast ein wenig verfrüht in Rechtenstein. Wir verluden die Boote und machten uns auf die Suche nach einem Café um dem Ausflug einen würdigen Abschluss zu geben. 

Montag, 28. April 2025

Wieder mal Donau

Ursprünglich wollte ich übers Wochenende an die Ill im Elsass, aber die Nächte waren mir doch noch zu kalt und die Strecke für zwei Tage zu lang. Also blieb ich zuhause, erledigte Samstag dringliche Angelegenheiten und benötigte lediglich für Sonntag einen Plan für eine kleine Alltagsflucht. 

Die Inspiration dazu fand ich in einem Blogbeitrag aus dem September 2023, in dem ich über die zu lange Strecke zwischen Rottenacker und Untermarchtal geklagt hatte. 

Ich entschied mich deshalb das Boot auf halber Strecke in Munderkingen einzusetzen und ähnlich wie an der Ill gelang es mir eine Einsatzstelle zu finden, an der ich das Auto unmittelbar am Ufer parken konnte.

Die zu paddelnde Strecke verkürzte sich auf gut vier Kilometer, der Pegel war niedriger als 2023, aber die Strömung nicht minder schnell und an den seichten Abschnitten stieß das Paddel immer wieder auf den Flussgrund.


Dafür war die Witterung weniger drückend - flussauf wurde es mal etwas wärmer, aber flussab (und mit Gegenwind) zog ich meinen Pulli wieder unter der Schwimmweste an. 

Ich paddelte bis hinauf nach Untermarchtal, wo ein kleiner Schwall oberhalb der Brücke meinen Vorwärtsdrang aus-bremste. Ich hätte treideln müssen, wollte mir aber keine nassen Füße holen und drehte um.


An einer Sandbank machte ich eine kleine Pause. Der Fluss fließt in diesem Abschnitt fernab von Straßen und auch Wegen und außer Schwänen und anderem Federvieh begegnete mir keine Menschenseele.


Zurück am Auto unternahm ich noch einen kleinen Spaziergang durch das verwinkelte Munderkingen, beschloss jedoch die örtliche Gastronomie nicht zu unterstützen. Stattdessen genoss ich den netten Stellplatz direkt am Flussufer und nahm am Auto etwas zu mir.

NACHTRAG: Ein etwas wortkarger anonymer Zeitgenosse hat mir kommentarlos die Befahrungsregelungen geschickt: 
Donau im Lkrs. Alb-Donau (Zwiefaltendorf bis Munderkingen, Brücke Dom-Mühle): 1.7. bis 29.2. für private Nutzer und Vereine erlaubt zw. 9 und 20 Uhr an zugelassenen Ein- und Ausbootstellen. Von 1.3. bis 30.6.: Pro Tag ist auf Antrag jeweils 1 naturkundlich geführte Tour mit max. 10 Booten zulässig. Weitere Ausnahmen auf Antrag für Vereine und Fernwanderer, 0731/185-1314
Ich habe mich also eines Vergehens schuldig gemacht. Das bedauere ich. Ich habe diese Fahrt nicht gründlich vorbereitet sondern bin spontan und ohne Recherche losgefahren. Es wird mir eine Lehre sein und ich gebe mir Mühe, dass mir das nicht nochmal passiert. 

Montag, 24. Februar 2025

Donau von Anfang an

 Vor 11 Jahren 2014 sind wir schon einmal den Donauabschnitt ab dem Zusammenfluss von Brigach und Breg (die bekanntlich die Donau "zuweg" bringen) gepaddelt. Das ist lange her.

Aber von Anfang an: An diesem besonders milden Februar-Wochenende hatte ich ja eigentlich geplant an den Bodensee zu fahren. Das hat Freitag nicht geklappt und auch für die für den Sonntag geplante Fahrt mit Rolf fiel der See aufgrund von Nebel aus dem Kreis der Kandidaten.

"Kandidaten" ist ein gutes Stichwort: Nach abgegebener Bundestagsstimme rollte ich mein Boot von Zuhause zum Bootshaus und traf mich mit Rolf, der eine ausgeklügelte Planung für die Befahrung der Donau ab Donaueschingen ausgearbeitet hatte.
Teil dieser Planung war die Nutzung der Bahnlinie fürs Umsetzen, was unsere Hinfahrt etwas hektisch gestaltete, wodurch wir aber enorm viel Zeit fürs Paddeln gewannen. 


Die Donau zwischen Donaueschingen und Immendingen ist ein richtig schöner Fluss und beim gestrigen Pegel (um die 80cm) ist die vergleichsweise lange Strecke gut zu bewältigen.
 

Es waren zwei Wehre und eine blödsinnig konstruierte Pegelstelle zu umtragen, was uns wenig Schwierigkeiten bereitete weil wir leichte Boote gewählt hatten und gemeinsam zupacken konnten.
Der winterlich kahle Uferbewuchs ermöglichte weite Blicke in die Landschaft und wir sahen Füchse, Eisvögel (vielleicht) einen Otter, Spuren von Bibern und erfreulich wenig Müll. 

Mit dem Wetter hatten wir weniger Glück: während in Tübingen offenbar die Sonne schien begleitete uns über weite Strecken Nieselregen und gelegentlich leichte Schauer. Wir waren hierfür schlecht ausgerüstet und durchlitten diese Bedingungen mehr oder weniger duldsam.


Am zweiten Wehr vor Geisingen machten wir eine längere Pause. Wir nutzten die Überdachung der Mühlenrampe für unser Vesper und spekulierten über mögliche Wahlresultate.
Schließlich setzten wir die Boote wieder ein und paddelten weiter bis wir die Pegelmeßstelle kurz hinter der Autobahnbrücke erreichten. Frühzeitig stiegen wir aus und besichtigten den Schwall.
Im Sommer wären wir ihn vielleicht gepaddelt, aber heute wollten wir nicht nass werden. Also umtrugen wir die Boote eine ziemlich lange Strecke und setzten sie an einer unwegsamen Böschung wieder ein,

Schließlich erreichten wir - nachdem wir unter einer überdachten Holzbrücke hindurch gepaddelt waren - Immendingen. Dort wählten wir eine linksseitig gelegene Aussatzstelle. Rolf machte sich auf den Weg zum Bahnhof wo das Auto stand (weil morgens die Zeit knapp war) und ich trug die leichten Boote auf einem Fußweg zu einer Stelle, die mit dem Auto (nach einer kleinen Stadtrundfahrt) erreichbar war. Wir luden sie auf, verstauten unseren Krempel und setzten uns nass, wie wir waren, auf die geheizten Autositze und machten uns auf den Heimweg (geöffnete Cafès fanden wir nicht).
Kurz nachdem wir auf die nahe gelegene Autobahn gefahren waren erschien ein blauer Streifen am Horizont und dann fuhren wir im Licht der untergehenden Sonne zurück nach Hause.

Trotz der etwas widrigen Wetterbedingungen bedauern wir diese Fahrt nicht - im Gegenteil. Da haben wir einen "vernachlässigten" Flussabschnitt wieder entdeckt, auf dem wir sicher in absehbarer Zeit wieder paddeln werden. 

Montag, 16. Oktober 2023

Riedlingen - Rechtenstein


Sonntag fand nun die jährliche Riedlingen-Rechtenstein-Fahrt statt. Das Wetter hatte sich zum Wochenende hin abgekühlt. Den Samstag über hatte es sogar mal längere Zeit geregnet. Bei trockenem Wetter aber bedecktem Himmel setzten wir die Boote in Riedlingen ein,


Immer wieder blitzte die Sonne durch. Wir waren zu fünft, zwei Kajaks und drei Canadier. Gleich zu Anfang galt es zwei seichte Passagen zu überwinden. Danach wurde der Fluss tiefer, das am Wehr abgeleitete Wasser kam wieder dazu und die Strömung beschleunigte sich.
In Zwifaltendorf machten wir eine Pause. Eine dunkle Wolke erzeugte Fallwinde und einige Regentropfen fielen während wir unter der Straßenbrücke unsere Vesperbrote aßen und mitgebrachten Tee und Kaffee aus Thermosflaschen schlürften. Dann brachen wir wieder auf.

Wir hatten bereits knapp 10 Kilometer zurückgelegt. Die übrigen sechs führten weiter durch eine bunte Herbstlandschaft. Allmählich (vor allem in der Sonne) wurde es auch etwas wärmer. Zahlloses Federvieh bewegte sich auf und am Wasser.
Herbstlaub trieb auf dem Fluss aber das kleine leichte Boot mit den flachen Steven schob es einfach unter sich, so dass sich keine lästigen Laubansammlungen vor dem Bug bildeten.
Nach einiger Zeit erreichten wir die Mündung der Braunsel, in die wir - wie immer - neugierig hinein schauten. Hinein paddeln darf man ja bedauerlicherweise nicht.

Dann kamen wir nach gut drei Stunden (mit Pause) in Rechtenstein an und stiegen unterschiedlich graziös an dem schmalen Metallsteg aus, der dort installiert worden ist. Er ist nicht wirklich für schmale lange Boote geeignet. Eine Reihe von Uferstufen wäre hilfreicher.
Die Strecke zwischen Riedlingen und Rechtenstein muss ich natürlich auch einmal flussauf paddeln. Nach meinem gerade abgeschlossenen Donau-Projekt erschien es mir fast wie Schummeln nur flussab zu fahren. Sollte ich diesen Abschnitt hinauf paddeln muss ich das allerdings in mindestens zwei - eher drei Abschnitten machen. Von Rechtenstein nach Zwifaltendorf sind es sechs Kilometer. Die sind zu bewältigen. Der Abschnitt darüber ist für eine Fahrt aber zu lang. Vermutlich sollte ich bis Daugendorf paddeln und dann nochmal bis Riedlingen.


Dorthin fuhren wir jetzt mit den beladenen Autos um zum dritten Auto zu kommen und um im Café "Stadtgespräch" Kaffee und Kuchen zu uns zu nehmen. Es war eine nette Runde, wir plauderten und planten weitere Fahrten. Schließlich traten wir noch bei Tageslicht den Heimweg an.