Da mich schon der Hinweg an Kehlheim vorbei geführt hat, wo ich
zuletzt 2019 war, machte ich beim dortigen Kanuklub Halt und setzte das Boot nochmal ins Wasser. Langsam, mühsam und gelegentlich leichtgradig verzweifelt paddelte ich gegen die Strömung an.
Der Pegel der Donau war so neidrig, dass die Ausflugdampfer auf halbem Weg zum Kloster Weltenburg wieder umkehrten. Offenbar wurde den Tourist:innen lediglich aus der Distanz der Donaudurchbruch mit seinen imposanten Felsen gezeigt.
Ich kämpfte mich tapfer immer näher an diese Felsen heran. Es war warm. Das Wasser war - wie mir entgegen kommende Schwimmerinnen und Schwimmer bestätigten auch warm und wenig erfrischend. Dennoch hatten sie alle jede Menge Spaß.
Je näher ich dem Kloster kam, desto mehr Spaß hatte ich auch. Die wirklich schwierigen Stellen lagen hinter mir, die eine oder andere Fehlentscheidung bei der Routenwahl konnte ich korrigieren.
Ich erreichte das Kloster, legte das Boot ab und studierte eingehend die Speisekarte des Biergartens im Innenhof. Darauf fand sich nichts, was ich wirklich gereizt hätte. Ich verließ das Kloster wieder.
Ich paddelte noch ein paar Meter weiter hinauf und kam vorbei an den Ruderkähnen des Biberacher Wieland-Gymnasiums dessen neunte Klasse eine mehrtägige Donaufahrt unternahm. Alle Achtung! Sie bereiteten auch außerhalb der Klostermauern eine Mahlzeit zu und wirkten recht vergnügt.
Vergnügt wirkten auch die vielen Schwimmerinnen und Schwimmer, die sich den Fluss hinab spülen ließen. Einige entwickelten dabei so einen Lärmpegel, dass ich zügig an ihnen vorbei paddelte. Dass diese Vergnügungen immer mit Alkoholgenuß einher gehen müssen finde ich - angesichts der unweigerlichen Begleiterscheinungen - sehr unerfreulich.
Bei der Rückfahrt kam die Befreiungshalle in Sicht - ein monumentaler Kuppelbau, der den Sieg über Napoleon versinnbildlicht. Aus der Distanz ist das ganz nett anzusehen.
Dunkle Wolken zogen jetzt übers Land und erste Regentropfen fielen. Ich machte noch einen Abstecher an die Kletterfelsen im Altmühltal (nicht ohne Kaffee und Kuchenstop in einem netten Lokal am Fluss), aber als mich auch dort ein Wolkenbruch von weiteren Aktivitäten abhielt beschloss ich mich auf den Heimweg zu machen.
Die vielen Paddelaktivitäten hatten mich etwas ausgelaugt, Zuhause lockte das Sofa (und ein neues Fahrrad) sowie eine wichtige Warenlieferung. Diese Dinge wurden nun zwei Tage lang ausgiebig genutzt und jetzt mache ich wieder Pläne für weitere Paddeleskapaden.
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