Samstag, 4. Juli 2026

Höllensteinsee am Samstagmorgen

 
Am anderen Morgen brach ich in aller Frühe (es war 6:00 Uhr und für meine Verhältnisse gar nicht so entsetzlich früh) zu einer Fahrt auf dem Höllensteinsee auf. Nebelschwaden lagen noch über der glasklaren Wasserfläche.

Vor der luxuriösen Unterkunft der bayerischen Wasserwacht begegnete mir ein tiefenentspannter Bieber, der seelenruhig vor dem Boot vorbei schwamm. Ich bog hinter dem Kletterfelsen am linken Ufer in die Mündung des Höllensteiner Bachs ein und erkundete die wildverwunschene kleine Klamm. Dann paddelte ich weiter über den See in Richtung Viechtach. Mein Weg führte mich vorbei an einer allein gelegenen obszönen Blockhüttenvilla direkt am Seeufer deren Anblick mein Vertrauen in die genehmigenden bayerischen Baubehörden nachhaltig erschüttert hat.

Weiter ging es vorbei am langsam wach werdenden Campingplatz auf dem aus martialischen Campingmobilen in Tarnfarben etwas übergewichtige verschlafene Männer (ebenfalls in Tarnfarben) heraus kletterten um sich auf Elektroroller zu schwingen und darauf zum Brötchenholen zum Campingplatzladen zu gleiten.


Ich paddelte weiter bis zur Umtragestelle an der Rugenmühle, umtrug das Boot sogar, beschloss aber nicht weiter nach Viechtach zu fahren sondern umzukehren und zurück zum Wehr zu paddeln. Dort kam ich nach etwas über drei Stunden an und nahm ein Frühstück zu mir.


Anschließend lümmelte ich noch eine Weil im Auto herum und sah den ersten Leihbootfahrer:innen zu, die laut polternd die ersten Meter auf dem Blaibacher See paddelten und sich an ihre schweren PE-Boote gewöhnten. Sie würden an diesem Tag viel Spaß haben und ihn in freudiger Erinnerung behalten. Ich habe andere Vorstellungen von Spaß und behalte die frühe Paddeltour ebenfalls in guter Erinnerung.
Schließlich brach ich im Auto Richtung Viechtach auf wo ich am Nachmittag noch den "fehlenden Abschnitt" des Schwarzen Regens paddeln sollte. Aber davon berichte ich im nächsten Eintrag.

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