Montag, 31. August 2026

Paddeln bei Tageslicht

Die nächtlichen Fahrten nehmen allmählich ein Ende weil es mittlerweile zu spät hell wird, so dass ich meine üblichen Arbeitszeiten im Homeoffice nicht einhalten könnte, wenn ich die Morgendämmerung auf dem Wasser erleben will. Stattdessen bemühe ich mich jetzt im Lauf des Vormittags mal für anderthalb Stunden vom Schreibtisch weg zu kommen und eine Neckarinselrunde zu paddeln. Das gelingt nicht immer. Es sind Telefongespräche, spontan aufkommende Aufgaben oder auch Trägheit, die mit zwei Stunden Bürostuhlhocken einhergeht, meine Paddelumtriebe vereiteln.
Die Nachfahrten haben ja gewissermaßen überhand genommen und ich werde sie vorerst nicht vermissen. Später im Jahr - wenn ich wieder nachmittags paddele - werden Abenddämmerungsfahrten überhand nehmen. Dem sehe ich schon mit gemischten Gefühlen entgegen. Es ist jetzt schon so, dass die untergehende Sonne die Sicht nach vorne beeinträchtigt. Aber das ist Klagen auf hohem Niveau.
Ähnlich ist das mit all dem Laub, das jetzt schon auf und knapp unter der Wasseroberfläche treibt. Die Trockenheit hat dafür gesorgt, das die Bäume vorzeitig LAub abwerfen.

Vielfach ist sogar schon eine Herbstfärbung der Baumkronen wahrnehmbar. Beim Paddeln wirkt sich das in meinem schnellen Boot so aus, dass sich Laub vor dem Bug ansammelt und eine lästig plätschernde Bugwelle erzeugt.
Es ist nicht nur akustisch sondern auch physisch wahrnehmbar, dass sich da Widerstand aufbaut und das Boot gleitet nicht mehr so geschmeidig durchs Wasser, wie ich es gewohnt bin. Das nervt!

Ich werde in nächster Zeit auf den viel zu selten genutzten kleinen Elan umsteigen. Der fühlt sich fast genauso schnell wie der Advantage an, ist weniger aber eben auch schwerer. Die wenigen Kilo mehr, die er auf die Waage und auf meine Schulter bringt, wenn ich ihn vom Bootshaus zum Steg und zurück trage, machen sich bemerkbar. Ich bin diesbezüglich erheblich weniger belastbar als früher. Das ist eine Alterserscheinung. Ich werde früher oder später einen klappbaren Bootswagen einsetzen. Denn liegenlassen kann ich den Bootswagen am Anleger nicht.
Möglicherweise kann ich ihn irgendwo da unten anketten (und/oder eine Vorrichtung dafür am Steg anschrauben - darüber muss ich mir mal Gedanken machen). 
Die ausgedehnten Tagesfahrten auf Gewässer in der Umgebung haben in diesem Jahr nicht stattgefunden. Ich bin schon wegen der Fahrtkosten diesbezüglich zurückhaltender. Und auch wenn gilt, dass man niemals den selben Fluss paddelt, ist es doch so, dass man immer das gleiche Ufer sieht. Und ich kenne im näheren Umfeld eigentlich alle paddelbaren Strecken in und auswendig.
So konzentriere ich mich weiterhin auf beständiges Neckartraining. In dieser Monatshälfte sind 10 Fahrten zusammen gekommen. Ich hoffe, dass ich diese Rate so lange wie möglich beibehalten kann. 

Samstag, 15. August 2026

Mitte August

An den Tagen, an denen ich frühmorgens unterwegs bin (und davon gab es in dieser Monatshälfte 13 Tage) entstehen fast immer die gleichen Bilder. Erst (das rechte Bild) eine Aufnahme vor dem Start, dann irgendwo unterwegs - z.B. ein Bild der Tübinger Neckarfront - und dann noch ein Bild des Boots am Anleger bei Fahrtende (das linke Bild). Erkennbar ist, dass es inzwischen später hell wird und die Bilder dunkler sind.


Aber auch bei Tageslicht war ich einmal mit dem kleinen grünen Boot unterwegs (was die Summe der Fahrten auf 14 erhöht - es gab also nur einen Tag, an dem ich nicht auf dem Wasser war).
Und ich erreichte den Anleger auch mal bei mehr Tageslicht wenn ich mir mehr Zeit ließ. Das tue ich letzthin weil ich Überstunden abbauen muss, was ich am frühen Vormittag mache, wenn man sich noch draußen bewegen kann. Am Nachmittag kann man das dieser Tage eher nicht. Die Hitze macht mir zu schaffen und ich sehe fast freudig "schlechtem Wetter" entgegen, das für die kommende Woche angekündigt wurde.


Ich paddele also gewöhnlich im Dunkeln flussab, erschrecke mich, wenn ich über eine dieser Algenansammlungen rutsche, erreiche nach ca. 12 Minuten die Neckarbrücke und nach ein paar weiteren den Anleger der Stocherkähne. Dort mache ich dann mein Boot an einem Kahn fest, klettere über den Kahn ans Ufer und setze mich oben an der Böschung auf die Bank. Von da aus sehe ich zu, wie das Licht allmählich heller wird, am gegenüber liegenden Ufer die Busse vorbei rumpeln und die Tageszeitung ausgetragen wird und dann mache ich mich wieder auf zur Fahrt flussauf.

Das ist angesichts der geringen Strömung nicht anstrengender als die Flussabfahrt. Tatsächlich fühlt es sich fast schneller an weil ich in der Regel den schmaleren Neckararm wähle, in dem das nahe Ufer schneller vorbei zu gleiten scheint. Selten wähle ich nochmal die Neckarfront, an der ich quasi ausnahmslos schon auf der Fahrt flussab vorbei gepaddelt bin.