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Mittwoch, 30. September 2026

Paddeln im September

Um es gleich vorweg zu nehmen: Es ist eine gewisse "Sättigung" eingetreten und ich beschäftige mich sportlich gegenwärtig mehr mit angeleitetem Reha-Sport (im Rahmen eines Programms der Rentenversicherung) und... 

...viel Fahrradfahren. Dies auch weil ein neues Fahrrad "eingezogen" ist das trotz seiner Länge nicht für den Transport von Booten geeignet ist. Aber ich lerne, dass "Länge läuft" nicht nur für Kanus gilt.


Aufgrund des vielen Laubs auf der Wasseroberfläche (ich habe schon häufig beklagt, dass sich das vor dem Bug des Advantage ansammelt) paddele ich zunehmend im Elan, der weniger Laub vor sich her schiebt.

An einem Tag war ich mit Rolf unterwegs und wir haben kurz vor dem Stadtwehr angelegt um auf einem Bänkchen zu plaudern. Dabei sind ein paar nette Bilder vor dramatischem Wolken-hintergrund entstanden.


Sonst ärgere ich mich fortwährend und lautstark über die Achtlosigkeit der Paddelfreund:innen und laufe Gefahr das Image eines Bootshaus- und -geländepolizisten zu bekommen.

Um "wieder runter zu kommen" genieße ich die Ruhe auf dem Fluss indem ich zu Randzeiten paddele, in denen auch die Enten Entspannung auf den Heckflächen der Stocherkähne erleben.


Ich erfreue mich an den immer gleichen Motiven, die sich allenfalls durch Wetter und Bewölkung unterscheiden (letztere wird immer wieder durch die Software meines Handys dramatisiert - und ich weiß das zu schätzen).


Mittwochs findet das Treffen der Langbootpaddler:innen statt und Rolf und ich mogeln uns in unseren langen Booten dazwischen obwohl mit dieser Kategorie vornehmlich Seekajaks angesprochen sind.


Für die Statistik: Es waren neun Neckarinselrunden im September. Das kann nicht als "Planerfüllung" verbucht werden. Grundsätzlich nehm ich mir vor mindestens jeden dritten Tag aufs Wasser zu kommen. Mal sehen, ob das im Oktober klappt.

Samstag, 15. August 2026

Mitte August

An den Tagen, an denen ich frühmorgens unterwegs bin (und davon gab es in dieser Monatshälfte 13 Tage) entstehen fast immer die gleichen Bilder. Erst (das rechte Bild) eine Aufnahme vor dem Start, dann irgendwo unterwegs - z.B. ein Bild der Tübinger Neckarfront - und dann noch ein Bild des Boots am Anleger bei Fahrtende (das linke Bild). Erkennbar ist, dass es inzwischen später hell wird und die Bilder dunkler sind.


Aber auch bei Tageslicht war ich einmal mit dem kleinen grünen Boot unterwegs (was die Summe der Fahrten auf 14 erhöht - es gab also nur einen Tag, an dem ich nicht auf dem Wasser war).
Und ich erreichte den Anleger auch mal bei mehr Tageslicht wenn ich mir mehr Zeit ließ. Das tue ich letzthin weil ich Überstunden abbauen muss, was ich am frühen Vormittag mache, wenn man sich noch draußen bewegen kann. Am Nachmittag kann man das dieser Tage eher nicht. Die Hitze macht mir zu schaffen und ich sehe fast freudig "schlechtem Wetter" entgegen, das für die kommende Woche angekündigt wurde.


Ich paddele also gewöhnlich im Dunkeln flussab, erschrecke mich, wenn ich über eine dieser Algenansammlungen rutsche, erreiche nach ca. 12 Minuten die Neckarbrücke und nach ein paar weiteren den Anleger der Stocherkähne. Dort mache ich dann mein Boot an einem Kahn fest, klettere über den Kahn ans Ufer und setze mich oben an der Böschung auf die Bank. Von da aus sehe ich zu, wie das Licht allmählich heller wird, am gegenüber liegenden Ufer die Busse vorbei rumpeln und die Tageszeitung ausgetragen wird und dann mache ich mich wieder auf zur Fahrt flussauf.

Das ist angesichts der geringen Strömung nicht anstrengender als die Flussabfahrt. Tatsächlich fühlt es sich fast schneller an weil ich in der Regel den schmaleren Neckararm wähle, in dem das nahe Ufer schneller vorbei zu gleiten scheint. Selten wähle ich nochmal die Neckarfront, an der ich quasi ausnahmslos schon auf der Fahrt flussab vorbei gepaddelt bin.


Freitag, 31. Juli 2026

Juliende

 
Die frühmorgendlichen Fahrten in der zweiten Julihälfte sind von einem gewissen Zeitdruck geprägt. Es wird später hell und ich will nicht in absoluter Dunkelheit paddeln sondern den Sonnenaufgang erleben. Bevorzugt mit einem Himmel, an dem sich die eine oder andere kleine Wolke tummelt.

Wenn der Himmel so glatt und ununterbrochen wie die Wasseroberfläche ist resultieren daraus eher langweilige Bilder, die allenfalls aus ihrem Farbverlauf und dem fast unwirklichen Rosa Reiz gewinnen.
Die eine dazwischen gerückte Tagesfahrt bei lockerer Bewölkung und diese unglückliche Triatlon-Veranstaltung unterbrachen meine Nachtfahrten, die auch in dieser Monatshälfte den Großteil meiner paddlerischen Umtriebe geprägt haben.

In diesen 16 Tagen kam es zu 10 Paddelunternehmungen. Das ist ein akzeptabler Schnitt mit dem ich mich abfinden kann. In Herbst und Winter wird dieser Schnitt wohl nicht zu halten sein. Aber da werde ich auch wieder vermehrt am Tag unterwegs sein.

Vorläufig kultiviere ich Nachtaktivität auf Kosten durchgängigen Wachseins am Tage: Irgendwann - oft schon im Verlauf des Vormittags - übermannt mich die Müdigkeit. Solange ich nicht an meiner Arbeitsstätte bin kann ich dann einfach ein Nickerchen machen.

Das ist altersangemessen und sollte eigentlich auch bei der Arbeit möglich sein. Danach bin ich nämlich wieder fit und erfrischt und voller Tatendrang, der - wenn ich keine Möglichkeit zum Powernapping hatte - doch mehr zu wünschen übrig lässt als mir lieb ist.

Weiterhin ist es so, dass auf diesen moergendlichen Fahrten nichts passiert und das ist auch gut so. Es entstehen die immer gleichen nett anzuschauenden Bilder und ich kann mir auf dem Rückweg Frühstücksbrötchen holen, was ich gelegentlich auch tue.


Die nach folgende Collage stammt vom heutigen Morgen, an dem ich aufgrund der Wärme im T-Shirt paddeln konnte...


...und das letzte Bild vom 22., an dem es morgens mal etwas kälter war.

Montag, 15. Juni 2026

Zwischenbilanz Juni

Abgesehen von den zusammenhängenden fünf Nachtfahrten von denen ich an anderer Stelle schon berichtet habe, war ich weitere sieben Mal auf dem Wasser. Davon waren drei Fahrten weitere Nachtfahrten. An zwei Tagen fanden jeweils zwei Fahrten statt. Ich war richtig aktiv in dieser ersten Monatshälfte.

Meine Paddelmotivation speist sich in erster Linie aus dem guten milden Wetter (obwohl ich an einem Morgen bei leichtem Nieselregen gestartet bin und die Temperaturen nicht immer im zweistelligen Bereich waren).

Dann spielen da natürlich aber auch die Ereignisse rund um das Stocherkahnrennen und meine nächtliche Bergeaktion der sabotierten Kähne hinein, die deutlich machen, dass auch früh morgens auf dem sonst so ruhigen Fluss etwas erlebt werden kann. So auch am Sonntag: Da dümpelten plötzlich jede Menge Blumen auf dem Wasser unterhalb der Tübinger Neckarbrücke. Irgendwelche alkoholisierte Vandalen fanden es erheiternd die Blumen aus den Blumenkästen zu reißen und sie ins Wasser zu werfen. Aber in der Regel sind diese nächtlichen Fahrten wirklich ruhig und entspannend.


Die bei Tageslicht auch (wenn auch auf eine andere Weise).

Donnerstag, 4. Juni 2026

Stocherkahnrennen 2026

Kurz vor Eins war ich wieder am Bootshaus und paddelte hinunter zur Altstadt. Da war erheblich mehr los als am frühen Morgen. Die Kostüme und geschmückten Kähne wurden begutachtet (um später von der "unfehlbaren" Jury prämiert zu werden).


Verschiedene Gruppen nutzten diese von Burschenschaftstraditionen geprägte Veranstaltung um auf Minderheitenrechte und fairen Umgang hin zu weisen, aber es gab auch höchst unpolitische Themenkostüme.


Mir war beim Hinabpaddeln die Mannschaft in Kahn 54 begegnet, den ich heute Morgen noch halb versenkt an der Jugendherberge gesichert hatte. Sie berichteten, dass jemand sogar zwei Löcher in den Kahn gebohrt hatte. Auch ein Beitrag zum Thema "fairer Umgang miteinander" und zu alles andere als fairen Burschenschaftstraditionen.

Dann bewegten sich die Kähne langsam zur Startlinie an der Fußgänger:innenbrücke beim Freibad. Ich paddelte auch hinauf und platzierte mich an der Spitze der Neckarinsel, am "Bügeleisen".

Kurz nach dem Startschuß rauschte auch schon der erste Kahn mit viel Abstand vor allen anderen an mir vorbei. Ich paddelte jetzt auch gemütlich flussab und ließ mich von nachfolgenden Kähnen überholen.

Die ersten Kähne kommen in der Regel unschwer durchs Nadelöhr. So auch die ersten beiden. Dem zweiten gelang es den vorauseilenden ersten Kahn anschließend zu überholen. 

Ich sah mir das Gerangel am Nadelöhr nicht an sondern paddelte - wie zuletzt vor drei Jahren - mit den ersten Kähnen, die jetzt erheblich langsamer gegen die Strömung ankämpften - zur Ziellinie. Sie (und ich) wurden von allen Seiten lautstark angefeuert.

Mein besonderes Interesse galt ja den beiden Kähnen (13 und 54), die ich noch am Morgen geborgen und vor dem (eher unwahrscheinlichen) "Zerschellen" am Stadtwehr gerettet hatte. 
Sie errangen passable Plätze im vorderen Mittelfeld, müssen also erfreulicherweise weder Bier noch Lebertran zu sich nehmen (wenn sie sich keinen Regelverstoß zuschulden kommen ließen).

Dann fand ich, dass das Stocherkahnrennen genug von diesem Tag eingenommen hatte, verzichtete auf die Siegerehrung und paddelte zurück zum Bootshaus. Auf dem Heimweg gönnte ich mir noch ein Stück Apfelkuchen, er inzwischen auch schon verzehrt ist.

Donnerstag, 14. Mai 2026

Mitte Mai


Wie in den vergangenen Monaten gibts zur Monatsmitte eine kleine Bilanz meiner Paddelunternehmungen. Da ich ja penibel Beweisfotos sammele habe ich mich diesmal dafür entschieden, jede Fahrt mit einer Collage zu dokumentieren. Die Bilder oben stammen von der Neckarinselrunde am Tag der Arbeit. Die Bilder unten von einer Paddelunternehmung am darauffolgenden Tag, auf deren Details ich nicht eingehen werde.


Das hat damit zu tun, dass ich mir bei dieser Fahrt streng genommen zwei Ordnungswid-rigkeiten zuschulden kommen ließ, die ich aus Unkenntnis begangen habe. Diese Unkenntnis ist grundsätzlich schon mal peinlich. 

Ich mache natürlich häufig Bilder von den gleichen Motiven aus sehr ähnlichen Perspektiven. Trotzdem schaue ich sie mir immer wieder gerne an weil unsere kleine Unistadt eben bei fast allen Wetterbedingungen ganz ansehnlich ist.

Bei der Fahrt am 7. Mai ist mir die Kanu-AG des Wildermuth-Gymnasiums begegnet und ich habe eine frisch geschlüpfte Libelle - Ton in Ton mit dem alten Kletterseil, das einen Stocherkahn an seinem Platz hält - beobachtet. Am nächsten Tag war die Libelle weg, und die leere Hülle ihrer letzten Lebensphase klebte noch am Seil (siehe unten).


Bei manchen Fahrten ändert sich das Wetter unterwegs und ich habe stets eine Regenjacke dabei. Die war am 9. Mai nicht erforderlich weil sich das Wetter zum Besseren wandelte. Aber auch der bedeckte Himmel ganz zu Anfang war durchaus imposant. Die Software in der Handykamera hebt die Wolkenstruktur etwas übertrieben hervor.

Am Tag drauf wollte ich mal Erdmanns Osprey ausprobieren, bin aber nach kurzer Strecke wieder umgekehrt weil der Sitz in dem Boot für meine Bedürfnisse viel zu niedrig montiert ist. Ich würde ihn um mindestens zwei Zentimeter anheben. Das erschwert zwar die Balance im Boot, aber es erleichtert das Knien für Leute mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit.

Montag drauf bin ich nach der mittäglichen Paddeltour (in der Mittagspause des Home-Office) am späten Nachmittag noch einmal zum Bootshaus gefahren um die Paddelhalterung im Elan auszutauschen. Die Paddelhalter, die ich zuerst montiert hatte waren zu schwach, so dass das Paddel häufig heraus gerutscht ist. Ich fürchte jetzt habe ich sehr straffe Halterungen montiert, die mir auch gewisse Probleme bereiten werden. Ein heftiger Regenschauer setzte während der Arbeit ein, aber ich behindere ja niemanden wenn ich mich am Bootshaus so breit mache. Es ist ohnehin fast nie jemand da.

Heute nun habe ich eine weitere eher unspektakuläre Paddelrunde vollzogen und bei der Rückkehr die Hinterlassenschaften der Nilgänse, die an unserem Anleger lauern, umzirkelt. Unser famoser Bürgermeister will diese Gänse dezimieren weil sie heimische Arten verdrängten. Ausnahmsweise stimme ich ihm bei seinen Plänen zu. Ich würde sie aber auch auf Schwäne ausweiten, bei denen es sich auch um Nichtheimische Tierarten handelt und die höchst aggressiv ihre Reviere verteidigen. Bei den Nilgänsen gehts mir in erster Linie um den Dreck, den sie machen.