Sonntag, 11. November 2018

Wasserkontakt

Nachdem Mittags doch die Sonne herausgekommen war wiederholten sich die Ereignisse des Vortags - mit dem kleinen Unterschied, dass nicht nur weiterer Sonnenschein ausblieb, sondern dass es noch dazu regnete. Gleich nachdem ich am Bootshaus angekommen war und das Boot heraus geholt hatte schauerte es erstmal.

Ich legte es hochkant auf die Böcke damit der Sitz trocken blieb und schlug ein wenig Zeit tot. Zwischenzeitlich dachte ich mir auch, "jetzt ist das Boot nass geworden, dass ist fast so gut wie paddeln", dann fasste ich aber doch noch den Entschluss es in den Neckar zu setzen.

Ich paddelte flussaufwärts um - bei weiteren Schauern - schnell wieder zurück am Bootshaus sein zu können. Tatsächlich fing es wieder an zu regnen - aber nie so intensiv, dass ich das Bedürfnis bekommen hätte zurück zu hetzen. Ich wurde ein wenig nass. Das war nicht weiter schlimm.


Unter einem Baum, der doch noch einige wenige Blätter hatte fand ich Schutz. Dann paddelte ich weiter bis hinauf zur rauen Rampe und schließlich suchte ich das große Kehrwasser unterhalb nach Tennisbällen und anderen Fundsachen ab, die zwischen allerlei Scheußlichkeiten im Wasser dümpeln.

Der Hund, der diese Fundsachen zu schätzen wußte ist zwar nicht mehr am Leben, aber ich kann diese Bälle ja nicht einfach so liegen lassen.


Auch nicht die Badewannenente, die im gleichen Kehrwasser dümpelte. Ich nahm sie mit und paddelte wieder zurück zum Bootshaus.


Samstag, 10. November 2018

Herbstrunde

Nachmittag kam mal kurz die Sonne raus und ich radelte flugs zum Bootshaus um aufs Wasser zu kommen. Die Sonne verschwand baldigst, aber die Neckarinselrunde war dennoch ganz nett. Wir Paddler haben den Fluss jetzt wieder für uns alleine. Ein einziger Stocherkahn war unterwegs (und die Insassen machten Lärm für mehrere Kähne). Am Ufer sind nicht mehr als vielleicht drei Stück vertaut. Es dünnt sich aus. Blätter sind auch nicht mehr besonders viele auf den Bäumen. Dafür immer mal wieder jede Menge auf der Wasseroberfläche und vor dem Bootsbug.


Montag, 5. November 2018

Nebel, Wind, Novemberwetter


Roland hatte die blendende Idee dieses Jahr noch einmal (für mich wars das dritte Mal) die Lauchert zu paddeln und so haben wir uns Sonntag trotz Wind und Nebel (mit der vergeblichen Hoffnung auf ein wenig Sonne) auf den Weg nach Vehringendorf gemacht.


Da wurden die drei Kajaks und drei Canadier - nachdem Klemens und ich die Autos umgesetzt hatten - zu Wasser gelassen. Gemütlich plätscherte die Lauchert - bei ungefähr dem gleichen Pegel wie zuletzt - der Donau entgegen.


Zur Mittagszeit machten wir Rast an einer kleinen Fußgängerbrücke, unter der wir bislang achtlos hindurch gepaddelt sind. Den Rastplatz müssen wir uns aber merken. Er verfügt über eine Bank und ist recht weit weg von der Straße.
Kaffee wurde zubereitet, Thermosflaschen geleert, Vesperbrote vertilgt und Kekse gemampft. Wir hatten es gemütlich (trotz Wind und niedrigen Temperaturen) und es fiel uns fast etwas schwer wieder aufzubrechen. Aber irgendwann mussten wir unseren Rastplatz ja wieder verlassen.


Es ging weiter in den Bereich des "ökologischen Projekts" in dem man laut Beschilderung "auf eigene Gefahr" paddelt (bis dahin übernimmt wohl jemand anders das Risiko). Bäume, die ins Wasser gefällt wurden müssen um- und unterfahren werden.


Das ist an manchen Stellen gar nicht so einfach. Insbesondere längere Boote tun sich hier und da schwer und sollte der Pegel doch mal höher sein müssen Bäume übertragen werden. Diesmal stellte allein die hier abgebildete Schikane ein mittelgroßes Problem dar.

Abgesehen von der engen Durchfahrt hinter dem quer liegenden mächtigen Baum liegen noch weitere kleinere Bäume knapp unter der Wasseroberfläche. Sie geben nicht nach und man muss sein Boot über sie hinweg schieben.


Schließlich kamen wir ins Bittelschießer Täle wo wir - anders als bei den letzten Malen - nicht ausstiegen sondern schnurrstraks weiter fuhren. Die Wildwasserboote wählten das kleine Wehr, wir in den Tourencanadiern paddelten den Mühlkanal.


Die nachfolgende - vom Algorythmus erstellte Collage - zeigt Robert und Julia bei der rasanten Abfahrt durch den Mühlkanal.


Ganz am Ende der Fahrt in Bingen ließ Klemens es sich nicht nehmen noch die kleine Stufe unterhalb der Aussatzstelle hinunter zu fahren. Er musste sein Boot dann ein wenig weiter rauszerren als wir, die wir die vorgesehene Bootstreppe nahmen.


Dann machten wir uns noch einmal auf den Weg nach Vehringendorf um das dort abgestellte Auto abzuholen, beluden unsere Vehikel und tuckerten gemütlich in der einsetzenden Dämmerung zurück nach Tübingen.

Daselbst wurden die Boote verstaut und dann entschieden wir uns noch im Weilheimer Kneiple etwas zu uns zu nehmen. Es war lecker, es wurde viel geplaudert, die Fahrt wurde als sehr gelungene Unternehmung bewertet.

Leider stießen ja die Wanderfahrten, die Rolf und ich dieses Jahr angeboten haben, auf weniger Resonanz als erwartet. Auch unsererseits mussten wir die eine oder andere leider ausfallen lassen. Sie werden jetzt im November geplant und wenn der Zeitpunkt ihrer Realisierung näher rückt erwachsen Konkurrenztermine, die manchmal wichtiger sind. Das sorgt für Frust bei Anbietern und Teilnehmern. Dem Frust will ich mich nicht länger aussetzen. Ich verzichte künftig darauf Fahrten im Programm anzubieten. Ad-hoc-Fahrten wie diese hier sind erheblich unkomplizierter.

Freitag, 2. November 2018

Feiertagswetter


Nach einer längeren Motorradrunde während der ich an zwei Allerheiligenprozessionen (leise) vorbei getuckert bin und allerlei zugeparkte Friedhofsparkplätze gesehen habe, bin ich nochmal aufs Wasser gegangen. Das fühlte sich etwas zähflüssig an.

Diese Empfindung hat sicherlich mit meinem schlechten Trainingsstand zu tun. Ich muss wieder mehr paddeln. Abzuwarten bleibt, ob die herbstliche Wetterentwicklung diesen Vorsatz fördert oder vereitelt.

Montag, 22. Oktober 2018

Wetterglück

Eine weitere der zahlreichen Wanderfahrten, die Rolf und ich in diesem Jahr angeboten haben, kam zustande. Das kann man nicht von allen sagen, denn die eine oder andere fiel aus. Teils aufgrund von Terminproblemen (sie werden Anfang November ins nächste Jahresprogramm gestellt), teils aber auch aufgrund weniger bis keiner Anmeldungen.

Diesmal drohte die Fahrt fast am niedrigen Pegel zu scheitern. Für den ist das blendende Wetter, das wir seit Wochen haben, verantwortlich, Das läd wiederum zu Paddelunternehmungen ein. Ein Antagonismus, der sich schwerlich auflösen lässt.

Acht Paddelwillige fanden sich gestern zur Fahrt auf der Donau von Riedlingen nach Rechtenstein. Wir waren in sieben Booten unterwegs. Der Pegel war wirklich kläglich, aber es kam nur zu gelegentlichen Grundberührungen. Anfangs hatten wir Gegenwind.

Wir waren nicht allein auf dem Flussabschnitt. Die Esslinger Paddler (zumindest einer der beiden dort ansässigen Vereine) hielten ihre Saisonabschlussfahrt ebendort ab. Neidvoll sahen wir ihnen beim feierlichen Umtrunk an der Einsatzstelle zu und erwägen nun doch schon vor dem 31.12. einen Saisonabschluss zu zelebrieren)


Unser Umtrunk auf einer trockengefallenen Kiesbank fiel etwas weniger mondän aus. Wir machten dort - ziemlich auf der Mitte der gut 16 Kilometer langen Strecke - eine kleine Mittagspause. Kaffee wurde diesmal keiner gekocht. Das wurde als Verfall der Sitten getadelt und ich gelobe Besserung. Nächstes Mal kommt der Kaffeekocher wieder mit.


Bei strahlendem Sonnenschein ging die Fahrt weiter - vorbei an Zwifaltendorf und dann weg von der Straße Richtung Rechtenstein. Die Donau fließt hier durch ein bewaldetes Tal. Vorher ging es über freies Land - da sah man nur die Uferböschung.

Gelegentlich ragten nun auch hohe Felswände auf. Die eindrucksvollsten befinden sich bei der Braunselmündung kurz vor Ende der Fahrt. Dort ragen sie 20 bis 30 Meter hoch. Das wenige Wasser war klar und floss mitunter erfreulich flott.

Nach ca. drei Stunden kam dann Rechtenstein in Sicht. Wir setzten am dafür vorgesehenen Steg aus, wuchteten die Boote zu den Autos, holten flugs das Rückholauto weil es einen wichtigen Schlüssel beinhaltete und fuhren anschließend nach Zwifalten.


Dort gab es zum Abschluss der Fahrt noch Kaffee und Kuchen, wie es sich für einen netten Sonntagsausflug gehört. Erst bei Einbruch der Dämmerung waren wir wieder in Tübingen.

Donnerstag, 18. Oktober 2018

Zwischenlager


Mein "neues" Wrack lagert nicht mehr am Bootshaus. Es ist eingermaßen trocken und ich habe es im Auto (da passt es gerade mal so rein) nach Hause gebracht und an unserer Veranda aufgehängt. Da blockiert es jetzt zwar ein Fenster, aber ewig soll es da ja auch nicht hängen.

Sobald es wirklich durchgetrocknet ist werde ich den übrigen Algenbewuchs mit Hilfe einer rotierenden Nylonbürste am Akkuschrauber entfernen (die verrottenden Algen müffeln gegenwärtig ein wenig). Vermutlich werde ich dann ein paar Hilfsstreben einschrauben und gewissermaßen Süllränder anfügen.

Was dann daraus wird muss sich noch zeigen. Mir schwirren unterschiedliche Ideen durch den Kopf.

Montag, 15. Oktober 2018

Blattsalat

Nach Feierabend (Montags zur Zeit früher) habe ich mir das gestern geborgene Wrack noch einmal genauer angesehen und es einer groben Reinigung unterzogen damit alle lockeren Ablagerungen darauf abgerubbelt werden. Es ist offenbar schon sehr lange unter Wasser gelegen,
so dass die ehemals glatte Oberfläche inzwischen rau geworden ist. Zudem ist es vielfach gebrochen und ziemlich spröde. Nein ich erwarte kein Verständnis dafür, dass ich so einen Gegenstand faszinierend und erhaltenswert finde. Ich werde es - wenn es trocken ist - abholen.


Anschließend habe ich noch eine kleine Neckarinselrunde gemacht. Seit gestern haben die Bäume massiv Blätter verloren, die nun wie ein Brei auf dem Wasser schwimmen.


Ab und zu fangen sich welche unter dem Bug und behindern den Leichtlauf des Bootes. Dann muss man ein wenig Gewicht nach hinten verlagern damit sie unter das Boot geraten.


Die meisten Blätter stauen sich aus unerfindlichen Gründen (Wind?) vor der "Neckarfront", die mit Abstand am häufigsten fotografiert wird.


Weiter oben - am oberen Ende der Neckarinsel lässt die Blattdichte nach.