Sonntag, 19. Juli 2009

Muddy Waters

Heute waren wir (Klemens, Anita und ich) spontan am Vormittag auf dem Neckar. Wir sind mal wieder (wie so manches Mal) bis zum Kanu-Witt in Oferdingen gepaddelt, haben drei Wehre umtragen. Unter den Wehren waren jeweils nette spritzige Abschnitte, vor den Wehren zog es sich einigermaßen erträglich weil wir aufgrund des Wasserstands wenig Mühe beim Paddeln hatten.
Ich habe massig Bilder gemacht und sie in einem Webalbum abgelegt.

Samstag, 18. Juli 2009

Skateboardpaddeln

Schon vor geraumer Zeit habe ich mir einen kleinen Behelfsbootswagen gebastelt, den ich gestern nun erstmalig ausprobiert habe - für mein kleines Flachbodenboot und den wohlgepflegten glatten Neckaruferweg hat er sich prächtig bewährt. Das Boot gleitet laut surrend hinter einem her wenn man es an der Bugschlaufe festhält. Allerdings muss das Wägelchen wohl zentriert und ordentlich fest gezurrt werden.

Freitag, 17. Juli 2009

Wassersport


Seit heute morgen freue ich mich darauf, dass wir vorhaben die Boote auf Bootswagen zu packen und am proppenvollen Neckar entlang flussaufwärts zu schieben und anschließend unsere beiden Wehre hinunterzupoltern und jedes Kehrwasser und jede Welle, die sich unterwegs finden anzufahren. Beim Bootshaus zur regulären Trainingszeit angekommen kam gerade die unentwegte Kajakjugend zu fünft mit Ute vom Wasser aber von den Erwachsenen tauchten gerade mal Klemens und Anita paddelwillig auf. Und es fing an zu regnen. Heftig.







Wir brachten unsere Boote dennoch zum Rollen, beließen es aber beim ersten Wehr und hielten uns da eine ganze Weile auf. Ich zog mein Böötchen mindestens dreimal wieder hinauf und fuhr dann wieder hinab. Wir surften in den Wellen, übten Seilfähren und Jet-Ferries und hatten massig Spaß. Zum Bildermachen und für kleine Filmchen stieg ich ins brodelnde warme Wasser und irgendwann, ganz gegen Ende, als wir entschieden wieder zurück zum Bootshaus zu paddeln, nahmen wir wahr, dass es ja immer noch regnete. Auf dem Wasser haben wir das gar nicht gemerkt. Trotz anfänglichem Zaudern hat diese Aktion irre Spaß gemacht und ein klein wenig bereue ich es, dass wir die Boote nicht auch bis zum oberen Wehr gerollt haben, wo sicher auch die eine oder andere spannende Welle, hier und da ein Kehrwasser und eventuell sogar auf dem Zwischenstück zwischen den beiden Wehren ab und an ein Minischwall zu finden gewesen wäre.

Dienstag, 14. Juli 2009

Schaukelstudie

Von Klemens habe ich inzwischen die Bilder bekommen, die er gemacht hat als ich durch die Reusswelle gefahren bin. Ganz selbstverliebt habe ich aus der umfänglichen Serie der ersten Abfahrt (es gab zwei) eine kleine 'Schaukelstudie' zusammengestellt.
Bei meiner zweiten Abfahrt, die ich weiter links angelegt habe, um dann ans richtige Ufer zum Rücktransport des Bootes zu den Zelten zu kommen, musste ich aber hinter den Wellen feststellen, dass sich da ein beachtlicher Pilz bildet, der das Boot ziemlich abrupt zum Stillstand bringt. Rolf hat das gefilmt. Bei Sekunde 16/17 kommt der Pilz.

Axel canoeing the Reuss-wave from Toolboxafloat on Vimeo.


Die Surfer erzählten uns, dass der gegenwärtige Pegel (225 km/sec) fürs Surfen eher ungünstig sei - er müsse unter 180 oder über 240 liegen damit die Welle optimal stehe. Der Versuchung selbst mal zu surfen widerstand ich da auf der rechten Seite absehbar war, dass ich kentern würde weil der Einfahrtswinkel notwendig flach ist und es links zu Gedrängel mit den eifrig übenden Surfern gekommen wäre.

Sonntag, 12. Juli 2009

Reuss am Sonntag

Der folgende Morgen unterschied sich nur in Nuancen vom Samstagmorgen. Eine z.B. war einsetzender leichter Nieselregen, der den Wetterbericht, den ich gehört hatte, offenbar ganz anders interpretierte als ich. Wir paddelten trotzdem nach Frühstück und Autoumsetzaktion los. Erneut ging es an der harmlosen rechten Seite der kleinen Insel vorbei diesmal ohne Aufenthalt weiter. Die Spielstellen waren nun bekannt und an der einen oder anderen hielten wir an und surften ein wenig oder beackerten die mehr oder weniger ausgeprägten Kehrwasser.
Wir hatten Spaß (auch wenn Rolf in seinem eher tourenorientierten Raven ab und an etwas sehr forsch voranstürmte - er musste dann doch hin und wieder etwas länger auf uns warten und kam zur Erkenntnis, dass für die Reuss sein Outrage einen etwas höheren Spaßfaktor geboten hätte. Die Erfahrung, dass das Tourenboot mit den Ansprüchen des leichten Wildwassers klar kam entschädigte ihn jedoch für diese Einsicht).
Wir trafen eine Gruppe von vier Schweizer Tandemcandiern wieder, die am Vorabend am Campingplatz vorbei gepaddelt waren. Die Gruppe hatte offenbar am Flussufer biwakiert und setzte nun ihre Fahrt fort. Sie antworteten - als ich sie dreist darob befrug - dass sie das U-Wehr in Bremgarten umtragen hätten. Aber auch sie meinten, dass das eigentlich fahrbar sei. Mit beladenen Tourenbooten hätte ich das allerdings auch nicht ausprobiert.
Diesmal machten wir etwas früher ein Päuschen und nahmen auf einer Sandbank einen kleinen Imbiss zu uns. Inzwischen war es richtig warm geworden und ich verbrachte einige Zeit im Wasser stehend. Sehr erfrischend! Noch erfrischender war das Bad, das wir schließlich in Mellingen nahmen. Genauer die "Bäder". Wir liefen nämlich am Ufer immer wieder bergauf und sprangen ins strömende Wasser um dann weiter unten ins Kehrwasser zu rollen. Eine durchaus sinnvolle Übung, die jedoch ob ihres albernen Erscheinens viel Heiterkeit bei uns, bei den vorbeipaddelnden Schlauchbootbesatzungen und bei den alten Herrschaften im benachbarten Altersheim auslöste. Klemens, der sich von diesem Treiben distanzierte, behauptete, die Pfleger hätten schon mit weißen Kitteln mit allerhand Schnallen daran bereitgestanden. Nichtsdestotrotz hielt er unsere Aktion in kleinen Filmchen fest, die zu gegebener Zeit hier eingestellt werden wollen.


Irgendwann erreichten wir die Aussatzstelle, beluden das Auto erneut auf abenteuerliche Weise und fuhren zurück zu unseren Zelten. Daselbst wurde ein Kaffee aufgesetzt und die Zelte ausgeräumt und abgebaut. Das nahm einige Zeit in Anspruch. Das Auto wurde beladen und war voller als bei der Hinfahrt (was mit einer gewissen Schludrigkeit beim Zusammenpacken erklärt werden kann). Wir tranken unseren Kaffee, packten das restliche Mobiliar und Geschirr zwischen die Lücken des wenig systematisch verstauten Gepäcks, bezahlten den Campingplatz und machten uns auf die Heimreise. Gegen Halbsieben am Abend waren wir am Bootshaus und verstauten die Boote. Dann brachte ich Rolf nach Hause und anschließend fuhr ich heim um zur Freude meiner Familie unser Wohnzimmermobiliar, die Veranda und einen Wäscheständer mit meinem etwas muffigen Camping- und Paddelzubehör zu drapieren.

Samstag, 11. Juli 2009

Reuss am Samstag

Wir standen irgendwann nach 7:00 auf, ich setzte Kaffee auf und machte mich auf den Weg ins malerische Bremgarten wo ich noch am Vorabend einen Bäcker gefunden hatte, der in der gegenwärtigen Ferienzeit (in der Schweiz) Brötchen anbietet. Die verschlangen wir dann auch gleich gemeinsam bevor Klemens und ich die Autos umsetzten (was linksseitig der Reuss in erstaunlich kurzer Zeit zu bewältigen ist). Bei grauem Himmel paddelten wir schließlich auf dem flott strömenden Fluss los. Die Reuss-Insel umfuhren wir vorsichtigerweise rechts, legten unten im Kehrwasser an und sahen den Surfen ein Weilchen bei ihrem wagemutigen Treiben zu (am frühen Morgen schon hatte ich beim Brötchenholen zwei Surferinnen üben gesehen - ein wackeres Völkchen ist das!). Wir legten wieder ab und paddelten den breiten gewundenen Fluss hinab, der auf mich einen eher langweiligen Eindruck machte - vom letzten Mal her erinnerte ich mich an mehr Hindernisse und Herausforderungen. Aber da gab es auch weniger als halb so viel Wasser - entsprechend mehr Hindernisse ragten daraus hervor. Aber das eine oder andere Hindernis fand sich auch im "vollen" Fluss und wir übten hin und wieder etwas surfen und Kehrwassermanöver. Klemens entglitt auch mal ein unflätiges Wort als er mit seinem Paddel mitten in einen Strudel geriet statt das Kehrwasser zu treffen und Rolf war durchaus zufrieden mit dem Fahrverhalten seines vortrefflichen Raven in den hohen Wellen, die ab sich und an im Fluss fanden. Dahinter verbargen sich dann auch häufig flache Pilze, die Heckhebel- und Ziehschlageinsatz im steten Wechsel erforderlich machten.

Nach relativ kurzer Zeit (und nach einem gerade noch rechtzeitigen Päuschen am Ufer) trafen wir an der Aussetzstelle hinter Mellingen ein, beluden das Auto und fuhren langsam und behäbig zurück zu unsrem komfortablen Campingplatz an dem es erst einmal Kaffee und (unterwegs von Rolf erworbene) süße Teilchen gab. Vortrefflich!

Nach dem Kaffeekränzchen schlenderten Rolf und Klemens zum gegenüberliegenden Ufer von wo aus sie meine wagemutige Durchfahrt der Reuss-Welle fotografisch und filmisch festhielten - diese Produkte ihres künstlerischen Schaffens und meines Heldenmuts werde ich später hier dokumentieren.

Später wurde geduscht und - statt sich gleich an die Essenzubereitung zu machen - ein erneuter Gang durch Bremgarten angetreten. Unterwegs beobachteten wir einen Kajakfahrer, der in dem furchterregenden U-Wehr locker spielte und von unserem üblichen Restaurant aus machten wir uns Gedanken über die Möglichkeiten dieses Wehr im Canadier zu bewältigen.

Später am Abend und zurück auf dem Campingplatz wurde der mitgebrachte Salat zubereitet, Nudeln und Soße gekocht und ein lukulisches Mal eingenommen. Das Wetter war immer besser geworden. Der klare Himmel bescherte uns allerdings auch zunehmend Kälte und aus irgendeinem Grund machten sich bei mir zunehmend Kopfschmerzen breit. Bald nach dem Essen und einem Pfefferminztee ging ich ins Bett und schlief die Kopfschmerzen weg.

Freitag, 10. Juli 2009

Fahrt zur Reuss

Gegen 11:30 habe ich Rolf mit dem Wagen abgeholt. Das Auto war zu dem Zeitpunkt schon ansehnlich befüllt und Rolfs Gepäckberge ließen sich gerade noch zu meinen hinzustopfen. Anschließend fuhren wir zum Bootshaus, stapelten obenauf noch die beiden Boote und machten uns auf dem langen Weg nach Bremgarten. Lang war der schon deshalb weil ich die Anschaffung einer Autobahnvignete vermeiden wollte und mich von meinem formidablen Navigationsgerät in der Schweiz durch Freitagnachmittäglich stockenden Verkehr über Land- und Stadtstraßen (Zürich!) führen lassen musste. Der Bremgartener Campingplatz nahm uns willig auf und wir konnten uns die Fläche am Flussufer unter zwei prächtigen Eichen sichern. Dort bauten wir dann unsere Zelte auf. Rolf das große Tentipi, ich mein kleineres Moskosel-Kåtan und für Klemens noch das Tinde 4. So hatten wir für uns drei schließlich Raum, der auch für (nominal) 17 Personen gereiht hätte. Rolf installierte noch - nicht wirklich nötig - aber weil neu und glänzend dann doch wieder- seinen Zeltofen und holte sich im nahen Wald allerhand Totholz um letzteren stetig zu befüllen. Dann fummelten wir noch ein Weilchen an unseren jeweiligen Bootsfittings herum (Steffen hat bei der letzten Fahrt mit meinem Fantasy allerhand an den ursrpünglich prächtig auf mich eingestellten Riemen verstellt...)
Als Klemens eintraf tranken wir noch einen (auf Rolfs Ofen fabrizierten) Kaffee und brachen zu einer kleinen Stadtbesichtigung nach Bremgarten auf. Aus der Besichtigung wurde ein längerer Aufenthalt in der wirklich netten Altstadt, die uns Paddlern ja doch allzu häufig verborgen bleibt. Wir aßen mit Blick auf das furchteinflössende U-Wehr und schlenderten dann zurück zum Campingplatz von dem aus die gegenüberliegende Welle beobachtet werden kann auf der stetig Surfer übten. Die Reuss führte da noch 225 Kubikmeter pro Sekunde was für die Welle als ungünstiger wert gilt - dort werden entweder über 240 oder unter 180 benötigt damit sie richtig "hält".
Am Abend machten wir noch ein kleines Feuerchen in der Feuerkiste (und selbstverständlich in Rolf Ofen) und tranken noch ein Tässchen Tee im großen Zelt. Gegen 23:00 Uhr gingen bei mir die Lichter aus.