Samstag, 22. April 2017

Wechselspiel


Trotz Osterferien wurde Freitagabend "trainiert". Das Wetter war aber auch wirklich einladend. Wir hatten 16 Grad und die Sonne schien warm.

Klemens hatte sich mit Jürgen verabredet um einmal den Renncanadier auszuprobieren, der im Bootshaus an der Decke hängt und eigentlich ausschließlich von Jürgen gepaddelt wird. Das scheint auch so zu bleiben. Klemens macht zwar eine gute Figur in dem Boot aber richtig gut gefallen hat es ihm - glaube ich - nicht.


Umso besser gefiel mir Ruths Ocoee, den ich im Februar fertig gestellt habe. Heute habe ich eine Jungfernfahrt it dem 20 Jahre alten Boot unternommen, das jahrelang in einem dunklen Schuppen sein Dasein fristete.


Es war zwar quasi keinerlei Strömung und der Neckarpegel war entsetzlich niedrig aber man bekam doch einen ganz guten Eindruck vom Fahrverhalten dieses mittelgroßen Wildwasserboots. Klemens probierte es auch noch aus und wir waren uns einig, dass wir damit völlig unverzagt den Vorderrhein paddeln würden.


Mal sehen, wann es endlich mal soweit ist, dass wir wieder aufs Wildwasser kommen. Gegenwärtig herrscht Wassermangel und nicht nur wir sondern auch die Natur wär dringend auf ergiebige Regenfälle angewiesen.

Montag, 17. April 2017

Regenpause

Das lausige Osterwetter, das uns lange benötigten Regen beschert, hat mich bewogen ein wenig Zeit in der Werkstatt zu verbringen und aus dem Plan für das Bootshaus ein grobes Modell zu entwickeln. Noch sieht es aus wie die Behausung für einen Hamster, aber irgendwann soll es Boote beherbergen.

Obwohl die Grundkonstruktion des Bootshauses letztlich aus einem Ständerwerk aus Balken bestehen wird sind es die Seekieferplatten, mit denen es beplankt werden soll, die die Maße bestimmen. Deshalb konnte ich aus Restsperrhölzern und -hartfaserplatten ein 1 : 10 -Modell mit abnehmbarem Dach zusammenschustern.



Die Türe ist extrabreit (125 cm) aber doch nicht ganz so hoch, wie ich sie gerne hätte. Man sollte ja mit einem geschulterten Boot hineingehen können ohne dabei zu sehr in die Knie zu gehen. Daran muss ich noch ein wenig herum tüfteln

Links werden die langen Boote so abgelagert, dass ihre Spitzen bis ins schmale Ende des Schuppens ragen. Die Innenlänge dürfte bei ca. sechs Metern liegen. Das ist üppig und reicht sogar für 18'-Boote. Meine beiden längsten Boote messen 17'6".

Rechts lagern dann die kürzeren Boote, die z.T. gerade mal drei Meter messen. Da die Ablageholme (es handelt sich um Gerüststangenreste, die durch Löcher in den Tragbalken geführt werden) einen Abstand on 2,5 Metern haben geht das gerade noch. Wenn ihre Enden ins vordere rechte Eck gerückt werden besteht keinerlei Kollisiongefahr mit den langen Booten (das schmale Ende ist 125 cm breit - da passen auch zwei Bootsspitzen nebeneinander).


In den Schuppen passen also mindestens acht Boote und auf der langen Seite ganz oben auch noch weitere Materialien (Holzstangen, Bretter, Balken). Außen können noch einmal vier Boote oder weiteres weniger wertvolles Material temporär oder auch dauerhaft gelagert werden weil die Bootsträger auf der langen Seite durch gesteckt werden. Auf der kurzen Seite verzichte ich auf die Außenlagermöglichkeit. Die kurze Lagerseite ist auch gerade mal zwei Meter hoch. Das ist die lange am schmalen Ende auch. Links neben der Türe erreicht der Schuppen eine Höhe von 2,75 m.


Sonntag, 16. April 2017

Paddelpause

Jetzt sind weitere 14 Tage ins Land gegangen, in denen ich nicht gepaddelt bin. Es lässt sich nicht länger verleugnen: wie bei vielen meiner Paddelkumpane nehme ich auch bei mir gerade eine Interessensverlagerung wahr. Ob es nun der Segelsport ist, die neue Beziehung im Süden der Republik oder gar die in der Nachbarrepublik, die Nebenerwerbslandwirtschaft oder das nie fertig werdende Eigenheim: die Paddelfreunde finden immer seltener Zeit zum gemeinsamen Paddeln und scheinen es gar nicht so sehr zu vermissen. Jeder macht eben sein Ding.


Mir geht es jetzt genauso. Die Arbeit in meinem Garten, den ich mir ja in erster Linie zugelegt habe um endlich die Boote unterzubringen, von denen ich mich keinesfalls trennen möchte (auch wenn sich unmoralisch viele davon angesammelt haben), hat so viel ungeahnte Begeisterung ausgelöst, dass ich neuerdings lieber Gartenschere, Spaten und Harke einsetze als die immer gleichen Flussabschnitte in immer gleichen Ritualen abzupaddeln.


Immerhin steht das Bootshausprojekt im Garten immer noch sehr weit oben auf der Prioritätenliste. Zuletzt habe ich mich für die Umsetzung eines Entwurfs für ein asymmetrisches Bootshaus entschieden.

Vorhergehende Pläne wurden verworfen, der Bauplatz abgesteckt, hilfreiche Ratschläge von Matthias (Eisenbahnschwellen anstelle von Punktfundamenten!) in die Planung einbezogen und sobald es wieder mal etwas trockener und wärmer ist mache ich mich an die Arbeit. Gegenwärtig fällt lang ersehnter Regen und die Temperaturen haben sich der Jahreszeit angepasst.

Die Fortgänge dieses Projekts werde ich hier natürlich dokumentieren. So wie künftige Paddelunternehmungen - einige sind ja fest in den Jahresverlauf eingeplant. Viel deutet jedoch darauf hin, dass die Berichte über spontane Paddeltouren erheblich seltener erfolgen als in den Vorjahren.

Sonntag, 2. April 2017

Verkaufsoffener Sonntag


Obwohl ich mir Freitag beim Herabholen eines Bootes aus dem Dachgebälk des Bootshauses den Daumen gequetscht habe (der Kajakanhänger war schuld, der unsinnig leer im Bootshaus im Weg stand) bin ich heute Nachmittag nach einem langen und produktiven Tag im Garten nochmal aufs Wasser gegangen.


Die ersten Stocherkähne sind wieder auf dem Wasser und auch sonst ist allerhand los in der Stadt, in der heute wieder der Kommerz über die Sonntagsruhe triumphiert.


Ich bin bis hinunter zum Wehr gepaddelt und dann auf dem schmaleren Neckararm zurück um die Neckarinsel, auf deren Grasflächen sich erschöpfte Einkäuferinnen und Einkäufer oder auch solche, die nur das milde Frühlingswetter genießen, tummeln.


Montag, 27. März 2017

Fehlversuch


Als ich vor drei Jahren Rolfs alten Solositz aus seinem Slipper bekam hätte ich nicht gedacht, dass es so lange dauert, bis ich ihn endlich wieder her richte bzw. dass ich das nicht irgendwie bewerkstelligt kriege. Als er im Herbst immer noch unbearbeitet herum lag, habe ich ihn zu einer Korbweberin gebracht, die ihn relativ zügig frisch bespannt hat. Es hat nun noch einmal ewig gedauert, bis ich ihn endlich abgeholt habe. Vielleicht weil ich zurecht befürchtet habe, dass die Kosten denen einer Neuanschaffung entsprechen. Das hat Rolf ja für seinen Slipper gemacht: einen neuen Sitz bestellt. Er ist links im Bild im Hintergrund zu erkennen.

Den nächsten kaputten Sitz (im Explorer ist einer) bespanne ich selbst. Das Mattenmaterial gibts als Meterware und der umlaufende Ratankeil wird ja wohl auch irgendwo zu bekommen sein.

In den guten alten Slipper passt der neu bespannte alte Sitzrahmen viel besser. Wir haben vereinbart, dass Rolf den alte Sitz zurück bekommt und ich den neuen verbaue. Er kommt in den Sojourn, in dem ein eher unansehnlicher Sitz verbaut ist.


Ich habe das kleine schlanke Soloboot dem Verein zur Verfügung gestellt und er wird tatsächlich recht häufig verwendet. Wenn der neue Sitz von Rolf eingebaut ist und wenn mein Bootshaus oder das Lagerzelt steht kommt das Boot aus dem Vereins-Bootsregal. Vielleicht schafft der Verein dann ja ein Solo-Tourenboot an.

Donnerstag, 23. März 2017

Wannsee


Auf dem Gelände einer dem Tagungshaus benachbarten Klinik lagert die Maxim Gorki. Es sieht nicht so aus, als ob sie als Renovierungsobjekt betrachtet wird. Vielmehr scheint sie da als zeitweiliges Dekorationsobjekt herum zu liegen und ich wage mir nicht auszumalen, was anschließend mit ihr passiert.

Das ist ein trauriger Anblick. Das Boot hat offenbar eine bewegte Geschichte. Der würde ich gerne nachgehen. Natürlich kann es wiederhergestellt werden. Auch wenn das erheblichen Aufwand erforderte.

Wenn ich nicht mit dem Flieger hier wäre und nicht schon viel zu viel Boote hätte und wenn mich nicht schon eine Vielzahl anderer Projekte beschäftigte würde ich alle Hebel in Bewegung setzen um an das Boot zu kommen. So überlasse ich es seinem Schicksal. Ich hoffe ja noch, dass ein Klinik-Angestellter damit ja doch noch ein Renovierungsprojekt verbindet. Es wäre tragisch wenn das hübsche Boot keine Zukunft mehr hätte.

Montag, 20. März 2017

Hauptstadtbesuch


Anlässlich einer Tagung treibe ich mich die ganze Woche in der Hauptstadt herum. Am Potsdamer Platz kam ich heute an der kanadischen Botschaft vorbei. Dort hängt in einem Durchgang ein nicht ganz fachgerecht gelagertes Kanu an der Decke. Es ist aus Bronze und verträgt unzweifelhaft diese Behandlung. Ganz "seetüchtig"  scheint es auch nicht zu sein. Aber es ist hübsch anzusehen. Leider ist das Boot nicht ganz einfach zu finden. Es hätte meines Erachtens einen etwas prominenteren Platz verdient.