Dienstag, 1. Januar 2019

Saisonauftakt 2019


Wie eigentlich in jedem der vergangenen Jahre (2018, 2017, 2016, 2015, 2014, 2013, 2011, (2010), 2009) sind wir an diesem ersten Tag des Jahres neckarabwärts gefahren um dort am Ufer ein kleines Kaffeekränzchen abzuhalten.

Inzwischen organisiert Andrea diese Veranstaltung regelmäßig und von Jahr zu Jahr nehmen mehr Paddelfreunde und -freundinnen teil. Es gibt übrig gebliebene Kese vom Weihnachtsfest, Christstollen, Tee aus Thermoskannen und ich koche regelmäßig Kaffee.

Seit einiger Zeit haben wir das Neckarufer gewechselt. Wir haben uns früher an der Steinlachmündung getroffen, inzwischen legen wir auf der anderen Seite an weil da - sollte die Sonne scheinen - kein Schatten ist. Heute ließ die Sonne sich nicht blicken.


Wir hatte dennoch Spaß. Anders als vor zwei Jahren, als wir durchs Eis brechen mußten, war es heute mild. Wir plauderten, schmiedeten Pläne für die bevorstehende Saison und paddelten dann wieder flussaufwärts um die Boote wieder einzulagern.

Diese Neujahrsfahrt ist eine nette Tradition, die wir hoffentlich noch viele Jahre weiter pflegen werden.

Montag, 31. Dezember 2018

Neujahrsvorsätze


Ich nehme mir für 2019 vor nicht mehr jede einzelne tristgraue Neckarinselrunde in diesem Paddeltagebuch zu dokumentieren auch wenn beim Herausholen des Bootes kurzzeitig die Sonne schien. Auch sonnige Neckarinselrunden lasse ich künftig weg.


Vielleicht mache ich Ausnahmen wenn mir unterwegs irgendetwas besonderes auffällt. So zum Beispiel heute, als ich aus dem seichten Steinlachwasser eine Scheck- und eine Versicherungskarte eher unbeholfen (weil ich mir die Hände nicht nass machen wollte) heraus gefischt habe. Da handelt es sich wohl um die Zeugnisse eines Verbrechens in der Tübinger Drogenszene (die sich seit Jahren unter der Steinlachbrücke trifft).

Ich habe die Karten bei der Kreissparkasse in den Briefkasten geworfen. Die werden sie ihrem Kunden sicherlich wieder zustellen.

Sonntag, 30. Dezember 2018

Wiedereingliederung


Früher als erwartet habe ich mich heute mal wieder aufs Wasser gewagt. Die Schmerzen trage ich zwar noch mit mir herum (insbesondere weil ich nicht länger Schmerzmittel schlucke), die Beweglichkeit ist aber wieder fast vollständig da und der Arzt hat ja gesagt, dass ich Schonhaltung vermeiden und mich so normal wie möglich bewegen sollte. Zu meinen "normalen Bewegungsmustern" gehört paddeln (ich verbringe dennoch jede freie Minute auf dem Heizkissen weil es meinem Rücken gut tut).


Natürlich habe ich das leichte Boot gewählt und bin flussaufwärts gepaddelt weil ich nicht recht einschätzen konnte, wie lange das gut geht. Zudem führt der Neckar noch etwas mehr Wasser als gewöhnlich und die Spuren eines veritablen Hochwassers zeichnen sich Ufer ab. Der Anleger ist völlig verschlammt und ich musste aufpassen, dass ich darauf nicht ausrutsche.

Ich bin hinauf zum nächsten Wehr gepaddelt. Aus dem Kraftwerkkanal kam recht zügige Strömung und es ist gar nicht so leicht mit dem schnellen geradeaus laufenden Tourenboot im richtigen Winkel und abschließend sauber in die und aus der Strömung wieder hinaus zu fahren.

Auch ist ein gewisser Verlust im konditionellen Bereich zu verzeichnen. Ich tat mich gelegentlich schwer gegen die Strömung an zu kommen. Am oberen Wehr angekommen wurde ich für meine Anstrengungen belohnt. Ich fand einen alten Canadiersitz, der offenbar aus einem ziemlich breiten GFK-Boot heraus gerissen wurde. Nicht auszuschließen, dass er aus dem Wrack stammt, das ich im Oktober geborgen habe.


Ich lud den Sitz in den Bug des Bootes, den er fast ausfüllte und paddelte zurück zum Bootshaus, wo ich das Boot wieder einlagerte und den Sitz zum Durchtrocknen an die Wand lehnte. Mal sehen, was wir aus dem guten Stück machen. Es hat eine gewaltig große Sitzfläche, aber die Holme sind weitgehend abgesägt. So passt es nur in ein ziemlich exakt breites Boot. Aber jetzt muss es erst einmal trocknen, vom Unrat befreit und ein wenig aufgearbeitet werden.

Dienstag, 25. Dezember 2018

Zweitausendachtzehn


Das vergangene Jahr war aus "paddlerischer" Sicht eigentlich ein richtig gutes Jahr. Wir hatten im Winter reichlich Hochwasser und konnten mehrfach mal auf der Starzel und auch endlich wieder mal auf der großen Enz paddeln.


Etwas später im Jahr gingen Rolfs und meine Wanderfahrten los, die anfangs viel Zuspruch fanden, später jedoch auch meinerseits mal abgesagt werden mussten. Das neue Auto bekam ich im März und unternahm damit gleich eine Fahrt an den Lech.


Zeitige Neckarfahrten schlossen sich an und dann startete der Solourlaub im Juni, in dessen Rahmen ich völlig unvernünftige Kilometerdistanzen in kürzester Zeit zurücklegte und dabei unvergessliche und eindrückliche Erlebnisse hatte.


Ich paddelte in Dänemark und Norwegen. Vor allem aber in Schweden, entdeckte Seenketten, die ich unbedingt noch einmal besuchen will und nahm erstmals die vorher ungeahnten Vorzüge des leichten kurzen blauen Dagger Sojourn richtig wahr.

Auf der Rückfahrt aus dem Urlaub besuchte ich die Mecklenburger Seenplatte und unternahm eine winzig kleine Paddeltour auf einem kurzen Abschnitt dieses gewaltig großen Seengebietes. Es ist unvermeidlich, dass ich da später nochmal paddeln werde.


Im August begleitete ich die Jugend an die Soča wo wir bereits mit auffallend niedrigen Pegeln konfrontiert waren. Wie immer war es nett mit den jungen Menschen. Das BetreuerINNENteam harmonierte gut, wir hatten Spaß und genossen das gute Wetter.


Das Auto brachte mich - nach der Slowenienfahrt mit Anhänger - dann noch an den Vorderrhein, wo wir gerade mal hinreichend Wasser hatten um die unteren Strecken paddeln zu können. Der trockene Sommer vereitelte die Befahrung spannenderer Abschnitte.


Dann gingen meine frühmorgendlichen Neckarinselrunden an den Wochenenden wieder richtig los. Ich stehe Wochentags regelmäßig sehr früh auf und will diesen Rhythmus an den Wochenenden nicht länger unterbrechen.


Anschließend fuhr mich mein famoses Reisemobil noch nach Südfrankreich in den Großfamilienurlaub. Zwei Boote waren dabei und ich unternahm allmorgendlich Fahrten auf Salzwasser, badete in einsamen Buchten und staunte über Meeresflora und -fauna.

Nach einer weiteren Fahrt ins Engadin waren die langen Autoreisen erst mal zu Ende. Ab jetzt wurde lokal gepaddelt. Ich unternahm eine frühmorgendliche Solofahrt auf der Lauchert, etliche Neckarinselrunden und wählte dabei fast immer das blaue Soloboot.


Aber auch das Wildwasserboot kam zum Einsatz. Geplante Bootsverkäufe wurden nur zum Teil realisiert und eher nur gelegentlich nahm ich am freitäglichen Paddeltraining teil. Mein Engagement bei den Paddelfreunden habe ich in diesem Jahr stark reduziert.


Zwei weitere Wanderfahrten fanden im Spätsommer/Herbst noch statt: so ging es im Herbst auf die Donau und ein drittes Mal in diesem Jahr auf die Lauchert auf der wir uns wieder unter umgestürzten Bäumen hindurch schlängeln mussten.


Schließlich noch im November habe ich das Wildwasserboot endlich mal repariert. Aber ich habe es noch nicht wieder ausprobiert. So richtig traue ich dieser Reparatur nicht.
Jetzt unternehme ich nur noch kleine Solotouren auf dem heimischen Neckar. Rolf hatte einen Unfall, andere bisherige Mitstreiter begnügen sich mit Hallenbadtraining.


Ich habe ein wenig gebastelt und besitze jetzt eine weitere Bootsspezifische Kiste, die in unserer Wohnung Platz beansprucht. Ich hoffe sehr, dass sie alsbald auch mal zum Einsatz kommen wird. Und ich plane für das kommende Jahr wieder einen Solo-Paddelurlaub.

Möge Zweitausendneunzehn ebensoviele und ebenso erfreuliche Paddelgelegenheiten bieten wie das jetzt zuende gehende Jahr.

Montag, 24. Dezember 2018

lokales Lumbalsyndrom / End of Season

Gestern hat mich ein Hexenschuss ereilt. Jetzt kann ich ansatzweise nachvollziehen, wie es Rolf seit drei Wochen gehen muss. Ich bin für den Rest des Jahres außer Gefecht gesetzt, nehme Schmerzmittel, lümmele auf einem Heizkissen herum, sehe mit Schrecken der nächsten Notwendigkeit aufzustehen entgegen und beschäftige mich mit meinem Jahresrückblick.

Sonntag, 16. Dezember 2018

Schnee


Plötzlich liegt Schnee. Über Nacht hat es geschneit und der noch lockere Schnee liegt ungefähr fünf Zentimeter hoch. Mir kommen die Temperaturen recht mild vor obwohl das Thermometer -2°C anzeigt. Ich fürchte, dass der Schnee nicht lange liegen bleiben wird.


Dann steigen zwar die Pegel an, aber dann fängt auch schon wieder die letzte ernst zu nehmende Arbeitswoche in diesem Jahr an. Danach kommt die Weihnachtspause für die milde Temperaturen und allerhand Regen angekündigt wurden.

Diesmal bekam ich keine kalten Hände. Ich behielt die Handschuhe, die ich auf dem Weg zum Bootshaus getragen hatte, an. Die sind zwar rutschig am Paddelschaft, aber sie sind von Anfang an warm und bleiben es deshalb auch. Die Handschuhe, die im Bootshaus im Boot deponiert sind, sind eine Nummer zu groß und erstmal so eisig kalt, dass die Hände darin zunächst auskühlen.


NACHTRAG: Noch während des Paddelns nahm ich wahr, dass allerlei Spaziergänger mit in meinem Boot fotografiert hatten - offenbar wird so eine winterliche Kanufahrt als eher spektakulär angesehen. Auch am Bootshaus wurden meine Spuren im Schnee wahr genommen. Thomas hat mir jetzt Bilder geschickt. Er hielt sich dort nicht etwa zum Paddeln auf sondern um unsere Teilnahme am Weihnachtsmarkt zu organisieren.

Das erledigt Thomas vorbildlich. Besonders lobenswert: Ich habe als erklärter Weihnachtsmarkmuffel überhaupt nichts mit dem Weihnachtsmarkt zu tun und es wird jetzt auch dafür gesorgt, dass weder der Marktstand noch das zugehörige Gerümpel den Zugang zu Booten behindert.