Freitag, 21. Juni 2019

Veddö nochmal

Mittels allerhand Textnachrichten und ein wenig Internetrecherche in diesem netten kleinen Café in Grebbestad (im Hochpartere eines der Holzhäuser an der Hauptstraße) kristallisierte sich heraus, dass wir wohl schon am folgenden Tag zu unserer Heimreise aufbrechen würden. Ich genoss die letzten Zimtschnecke (mein Bedarf ist für die nächsten acht Wochen gedeckt), nahm noch einen zweiten Kaffee und brach wieder auf...

...nach Veddö (weil ich jetzt am Ende des Urlaubs keine Experimente mehr machen wollte). Da setzte ich das Boot zum dritten Mal an diesem Tag ins Wasser und paddelte - nachdem ich es ein ganzes Stück getragen habe - Richtung Fjällbacka zwischen die Inseln.


An meinem Lieblingsstrand legte ich in der Absicht, doch noch ein Bad in diesem Urlaub zu nehmen, an. Die Sonne verschwand hinter Wolken und meine Pläne änderten sich. Ich kletterte barfuß über die Klippen und betrachtete das Lichtspiel der Sonne hinter den Wolken.


Schließlich kehrte ich zurück zum geparkten Auto, baute die Technik auf (an der Küste ist überall bester Datenempfang) und buchte die Fähre für den folgenden Abend. Dieser Urlaub ist zu Ende, der nächste Bloggeintrag erfolgt in Tübingen.

Mittwoch, 19. Juni 2019

Sövall

Aus der Zeit, in der ich in Grebbestad gelebt habe, kenne ich noch Sövall (dahin bin ich einmal im Winter bei minus 25° gelaufen - war ein eindrückliches Erlebnis).  Heute bin ich bei sehr sommerlichen Temperaturen im Auto dahin gefahren.


Erfreulicherweise konnte ich das Auto ufernah abstellen und mein Boot zu Wasser lassen. Dann paddelte ich durch die vorgelagerten Inseln. Ich hatte zwar die Karte dabei, aber aus irgendeinem Grund (Desorientierung?) verirrte ich mich.

An einem ziemlich vermüllten Strand legte ich an um nochmal gründlich die Karte zu studieren. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich wieder wußte, wo ich mich gerade aufhielt. Ich paddelte noch um zwei/drei Inseln und wandte mich dann Grebbestad zu.


Unterwegs sah ich mir die gewagten Floßkonstruktionen an, die hier zwischen den Inseln vertäut liegen. Fast jede noch so kleine Insel beherbergt ein Haus oder ein Seezeichen oder zumindest ein Boot. Das ist fast ein wenig zu viel des Guten. Die Küste ist "zersiedelt".


Genau hierüber unterhielt ich mich mit dem netten jungen Mann, der mir in Grebbestads Kajakcenter einen Kaffee zubereitete und eine sündhaft teure aber außerordentlich gute schwedischen Schokoladentafel verkaufte. Die vielen Verbotsschilder hielt er für nötig.

In den 30 Jahren, die ich den Ort kenne, hat er sich sehr verändert. Vermutlich hat der Tourismus für die Einheimischen viele Schattenseiten. Ich habe dort im Winter gelebt. Da ist man unter sich. Die meisten Geschäfte bleiben geschlossen und die Bürgersteige werden hoch geklappt.


Anschließend gings zurück zum Auto in Sövall, wo die Welt noch in Ordnung zu sein scheint.

Mellersta och Övre Färingen

Früh am anderen Morgen machte ich mich auf auch den mittleren und nördlichen Teil des Sees zu erkunden. Ich stieß erneut auf schöne Strände und aber auch auf hohe Klippen. In einer engen Passage ragen auf einer Seite die Klippen über 40 Meter hoch aus dem Wasser.


An einem der Strände legte ich an. Die Sonne war hier leider noch nicht angekommen. Sonst hätte ich ein Bad genommen. Inzwischen habe ich stets ein kleines Handtuch dabei.


Anschließend an die Paddeltour erkundete ich noch einmal zu Fuß die mitten im See liegende Vogelschutzinsel. Bis zum 15. Juni darf sie nicht betreten werden. Auf steht als einziges Haus ein Gebäude von Strömstads Friluftsfrämjandet.

Dicht am Haus befindet sich ein Bootshaus, in dem jede Menge alte geflickte Glasfiber-Canadier lagern. Ich dachte so bei mir, "man sollte in Schweden aufwachsen - und wenn man erwachsen ist sollte man sich in so einem Verband engagieren".


Über die Hängebrücke, unter der ich noch am Morgen hindurch gepaddelt bin, ging es zurück Richtung Auto. Wenn man beim Überqueren aufs Wasser schaut kommt man ins Straucheln. Die Wellen vermitteln die Illusion, dass die Brücke seitlich schwankt.


Nedre Färingen


Noch am Abend habe ich von meinem Premium-Stellplatz direkt am Ufer des Färingen eine Paddeltour um den südlichen Teil des Sees, den Nedre Färingen, unternommen. Rätselhaft bleibt mir eine Torartige Betonkonstruktion in der südöstlichen Ecke des Sees.


Überall ragen nackte rundgeschliffene Felsen bis ins Wasser hinein - auf der oben im Bild lag ein angeschwemmtes Ruder. Ab da begleitete mich eine schwedisches Abschiedslied als Ohrwurm ("Vem kan segla förutan vind? Vem kan ro utan åror?").


Einen sensationell schönen Strand entdeckte ich im nordwestlichen Bereich dieses unteren Seeabschnitts. Dahin führt - das habe ich erst später erkundet - ein Weg von meinem Parkplatz aus. Ich habe mir angewöhnt solche Stellen von Müll zu befreien.


Zurück am Auto gabs ein Abendessen und ich machte erstmals in diesem Urlaub ein kleines Feuerchen in meiner großen Feuerbox. Entspannt genoss ich den Abend. Dunkel wirds hier ja erst irgendwann nach 23:00 Uhr

Dienstag, 18. Juni 2019

Hällestrand

Im Norden der Küste soll es erst später und nicht so stark regnen - hieß es. Also blieb ich über Nacht hier und buchte mich auf dem völlig überteuerten Campingplatz auf Tjärnö ein (eine Insel, die voller Verbotsschilder ist - extrem abschreckend!).

Schon früh am heutigen Morgen machte ich mich davon und fuhr noch ein Stück weiter nach Norden um dem schlechten Wetter zu entgehen. Ich kam bis Hällestrand, wo ich das Boot ins Wasser setzte und hinaus zu den Vogelschutzinseln paddelte.


Am Südende von Öhnholmen fing es an zu tröpfeln. Ich zog die Regenjacke über. Es regnete stärker. Ich umfuhr drei der Inseln im Slalommodus, entschied, dass es im Regen doch nur eingeschränkt Spaß macht und paddelte zurück.


Zwichenzeitlich goss es. Bei der Rückkehr in Hällestrand hatte es dann wieder aufgehört. Ich zog meine durchnässten Klamotten aus, stopfte sie in eine Plastikwanne, wechselte zu trockenen Sache und machte mir erst mal einen Kaffee.

Montag, 17. Juni 2019

Södra Kornsjö


Es zog mich wieder nach Bohuslän - Dalsland war für mich in diesem Urlaub eher eine Enttäuschung. Aus Bohuslän bin ich es ja gewohnt, dass Zugänge zum Wasser schwer zu finden und häufig gesperrt sind. Aus Dalsland kannte ich das noch nicht.

Ich wandte mich dem Sodra Kornsjö zu, den ich noch nicht kannte, und da es am heutigen Tag windig war beschloss ich überwiegend schmale Gewässer zu paddeln. Ich umrundete die Flötemarksö. Dass ich - um dahin zu kommen - doch übers freie Wasser musste nahm ich in Kauf.


Glücklich in den engeren Seearmen um die Flötemarksö angekommen musste ich nicht länger mit Gegenwind kämpfen. Es wurde beschaulich. Die erste Umtragung begleitete einen flott plätschernden Seeausfluss auf etwa 1,5 - 2 Meter unter Seeniveau.

Mir war klar, dass ich diesen Höhenverlust beim Rückweg auch wieder gutmachen musste und paddelte durch den "Älv" stromauf. Dabei kam ich an eine Schutzhütte, in der ich - trotz blendendem Wetter (jedoch allerhand Wind) eine Pause machte.


Die zweite Umtragung glich den Höhenverlaust gleich wieder aus. sie begleitete einen weiteren Seeausfluss - diesmal entgegen der Strömung. Dann ging es wieder über schmalere Seenarme, die allmählich breiter wurden, so dass der Wind auch wieder wirksam wurde.

Diesmal hatte ich den Wind im Rücken und konnte gelegentlich auf den langen Wellen surfen. Ich paddelte ungefähr so schnell, wie sie vorantrieben.


Nach einiger Zeit erreichte ich einen wunderbaren einsamen Sandstrand, an dem ich gleich wieder Pause machte und ein wenig Vitamin D tankte. Selbst aus dem Wald führt kein Pfad zu diesem Strand. Er ist nur übers Wasser zu erreichen, was jemanden nicht daran gehindert hat einen Grill dahin zu schaffen, der jetzt verrostet.


Jetzt mußte ich wieder zurück zum Auto paddeln obwohl der Wind immer stärker wurde. Ärgerlicherweise kam er jetzt auch nicht mehr von hinten sondern von links. Die Wellen mussten "abgeritten" werden damit sie nicht über die Bordwand schlugen.

Die Rückfahrt war deshalb letztlich anstrengender als der Hinweg bei Gegenwind. Die eine oder andere Welle spritzte doch Wasser ins Boot und ich machte mir dann doch Sorgen. Dennoch erreichte ich nach dreieinhalb Stunden unbeschadet wieder das Auto und wandte mich meinen Essensvorräten zu.

Da ich nun schon mal in dieser Gegend war setzte ich das Boot nach wenigen Kilometern Autofahrt nochmal im Verbindungskanal zwischen Melan- und Södra Kornsjö ein - ich war ja schon im letzten Jahr auf diese Stelle gestoßen und wollte mir das nochmal ansehen.

Weitere Paddeltouren über offene Seenflächen wollte ich mir inzwischen verkneifen. Deshalb paddelte ich nur den Kanal bis zur "Stromschnelle", kurz vor der direkt neben mir ein Biber ins Wasser sprang und im klaren Wasser unter dem Boot hindurch tauchte. Ich war nicht geistesgegenwärtig genug ein Foto zu machen.


Ich genoss noch ein wenig die warmen Steine an dieser Stelle, spazierte zur oberen Ein- bzw. Aussatzstelle und kehrte dann wieder um. Der Biber ließ sich nicht noch einmal blicken. Schade, diesmal hätte ich die Kamera gezückt gehabt.

Sonntag, 16. Juni 2019

Storetjärnet, Västra Silen


Die Beschilderung des Parkplatzes am Store Tjärnet weist darauf hin, dass es sich um einen Treffpunkt für Nudisten handelt. Ich habe keine erblickt, aber es ist ja auch noch früh im Jahr und die Wassertemperaturen laden nicht unbedingt zu einem Bad ein. Der Himmel war auch bewölkt und meine elektronischen Wetterauguren prognostizierten Regen.

Ich besiedelte die südlichste Parkbucht auf der ehemaligen Straße, die von der neuen Straße her nicht einsehbar war. Man hörte die Straße zwar, aber das "Verkehrsaufkommen" war sehr überschaubar.

Der Umstand, dass ich am Storetjärnen übernachtet habe verpflichtete mich förmlich nach dem Frühstück eine Runde über diesen "großen Teich" zu paddeln. Das tat ich pflichtschuldigst bevor ich anschließend Richtung Norden aufbrach.

Die örtliche Anglervereinigung hat am gegenüberliegenden Ufer des Store Tjärn eine Schutzhütte errichtet und darin den Bauprozess dokumentiert. Offenbar wurde viel vom verwendeten Material im Winter über das Eis befördert. Mehr gibt es über dieses schöne Fleckchen nicht zu berichten.


Meine Fahrt führte mich zum Silverlake Camp am Südende des Västra Silen. Ich hatte erwogen dort zu übernachten, aber jetzt lese ich dass dort nur Zeltreisende aufgenommen werden. Als ich ankam war der Platz noch ziemlich ausgestorben.

Ich fand eine Bootseinsatzstelle links daneben und unternahm eine länger Fahrt zunächst nach Norden und dann in den Arm des Silen, der nach Süden führt und über ein Regulierungswehr in den Svartjärn mündet. Dort machte ich wieder kehrt obwohl eine Weiterfahrt reizvoll erschien.


Wenn man alleine unterwegs ist muss man mit seinen Kräften haushalten - jeden Meter, den ich in die eine Richtung paddele muss ich auch wieder zurückpaddeln. Deshalb bildet die Umrundung von Halbinseln z.B. eine willkommene Abwechslung.

Bei meiner Rückfahrt begegnete mir eine ziemlich lautstarke deutsche Familie in zwei Alucanadiern, die sie offenbar im Silverlake Camp ausgeliehen hatten. Sie übertrugen schließlich das Wehr und paddelten weiter. Sicher wurden sie am Abend oder an einem der nächsten Tage von Veranstalter irgendwo wieder abgeholt.


Ich bewunderte die Unmengen an Alucanadiern, die der Verleiher am Steg aufgestapelt hatte. Nicht auszudenken, was auf dem See los ist, wenn die aller gleichzeitig in Betrieb sind. Anschließend unternahm ich eine großzügige Umrundung des Västra Silen (mit dem Auto) und sah mir das sonntäglich ausgestorbene Årjäng an. Schließlich steuerte ich erneut den Parkplatz am Storetjärn an, wo ich mir ein Badezimmer einrichtete.