Montag, 23. November 2009

Bulkheads - 1

Nachdem ich gestern den Familiencanadier wieder ins Bootshaus gebracht habe (mit dem ich eigentlich mit Klemens eine Tour unternehmen wollte, die wir dann etwas voreilig aufgrund von Nieselregen abgesagt haben - Schande über uns!), habe ich das kleine gelbe Wildwasserboot mit nach Hause genommen weil ich einen D-Ring, der sich gelöst hat, wieder festkleben muss. Beim Abholen fiel mein Blick auf die Schaumplatten, die Micha besorgt und zur freien Verfügung gestellt hat. Davon nahm ich mir auch ein Paar mit. Jetzt mache ich Pläne für den Einbau eines Bulkheads in das kleine Wildwasserboot und habe schon einmal angefangen. Vorläufig sieht mein erster Versuch so aus wie auf dem oberen Bild (es war gestern zu dunkel zum Fotografieren, deshalb habe ich in der Mittagspause ein Bildchen gemalt). Die Schaumplatte steht wie ein Schott mitten im Boot, wird hinten noch mit einem Block hinterfüttert und von oben mit einem zusätzlichen (vorläufig eingeklemmten) Thwart gestützt.
Das untere Bild ist von diesem neulich entdeckten Millbrook-Inferno inspiriert dessen gekreuzte Thwarts mit außerordentlich gut gefallen haben.

Bei den meisten Boote mit Bulkhead wird von vorne herein ein Thwart direkt über dem Einbau geführt und der Sattelsitz bis unter diesen Thwart geführt. Meiner hört da auf, wo er nicht mehr benötigt wird. Deshalb muss ich zum Abstützen des Bulkheads einen zusätzlichen Thwart einbauen. Den kann ich parallel zum bestehenden einbauen oder eben letzten ebenfalls ausbauen und zwei längere gekreuzte einfügen. Eine reizvolle Idee...

Nachtrag: Jetzt habe ich für Beleuchtung gesorgt und das Provisorium abgelichtet.

Sonntag, 22. November 2009

Kataloge

Da ich grundsätzlich dem Konsum nicht abgeneigt bin nehme ich mir immer mal wieder irgendwo Kataloge mit oder bestelle sie mir. Letzte Woche traf mein absoluter Favorit, der We-No-Nah-Katalog 2009 ein (den sie offenbar rausrammschen mußten weil es inzwischen den 2010er-Katalog gibt, wie ich höre). Ich bin stolzer Besitzer auch der Vorjahrskataloge und schätze alle - auch wenn sie sich nicht so besonders ändern sehr. Heute habe ich mal ausgemistet und die Gelegenheit genutzt einen Teilbestand der aktuelle Sammlung auszubreiten und abzulichten.
Beim Durchblättern der We-No-Nah-Kataloge kann man einiges über Canadier lernen. Schon der Vorspann, in dem es um die Bootsform, Konstruktionsweisen und die Ausstattungsvarianten geht ist hochgradig instruktiv. Die Präsentation der einzelnen Boote (die ja auch nicht gerade qualitativ zweifelhaft sind sondern in der allerobersten Liga mitschwimmen) ist nüchtern und wenig marktschreierisch.

Wintervorbereitungen

Heute findet eigentlich die Bodenseeeisfahrt statt, an der ich abermals nicht teilnehme weil sich erneut eine Verkettung ungünstiger Umstände ergeben hat. Als kleinen Ausgleich habe ich für den Nachmittag eine Paddeltour mit Klemens geplant.
In Vorbereitung der Eisfahrt habe ich mir schon Gedanken zum Bootsfitting gemacht weil es auf großen Wasserflächen unabdingbar ist dass Boote aufschwimmen und nicht absacken. Zudem ist es mir beim Winterpaddeln wichtig dass ich - sollten sich im Fall einer Kenterung die geringsten Schwierigkeiten bei der Personen- und Materialbergung ergeben - erstmal die Personen in Sicherheit bringen kann und das Material sich selbst überlasse. Dann. Jetzt kann ich ja schon mal vorsorgen, dass 1. die Schwierigkeiten geringer werden und 2. die anschließende Materialbergung erleichtert wird. Also habe ich heute Vormittag statt Hundespaziergang mit Røskva einen kleinen Bastelworkshop beim Bootshaus abgehalten (sie hat in der Zeit einen Tennisball vergraben und einen Fußball zernagt). Jetzt befinden sich im Solocanadier wieder die alten hässlichen blauen Luftsäcke und in den großen Canadier, den wir heute nachmittag nehmen wollen, habe ich Schnüre eingeknüpft unter die der voluminöse Center-Bag kommt.

Freitag, 20. November 2009

C1-Rolle

Heute ist mir erstmalig die C1-Rolle gelungen. Einmal. Danach ging nichts mehr. Und völlig sicher, dass das Paddel den Schwimmbecken- boden nicht berührt hat bin ich jetzt auch nicht mehr.
Klemens und ich haben wieder harmlos mit Hüftknick-Übungen angefangen und sind dann etwas voreilig zum Gebrauch des Paddels übergegangen. Ich war natürlich erst enthusiastisch als mir das zu gelingen schien, bin aber nun umso frustrierter, dass sich das nicht so einfach wiederholen ließ. Ist sicher auch eine Konditionssache und - das scheint mir fast wichtiger: sobald das Paddel ins Spiel kommt konzentriere ich mich voll auf dieses Hilfsmittel und vernachlässige jeden anderen Aspekt. Vor allem den bedeutsamen Hüftknick. Nächstes Mal nehme ich kein Paddel in die Hand außer vielleicht ganz gegen Ende.
Irgendwann war das Bad heute auch einfach zu voll - zwei offene Canadier, ein geschlossener und vier oder fünf Kajaks sind für das kleine Lehrschwimmbecken einfach zu viel. Zu meiner Demoralisierung trug auch bei, dass Claudius und Rainer in ihren offenen Booten munter vor sich hin rollten während wir da herum dilettierten.

Herbstrunde

Als das Autoradio heute morgen Frühlingstemperaturen verkündete habe ich spontan entschlossen einen etwas verkürzten Arbeitstag einzulegen um auch mal bei Tageslicht in Tübingen zu sein und möglicherweise - statt der geplanten Hochwasserabfahrt - eine gemütliche Normalwasser-Neckarrunde zu paddeln. Noch besser: Rolf rief an, der ähnliche Ideen hatte. Wir trafen uns also noch am frühen Nachmittag am Bootshaus, paddelten über den verwaisten Neckar zum Casino, wo wir auf der Terasse bei letzten Sonnenstrahlen Kuchen und Kaffee zu uns nahmen und paddelten dann (ohne Sonne und bei spürbaren tieferen Temperaturen) wieder neckaraufwärts. Ich werde mir eine warme Hose im Bootshaus deponieren, die ich überziehen kann - an den Oberschenkeln wirds beim Paddeln inzwischen ziemlich unfrühlingshaft frisch.

Mittwoch, 18. November 2009

Bauarbeiten

Am Freitagnachmittag wollten Klemens und ich uns treffen um auf dem - zur Zeit unserer Planung noch Hochwasser führen sollenden (ist das Deutsch?) - Neckar mit den Wildwasserbooten zu bepaddeln. Wir wollten die Boote auf Bootswagen bis zum oberen Wehr schieben und dasselbe nebst dem nachfolgenden hinunter zu rauschen. Daraus wird nun nichts. Klemens schickt gerade Bilder, auf denen erkennbar ist, dass der Neckar just am oberen Wehr wieder einmal in Röhren gezwungen wird um die lange geplante Renaturierung endlich anzugehen. Hoffen wir mal, dass in diese Rohre nicht wieder irgend ein unbedarfter Paddler gesaugt wird, wie das im Sommer in Rottenburg beinahe passiert ist (was mich zum Schreiben eines Leserbriefs animiert hat - etwas was ich alle paar Jahre mal mache).
Dann bleibt uns eben nur noch das Hallenbadtraining, in dem wir weiter an der Canadierrolle arbeiten werden. Wir sind ja schon gaaaanz dicht dran...

Hohe Kunst

Meine liebreizenden Nichten (19/21) haben mich mit einem Bild beschenkt. Ich habe natürlich nicht die geringste Ahnung wen das darstellen soll...
Beide studieren neuerdings in unserer Stadt (nicht Kunstgeschichte!) und kommen gelegentlich bei uns vorbei. Bislang habe ich es trotz missionarischem Eifer noch nicht geschafft sie zum Paddeln zu bewegen - vielleicht muss erst wieder Sommer über uns hereinbrechen oder ich muss ihnen nahebringen, dass unter Wasser doch nicht diese Gefahren (gefräßige Fische, redselige Schwämme,...) lauern, die sie da hinein gemalt haben und dass über Wasser keine Paddler mit so absonderlicher Paddelhaltung in knallgrünen Waschzuberbooten zugange sind. Dass Boote, die auf dem Neckar unterwegs sind, keinesfalls so absonderliche Namen haben werde ich wohl nicht richtig glaubhaft rüber bringen.