Montag, 26. Juli 2021

Urlaubsvorbereitungen

Anderthalb Wochen bevor ich in den Urlaub fahre fange ich schon einmal an erste Vorbereitungen zu treffen. In erster Linie sollte ich mal wieder paddeln trainieren (wie Samstag am frühen Morgen), denn - wenn das Wetter mitmacht - werde ich in den zweieinhalb Wochen, die ich mich im Norden herumtreiben will, paddeln. Aber auch Radfahren, wandern und faulenzen.

Ich werde vermutlich am Mittwoch, dem 4. August losfahren, habe dann am Freitag einen Termin am Fähranleger in Travemünde und ab Samstag für eine volle Woche ein kleines Häuschen auf der Insel Orust, die ich in der Woche gerne eingehend erkunden und (teilweise) umpaddeln will.

Auf Tjörn, der Nachbarinsel Orusts, habe ich mal über mehrere Wochen einen Sprachkurses absolviert. Orust selbst kenne ich noch nicht. Nach der Woche, die ich in dem Häuschen verbringe habe ich eine weitere Woche, in der ich mich - bei schönem Wetter - im Norden herumtreibe oder - bei schlechterem Wetter - in Etappen zurückkehre.

Ich werde während dieses Urlaubs meine Paddeltouren mit einem seniorengerechten neuen alten Boot unternehmen. Das habe ich am Sonntag aus München abgeholt. Es muss einiges dran gemacht werden. U.a. muß der Sitz erneuert werden. Da auf die Schnelle kein geeigneter neuer Sitz zu bekommen war fertige ich gegenwärtig in meiner Werkstatt einen an. Erst wenn der eingebaut ist kann ich eine erste Probefahrt unternehmen. Davon werde ich berichten.

 

Montag, 12. Juli 2021

Fehlversuch

Am Freitagabend nahm ich erstmals seit langem wieder mal an einem Lagerfeuertreffen der Paddelfreunde teil (im Anschluss an das Kanutraining, an dem ich nicht teilgenommen habe). Wie üblich wurde auf diesem Treffen das bevorstehende Wochenende geplant. 


Die einen zog es auf die untere Murg (die mir bei meinem gegenwärtigen Trainingsstand doch etwas zu anspruchsvoll erscheint), Klemens, Anita und Rolf machten Werbung für eine eher entspannende Nagoldfahrt. Ich haderte lange mit einer endgültigen Entscheidung für oder gegen meine Teilnahme an dieser Unternehmung.

Sonntagmorgen fand ich mich dann nach längerem Abwägen am Bootshaus ein, entschied mich für das ganz wilde Wildwasserboot und wir fuhren mit zwei Autos nach Ernstmühle, wo Anita und ich bei den abgeladenen Booten warteten bis Rolf und Klemens die Autos umgesetzt hatten. 

Dann fuhren wir bei etwas trübem Wetter aber warmen Temperaturen auf der leichtes Hochwasser führenden Nagold los. 

Ich nahm gleich zu Anfang wahr, dass die Sitzposition im kleinen Wildwasserboot ohne Fußstützen für mein zusammengeflicktes Sprunggelenk alles andere als angenehm war. Mit dem überstreckten Fuß Druck auf den Bootsboden auszuüben um sich besser im Boot zu verankern geht gegenwärtig noch nicht. Deshalb war ich dankbar, dass allerhand Spielstellen und Surfwellen kamen, an denen ich mich nur kurz aufhielt (surfen war nie meine Leidenschaft). 


Meine Mitstreiter surften umso intensiver, so dass ich zeitweilig ans Ufer fahren und meine Füße bewegen konnte. 

In Bad Liebenzell wurde – wie üblich auf dieser Strecke – eine Vesperpause eingelegt. Dann kam der etwas weniger aufregende Abschnitt bis Monbachtal, den ich mehr durchlitt als genoss weil der Schmerz im Fußgelenk immer intensiver wurde (was auch – mangels Ablenkung – auf meine Konzentration darauf zusammenhängen mag). In Monbachtal angekommen hatte ich es dann glücklich hinter mir. 

Wir zogen uns um, verluden sämtliche Boote auf Klemens‘ Auto und wandten uns dem Monbachtalcafé zu. Inzwischen war die Sonne heraus gekommen und wir genossen das schöne Wetter und das vortreffliche Backwerk im Freien sitzend. 


Danach ging es zurück nach Tübingen, wo die Boote wieder im Bootshaus eingelagert wurden. 


Das kleine Wildwasserboot wird da jetzt wohl noch ein paar Monate ungenutzt eingelagert bleiben weil ich aus dieser Fahrt die Erkenntnis mitgebracht habe, dass ich vor einer vollständigen Genesung (und der operativen Entfernung der Metallwaren in meinem Sprunggelenk) vermutlich nicht wieder in so ein Boot ohne Fußstützen steigen werden, aber auch, dass Wildwasserpaddeln so viel Spaß macht, dass ich es unbedingt anstrebenswert finde, diese Spielart des Kanufahrens früher oder später wieder auszuüben.



Montag, 28. Juni 2021

Sonntagsfahrt

Am Sonntag wollten wir eigentlich eine Fahrt in Solotourenbooten unternehmen, da wir aber nur zu zweit unterwegs waren, entschieden wir uns Rolfs frisch fertiggestellten Ocoee einzuweihen, an dem er Holzsüllränder angefügt und die Sitzanlage umgebaut hat.

Das braune Neckarwasser legte die Wahl von WW-Booten nahe, das noch vom Hagelsturm vom vorvergangenen Mittwoch her stammte. Bei diesem Gewitter wurde besonders viel Sediment ins Wasser gespült. Nennenswert höher war der Pegel aber gar nicht.


Wir ließen ein Fahrrad in Horb zurück und setzten die Boote in Sulz ein. Leider gibt es auf dieser Strecke nicht besonders viel Kehrwasser, aber Rolfs Umbauten an dem völlig falsch ausgefitteten NovaCraft Ocoee bewährten sich. Das Boot ist wendiger und weniger kippelig.


Das einzige Wehr, das wir umtragen mußten, liegt in Fischingen. Wir paddelten weiter bis zur Pfahljochbrücke kurz vor der Mündung der Glatt. Dort machten wir eine längere Pause. Trotz strahlend schönem Wetter und recht spätem Start begegneten uns keine anderen Paddler:innen.
 

Anschließend paddelten wir weiter nach Horb, wo das Wehr gegenwärtig geöffnet ist weil wohl Reparaturen stattfinden. Wir wuchteten die Boote über die deshalb besonders hohe Böschung, Rolf bewachte sie und ich schwang mich aufs Rad um zurück nach Sulz zum Auto zu fahren. Schließlich gabs noch Kaffee und Kuchen. 

Donnerstag, 17. Juni 2021

Nyminde Strøm


Ich hatte ja anfangs Skrupel weil ich einer Infotafel entnommen hatte, dass Bootfahren in diesem Bereich nicht gestattet ist. Bei meiner gestrigen Fahrradtour habe ich aber so viele Ruder- und Paddelboote am Ufer des Nyminde Strøm liegen gesehen, dass sich in mir der Eindruck verfestigt hat, dass das Verbot wohl für Motorboote gilt. Wie üblich früh bin ich heute morgen also nach Nyminde Gab gefahren und habe das Boot zwischen dort lagernden Canadiern eingesetzt.


Zunächst musste ich unter der Radweg-Brücke hindurch. Hätte ich nicht von meinen Radtouren her gewußt, dass es diesen Durchstich gibt, wäre ich an dieser Stelle schon ins Zweifeln gekommen. Ähnlich ging es mir bei den weiteren engen Passagen zwischen diesen Seen.


Irgendwann erreichte ich eine Fußgängerbrücke, hinter der sich noch zwei weitere lang gestreckte Seen befinden. Den ersten paddelte ich, zum dahinter liegenden war kein Durchkommen. Ich drehte wieder um und steuerte erneut die Brücke an, an der ich das Boot ans Ufer legte.

Hier vertrat ich mir ein wenig die Beine (längeres Knien im Boot ist immer noch sehr mühsam) und sah mir die windgebeutelten Büsche an. Heute hat hier der Wind gedreht. Es soll noch einmal richtig heiß werden und morgen gibt es dann schlechtes Wetter.

Dieser Wetterwechsel wird mir den Abschied etwas erleichtern. Bisher hatte ich ja sehr viel Glück mit dem Wetter. Übermorgen mache ich mich wieder auf den Heimweg. Eventuell werde ich noch einen Zwischenstopp einlegen (wenn das Wetter in Deutschland besser ist). 

Zurück in Nyminde Gab verstaute ich das Boot auf dem Auto und wand mich neuen "Abenteuern" zu.



Dienstag, 15. Juni 2021

Falen Å (Borg Havn)

Am Vormittag habe ich eine Radtour nach Borg Havn unternommen, wo sich das Freilichtmuseum Borg Vikingehavn befindet, das wir - als wir noch Famlienurlaube nach Süddänemark unternommen haben - regelmäßig besucht haben. In den letzten Jahren wurde es weiter ausgebaut.
Inzwischen erinnert es ein wenig an ein Wikinger-Disneyland. Zuletzt haben sie offenbar einen gigantisch großen Fenris-Wolf aufgerichtet, der für sich genommen durchaus imposant ist, aber nur mit ganz viel Phantasie zu einem authentischen Freilichtmuseum passen will.

Immerhin hat mich dieser Besuch auf die Idee gebracht dem Museum am Abend noch einmal einen Besuch abzustatten - diesmal mit dem Boot, das ich in Borg Havn eingesetzt habe. Ich bin ein kleines Stück über den Ringkøping-Fjord gefahren und dann in die Mündung des Falen Å, an dessen Ufer das Wikingermuseum liegt.


Was mich an der Wikinger-Kultur ganz besonders fasziniert ist ihre Bootsbaukunst. Über die weiß man erfreulich viel weil eine ganze Reihe von Booten erhalten geblieben sind (sie wurden als Grabstätten eingebuddelt oder blieben auf dem Meeresgrund versenkt erhalten).

Ich verbrachte einige Zeit damit diese beeindruckenden Boote zu betrachten und paddelte dann weiter den Fluss hinauf. Nach kurzer Zeit kam die Straßenbrücke, über die ich am Vormittag noch mit dem Rad gefahren war, dann der kleine Hafen der Wochenendsiedlung von Bork und dann kam lange nichts außer Schilfufer. So lange, dass ich irgendwann umkehrte weil mit keinen weiteren Sehenswürdigkeiten zu rechnen war. Der Fluss wurde zwar schmaler, aber ich hätte wohl noch einige Kilometer weiter paddeln können ohne irgendwas aufregendes zu sehen. Dazu fehlt mir die Geduld.

Es ging also zurück an gele-gentlich am Ufer liegenden Fischerbooten vorbei zum Ringkøping-Fjord, der seine Wellen ei ganzes Stück hinein in die Mündung des Falen Å schwappen lässt. Es war nicht besonders windig - andernfalls hätte ich die Route nicht paddeln können.

Zurück am Auto verstaute ich das Boot und machte mich wieder auf den Heimweg. Wieder erhärtet sich der Verdacht, dass es wenig weitere Paddelberichte aus diesem Dänemark-Urlaub geben wird. Die Flüsse hier sind eher eintönige Entwässerungskanäle. Schilf verdeckt den Blick über das flache Land (der nun auch nich richtig aufregend wäre). Vielleicht versuche ich es noch einmal mit dem Varde Å, aber das überlege ich mir noch.

Samstag, 12. Juni 2021

Urlaubsfahrt

Dass ich im Juni Urlaub mache stand schon lange fest. Dass er auf eine gute Woche abgekürzt würde und doch noch nach Dänemark führen sollte hat sich sehr spontan ergeben. So spontan, dass meine ursprünglichen Begleiter:innen abgesprungen waren.

Ich nahm Spielzeug mit: Boot und Fahrrad habe ich dabei. Mit dem Boot habe ich am zweiten meiner neun Tage hier schon eine kleine Fahrt unternommen. Ich wollte immer schon (seit ich 1985 erstmalig hier war) den Ribe Å paddeln, an dessen Ufer diese Alu-Verleihboote liegen.

Sie waren mir bei früheren Besuchen dieser Stadt (und derer gab es eine ganze Menge weil Ribe einfach sehr schön ist) immer wieder aufgefallen. 

Es gelang mir nicht oberhalb von Ribe eine vernünftige Einsatzstelle für das Boot zu finden.

Schließlich entschied ich mich dafür an der Mündung des Flusses ins Wattenmeer das Boot einzusetzen. Dort befindet sich die historische Kammer-Slussen, eine Schleuse, die den Damm unterbricht, der die Stadt und deren Umland vor Hochwassern schützt.

Eigentlich hatte ich geplant, dem alten Flusslauf zu folgen, sah aber schon vom Auto aus, dass diese Altarme total verkrautet und seicht sind. Man kann sie nicht paddeln. 

Ich paddelte zwar gegen die Strömung, hatte aber Rückenwind. Ich ahnte schon, dass die Rückfahrt mit der Strömung ungefähr gleich anstrengend werden würde.
Nach geraumer Zeit kam die Stadt in Sicht. Ich hatte immer wieder den markanten Kirchturm über die Uferböschung gesehen, aber nun näherte ich mich dem Hafen und den drei innerstädtischen Flussläufen. Ich erkundete alle drei und musste mich damit abfinden, dass sie allsamt weder fahr- noch umtragbar sind. Es handelt sich um gemauerte Staustufen, über die das Wasser herab rauscht. An den Seiten findet sich nirgends ein gangbarer Weg.

Ich paddelte wieder ein Stück zurück und versuchte es an einem Seitenarm, den ich schon am Morgen angesehen hatte. Mir war klar, dass hier auch irgendwann kein Weiterkommen mehr sein würde (es sei denn man ist bereit sein Boot ein gutes Stück weit zu tragen).
Also machte ich mich wieder auf den Rückweg, der anfangs recht flott vonstatten ging, später aber aufgrund des starken Gegenwinds mühsam wurde. 
Wieder an der Schleuse angekommen fuhr ich durch die offenen Schleusentore und erkundete noch ein wenig die Mündung. Zurück am Auto hatte ich gerade das Boot verstaut als das äußere Schleusentor geschlossen wurde. Bei Flut wird das so gemacht.

Ich erkundete noch ein wenig das Schleusengelände, wartete ab, bis die steigende Flut erkennbar wurde (die breiten Uferbänke, die ich vom Boot aus gesehen hatte, wurden immer schmaler) und machte mich dann auf den Weg zu meinem eigentlichen Ziel.
Jetzt bin ich in meinem Ferienhäuschen angekommen, in dem ich die nächsten sieben Tage wohne werde. Ich hoffe, dass das Wetter mir gewogen bleibt, so dass ich allerhand unternehmen kann. Bootstouren werden das wohl weniger werden - die großen Wasserflächen sind bei dem Wind wenig attraktiv und die kleinen Flüsse haben oftmals eher den Charakter von Entwässerungskanälen.