Donnerstag, 15. April 2021

Neues

Seit heute habe ich ein neues "Performance"-Paddel, das ich flugs nach Feierabend in typischem Aprilwetter ausprobiert habe. Mal schien die Sonne, mal gabs Schneeregen. Beständig war der Paddelspaß. 

Das nur 10° gekröpfte Bentshaft-Paddel kann natürlich Sit'n'switch genutzt, aber auch mit einem ganz reguläreb J-Schlag geführt werden. Ich neige zu letzterem - und sei es aus Gewohnheit.

Ganz gegen meine Gewohnheit war ich gestern im Kajak auf dem Wasser. Der Seekajakkurs fand erstmalig statt und Rolf und ich teilten uns die beiden Vereinsboote aus PE (Rolf bekam Hyperion, ich Scardanelli und wir paddelten mit beiden Booten flitzeschnell am Hölderlinturm vorbei).

Vom Training selbst gibt es keine Bilder weil ich Sorge hatte, dass mir mein Handy aus der Hand gleitet und nicht - wir im Canadier - ins Boot sondern über den geschlossenen Kajakrumpf ins Wasser fällt.

Bettina und Ute haben uns geduldig die Grundtechniken nahegebracht indem sie uns erstmal Zeit ließen uns an die Boote und die ungewohnte Sitzposition zu gewöhnen. Wir experimentierten mit Aufkanten (so ein Seekajak beschreibt dann eine "paradoxe" Kurve) und verschiedenen Paddeln (Grönlandpaddel erzeugen - ähnlich wie eine Stakstange - immensen Vortrieb).

Rolf ist etwas begeisterungsfähiger als ich, aber auch mir hat das viel Spaß gemacht und ich freue mich schon auf nächsten Mittwoch, an dem wir den zweiten Kursteil absolvieren werden.

Sonntag, 11. April 2021

Neckar (Rems)


Die Rems bin ich im Mai 2007, Oktober 2008 sowie Juni und Juli 2020 gepaddelt. Gestern haben wir sie nur kurz angekratzt als wir von Poppenweiler aus den Neckar hinauf gepaddelt sind und ein Stück in die Rems hinein gefahren sind. Wir haben gleich am ersten Wehr gewendet.

Wir hatten uns schon in der vergangenen Woche verabredet damit Jochen sein frisch hergerichtets GFK-Kajak ausprobieren kann. Damit ist er richtig flott voran gekommen. Ich hatte Mühe mitzuhalten obwohl ich den schnellen Sojourn gewählt hatte. Gut, dass Rolf sich und mich zu Bettinas Seekajak-Kurs angemeldet hat. Vielleicht droht doch ein Umstieg auf sitzendes Doppelpaddeln. Die Horizonterweiterung kann jedenfalls nicht schaden.


Die Situzposition machte mir Mühe und ich habe sie immer wieder gewechselt. Ein längeres Stück bin ich sogar kniend gefahren. Ich werde beweglicher, aber es dauert erheblich länger als erwartet habe. Die Fußstützen bewähren sich, die sitzende Position ist aber höchst gewöhnungsbedürftig.

Ich habe die Aufzeichnung erst ein gutes Stück nach dem Start eingeschaltet. Wir waren also knapp 10 Kilometer unterwegs und hatten eine Durchschnitts-geschwindigkeit von knapp 6km/h.

Montag, 5. April 2021

Maintenance

Angesichts dessen, dass für den Verlauf dieses Ostermontags zunehmend schlechtes Wetter bis hin zu Schneeschauern am Abend prognostiziert wurden habe ich bereits früh einen ausgedehnten Osterspaziergang unternommen (so ausgedehnt, wie mein Sprunggelenk das eben zulässt).

Auf dem Rückweg habe ich beim Bäcker frische Brötchen geholt und - bevor ich die verzehre - Fleetwood Mac geringfügig über Zimmerlautstärke angestellt und die Wartung des Ocoee angegangen, der seit einigen Tagen im Wohnzimmer lagert.


Das Boot könnte das Boot meiner Wahl werden, wenn es mal wieder auf mittelschweres Wildwasser geht. Deshalb habe ich den von mir angebrachten Süllrand noch einmal geschliffen und mit einer Schicht Holzöl eingelassen. Jetzt glänzt er wieder matt und durchgängig.

Anschließend gibts jetzt ein zweites Frühstück und - wenn das Wetter hält - folgt eine kleine Runde mit dem Fahrrad. Irgendwie sollte man ja in Bewegung bleiben...

Freitag, 2. April 2021

Neckarinselrunde

Ganze drei Wochen lag das schnelle blaue Boot nun im Wohnzimmer und ich habe in sehr kleinen Schritten so etwas wie Fußstützen eingebaut. Das Resultat erinnert an medizinische Hilfsmittel aus dem Orthopädiefachhandel. Und genau so etwas sind sie ja auch.

Heute habe ich sie nun endlich einmal ausprobiert. Ich habe unterschiedliche Positionen durchprobiert und war am zufriedensten damit, dass ich den linken Fuß ausstrecke und auf der Fußstütze ruhen lasse während das rechte Bein - wie gewohnt - kniet und der zugehörige Fuß unter den Sitz abgelegt wird. 

In dieser etwas "verwundenen" Position bin ich einmal um die Neckarinsel gepaddelt. Gegen Ende hat mir die Dauerstreckung des linken Beins etwas zu Schaffen gemacht, aber ich komme klar so.


Da dieses Boot mein leichtestes Boot ist und wenig Aussicht besteht in absehbarer Zeit ein tragbareres anzuschaffen werde ich damit wieder so etwas wie Training aufnehmen. Sollte in diesem Jahr ein Urlaub möglich sein kommt dieses Boot mit.

Mittwoch, 31. März 2021

Altersteilzeit

 Seit ich nach dem Beinbruch wieder zur Arbeit gehe habe ich mir fast jeden Mittwoch frei genommen weil Arzttermine oder Physiotherapie anstanden. Das wird auch künftig so sein. Diesen Mittwoch hatte ich keinen solchen Termin und dennoch frei genommen.

Ich habe den Tag für eine Fahrradtour im oberen Neckartal genutzt. Da ich das nähere Umfeld Tübingens inzwischen gut kenne habe ich das Rad ins Auto gepackt und bin nach Oberndorf gefahren. Von dort bin ich das Neckartal hinauf nach Rottweil gefahren (wo ich aufgrund zahlreicher Baustellen jede Menge Umwege radeln musste). dann bin ich über eine Landhöhe zur Schlichemklamm gefahren, die ich auf holprigen Wanderwegen hinuntergefahren und -geschoben bin/habe. Unterwegs kam ich an zahlreichen Stellen vorbei, die ich bisher nur vom Boot aus gesehen habe. So z.B. die Holzbrücke bei Rottweil.

An dieser Brücke haben wir häufig Pause gemacht wenn wir von Rottweil abwärts gepaddelt sind. Das Wehr dort muss ohnehin umtragen werden weil es eine dieser Todesfallen ist, die nicht gepaddelt werden können. Eins meiner Lieblingsbilder ist dort vor zehn Jahren entstanden.


Beeindruckend fand ich den Flusslauf der Schlichem die ich vor fünf Jahren mal zusammen mit Claudius gepaddelt bin. Damals hatte der Fluss Hochwasser. Heute war der Pegel nur geringfügig erhöht. Die ganzen Querriegel und Stufen wurden so erkennbar, die wir damals bewältigt haben.


Vergangenen Sonntag noch habe ich eine Radtour im Glatttal unternommen. Die Glatt, die aus dem Schwarzwald heraus fließt bin ich noch nicht gepaddelt. Sie reizt mich schon seit Jahren. Die Landschaft, durch die sie fließt hat bereits Schwarzwaldcharakter. Ich bin über die Höhe zurück ins Neckartal bei Oberndorf gefahren und dann den Neckartalradweg zurück zum Auto, das ich an Pfahljochbrücke unterhalb von Fischingen geparkt hatte.


Am heutigen Nachmittag bin ich dann nochmal zum Bootshaus gefahren und habe Paddelversuche im Independence angestellt. Ganze zehn Minuten lang hielt ich es kniend aus. Das geht nur barfuß und ist schon mal ein Fortschritt. Sobald ich Manöver in der Strömung paddeln musst und mich unwillkürlich im Boot verkeilt habe, wurde es jedoch schwierig. Die meiste Zeit bin ich sitzend gepaddelt, was äußerst ungewohnt ist und mich stark verunsichert.


In Zukunft werde ich häufiger Mittwochs zuhause bleiben bzw. Sport treiben. Ich habe meine Arbeitszeit reduziert. Offiziell tritt diese "Altersteilzeit" erst im September in Kraft. Bis dahin muss ich aber noch so viel Urlaubstage abbauen, dass ich getrost jeden Mittwoch frei nehmen kann. So blendendes Wetter wie heut wird nicht jeden Mittwoch sein, aber ich will trotzdem raus und meine mürben Knochen bewegen. 

Samstag, 27. März 2021

Verkäufe

 

Vergangenen Mittwoch habe ich ein kleines Fotoshooting auf dem Bootshausgelände veranstaltet. Ich mss mich von Booten trennen um Platz zu schaffen und um einen Zuschuss zur Anschaffung eines Ultraleichtbootes zu erwirtschaften. zunächst verkaufe ich drei Wildwasserboote (hier und da). Es handelt sich um Boote, zu denen ich einen hohen ideelen Bezug habe, die ich aber nicht mehr paddele. 

Meinen ursprünglicher Plan, den Babyprospector und sogar den zuletzt angeschafften Option zu verkaufen habe ich zunächst einmal zurück gestellt. Den Baby-Prospector kann der Verein als Soloboot gebrauchen. Ich werde Fußstützen einbauen und ihn vielleicht sogar als Dauerleihgabe zur Verfügung stellen. Und den Option kann ich vielleicht doch eines Tages noch mal paddeln. 

Ich habe nämlich festgestellt, dass ich in einem Wildwassercanadier durchaus knien kann. Da muss ich mein kaputtes Sprunggelenk nicht - wie in einem Tourenboot - überstrecken sondern auf Fußstützen anwinkeln.  


Eigentlich wollte ich ja nur meinen etwas zerschundenen Prelude behalten (weil der mit dem Riss am Boden kaum verkaufbar ist, aber noch auf mittelschwerem Wildwasser zu paddeln ist), aber jetzt hat mir der Arzt doch Hoffnung gemacht, dass der Degenerationsprozess, den meine Knochen erfahren haben, auch umkehrbar sein kann. 

Bei der Gelegenheit habe ich auch mal mein Kajak aus dem Bootsregal gezogen. Ich hatte es ganz oben auf einen nicht benutzten Canadier gelegt. Entsprechend verstaubt war das gute Stück. Es bekam erstmal eine gründliche Dusche (und damit den ersten Wasserkontakt in Jahren).

Jetzt lagert es zuhause im Fahrradschuppen neben dem Prelude und wartet auf den harten Wildwassereinsatz. Auf den warte ich auch. 

Sonntag, 14. März 2021

Jubiläum ohne Jubel

Mittelfristig böte es sich an, den am heutigen Tag 14 Jahre alt werdenden Paddelblog in „Pedalblogg“ umzutaufen weil mir zur Zeit wenig andere Möglichkeit bleiben als meine Kondition mit Radfahren wieder aufzubauen. Laufen kann ich aufgrund von Komplikationen im Heilungsprozess immer noch nicht richtig. Und ins Boot passe ich auch noch nicht. 

Diese Woche hat sich nun herausgestellt, dass meine Knochenbrüche weniger eine Aneinanderkettung unglücklicher Zufälle sind als von einer Stoffwechselstörung begünstigt werden, die mein Gerippe mürbe gemacht hat. Diese Erkenntnis veranlasst mich grundsätzliche Überlegungen über meinen Lebenswandel und die Zukunft dieses Paddeltagebuchs anzustellen.


Paddeln ist eine der wenigen körperlichen/sportlichen Betätigungen, die geringe Stoßbelastungen beinhalten. Ich werde also alles daran setzen in absehbarer Zukunft wieder auf dem Wasser unterwegs zu sein. Welche Bootsgattug dabei zum Einsatz kommt hängt sehr vom Ergebnis der Experimente der nächsten Zeit ab. Im Lauf der Woche habe ich wieder einmal ausprobiert mich in eins meiner Boote zu knien, bin daran gescheitert und grübele nun an einer Lösung herum, die darin bestehen könnte den Sitz im Baby-Prospector zeitweilig ganz nach oben an den Süllrand anzuheben und mir künftig ein Schaumkissen unter den Fußspann zu legen. Wenn das nicht klappt werde ich ausprobieren, im Sojourn sitzend Sit’n’switch zu paddeln. Hierfür sollte ich dann Fußstützen einbauen. Und wenn das nicht klappt werde ich mich ins Seekajakpaddeln einführen lassen.
 
Seekajakfahren entspricht noch am ehesten dem, was ich mit Canadiern in absehbarer Zukunft machen kann und will. Wildwasserpaddeln - im Canadier knieend oder im Kajak sitzend - kommt erstmal nicht in Frage. Das damit verbundene Verletzungsrisiko kann ich nicht eingehen.