Dienstag, 3. Januar 2023

Jahresauftaktpaddeln


Am Neujahrstag treffen wir uns traditionell um 14:00 Uhr am Bootshaus und paddeln hinunter zum Stocherkahnanleger. Dort wird Kaffee zubereitet, Thermoskannen geleert, Kekse werden verzehrt und es wird geplaudert. In keinem früheren Jahr war es so warm. 
Und es sind allerlei Jahre zusammen gekommen: 
2009201120132014201520162017201820192020 - einige wenige mussten wir Wetter- oder pandemiebedingt aussetzen. Klemens hat die Fahrt zu Fuß begleitet (auch da sehe ich eine gewisse Tradition) und Bilder vom Ufer aus gemacht. 

Von Neujahrspaziergängern und -gängerinnen wurden auch allerhand Fotos und Videos aufgezeichnet, die mich jedoch nicht erreicht haben (vermutlich frequentiere ich die falschen sozialen Medien - oder zu wenige).

Am Anleger war dann wahrhaftig geschäftiges Treiben. Jonathan hat seinen Trangia für die Zubereitung eines Espressos eingesetzt und ich habe den guten alten Künzi angefeuert und anderthalb Liter Kaffee gebraut. Andere brachten Kekse mit und boten diese freigiebig an. Der Anteil von Selbstgebackenem war in diesem Jahr etwas rückläufig. Der Zeitenwandel ist wahrnehmbar und bewegt sich nicht zwangsläufig zum Positiven.

Dafür ist in diesem Jahr - meiner Wahrnehmung nach - nichts Hochprozentiges kursiert. Auch das ein Zeitenwandel, der von unterschiedlichen Leuten unterschiedlich bewertet werden mag. Ich finds gut. Nach anderthalb Stunden machten wir uns allmählich wieder auf den Rückweg. Die Strömung war kräftig aber zu bewältigen. Die untergehende Sonne schien uns noch mal ins Gesicht und gegen halbfünf waren alle wohlbehalten wieder auf dem Trockenen.

Samstag, 31. Dezember 2022

Jahresabschlusspaddeln

Das Jahr neigt sich jetzt ganz rapide seinem Ende zu. Obwohl es ein Jahr ganz neuer Herausforderungen und Verpflichtungen für mich war waren doch einige sehr schöne und erinnerungswürdige Paddelunternehmungen darin enthalten. Besonders gerne erinnere ich mich an die Fahrten im Urlaub, bei denen ich die jütländischen Kleinflüsse erforscht und dabei großartige Entdeckungen gemacht habe (z.B. Ribe Å südlich und nördlich von Ribe, Lindenborg Å und Brede Å). Aber auch Ausflüge an den Bodensee (mit Rolf) und Schluchsee (Juli und November) habe ich in guter Erinnerung. Im Juni habe ich - anstelle einer eigentlich geplanten Fahrt an die Soča - einen kurzen Seenurlaub eingelegt (Niedersonthofener See, Rottacher See, Plansee und Staffelsee) und im Juli war ich ganz oft im Neckar baden (nur einmal mit Boot, sonst fast täglich mit dem Fahrrad). Die Unternehmungen mit den Paddelfreunden haben sich - nach Pandemiebedingter Flaute - nur allmählich wieder verstetigt, aber wir sind diesbezüglich auf einem guten Weg. Und ich habe im Sommer gelegentlich frühmorgendliche Neckarfahrten unternommen (Mai, Juni, Juli, August). Das sind die Neckarinselrunden, die ich besonders genieße weil ich alleine auf dem Wasser unterwegs bin, die Stadt noch ruhig ist und der Tag noch vor mir liegt.









So bin ich auch heute - quasi als Jahresabschluss - ganz früh auf dem Neckar gewesen. Das hätte ich natürlich nicht gemacht, wenn es winterlich kalt gewesen wäre, aber dieser 31. Dezember wird als wärmster Silvestertag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in die Geschichte eingehen. Wir hatten zweistellige Temperaturen (14°C ?) als ich kurz vor Sechs zum Bootshaus radelte.

Der Himmel war noch dunkel und die Dämmerung ließ sich allenfalls erahnen. Der Neckar strömte mächtig und ich mußte mich nicht besonders anstrengen um zur Stadt hinunter zu kommen. Argwöhnisch lauschte ich nach Strömungsgeräuschen die am Ufer stark ausgeprägt waren.
Am Stocherkahnanleger in der Hermann-Kurz-Straße legte ich eine Pause ein und setzte mich ein Weilchen auf die Bank. Hier wollen wir morgen unseren Jahresauftakt zelebrieren (so wie beinahe jedes Jahr: 
20092011201320142015201620172018201920202022). 

Anschließend paddelte ich dann gegen Strömung und aufkommenden Wind wieder durch die Stadt zurück zum Bootshaus. Ich musste mich ein wenig ins Zeug legen um gegen die Strömung anzukommen. Das wird morgen weniger schwierig sein weil keine weiteren Regenfälle angekündigt sind. Es ist mit frühlingshaften Temperaturen, Sonnenschein, jeder Menge Teilnehmenden viel Kaffee, Tee und gehaltvolleren Getränken, übrigem Weihnachtsgebäck und netten Gesprächen zu rechnen.

Sonntag, 25. Dezember 2022

Weihnachtspaddeln

Meine städtische Paddelrunde hat ja in dieser Jahreszeit eher wenig Reize. Den Bäumen fehlen die Blätter, die Temperaturen animieren gewöhnlich wenig zu Wassersportaktivitäten und das Wasser selbst ist erfahrungsgemäß braun-matschig und kalt. Dennoch fühlte ich mich verpflichtet mal eine Neckarinselrunde zu paddeln - schon damit sich in diesem Paddeltagebuch ein Dezembereintrag findet. 
Voilà, hier ist er, der Dezembereintrag. Die Temperaturen waren mild (12°C), aber sonst bot der Neckar genau das, was ich von ihm erwartete: braun-matschig kaltes Wasser und kahle Ufervegetation. 


Ich legte am Stocherkahnanleger eine kleine Pause ein (zu dem wir in einer Woche, am 1. Januar, paddeln werden um übriges Weihnachtsgebäck und Getränke zu uns zu nehmen), sonnte mich ein wenig auf meiner Lieblingsbank und machte mich dann auf den Rückweg.

Für den benötigte ich doppelt bis dreimal soviel Zeit, wie für den Hinweg, denn das Tauwasser der letzten Tage ist noch nicht völlig abgeflossen sondern strömt recht mächtig den Fluss hinunter.
Am Bootshaus lagerte ich das Boot wieder ein. Ich werde mich da die kommenden Wochen und Monate recht viel aufhalten weil wir es umfassend modernisieren und umbauen wollen. Wir haben uns da einiges vorgenommen. Vielleicht werde ich an dieser Stelle gelegentlich davon berichten. Es hat ja durchaus was mit Paddeln zu tun.

Sonntag, 27. November 2022

Ballbeute

Ursprünglich wollten Rolf und ich ja diesen Sonntag nochmal die Donau zwischen Riedlingen und Rechtenstein paddeln, aber die Wetteraussichten in Riedlingen waren so miserabel, dass wir entschieden es sein zu lassen. In Tübingen dagegen war das Wetter schön. Die Sonne strahlte vom Himmel (nur die Temperaturen wollten nicht recht mitmachen). Wir beschlossen eine Runde um die Neckarinsel zu paddeln. Wir setzten die Boote am Bootshaus ein und paddelten gemächlich flussab. Auffällig viele Schwäne begegneten uns auf dem Wasser - da wo sie auch in gehören..
 
Als wir unterhalb der Neckarbrücke auf der großen Wasserfläche vor dem Stadtwehr unterwegs waren flog eine Schwanformation über uns weg. Einen Augenblick später prasselte etwas auf mein Boot herab. Ein Anschlag auf Würde und Integrität. Ich bin jetzt endgültig ein Feind von Schwänen. Sie sollten höchstens auf dem Wasser rumdümpeln und eigentlich nicht mal das. 

Nach diesem Naturerlebnis begutachteten wir noch die Baufortschritte an der Steinlachbrücke. Es geht voran - wenn auch sehr langsam. Diese Bauprojekte in der Stadt dauern Monate. Die neue Brücke scheint nicht annähernd so anmutig zu werden wie die alte.
Schließlich paddelten wir wieder flussauf Richtung Bootshaus und fanden unterwegs zwei tadellose Fußbälle. Offenbar ist es jetzt zu kalt um einem ins Wasser gekickten Ball hinterher zu waten. Im Bootshaus sammeln wir die Fundbälle und stiften sie - wenn genug zusammen gekommen sind - irgendwann einer Schule.

Mittwoch, 16. November 2022

Schluchsee mit viel Wasser und Wind

 
Der Wetterbericht verhieß noch einen schönen Sonnentag, ich hatte Zeit, also fuhr ich am späten Vormittag zum Schluchsee. Und der hatte richtig viel Wasser. Der Pegel war ca. einen Meter höher als gewöhnlich und der Uferbewuchs war rund um den See herum überspült.


Zeitweilig konnte ich über die  Badestrände des Sommers hinweg paddeln und zwischen dem Uferbewuchs hindurch. Das empfahl sich auch da auf dem See selbst richtig ansehnliche Wellen waren und ein kalter Wind wehte. Immer wenn die Sonne weg war wurde es noch kälter.
Ich paddelte dennoch quer über den See und in den Ort Schluchsee. Dort gedachte ich eine Tasse Kaffee zu mir zu nehmen, aber das touristische Angebot und die Gastronomie sind im November auf Nullstellung. Ich kehrte unverrichteter Dinge um.


Auf der Rückfahrt musste ich gegen den Wind ankämpfen. Als auch noch garstige Regenwolken aufzogen trug ich demoralisiert das Boot ein Stück auf dem Uferweg. Es ist ja nicht  schwer. Dann paddelte ich aber doch wieder zurück bis zum Anleger in Aha wo ich das Auto abgestellt hatte. 


Ich habe knapp elfeinhalb Kilometer zurückgelegt, war gut zwei Stunden unterwegs und nahm verdientermaßen anschließend in Bärental ein verspätetes Mittagessen in einer neu errichteten erstaunlich modernen Gaststätte, die lokale Produkte anbietet, zu mir. Es war lecker (wenn auch teuer)! Dann fuhr ich wieder heim und kam in der Dämmerung an. Ich mag diese kurzen Tage überhaupt nicht!

Samstag, 29. Oktober 2022

Lampions und Lichterketten


Die diesjährige Lampionfahrt (alle Lampionfahrten) wurde weniger aufwändig vorbereitet als die Fahrten der letzten Jahre. Wir hatten dennoch viel Spaß. Die Boote wurden ab 17:00 Uhr bei angenehmem Wetter mit Laternen und Lichterketten bestückt.

Um 18:00 Uhr ging es bei einsetzender Dämmerung aufs Wasser.

Bei der Neckarbrücke im Zentrum angekommen war es schon so dunkel, dass die beleuchteten Boote auf dem Wasser richtig gut zur Geltung kamen. Wir fuhren unter Jürgens Anleitung einen großen Kreis und anschließend eine wagemutige Acht (unfallfrei!). 



Anschließend paddelten wir wieder flussauf zum Bootshaus wo ein ansehnliches Grillfeuer entfacht wurde. 

Sonntag, 23. Oktober 2022

Nasse Füße

Wie immer, wenn ich einen Tag fürs Paddeln Zeit habe, aufregende Paddelreviere mir aber zu weit entfernt vorkommen besinne ich mich auf den Neckarabschnitt zwischen Horb und Sulzau mit seinen vier Wehren und einigen munter plätschernden Schwallabschnitten.

Mein Fahrrad habe ich in Sulzau deponiert und bin mit dem Kanu auf dem Auto weiter nach Horb gefahren. Dort traf ich auf dem Parkplatz ein paar Luftbootpaddler:innen an, die im Begriff waren ihr Gefährt zu Wasser zu lassen.
Der Vorteil eines Festrumpfbootes ist, dass es vom Autodach genommen, die Ausrüstung reingepackt wird und es dann losgehen kann. Der Nachteil so eines Bootes ist, das es an jedem Wehr ausgehoben und übertragen werden muss während das Luftboot beim gegenwärtigen Pegel problemlos drei der vier Wehre auf der Strecke hinunterrutschen kann.

Mit dem Wildwasserboot bin ich diese Wehre ja auch schon häufig gepaddelt. Das Laminatboot ist mir dafür zu schade. Der Pegel war überdurchschnittlich hoch, die Strömung flott und dennoch kam es hin und wieder zu Steinberührungen weil das Wasser auch sehr trüb war.


Insbesondere der Abschnitt unter dem zweiten Wehr in Mühlen ist diesbezüglich etwas kritisch. Die Hochwasser spülen das Ufer immer weiter aus, der Fluss wird breiter und bleibt selbst bei hohem Pegel relativ flach. Ich musst nicht aussteigen, aber es knirschte ab und an.

Am Wehr in Eyach, an dem auch Luftbootpaddler:innen umtragen müssen, hat sich enorm viel Treibgut angesammelt. Der Pfad hinunter zur Einsatzstelle ist extrem überwachsen. Wie müssen da offenbar mal wieder Säge und Heckenschere zum Einsatz bringen.


Als die Weitenburg in Sicht kam zeichnete sich wie üblich das Ende meiner Tour ab. Ich rauschte noch das Naturwehr beim Golfplatz hinunter, wurde von keinem Golfball getroffen und landete am Parkplatz des Golfplatzes an. Dort wuchtete ich das Boot aus dem Wasser.

Nachdem ich es im Garten verstaut hatte schwang ich mich aufs Rad, fuhr zügig nach Horb, holte das Auto, lud das Boot in Sulzau auf und machte mich auf den Heimweg. Da zogen auch schon unangenehm graue Wolken auf. Der Spätsommer im Oktober neigt sich jetzt auch dem Ende zu.

Ach ja, nasse Füße habe ich am Börstinger Wehr bekommen. Das lässt sich sehr schlecht umtragen. Ich balancierte mal wieder am linken Rand entlang bis mir nichts anderes übrig blieb als im Wasser zu waten bis ich ins Boot steigen konnte.