Freitag, 3. Juli 2020

Wider besseren Wissens

Eigentlich habe ich ja schon beim letzten Mal fest gestellt, dass der Sojourn nicht das richtige Boot für die Rems ist. Sie wird, wenn man sie aufwärts paddelt, irgendwann seicht und mit dem Paddel ist dann kein Vortrieb mehr zu bewerkstelligen. Man muss staken.


Das geht in dem kleinen schlanken Soloboot nicht. Dafür habe ich breitere. Dennoch habe ich gestern nochmal den Versuch gewagt. Der Sojourn war zur Hand, der Pegel infolge von Regenfällen leicht erhöht, aber deshalb war auch die entgegen kommende Strömung stärker.

Sie war so stark, dass ich keinen Meter weiter gekommen bin, als beim letzten Mal. Immerhin musste ich nicht - wie beim letzten Mal - gelegentlich aussteigen und das Boot treideln. Über diese Stelle kam ich diesmal paddelnd hinüber (auch wenn das Paddel ab und an Grundberührung hatte).

Ich bin insgesamt 6,9 km weit gepaddelt, war durchschnittlich 5,9 km/h schnell und bin auf der Rückfahrt flussab erwartungsgemäß schneller unterwegs gewesen (unterbrochen von einem Telefongespräch).


Ein- und Aussatzstelle war diesmal ein günstig gelegener Parkplatz direkt bei der Remsmündung. Damit beschränkte sich die (langweilige) Neckarbefahrung auf ein Mindestmaß.



Sonntag, 28. Juni 2020

Allgäuwochenende Sonntagvormittag: Plan- und Heiterwanger See

Am Rande der ST2060 (in Österreich L255) fand ich einen guten Platz für die Nacht, zu deren Beginn (eigentlich schon am Spätnachmittag) heftiger Regen fiel, der den kleinen Fluss unterhalb meines Nachtplatzes ("Linder") heftig anschwellen ließ.
Ich musste durch trübe Nebelsuppe steuern um zum Plansee zu gelangen. Dort angekommen lichtete sich der Nebel jedoch und ich konnte zu einer frühmorgendlichen ausgedehnten Paddelrunde über den stillen See aufbrechen. Wie schon früher steuerte ich den Heiterwanger See an.


Der Durchstich zwischen den beiden Seen lag im grellen Morgenlicht und im glatten Wasser spiegelten sich die Fußgängerbrücke und das Bergpanorama.

Ich paddelte die Konturen des Heiterwanger Sees ab, nahm auf der Hotelterrasse zwischen frühstückenden Hotelgästen einen Latte Macchiato zu mir und paddelte dann am Nordufer entlang zurück Richtung Plansee wo ich nach rechts steuerte um einen Pausenplatz zu suchen.


Einen solchen fand ich schließlich. Ich hatte die Hängematte mitgenommen und machte es mir ein Weilchen darin gemütlich. Lange hielt ich es aber nicht aus. Ich erforschte noch ein wenig diesen Mittelteil des Sees und paddelte dann wieder nach Westen.


Unterwegs begegnete mir dann auch das Passagierboot, das den See regelmäßig durchpflügt und hohe Wellen an die Ufer spült. Inzwischen waren auch allerhand ("stehende") Leute auf dem Wasser, die sich mit diesen Wellen sichtlich schwer taten.


Zurück am Auto nahm ich ein Mittagessen zu mir, spielte meine Optionen durch und nahm wahr, dass am Grenzübergang jetzt schon ein zehnminütiger Stau war. Ich entschied mich zurück nach Deutschland zu fahren um eventuell noch auf dem Weißensee zu paddeln. Nachdem ich aus dem Grenztunnel kam musste ich jedoch feststellen, dass sich vor dem Alpenkamm Wolken stauten. Ich verzichtete auf weitere Paddeleskapaden und fuhr heim.

Allgäuwochenende Samstagnachmittag: Staffelsee nochmal


Am Nachmittag - nach einer Gesamtumrundung des Sees mit dem Fahrrad - wollte ich noch einmal baden gehen. Ich fuhr diesmal auf dem wieder ruhigen See um die Insel Wörth herum und suchte mir an deren Westende ein ruhiges Plätzchen in einer Bucht.

Ich zog das Boot eingedenk der Wetterkapriolen des Vormittags aufs Ufer, badete länger, ließ mich von der Sonne trocknen und umrundete dann noch die kleine und die große Birke. Diesmal durfte ich über glattes Wasser zurück nach Murnau paddeln.

Allgäuwochenende Samstagvormittag: Staffelsee

Bereits am Freitagabend bin ich mit voller Expeditionsausrüstung Richtung Bayern gestartet, habe bei Füssen an einem mir vertrauten und bewähren Platz übernachtet (Regen lullte mich ein) und bin dann am anderen Morgen durch Österreich zum Eibsee gefahren.

Nachdem ich den Eibsee unverrichteter Dinge verlassen habe, habe ich den gut 30 Km entfernt liegenden Staffelsee angesteuert. In Murnau habe ich am Strandbad ("Schweinebucht") ein Tagesticket fürs Auto gezogen, einen idealen schattigen Parkplatz in unmittelbarer Nähe zur Einsatzstelle gefunden (und eine öffentliche Toilette) und habe das Boot auf das spiegelglatte Wasser gesetzt um die Südhälfte des Sees zu erkunden.


Man beachte auf obigem Bild die nette kleine Wolke am Horizont. Aus ihr sollte sich im Lauf der nächsten zwei Stunden ein kleiner Sturm heraus entwickeln, wie er sich einer älteren Dame, deren Gatten ich aus dem Wasser zog, zufolge am Staffelsee noch nie gebildet habe.

Ich paddelte zunächst nichtsahnend zügig mit dem flotten Sojourn durchs blaue Wasser. Ich begegnete zahlreichen SUPlern, die äußerst leicht bekleidet auf ihren Brettern standen und mühsam durchs Wasser stakten. Es wurde warm. Ich entschied mich ein Bad zu nehmen.

Während ich etwa am nördlichen Scheitelpunkt meiner Fahrt badete frischte der Wind ein wenig auf, so dass ich schon auf der Rückfahrt, die mich strax südlich führte mit kleinen Wellen und Seitenwind zu kämpfen hatte. Der Wind wurde stärker, jetzt blinkten Warnsignale am Ufer.


Ich verkniff mir ein zweites Bad von der "kleinen Birke" aus, wo Badekleidung optional ist, und paddelte weiter zurück nach Murnau. Inzwischen waren die Wellen so hoch, dass ich zeitweilig auf ihnen surfen konnte. Wo das ging hielt ich mich im Schutz des Ufers. Ich hatte den Wind im Rücken. Er kam aus Westen und blies geringfügig Richtung Norden, so dass immer wieder Korrekturen erforderlich waren und mein Surf ab und zu leicht diagonal zu den Wellen erfolgte.

Um mich herum kämpften die SUPler auf ihren Boards sitzend mit dem Wellengang. Niemand von ihnen trug eine Rettungsweste. 200 Meter vor dem rettenden Ufer ließ ein älteres Ehepaar sein Brett schwimmen und hielt sich mehr schlecht als recht über dem Wasser. Der älteren Dame ging es in den hohen Wellen noch recht gut, aber ihr Mann war am Ende seiner Kräfte. Ich nahm ihn in Schlepp und beförderte ihn ans Ufer. Dabei bekam ich auch immer wieder etwas Wasser ins Boot weil er das Heck weit herunter zog und wir extrem langsam waren.


Nach getanem Rettungswerk nahm ich im Strandpavillion eine Pizza zu mir und ließ mich dann im Auto, das im Schatten stand für ein Nickerchen nieder.

Allgäuwochenende/Samstagmorgen: Eibsee


Um es kurz zu machen: ich war nicht mit dem Boot auf dem Eibsee. Ich habe nicht mal zu Fuß das Ufer erreicht. Ich bin mittlerweile der festen Überzeugung, dass sämtliche Ufergrundstücke (bzw. sagen wir mal ein Zwanzigmeterstreifen) an jedem Gewässer verstaatlicht und der Allgemeinheit zugänglich gemacht gehören. Besonders in Bayern. Aber eigentlich überall!

Donnerstag, 25. Juni 2020

Soloboote


So, jetzt bin ich mit jedem der drei Soloboote einmal eine aufgezeichnete Neckarinselrunde gefahren. Die Werte sind sicher nur eingeschränkt vergleichbar (heute musste ich beispielsweise jede Menge Stocherkähne umrunden und habe die eine oder andere kurze Fotopause eingelegt, eine Plauderpause mit "P", der mir auf dem Wasser begegnete ließ sich abwenden - er hat dafür Verständnis weil er hier mitließt und gelegentlich kommentiert), aber sie sind dennoch durchaus überraschend:

MadRiver Independence:
Dagger Sojourn:
Hou 13 "Baby Prospector":

Mit meinem guten alten Independence habe ich in diesem Verglich erstaunlicherweise die besten Werte erzielt. Ich war mit dem Boot trotz des sehr belebten Neckars am schnellsten unterwegs. Warum die Strecke gut 200 Meter kürzer war erschließt sich mir nicht.


Vielleicht hat es mit meinem Wendemanöver vor dem Stadtwehr zu tun. Da fahre ich mal näher dran, mal kürze ich leichtgradig ab. Und natürlich haben die Strömungsverhältnisse auf dem Neckar Einfluss auf die Werte. Gegenwärtig steht das Wasser fast schon.

Dass da völlig abwegige Höhendifferenzen festgehalten werden hat wohl mit den Bezugspunkten der topographischen Karte zu tun, die dem Aufzeichnungsprogramm zugrunde liegt. Wenn ein Punkt oben auf der Uferböschung gewertet wird kommen da gleich mal 10 Meter hinzu.

Der Independence ist einfach ein äußerst "schnittiges" Boot, das sich stark aufgekantet sehr effizient paddeln lässt. Er muss etwas genauer auf Kurs gehalten werden als der Sojourn, der kein bißchen drehfreudig ist, aber nicht so sehr wie der Baby-Prospector.

Dienstag, 23. Juni 2020

Kein Zeitdruck


Heute Abend habe ich keine Strecke aufgezeichnet. Ich bin vom Bootshaus aus aufwärts gepaddelt und habe dort, wo einiges Wasser aus dem Kraftwerkkanal strömt ein paar Kehrwassermanöver mit dem Baby-Prospector absolviert. Je intensiver das Boot aufgekantet wird, desto bereitwilliger dreht es. Ich traue mich nur noch nicht recht es bis an die Süllrandkante an die Wasseroberfläche zu bringen. Das übe ich noch.

Anschließend habe ich mich gemütlich zurück zum Bootshaus treiben lassen. Das neugestaltete Neckarufer ist an diesen warmen Abenden recht belebt. Es wird mit und ohne Textilien gebadet. "Substanzen" werden eingenommen, vorläufig wird erfreulich wenig Müll zurück gelassen.