Montag, 1. Juni 2026

Provisorische Flechtsitze


Auf der Rückfahrt aus dem Urlaub habe ich intensiv an einer Lösung fpr die brüchigen Flechtsitze im neuen alten 17'-Explorer nachgedacht. Noch gestern habe ich sie an dem Boot, dass die Urlaubszeit im Wohnzimmer liegend verbracht hat, umgesetzt.

Heute nun habe ich das Boot mit den frisch umflochtenen Sitzen zum Bootshaus gebracht und die Holzteile behandelt. Nach einer Schicht Leinölfirnis sieht es gleich viel besser aus. Dabei hat es vorher schon nicht schlecht ausgesehen. Insbesondere die angeschäfteten Süllrandenden und die reparierten Deckplates (beides ist quasi nicht zu erkennen) machen einen guten Eindruck. Das Boot liegt jetzt da, wo vorher der Dagger Reflection lag (davor der SourisRiver Prospector 16.6'). Das Dagger-Boot habe ich gleich wieder mit nach Hause genommen. Die eine Sitzaufhängung wurde mal sehr provisorisch repariert. Das will ivh jetzt nochmal besser machen.

Die provisorisch mit Gutband umwickelten Flechtsitze des Explorer 17' drohen dauerhaft in diesem Zustand zu bleiben. Wenn sich mein Flechtwerk während der Nutzung nicht maßgeblich verschiebt gefällt mir diese Lösung eigentlich ganz gut.

Samstag, 30. Mai 2026

Henne Mølle Å

Am letzten Urlaubstag machten wir uns auf den Heimweg. Und auf diesem musste ich den Henne Mølle Å überqueren, den man paddeln darf, wie wir ermittelt hatten. Ich hatte es nicht so eilig und bog in den langen Schotterweg ein, der zum Hotel und Fußgängersteg kurz vor der Flussmündung ins Meer führt.

Anfangs - bevor sich der Fluß Filsø nähert - mäandert er durch eine Heidelandschaft gleich hinter den Küstendünen. Ein tief angebrachter Balken mußte unterquert werden und Rückenwind trieb mich voran.


An der Stelle, an der sich der Fluss teilt und Filsø umfließt drehte ich um weil mir nicht mehr recht klar war welcher Arm befahren werden darf. Ich war zu dem Zeitpunkt auch schon drei Kilometer weit gekommen.


Auf dem Rückweg überquerte keine 20 Meter vor mir ein ziemlich großes Reh in drei Sprüngen den Fluss, der an der Stelle vielleicht anderthalb Meter tief ist.

Schließlich erreichte ich wieder den Fußgägersteg, erwog kurz noch an den Strand zu paddeln, verwarf diesen Gedanken aber auch angesichts des frischen Windes wieder und verlud das Boot.


Dann machte ich mich auf den Heimweg (nicht ohne vorher noch ein Weilchen am Strand von Vejers herumzulungern - aber es war zu bewölkt für einen längeren Aufenthalt). Es war ein schöner Urlaub, in dem wir nicht nur in Booten unterwegs waren, aber in diesem Paddeltagebuch gehts ja ausschließlich ums Paddeln.

Donnerstag, 28. Mai 2026

Skjern Å

Teile des Skjern Å bin ich vor vier Jahren bereits rauf- und wieder runter gepaddelt. Inzwischen habe ich in Erfahrung gebracht, dass dass Flussaufpaddeln in Dänemark nur auf ausgewählten Flüssen (wie dem Vard Å) zulässig ist. Ich hoffe meine Ordnungswidrigkeit ist inzwischen verjährt. Grundsätzlich finde ich ja, dass nur die Flussabschnitte jedweden Flusses flussab gepaddelt werden sollten, die auch flussauf gepaddelt wurden, aber das ist eine Diskussion, die ich anderswo führen will.


Wir parkten mein Fahrrad am Hafen in Skjern und fuhren mit dem Auto zur Skjern-Brücke in Borris. Dort setzten wir die Boote ins Wasser und bewältigten erstmal einen ganz passablen Schwall unterhalb der Brücke. So lebhaft blieb der Fluss allerdings nicht als er zunehmend langsam und breiter werdend durch die flache Landschaft mäanderte. 

Erst fand sich noch Uferbewuchs in Form von Büschen und windgebeutelten Bäumen, dann kam flaches Marschland weil wir uns ja Dänemarks einzigem Flussdelta näherten.


Hin und wieder spannte sich eine Brücke über den breiter werdenden Fluss und in deren Nähe fanden sich auch immer Lachsangler, die alle freundlich grüßten wenn wir vorbei paddelten.

Neugierige Pferde und Rinder beobachteten uns und der Wind nahm an Fahrt auf, was sich auf dem breiten ungeschützten Fluss als ziemlich nervig erwies. Der Wind kam von vorne und neutralisierte die Strömung.


Hin und wieder kam ein Seitenarm, den die Angler:innen mithilfe kleiner Brücken überqueren können. Der Skjern Å ist in erster Linie für die Lachswanderungen bekannt und deutsche Angler beeindruckten uns mit Anglerlatein demzufolge Lachse in Boote sprängen oder Löcher in den Rumpf stoßen.


Diese Erfahrung blieb uns versagt und es waren uns auch keine anderen Paddler:innen begegnet, die ähnlich kunstfertig das Paddel führten wie auf der Abbildung auf der Info-Tafel, die wir sehr erheiternd fanden.

Wir kamen nach zweieinhalb Stunden ziemlich ermattet vom beständigen Gegenwind an, ich schwang mich aufs Rad und fuhr die 12 Kilometer zurück zum Auto. Dann verluden wir die Boote und nahmen noch Kaffee und süße Stückchen in einer Bäckerei in Skjern zu uns.

Sonntag, 24. Mai 2026

Varde Å

Seit Jahren überquere ich bei Urlaubsfahrten an der Westküste Dänemarks den Varde Å und denke mir immer wieder, dass ich den doch mal paddeln sollte. Am Pfingstsonntag nun haben Rolf und ich so eine Fahrt unternommen. Wir entschieden uns für einen Start in der Stadt und hatten zunächst Schwierigkeiten eine geeignete Einsatzstelle zu finden. 

Beim Varde-Kayak-Klub fanden wir eine solche und einige Locals, die uns Tipps für Touren in der Region gaben. Wir setzten am Anleger ein und paddelten zunächst an am Stadtufer vertauten Booten entlang.


Der Fluss hatte einen niedrigen Pegel und ziemlich braunes sedimentreiches Wasser zu bieten. Bald verließ er die Stadt und es eröffnete sich eine Weidelandschaft, die wir aus wechselnden Perspektiven (je nach Mäander) betrachten konnten. 



Wir paddelten vier Kilometer flussauf bis wir wieder umkehrten und noch ein wenig die Stadt vom Fluss aus erkundeten. Die Aufenthaltsqualität in dänischen Städten ist bemerkenswert.

Anschließend schlenderten wir noch ein wenig durch die ziemlich ausgestorbene Stadt (Pfingstsonntag!) und aßen ein Eis. Dann wandten wir uns anderen Dingen zu.

Freitag, 22. Mai 2026

Brede Å ab Bredebro

Vor vier Jahren bin ich ein Stück des Brede Å (unterhalb von Løgum Kloster) gepaddelt. An dem Biwakplatz, von dem ich damals aus gestartet bin, habe ich diesmal wieder übernachtet. 

Da ich nicht den gleichen Abschnitt erneut paddeln wollte habe ich mich für den Start meiner Tour in Bredebro erinnert, wo - wie der Name schon sagt - eine Brücke ("Bro") über den Fluss führt. Inzwischen sind da mehrere Brücken.

Der Fluss schlängelt sich langsam durch eine Weidenlandschaft. Er weist einige wenige kleine Schwallpassagen auf, von denen ich zwei umtragen habe. 


An einer Stelle ist eine neu errichtete Brücke mit einem langen Eichenholz-Steg mittels derer ein Wanderweg den Fluss überquert. Hier weideten neugierige Pferde, die angaloppiert kamen.


An der Biwakierstelle, auf der ich die Nacht zuvor verbracht hatte und wo die Tour vor vier Jahren flussauf startete, machte ich eine längere Pause bevor ich dann wieder umkehrte und mithilfe der Strömung hurtig zurück nach Bredebro paddelte.

Insgesamt legte ich 14 Kilometer zurück und war dreieinhalb Stunden "in Bewegung".


Montag, 18. Mai 2026

Würdiger Ersatz

Im Canadierforum wurde schon im März ein MadRiver Explorer angeboten, der mir zu der Zeit entgangen ist. Allen anderen offenbar auch. Ich habe Werner kontaktiert und gestern nun das Boot aus Zürich abgeholt. Es handelt sich um die 17'-Version. Das Boot ist also knapp 5 Meter lang und damit fast so groß wie mein SourisRiver Prospector, den ich vor drei Jahren verkauft habe.

Das bedauere ich immer noch. Das Angebot des Käufers war aber unwiderstehlich und hat mir den Kauf einer ganzen Reihe von "Trostbooten" ermöglicht. So nun auch den Kauf dieses Ersatzbootes.

Eigentlich habe ich ja schon einen halben MadRiver Explorer, der noch dazu fast gleich aussieht wie das neue Boot, aber ich habe immer eine gewisse Scheu ihn einzusetzen weil er mir ja nicht alleine gehört. Zudem hatte ich in den letzten Jahren ja auch wenig Anlass ein Tandemboot zu benutzen. Jetzt habe ich also diesen sichtbar gebrauchten und aber auch gut in Schuss gehaltenen größeren Explorer, der zunächst hier in der Wohnung lagert bis ich - aus dem Urlaub zurückgekehrt - einen Platz für ihn im Bootshaus finde. Ins Dachgebälk passe ein Boot dieser Länge ja nicht. Wahrscheinlich werde ich den Dagger Reflection dort hoch hängen und den Explorer zugänglich im Bootsregal lagern.


An den Enden wurden die Süllränder und Deckplates aufwändig und fachgerecht repariert (besser als ich das je hinbekommen würde). Innen gibt es eine kleine weniger schöne Reparaturstelle und außen am Rumpf finden sich eine ganze Reihe von Reparaturen, die nicht so hübsch aussehen, aber die Funktion des Bootes in keiner Weise beeinflussen.

Erneuert werden müssen die Sitzgeflechte. Die werden in Kürze durchbrechen. Sie sind altersgerecht spröde. Ich werde mich wohl doch mal mit eingeklebtem Ratangewebe beschäftigen müssen. 

Davor habe ich ziemlich viel Respekt und habe das bislang immer vermieden. Neue Sitze würden dem in die Jahre gekommenen und gut gealterten Boot nicht gerecht. Also muss ich mich wohl mittelfristig damit beschäftigen.

Werner hat mir noch jede Menge Material, einen Bootswagen und ein beeindruckend langes Beavertail-Paddel mitgegeben. Selbst ein Stück perfekt gefräster Süllrand ist dabei. Glasfaser- und Aramidmatten und Angaben über die Länge der Schrauben in den Süllrandspitzen.

Dem Boot ist anzusehen, dass es auf steinigen Schweizer Flüssen unterwegs war und schon allerhand erlebt hat. Die eingeklebten D-Ringe weisen auf viel Sachverstand des Vorbesitzers hin. Ich hoffe, dass es mir gelingt dieses Boot ähnlich kompetent zu nutzen und werde die Macken und Kratzer, die ich hinzufüge und die, die schon dran sind, je nach Erfordernis reparieren.

Donnerstag, 14. Mai 2026

Mitte Mai


Wie in den vergangenen Monaten gibts zur Monatsmitte eine kleine Bilanz meiner Paddelunternehmungen. Da ich ja penibel Beweisfotos sammele habe ich mich diesmal dafür entschieden, jede Fahrt mit einer Collage zu dokumentieren. Die Bilder oben stammen von der Neckarinselrunde am Tag der Arbeit. Die Bilder unten von einer Paddelunternehmung am darauffolgenden Tag, auf deren Details ich nicht eingehen werde.


Das hat damit zu tun, dass ich mir bei dieser Fahrt streng genommen zwei Ordnungswid-rigkeiten zuschulden kommen ließ, die ich aus Unkenntnis begangen habe. Diese Unkenntnis ist grundsätzlich schon mal peinlich. 

Ich mache natürlich häufig Bilder von den gleichen Motiven aus sehr ähnlichen Perspektiven. Trotzdem schaue ich sie mir immer wieder gerne an weil unsere kleine Unistadt eben bei fast allen Wetterbedingungen ganz ansehnlich ist.

Bei der Fahrt am 7. Mai ist mir die Kanu-AG des Wildermuth-Gymnasiums begegnet und ich habe eine frisch geschlüpfte Libelle - Ton in Ton mit dem alten Kletterseil, das einen Stocherkahn an seinem Platz hält - beobachtet. Am nächsten Tag war die Libelle weg, und die leere Hülle ihrer letzten Lebensphase klebte noch am Seil (siehe unten).


Bei manchen Fahrten ändert sich das Wetter unterwegs und ich habe stets eine Regenjacke dabei. Die war am 9. Mai nicht erforderlich weil sich das Wetter zum Besseren wandelte. Aber auch der bedeckte Himmel ganz zu Anfang war durchaus imposant. Die Software in der Handykamera hebt die Wolkenstruktur etwas übertrieben hervor.

Am Tag drauf wollte ich mal Erdmanns Osprey ausprobieren, bin aber nach kurzer Strecke wieder umgekehrt weil der Sitz in dem Boot für meine Bedürfnisse viel zu niedrig montiert ist. Ich würde ihn um mindestens zwei Zentimeter anheben. Das erschwert zwar die Balance im Boot, aber es erleichtert das Knien für Leute mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit.

Montag drauf bin ich nach der mittäglichen Paddeltour (in der Mittagspause des Home-Office) am späten Nachmittag noch einmal zum Bootshaus gefahren um die Paddelhalterung im Elan auszutauschen. Die Paddelhalter, die ich zuerst montiert hatte waren zu schwach, so dass das Paddel häufig heraus gerutscht ist. Ich fürchte jetzt habe ich sehr straffe Halterungen montiert, die mir auch gewisse Probleme bereiten werden. Ein heftiger Regenschauer setzte während der Arbeit ein, aber ich behindere ja niemanden wenn ich mich am Bootshaus so breit mache. Es ist ohnehin fast nie jemand da.

Heute nun habe ich eine weitere eher unspektakuläre Paddelrunde vollzogen und bei der Rückkehr die Hinterlassenschaften der Nilgänse, die an unserem Anleger lauern, umzirkelt. Unser famoser Bürgermeister will diese Gänse dezimieren weil sie heimische Arten verdrängten. Ausnahmsweise stimme ich ihm bei seinen Plänen zu. Ich würde sie aber auch auf Schwäne ausweiten, bei denen es sich auch um Nichtheimische Tierarten handelt und die höchst aggressiv ihre Reviere verteidigen. Bei den Nilgänsen gehts mir in erster Linie um den Dreck, den sie machen.