Samstag, 25. April 2026

Hirschau, Kiebingen, Rottenburg


Nachdem Rolf und ich vorgestern mal den Neckarabschnitt oberhalb des Bootshauses erforscht und dabei die "Raue Rampe" übertragen und in den Bereich unterhalb des Hirschauer Wehrs gepaddelt sind...

...habe ich heute beschlossen die große Wasserfläche oberhalb des Hirschauer Wehrs zu bepaddeln. Aber eins nach dem Anderen. Zuerst sollen ein paar Bilder und Eindrücke von der Fahrt mit Rolf gewürdigt werden.


Das Übertragen der Rauen Rampe war die größte Herausforderung bei diesem Unternehmen weil die Anlandestellen oben und unten sich so ungünstig verändert haben, dass es fast unmöglich ist trockenen Fußes aus dem und in das Boot zu kommen. Dann muss über die großen Steine balanciert werden, was ältere Herren wie uns nicht mehr ganz so leicht fällt wie vor ein paar Jahren. Aber der Aufwand lohnt und wir haben beschlossen, dass wir künftig häufiger in diesen seltenen befahrenen Neckarabschitt vordringen wollen. Eventuell kümmere ich mich mal um die Anlandestellen.

Ich sparte mir bei meiner heutigen Fahrt die Wiederholung dieser Prozedur und lud das Boot auf den kleinen Bootswagen. Damit rollte ich es auf dem Uferweg die paar Kilometer zum Hirschauer Wehr.
Dort ließ ich das Boot - sehr zum Mißfallen einer Nilgans mit vier Küken - zu Wasser, paddelte über die große Wasserfläche zum Kiebinger Wehr unterhalb dessen ein wenig Strömung wahrnehmbar war (überall sonst ist der Neckar auf diesem Abschnitt eher ein See). Ich fand die etwas versteckte Umtragestelle auf Anhieb, wuchtete das Boot durchs Unterholz und setzte es auf den Bootswagen. Oberhalb der Fischtreppe beförderte ich es über eine eher blöde Betonkante wieder ins Wasser und setzte mein "Seenpaddeln" zwischen Schilfrändern fort. 

Es sind einige lästige Umtragungen zu bewältigen um das Boot auf diesen deshalb auch am wenigsten häufig bepaddelte Abschnitt des Neckars in unserer Gegend zu befördern. Aber auch das lohnt sich. Die Umtragung am Kiebinger Wehr ist halb so schlimm, wenn man einen Bootswagen dabei hat.


Der Neckarabschnitt knapp unterhalb des unteren Wehrs in Rottenburg ist schließlich eher enttäuschend. Wenn man dieses Wehr noch umtragen will muss man einen extrem weiten Weg auf sich nehmen. Ich kehrte um und bewunderte die kleinen Uferanwesen auf diesem Abschnitt, die vermutlich nicht im Einvernehmen mit dem Wasserwirtschaftsamt angelegt worden sind.


Dann machte ich mich wieder auf den Rückweg, von dem es nichts weiter zu berichten gibt.  

Sonntag, 19. April 2026

Nächtliches Treiben

Ich freue mich zwar, dass jetzt wieder etwas mehr Trubel auf dem Neckar ist, aber eine Neckarinselrunde an einem sonnigen Samstagmittag ähnelt gleich schon wieder einem Spießrutenlauf. Mir wird aus voll besetzten Stocherkähnen mehrfach bestätigt, dass mein Boot "August" heißt. Gelegentlich werde ich als "Winnetou" bezeichnet und ganz generell begünstigt der neuerliche Kommunikationsaufwand meine misanthropischen Neigungen.

Ich gehe - wenn das Wetter es erlaubt und ich aus dem Bett komme - wieder zu meinen frühmorgendlichen Paddelrunden über. Die Sonnenaufgangsstimmung, die (sehr) langsam wach werdende Stadt und das klare glatte Wasser ohne jeden Windhauch haben für mich erheblich mehr Reize als das Frühlingstreiben im Tagesverlauf. 


Diesem Treiben werde ich auch künftig nicht gänzlich entgehen, aber wenn ich es meiden kann mache ich das und es lohnt sich fast immer. Heute war ich gegen 5:30 Uhr auf dem Wasser. Sonnenaufgang war ca. 6:25 Uhr. Ich habe die morgendliche Paddelrunde in vollen Zügen genossen (und das anschließende Frühstück mit frischen Brötchen ebenso).

Mittwoch, 15. April 2026

Kunst am Bau


Seit Wochen paddele ich an einem großen Stück Treibholz vorbei, das sich in der alten Uferbewehrung unter einer Rotbuche hochkant verkanntet hat und jedes Mal muss ich an ein Elchgeweih denken. Heute mittag, als ich wieder einmal an dieser Stelle vorbei kam hatte ich eine vage Idee wozu ich es gebrauchen könnte. Also bin ich am späten Nachmittag nochmal hin gepaddelt, habe es frei gerüttelt und ins Boot verladen. Es ist leider relativ leicht, hat also nach dem Trocknen möglicherweise nicht mehr viel Substanz. Das wird sich zeigen wenn es richtig durchgetrocknet ist.

Zum Trocknen habe ich es erst einmal im Bootshaus in einem meiner Boote (das, das ich fast nur im Urlaub nutze) eingelagert. Wenn es dann richtig durch getrocknet ist wird es gereinigt und von Rindenresten befreit. Bei der Gelegenheit wird sich zeigen, ob es noch hinreichend solide ist um an einer vor Wind und Wetter einigermaßen geschützten Stelle der Hausfassade eine Ecke zu bedecken, die mir seit nunmehr über 25 Jahren nicht recht gefällt. Die Fensterbauer haben damals gepfuscht und der junge Bauherr war zu schüchtern zu inter-venieren. Jetzt - in die Jahre gekommen - leiste ich mir den Luxus mit Zierrat aus Treibgut zu experimentieren.

Mitte April


Bei meiner heutigen Neckarinselrunde ist mir diese Ente mit ihren acht Küken begegnet. Es ist schon erstaunlich wieviel Schwund die Natur da in Kauf nimmt um die Art zu erhalten bzw. die Population zu mehren, denn es ist ja zu erwarten, dass nur ein Bruchteil dieser Brut das Erwachsenenalter erreichen wird. Aber das sind düstere Gedanken, die mir erfreulicherweise in der Regel erspart bleiben wenn ich auf dem Neckar paddele. Und das tue ich einfallslos aber beständig. So kamen in diesem Monat inzwischen zehn Neckarinselrunden zusammen.


Manchmal finden diese Fahrten bei blendendem Wetter (am 7. mit Rolf) statt, ein anderes Mal startete ich bei Nieselregen (vorgestern). Beides kann Spaß machen. 


Besonders viel Spaß macht es der Natur beim Aufblühen zuzuschauen. Vor einer guten Woche waren die Bäume noch kahl - hier und da waren zaghaft keimende Blätter wahr zu nehmen. Inzwischen ist alles grün und saftig. Der Frühling ist da!

Sonntag, 12. April 2026

Unstimmige Wellenmuster

Wenn ein sich schnell fortbewegendes Tandemboot in bewegtem Wasser einem Hindernis ausweichen muss geschieht das am effektivsten indem die Person im Bug einen stationären Paddelschlag ausführt. Im Englischen wird der als "bow rudder" bezeichnet.

Die Abbildung eines solchen Manövers habe ich in meinem letzten "Werk" auf Linoleum übertragen und bin dabei auf eine Reihe von Schwierigkeiten gestoßen, die ich überwiegend unbefriedigend gelöst habe. Das Hauptproblem war die Wellenbildung im Wasser - namentlich die Störungen des Wellenmusters durch das sich bewegende Boot und die im Wasser befindlichen Paddel. Und dann ist da noch das Hindernis selbst: der abgebildete Fels interagiert fast überhaupt nicht mit dem ihn umströmenden Wasser. Ich bin unzufrieden, kann die Druckvorlage aber nicht ungenutzt liegen lassen.

So sind sieben Drucke entstanden und eine Druckplatte kommt ins Archiv. Das gleiche Motiv mag irgendwann mal wieder aufgenommen werden und dann besser ausgeführt werden. Das Boot selbst und die darin paddelnden Personen nebst der Ladung finde ich nämlich eigentlich ganz gut gelungen. 

Montag, 30. März 2026

Monatsabschluss


Der März nähert sich seinem Ende und es ist absehbar, dass ich keine weitere Paddelunternehmung in diesem Monat angehen werde. Außer neun Neckarinselrunden kam es seit dem Rapport zur Monatsmitte auch zu keiner anderweitigen Exkursion. Manchmal ist das Leben nicht so erlebnisreich und turbulent, wie es die Medien vermeintlich wünschenswert erscheinen lassen. 


Immerhin belebt sich der Fluss jetzt wieder. Es gibt neuerdings zwei Drachenboote der Frauenselbsthilfegruppe Krebs "Pink Paddling". Vereinzelte Stocherkähne wurden hergerichtet und aufs Wasser gesetzt. 
 

Das Wetter schlägt Jahreszeitgerecht Kapriolen. Zwischenzeitlich war es so warm, dass ich im offenen Boot und barfuß unterwegs war. Dann wurde es wieder so kalt und "schauerhaft", dass ich den geschlossenen Canadier wählte. Es ist ein Privileg diese Auswahl zu haben. Ich weiß das zu schätzen.

 
Teilweise zeigt sich der Frühling noch ziemlich winterlich und trist. Wenn dann die Sonne raus kommt, die Forsythien leuchtend gelb blühen und die Weidenbäume erstes zartes Grün entwickeln kommen Frühlingsgefühle auf.


Enough waffling -  der Frühling soll gerne kommen. Er ist herzlich willkommen. Es wird Zeit, dass diese triste Winterzeit ein Ende findet und dass ich mal wieder irgendwo anders, als auf dem Neckar paddele!

Sonntag, 15. März 2026

Schattenriss

 

Inzwischen habe ich meine Linolschnitt-Werkstatt etwas professionalisiert und in einen anderen Raum verlegt. Am gestrigen verregneten Samstag ist darin eine weitere Druckplatte entstanden.

Als Motiv habe ich mir einen Schattenriss ausgesucht, der Rolf und Erdmann bei unser Reichenau-Umrundung im September 2024 zeigt. 


Im Original paddeln sie natürlich von links nach rechts und kurze Zeit später ist ein fotografisch viel ansprechenderes Bild mit einem Passagierschiff am Horizont entstanden, aber für den Linolschnitt war das kontrast-reichere Motiv erheblich geeigneter. Es gibt noch Verbesserungsmöglichkeiten, die ich jetzt nicht im Detail ausführe, aber dieses erste irgendwie "ernst zu nehmende" und vorzeigbare Resultat meines neuerlichen Kunstschaffens erfüllt mich doch mit einiger Zufriedenheit.