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Freitag, 25. April 2008

266. Basic River Canoeing

Ich war mal wieder auf Reisen und hatte Zeit zum Lesen. Fast zu viel Zeit denn eigentlich wollte ich noch rechtzeitig zum Freitagabendtraining nach Tübingen kommen, um an Rainers zweitem WW-Canadier-Kurs teilnehmen zu können. Hab ich nicht geschafft. Dafür konnte ich ein weiteres Buch gründlich studieren:

"Basic River Canoeing" von Robert E. McNair ist ein schmales kleines Büchlein, das auf das gute alte American Red Cross "Canoeing" aufbaut, das ich an anderer Stelle erst ansatzweise gewürdigt habe. McNairs Buch kann allerdings auch schon mit Fug und Recht als 'gut und alt' charakterisiert werden. "Alt" weil es aus dem Jahr 1968 stammt (mein Exemplar ist die dritte Auflage aus dem Jahr 1973) und "gut" weil es weit über die bereits beeindruckend ausführlichen Inhalte des Red Cross-Buchs hinausgeht. Dabei konzentriert es sich auf das Tandem-Paddeln in schnell bewegtem Wasser. Es wird die Kanuausrüstung der beginnenden 70er-Jahre beschrieben (Royalex, Keflar und all den neumodischen Kram gab es dazumal noch nicht). Weiter gehts mit Paddeltechniken für wildes Wasser, Gewässermorphologie und Rettungstechniken bis hin zur Eskimorolle im geschlossenen Slalom-Canadier. Dabei sind stets erfrischend improvisiert erscheinende selbst gezeichnete Illustrationen angefügt. Abschließend wir ein Instructor-Kurs skizziert, nach dessen Lektüre man geradezu Lust bekommt einer kleinen Gruppe einigermaßen geübter Flachwasser-Paddler das Tande-Paddeln auf schneller fließendem Wasser beizubringen.
McNair schreibt auf höchst anschaliche und zeitweilig richtig witzige Weise. Gäbe es einen Markt für solche Bücher sollte man "Basic River Canoeing" eigentlich übersetzen. Das wäre ein lohnendes und überschaubares Projekt - machte aber vermutlich nur Sinn, wenn das RedCross-Buch schon übersetzt wäre.
Übrigens wurde das Buch vom ACA herausgegeben. Das ist nicht etwa der ACA (American Canoe Association) sondern die American Camping Association, die es heute noch gibt.

Dienstag, 15. Mai 2007

54. Bücher über Poling

Weiter gehts mit Büchern - gepaddelt wird frühestens morgen wieder.

Bill Mason behandelt in seinem Klassiker "Path of the Paddle" Poling auf immerhin einer Seite (S. 167 ist das in meiner Ausgabe). Er verweist Poling zu den Hilfstechniken, die es ermöglichen seichte Flussabschnitte zu überwinden.

Wesentlich intensiver beschäftigt sich Bill Riviere in "Pole, Paddle and Portage" mit Poling. Dazu verpflichtet er sich aber auch - finde ich - wenn er nicht nur um der Alliteration willen diesen Titel für sein Buch wählt. Über elf Seiten erstrecken sich seine Ausführungen, die von der Beschaffenheit der Stangen über Poling-Technik bis hin zu geeignetem Schuhwerk reichen.


Auch im legendären "Canoeing" des American RedCross gibt es einen umfänglichen Abschnitt über Poling. Über 27 Seiten umfasst der Abschnitt, der sich mit Poling befasst. Die AutorInnen beschäftigen sich dort sogar mit der Beschaffenheit der Poling-Shoes, also der Enden der Stakstange. Unterschiedliche Beispiele werden angeführt und in einer Zeichnung demonstriert. Sie macht deutlich, dass Poling auf Flussgründen unterschiedlichster Beschaffenheit möglich und sinnvoll ist.

Garrett Connover beschäftigt sich in einem noch umfassenderen Abschnitt seines Buches "Beyond the Paddle" mit Poling. Das Buch behandelt - wie der Titel schon sagt - Techniken, einen Canadier ohne Paddel fort zu bewegen. Er klammert - was ich mutig finde - das Paddel ganz aus und beschäftigt sich mit Poling, Lining, der Fortbewegung auf (brüchigen) Eisflächen und dem Portagieren. Deshalb hat das Buch auch den Untertitel: "A Canoeist's Guide to Expedition Skills: Poling, Lining, Portaging and Manoevering Through the Ice".

Und ausschließlich um Poling geht es in den Büchern von Harry Rock, von denen ich nur "The Basic Essentials of Canoe Poling" habe. Sein Buch "Canoe Poling: Standing Tall and Carrying the big Stick" wird teuer gehandelt.
Ich studiere das Buch vorläufig noch und habe den Eindruck dass es - abgesehen von etwas befremdlichen Wiederholungen - sehr instruktiv ist. Harry Rock gilt als Poling-Legende. Wenn jemand jedes - aber auch jedes Boot - zum Poling benutzen könnte, dann er (The one mildly irritating thing about Harry Rock is that, whatever the make and model of canoe, he can pole it better than anyone else can!).

Über Poling und dafür geeignete Boote gibt es einen recht spannenden Thread im englischen Forum. Die Engländer scheinen - ähnlich wie die "Neu-Engländer" (man beachte den feinen Unterschied - aber auch die offenkundige Beziehung) - deutlich häufiger Poling zu betreiben als der Rest der Welt.