Samstag, 16. März 2013

Trainerausbildung

Neuerdings komme ich erkennbar seltener dazu Einträge in diesem Paddeltagebuch vorzunehmen. Das hängt natürlich mit der Witterung zusammen, die die Paddelaktivitäten spürbar einschränkt, aber auch damit, dass ich im Ausbildungsteam des Württembergischen Kanuverbands allerhand Aufgaben übernommen habe. So fand Anfang März unter der Leitung von Wolfgang (Kanu-AG) ein Methodik-/Didaktikkurs statt, an dem ich mit gearbeitet habe, Ende Mai werde ich beim Praxiskurs mitmachen und im August werde ich die 15 Teilnehmer und 2 Teilnehmerinnen "prüfen".


Ironischerweise handelt es sich ausschließlich um Kajakpaddler/innen, die ich da ausbilde. Mit dem Dachverband liege ich im Clinch weil die Ausbildungsrichtlinien (PDF S.16-26) Vorgaben beinhalten, die Canadierpaddler quasi von der Trainerausbildung ausschließen. Im Praxiskurs wird es meine Aufgabe sein den Doppelpaddlern auch Stechpaddeltechniken näher zu bringen. Bezeichnenderweise wurde hierfür zunächst eine Übungseinheit auf dem See eingeplant. Als ob Canadierfahren nur auf ruhigem Wasser möglich wäre (mir macht es da z.B. am wenigsten Spaß).

Ich werde versuchen, das Beste daraus zu machen und ich werde mich dafür einsetzen, dass die künftigen Trainer im offenen Boot auch aufs fließende - wenn möglich - spritzige Wasser kommen. Erst da kann ihnen wirklich klar werden welche Herausforderung das Paddeln in einem offenen mittels Stechpaddel bewegtem Kanu gegenüber dem beidseitigem Paddeln in einem hermetisch abgedichteten bojenartigen Bootskörper darstellt.

Das Ausbildungsteam unterstützt mich erfreulicherweise - auch wenn es fast ausschließlich aus Kajakpaddlern besteht. Die bisherige Trainerausbildung in Württemberg sah Canadierpaddeln nicht vor. Außer mir hat meines Wissens nach lediglich Falk eine Trainerlizenz im Canadier erhalten. Es wird also auch meine Aufgabe sein im Verband Werbung für die Teilnahme von Canadierpaddlern an der Trainerausbildung zu machen. Dass diese Ausbildung Wildwasserlastig ist stört mich kein Bisschen. Es schränkt allerdings den potentiellen Teilnehmerkreis sehr ein. Solange die Trainer in den Vereinen ausschließlich Wildwasserkajakausbildung betreiben bildet sich kein Trainernachwuchs, der mit Stechpaddeln umgehen kann.


Ich profitiere jetzt davon, dass sich bei den Paddelfreunden eine Canadierkurstradition entwickelt hat, deren Initiator und Hauptprotagonist Micha ist. Die Bilder oben stammen aus seinen Kursen. Als Teilnehmer und später als Ko-Trainer habe ich einiges von ihm gelernt. Aber auch die Sicherheitstrainings (mehr davon), die wir regelmäßig betreiben und das Sicherheitstreffen im September, das in diesem Jahr auch Teil des Ausbildungsgebots des Verbands ist, gehen in mein Konzept ein. Die Teilnehmer müssen sich darauf gefasst machen, ein gekentertes Boot im tiefen Wasser wieder aufzurichten und zu besteigen.


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