Eigentlich war der September mit Veranstaltungen ziemlich zugepflastert. Die Engadinfahrt am letzten Wochenende hat statt gefunden und Spaß gemacht. Ein Bericht folgt.
Das vierte Canadier-Sicherheitstreffen musste aufgrund geringer Teilnehmerzahlen (es hatten sich gerade einmal zwei Personen angemeldet) abgesagt werden. Wir hätten wohl mehr Werbung machen sollen, die gewöhnlich darin besteht den zugehörigen Thread im Canadierforum durch Beiträge penetrant in den Vordergrund zu rücken. Dagegen hatte ich mich gleich von Anfang an verwehrt weil mir diese Strategie bei anderen enorm auf die Nerven geht.
Nun ja, außer einem lautstarken Kritiker, den ich nicht ernst nehmen kann, haben sich sehr wenige am Ausfallen des Sicherheitstreffens gestört. Sicherheit scheint kein allzu relevantes Thema für die Canadierszene zu sein. Ich werde mich nicht für das Zustandekommen weiterer solcher Treffen engagieren und dieses Thema künftig nur noch im kleinen Kreis der Paddelfreunde behandeln.
Auch nicht zustande kommt ein Lizenzverlängerungskurs für Übungsleiter. Das Kurskonzept sah eine Mindestteilnehmerzahl von sechs Personen vor. Es haben sich gerade einmal drei angemeldet. Die drei sind erfahrene Canadierpaddler. Die eigentliche Zielgruppe - Kajaktrainer, die auch mal Stechpaddeltechniken vermitteln wollen - zeigte kein Interesse an diesem Thema.
So kommt es, dass ich im September nun doch einige freie Wochenenden habe. Ich habe schon ein paar Ideen, wie ich diese Wochenenden paddelnd füllen kann. Die Kurskonzeptionen haben wir umsonst ausgearbeitet. Die Feinjustierung, die kurz vor Kurswochenenden immer wieder sehr arbeitsintensiv ist, können wir uns sparen.
Nun steht noch das Polingtreffen im Oktober aus. Das werden wir auf alle Fälle stattfinden lassen. Es beschränkt sich nur auf einen Tag. Der Vorbereitungsaufwand hält sich - anders als bei den anderen beiden Veranstaltungen - sehr in Grenzen. Ich werde ein wenig die Werbetrommel rühren, bin aber gar nicht unglücklich, wenn sich nicht mehr als 5/6 Leute finden, die daran teilnehmen. Das Zustandekommen dieses Treffens könnte eigentlich nur noch an lausig schlechtem Wetter scheitern.
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Montag, 14. September 2015
Dienstag, 2. Dezember 2014
Paddelpass und Lizenz
Ich beschäftige mich gegenwärtig - aus gegebenem Anlass, wie es so schön heißt - mit dem Europäischen Paddelpass, den ich bislang ja immer höchst kritisch betrachtet habe. Jetzt nehme ich wahr, dass auf dem Pass selbst folgender Satz abgedruckt ist:
"This certificate complies with the Euro Paddle Pass Standards
see www.europaddlepass.com."
Mal abgesehen von der etwas fragwürdigen Rechtschreibung macht der Verweis deutlich, dass diesem Paddelpass nicht etwa die stark vereinfachten und kajakzentrierten Richtlinien des DKV zugrunde liegen sondern die ausdifferenzierten Richtlinien, die für unterschiedliche Bootsgattungen in englischer Sprache auf internationaler Ebene ausgearbeitet wurden. Das PDF-Dokument, in dem die Richtlinien speziell für Canadier festgelegt sind, fordert für das vierte Level - das ist der Pass, der mir mit Abschluss meiner Trainierausbildung verliehen wurde - allerlei Kenntnisse bis hin zu Poling.
Auf Grundlage dieser englischssprachigen Richtlinien sollte ich eigentlich den Paddelpass im fünften Level beantragen. Denn die dafür beschriebenen Voraussetzungen bilden eigentlich ziemlich umfassend die Inhalte der Trainerausbildung ab. Defizite hätte ich allenfalls bei der Konstruktion eines improvisierten Segels.
Ganz nebenbei: Am Wochenende habe ich mittels eines bemerkenswerten Kurses doch noch in diesem Jahr rechtzeitig meine Trainerlizenz verlängert. Bemerkenswert an dem Kurs war, dass der Referent völlig überfordert war und am zweiten Tag wegen Krankheit ausfiel. Die Veranstalter wollten den Kurs dann abbrechen. Die Teilnehmer haben das aber abgelehnt und die Kursleitung kurzerhand selbst in die Hand genommen. Der zweite Kurstag war dann - im Gegensatz zum ersten Tag, der einfach nur ärgerlich war - außerordentlich lehrreich und interessant.
"This certificate complies with the Euro Paddle Pass Standards
see www.europaddlepass.com."
Mal abgesehen von der etwas fragwürdigen Rechtschreibung macht der Verweis deutlich, dass diesem Paddelpass nicht etwa die stark vereinfachten und kajakzentrierten Richtlinien des DKV zugrunde liegen sondern die ausdifferenzierten Richtlinien, die für unterschiedliche Bootsgattungen in englischer Sprache auf internationaler Ebene ausgearbeitet wurden. Das PDF-Dokument, in dem die Richtlinien speziell für Canadier festgelegt sind, fordert für das vierte Level - das ist der Pass, der mir mit Abschluss meiner Trainierausbildung verliehen wurde - allerlei Kenntnisse bis hin zu Poling.
Auf Grundlage dieser englischssprachigen Richtlinien sollte ich eigentlich den Paddelpass im fünften Level beantragen. Denn die dafür beschriebenen Voraussetzungen bilden eigentlich ziemlich umfassend die Inhalte der Trainerausbildung ab. Defizite hätte ich allenfalls bei der Konstruktion eines improvisierten Segels.
Ganz nebenbei: Am Wochenende habe ich mittels eines bemerkenswerten Kurses doch noch in diesem Jahr rechtzeitig meine Trainerlizenz verlängert. Bemerkenswert an dem Kurs war, dass der Referent völlig überfordert war und am zweiten Tag wegen Krankheit ausfiel. Die Veranstalter wollten den Kurs dann abbrechen. Die Teilnehmer haben das aber abgelehnt und die Kursleitung kurzerhand selbst in die Hand genommen. Der zweite Kurstag war dann - im Gegensatz zum ersten Tag, der einfach nur ärgerlich war - außerordentlich lehrreich und interessant.
Freitag, 3. Januar 2014
Warum paddeln?
Beim Mittagessen mit Kollegen kamen wir auf Sportarten und es ging - wie üblich - vor allem um eine Mannschaftssportart, bei der sich 22 Leute um einen Ball streiten. Dass ich leidenschaftlich paddele wurde zwar zur Kenntnis genommen aber nicht nennenswert vertieft obwohl in der Gruppe keiner war, der aktiv einen Sport betreibt.
Ich habe mir im Nachhinein so meine Gedanken darüber gemacht, warum paddeln im Canadier mir so sehr viel sympatischer ist als z.B. Mannschaftssportarten, die in der Lage sind Massenhysterien auszulösen oder Wettbewerbssport, in dem Menschen - sei es in einer Gruppe (Mannschaft) oder allein (wer ist der bessere?) - gegeneinander antreten.
Vielleicht hat es damit zu tun, dass Canadierpaddeln die Möglichkeit eröffnet völlig druckfrei in dem Rhythmus sowohl Konditionstraining als auch Koordinationstraining zu betreiben, wie es einem persönlich und abhängig von der jeweiligen Tagesform gefällt. Wettbewerbsaspekte lassen sich integrieren oder ausschließen. Mir ist letzteres lieber.
Ein Mannschaftssport ist allenfalls Kanupolo (in Kajaks!), aber wer im Wildwasser paddelt ist ebenfalls auf andere angewiesen. Dabei verschiebt sich der Wettbewerbsschwerpunkt auf Kooperation. Man hilft sich gegenseitig. Und das nicht mit dem Ziel eine andere Mannschaft zu besiegen sondern im Bestreben mit den natürlich vorgefundenen Bedingungen so gut wie möglich zurecht zu kommen.
Die Natur spielt natürlich auch eine Rolle. Paddeln ist Natursport. Ökologische Aspekte spielen eine zentrale Rolle. Aber auch hydrodynamische Kenntnisse sind unabdingbar um in diesem Sport Befriedigung zu finden.
Und dann gibt es - als nicht unbedingt erforderliches Element - die Kulturgeschichte, in der Canadier bei der Besiedlung des nordamerikanischen Kontinents eine zentrale Rolle spielten. Es gibt bücherfüllende Aspekte der Bootskonstruktion - beginnend mit den traditionellen und überlieferten Baumethoden bis hin zu modernsten Fertigungstechniken für Boote. Es gibt Diskussion um Form und Ausstattung von Booten, Ausrüstungsfragen und Sicherheitstechniken.
Kondition, Koordination, Kooperation, Ökologie, Hydrodynamik, Kulturgeschichte, Bootsbautechnik und Sicherheitsaspekte - es gibt wenige Sportarten, die so vielfältig sein können.
Ich habe mir im Nachhinein so meine Gedanken darüber gemacht, warum paddeln im Canadier mir so sehr viel sympatischer ist als z.B. Mannschaftssportarten, die in der Lage sind Massenhysterien auszulösen oder Wettbewerbssport, in dem Menschen - sei es in einer Gruppe (Mannschaft) oder allein (wer ist der bessere?) - gegeneinander antreten.
Vielleicht hat es damit zu tun, dass Canadierpaddeln die Möglichkeit eröffnet völlig druckfrei in dem Rhythmus sowohl Konditionstraining als auch Koordinationstraining zu betreiben, wie es einem persönlich und abhängig von der jeweiligen Tagesform gefällt. Wettbewerbsaspekte lassen sich integrieren oder ausschließen. Mir ist letzteres lieber.
Ein Mannschaftssport ist allenfalls Kanupolo (in Kajaks!), aber wer im Wildwasser paddelt ist ebenfalls auf andere angewiesen. Dabei verschiebt sich der Wettbewerbsschwerpunkt auf Kooperation. Man hilft sich gegenseitig. Und das nicht mit dem Ziel eine andere Mannschaft zu besiegen sondern im Bestreben mit den natürlich vorgefundenen Bedingungen so gut wie möglich zurecht zu kommen.
Die Natur spielt natürlich auch eine Rolle. Paddeln ist Natursport. Ökologische Aspekte spielen eine zentrale Rolle. Aber auch hydrodynamische Kenntnisse sind unabdingbar um in diesem Sport Befriedigung zu finden.
Und dann gibt es - als nicht unbedingt erforderliches Element - die Kulturgeschichte, in der Canadier bei der Besiedlung des nordamerikanischen Kontinents eine zentrale Rolle spielten. Es gibt bücherfüllende Aspekte der Bootskonstruktion - beginnend mit den traditionellen und überlieferten Baumethoden bis hin zu modernsten Fertigungstechniken für Boote. Es gibt Diskussion um Form und Ausstattung von Booten, Ausrüstungsfragen und Sicherheitstechniken.
Kondition, Koordination, Kooperation, Ökologie, Hydrodynamik, Kulturgeschichte, Bootsbautechnik und Sicherheitsaspekte - es gibt wenige Sportarten, die so vielfältig sein können.
Montag, 11. November 2013
Trainingsmuffel
Im Beitrag vor diesem habe ich geschrieben "Ich fühle mich nicht wohl in meiner Rolle als Übungsleiter und meine Lizenz erlischt ohnehin im kommenden Jahr. Ich bin wenig motiviert sie zu verlängern." - jetzt habe ich eine Reihe von Rückmeldungen dazu bekommen und fühle mich aufgefordert diese Aussage zu erläutern.
Zuletzt hat René mich darauf aufmerksam gemacht indem er mich vor wenigen Wochen in Günzburg dazu aufforderte unseren Begleitern doch etwas beizubringen. Da habe ich gemerkt, dass sich in mir etwas sträubt, wenn ich "unterrichten" soll. Es ist zunächst die hierarchische Situation, die mich davon abhält. Dann ist es mein mangelndes Improvisationsvermögen - es fällt mir schwer spontan zu entscheiden welches Defizit in angehe und in welcher Struktur ich etwas vermittle. Komplexe Abläufe schrittweise zu erlernen fällt in herausfordernden Strömungssituationen schwer. Selten finden sich fein abgestufte Bedingungen an, die ein allmähliches Herantasten an komplexe Handlungsabläufe erlauben. Dazu kommt mangelnde Erfahrung. Ich bin erst spät Übungsleiter geworden und habe selbst nie strukturiertes Training im Canadierbereich erlebt, kann so etwas also nicht "aus dem Handgelenk schütteln"
Wenn ich nicht gezielt Kurse besucht habe fand kein angeleitetes Training statt. Am meisten habe ich von kompetenten Mitpaddlern "so nebenbei" bei Ausfahrten gelernt. Da findet sich eine geeignete Stelle, man übt/spielt, zeigt das eine oder andere oder schaut es sich ab und probiert es aus. Unser Neckarabschnitt ist bezogen auf verschiedene Fließwassersituationen ja auch nicht gerade gut ausgestattet. Wir verfügen über 1 Kehrwasser (in Worten "eins", es liegt auf der linken Seite - Rechtspaddler lernen bei uns schneller Übergreifen) und - bei stärkerer Strömung - über einen kleinen Schwallabschnitt. Aus dieser Mangelsituation, die wir mit vielen Kanuklubs teilen, habe ich mir so etwas wie eine Trainingsphilosophie für den Kanusport zurecht gelegt: Training kann nur Anlass-bezogen in Paddelsituationen statt finden die uns bei Ausfahrten begegnen oder die wir durch Ausfahrten herbei führen. Im ersten Fall muss ich meine Improvisationsschwäche überwinden und nur im zweiten kann ich mich gezielt vorbereiten. Die zweite Situation ist dann fast schon eine Kurssituation, die hierachisch geprägt ist. Da fühle ich mich - wie schon erwähnt - nicht wohl. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass ich nicht nur positive Kurserfahrungen gemacht habe.
Hinzu kommt, dass ich bei den Paddelfreunden als Gleicher unter Gleichen dabei bin. Meine Paddelkenntnisse unterscheiden sich nicht maßgeblich von denen derer, mit denen ich häufig unterwegs bin. Dass ich zusätzlich eine Trainerlizenz habe ist gewissermaßen Zufall. Meine Bemühungen, meine Mitstreiter auch zum Erwerb einer solchen Lizenz zu bewegen, weil ich z.B. sehe, dass sie erheblich geschickter und geduldiger spontan unterrichten als ich, waren bislang erfolglos.
Unter anderem deshalb auch habe ich von Anfang an z.B. das Sicherheitstreffen als "Erfahrungsaustausch" angelegt. Da treffen sich Leute mit unterschiedlichem Hintergrund, paddeln zusammen und lernen voneinander. Als Trainer sehe ich mich dazu verpflichtet den Rahmen zu organisieren und darauf zu achten, dass eine Reihe von Inhalten, die mir unerlässlich scheinen, auch vorkommen. Überraschenderweise bekommen ganz andere Inhalte und Dinge, die ich selbst dabei neu lerne, ein großes Gewicht. Dieses offene Setting gefällt mir außerordentlich gut aber es hat wenig mit herkömmlichem Training zu tun.
Zuletzt hat René mich darauf aufmerksam gemacht indem er mich vor wenigen Wochen in Günzburg dazu aufforderte unseren Begleitern doch etwas beizubringen. Da habe ich gemerkt, dass sich in mir etwas sträubt, wenn ich "unterrichten" soll. Es ist zunächst die hierarchische Situation, die mich davon abhält. Dann ist es mein mangelndes Improvisationsvermögen - es fällt mir schwer spontan zu entscheiden welches Defizit in angehe und in welcher Struktur ich etwas vermittle. Komplexe Abläufe schrittweise zu erlernen fällt in herausfordernden Strömungssituationen schwer. Selten finden sich fein abgestufte Bedingungen an, die ein allmähliches Herantasten an komplexe Handlungsabläufe erlauben. Dazu kommt mangelnde Erfahrung. Ich bin erst spät Übungsleiter geworden und habe selbst nie strukturiertes Training im Canadierbereich erlebt, kann so etwas also nicht "aus dem Handgelenk schütteln"
Wenn ich nicht gezielt Kurse besucht habe fand kein angeleitetes Training statt. Am meisten habe ich von kompetenten Mitpaddlern "so nebenbei" bei Ausfahrten gelernt. Da findet sich eine geeignete Stelle, man übt/spielt, zeigt das eine oder andere oder schaut es sich ab und probiert es aus. Unser Neckarabschnitt ist bezogen auf verschiedene Fließwassersituationen ja auch nicht gerade gut ausgestattet. Wir verfügen über 1 Kehrwasser (in Worten "eins", es liegt auf der linken Seite - Rechtspaddler lernen bei uns schneller Übergreifen) und - bei stärkerer Strömung - über einen kleinen Schwallabschnitt. Aus dieser Mangelsituation, die wir mit vielen Kanuklubs teilen, habe ich mir so etwas wie eine Trainingsphilosophie für den Kanusport zurecht gelegt: Training kann nur Anlass-bezogen in Paddelsituationen statt finden die uns bei Ausfahrten begegnen oder die wir durch Ausfahrten herbei führen. Im ersten Fall muss ich meine Improvisationsschwäche überwinden und nur im zweiten kann ich mich gezielt vorbereiten. Die zweite Situation ist dann fast schon eine Kurssituation, die hierachisch geprägt ist. Da fühle ich mich - wie schon erwähnt - nicht wohl. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass ich nicht nur positive Kurserfahrungen gemacht habe.
Hinzu kommt, dass ich bei den Paddelfreunden als Gleicher unter Gleichen dabei bin. Meine Paddelkenntnisse unterscheiden sich nicht maßgeblich von denen derer, mit denen ich häufig unterwegs bin. Dass ich zusätzlich eine Trainerlizenz habe ist gewissermaßen Zufall. Meine Bemühungen, meine Mitstreiter auch zum Erwerb einer solchen Lizenz zu bewegen, weil ich z.B. sehe, dass sie erheblich geschickter und geduldiger spontan unterrichten als ich, waren bislang erfolglos.
Unter anderem deshalb auch habe ich von Anfang an z.B. das Sicherheitstreffen als "Erfahrungsaustausch" angelegt. Da treffen sich Leute mit unterschiedlichem Hintergrund, paddeln zusammen und lernen voneinander. Als Trainer sehe ich mich dazu verpflichtet den Rahmen zu organisieren und darauf zu achten, dass eine Reihe von Inhalten, die mir unerlässlich scheinen, auch vorkommen. Überraschenderweise bekommen ganz andere Inhalte und Dinge, die ich selbst dabei neu lerne, ein großes Gewicht. Dieses offene Setting gefällt mir außerordentlich gut aber es hat wenig mit herkömmlichem Training zu tun.
Montag, 23. September 2013
Zweites Sicherheitstreffen
Das zweite Sicherheitstreffen (erstes) ist zu Ende und ich habe schon einige Bilder von z.B. Rolf und Rüdiger bekommen. Es folgen noch welche von Berthold und Andreas und auch noch allerlei Videos aber darauf warte ich lieber nicht. Die werden eben nach gereicht.
Im Vorfeld des Treffens hatte ich einige Sorge, dass die Teilnehmerzahl etwas kläglich ausfallen könnte. Auf die Ausschreibung beim Kanuverband hat sich z. B. nur eine Person (Micha) angemeldet. Das wiederum habe ich erst auf Nachfrage in der Woche vor dem Treffen erfahren. Ob es zuviel verlangt ist, wenn ich als Referent mindestens eine Woche vorher wissen will wer und wie viele teilnehmen und ob mein Kurs überhaupt zustande kommt?
Aber das Treffen war ja auch ursprünglich als "Erfahrungsaustausch" ausgeschrieben. Das dahinter liegende Kurskonzept ist, dass die Teilnehmer sich ihre unterschiedlich umfangreichen Kenntnisse gegenseitig vermitteln und ich als Kursleiter allenfalls für den organisatorischen Rahmen zu sorgen habe und darauf achte, dass meine Mindeststandards eingehalten werden. Sie werden erfahrungsgemäß weit übertroffen. So auch diesmal.
Insgesamt waren wir 17. Das ist eine gerade noch überschaubare Gruppe. Zusätzlich stießen zeitweilig Rolf und Klemens zu uns. Die Paddelfreunde, mit deren zahlreicher Teilnahme ich angesichts einiger Anfragen im Vorfeld gerechnet hatte, wurde letztlich durch Wolfgang, Matthias und Eckhard repräsentiert. Alle anderen Teilnehmer kamen teils von weit her. Die Schweizer waren mit Theo (als Alterspräsident), Christoph und Dany gut vertreten und auch vom Bodensee war mit Berthold, Sabine und Axel eine ansehnliche Delegation angereist.
Mit Teilnehmerandrang wie auf anderen Canadiertreffen, bei denen das Lagerleben und der Handel mit Ausrüstung im Vordergrund steht (nebst obligatorischem Kringeln auf Flachwasser) war ohnehin nicht zu rechnen. Das ist vermutlich auch gut so, weil mich größere Gruppen eher überfordern. Erstaunlich finde ich es dennoch, wie engagiert Sicherheitsdiskussionen in Canadierkreisen geführt werden und wie gering dann das Interesse an derartigen Übungen doch ist.
Nach einer Mittagspause paddelten wir dann in unterschiedlichsten Booten hinunter auf die Wasserfläche vor dem Stadtwehr wo wir uns mit Kenterübungen, Boots- und Ausrüstungsbergung in tiefem Wasser und dem Wiedereinstieg beschäftigten. Verschiedenstes wurde ausprobiert. Im Schutz der großen Gruppe fällt es leicht auch mal etwas auszuprobieren, von dessen Gelingen man nicht unbedingt überzeugt ist. Es ist klar, dass wir von der realen Notsituation (Wind, Wetter, Wellen) weit entfernt waren aber wer nicht einmal unter Idealbedingungen übt hat im Ernstfall überhaut keine Chance.
Unsere Gepäckberge (zwei schwer beladene Tonne und ein Packsack) waren nicht leicht im Blick und in der Nähe des Bootes zu halten. Eine lange Leine wäre hier hilfreich. Die Paddel sind ebenfalls ein Problem: in der Hand stören sie, auf dem Wasser dümpelnd verschwinden sie aus dem Blick.
Matthias paddelte in einem gründlich gefluteten Boot und hatte sichtlich Spaß dabei.
Anschließend paddelten wir wieder zurück zum Bootshaus, nahmen eine warme Dusche und entspannten uns vom anstrengenden Schwimmen. Die energiegeladenen wilden Jungs paddelten unterdessen in ihren Wildwasserbooten zur rauen Rampe, wo sie in den Wellen herumtobten.
Dem einen oder anderen wurde es etwas zu lang und so wurden verschiedene Boote (und auch mein Fahrrad) gründlich getestet. Auch dafür ist Raum bei so einem Treffen und es sind ja genug Boote da. Sowohl die, die wir Paddelfreunde angesammelt haben als auch die mitgebrachten Prätentiosen der Teilnehmer.
Am Abend paddelten wir dann erneut hinunter in die Stadt, wo wir im Biergarten etwas zu uns nahmen. Auf der Fahrt mussten wir uns - wie am Nachmittag - zwischen Stocherkähnen und Tret- und Ruderbooten hindurch schlängeln.
Von unserem Tisch aus hatten wir die Boote gut im Blick, die an dem schmalen Zugang zum Biergarten fest gebunden waren. Mit Blick auf die größte Bausünde Tübingens, das Neckarparkhaus, genossen wir Speisen und Getränke.
Den späteren Abend verbrachten wir dann am Lagerfeuer. Rüdiger hatte Maiskolben mit gebracht und die ließen wir uns schmecken. Wir gingen früher als gestern in die Schlafsäcke und ich zumindest schlief nach den Aktivitäten des Tages besonders fest.
Am anderen Morgen frühstückten wir (die von Matthias mitgebrachten Brötchen) und warteten ab bis der Morgennebel sich lichtete und die Sonne etwas kräftiger schien.
Um diese Wartezeit zu überbrücken packte Wolfgang, der sich beruflich mit diesen Dingen beschäftigt, seine Kletter- ausrüstung aus und erläuterte Vor- und Nachteile unterschiedlicher Karabiner und Seilklemmen. Er führte einen Flaschenzug vor und beschrieb allerlei Knotenvarianten. Das Interesse war groß und es gab allerhand Diskussions- stoff (komplexe und einfache Karabinerver- schlüsse, die Knotenvielfalt, sinnvoller Ausrüstungsumfang,...)
Anschließend brachen wir auf zur rauen Rampe um Schiffeverenken zu spielen. Zu diesem Zweck hatte ich zwei PE-Boote ausgewählt, die den rauen Umgang hoffentlich unbeschadet überstehen würden.
Wir fanden eine Stelle an der wir so leidlich gut die Boote verklemmen und mit unterschiedlichen Methoden wieder befreien konnten. Unter anderem erarbeiteten wir uns den Steve-Thomas Ropetrick, der immer wieder knifflig ist.
Aber auch der Flaschenzug kam wieder zum Einsatz und anfangs probierten wir es auch mit der naheliegendsten Methode indem wir versuchten, das Boot mit Muskelkraft zu befreien.
Zwischenzeitlich übten wir das Überqueren des Flusses, der an dieser Stelle deutlich reißender war als gewöhnlich. Für einige war es das erste Mal, dass sie sich ernsthaft mit kräftiger Strömung beschäftigten. Eigentlich alle, die es versuchten, schwammen auch mal und Wurfsäcke konnten geworfen werden.
Dann machten wir noch eine kleine Auswertungsrunde, während derer alle noch eine Stärkung zu sich nahmen. Der Vormittag hatte sich weit in den Nachmittag hinein gezogen und einzelne begannen sich zu verabschieden um an diesem Wahlsonntag noch ihren demokratischen Pflichten nach zu kommen.
Allmählich löste sich das Treffen auf, Boote wurden verladen (der Fantasy fand seinen Platz auf Carolas Auto) und die Zeltwiese leerte sich. Am Ende blieben mein Zelt und das von Theo übrig, der noch einen Tag länger in Tübingen bleibt.
Dieses Sicherheitstreffen war vom blendenden Herbstwetter begünstigt und auch mit dem etwas zu hohen Pegel kamen wir gut zurecht. Das nächste Treffen (es soll wieder eines geben) sollte nicht erheblich größer werden weil wir dann ein richtiges Programm haben müssen um Gruppen zu bilden, in denen abwechselnd die gleichen Dinge geübt werden. Dabei geht der Workshopcharakter verloren und der Erfahrungsaustausch kommt zu kurz. Wie wir das hin bekommen ist mir noch nicht recht klar.
Mittwoch, 11. September 2013
Polinginstruktionen
Gestern nahm Micha am Training teil, der im vergangenen Jahr schon einmal für einige Tage sein Boot bei uns gelagert hat. Er ist gelegentlich zu Schulungen in Tübingen und hat schon einige Polingerfahrungen. Trotzdem wollte er sich von mir das eine oder andere zeigen lassen und wir hatten uns für Sechs Uhr am Bootshaus verabredet.
Rolf kam noch dazu, der ja nun auch einige Polingerfahrungen hat aber gegenwärtig etwas aus der Übung ist.
Da der Neckar einen viel zu hohen Pegel hatte sind wir nicht an meine übliche Übungsstelle hoch gefahren sondern hinunter zur Steinlachmündung, in der wir - auf einer Strecke von vielleicht 50 Metern ein wenig geübt haben. Viel kann ich Micha gar nicht beibringen.
Die Steinlach bot auf diesem kurzen Abschnitt einige spannende Übungsstellen (zwei Miniwalzen und ein Schwall). Dennoch hielten wir uns nicht sehr lange auf. Ich hatte noch Verpflichtungen und musste früh nach Hause. So paddelten wir nach etwa einer Stunde im Licht der untergehenden Sonne wieder zurück zum Bootshaus.
Ich hielt mich beim Zurückpaddeln hinter den beiden anderen um ein paar Bilder im Gegenlicht zu machen. Ich bin zwar ganz und gar nicht begeistert von den verzögerten Reaktionen meiner kleinen Kamera aber die Bilder, die sie produziert, genügen meinen Ansprüchen.
Eine weitere Anfrage für Polinginstruktionen hat mich ebenfalls gestern erreicht. Ich soll auf einem Treffen in der Schweiz zwei Workshops leiten. Leider erfahre ich davon erst jetzt und kann zum angegebenen Zeitpunkt nicht. Offenbar haben sich bereits Teilnehmer angemeldet. Es ist für sie und mich ärgerlich, dass die Workshops jetzt nicht stattfinden können.
Ich habe mich ja aufgrund ähnlicher anhaltender organisatorischer Mißgeschicke unlängst aus dem Ausbildungsteam des Landesverbands zurück gezogen und frage mich jetzt ob ich übersensibel bin oder ob die Lehrtätigkeit der Verbände grundsätzlich so chaotisch strukturiert ist.
Rolf kam noch dazu, der ja nun auch einige Polingerfahrungen hat aber gegenwärtig etwas aus der Übung ist.
Die Steinlach bot auf diesem kurzen Abschnitt einige spannende Übungsstellen (zwei Miniwalzen und ein Schwall). Dennoch hielten wir uns nicht sehr lange auf. Ich hatte noch Verpflichtungen und musste früh nach Hause. So paddelten wir nach etwa einer Stunde im Licht der untergehenden Sonne wieder zurück zum Bootshaus.
Ich hielt mich beim Zurückpaddeln hinter den beiden anderen um ein paar Bilder im Gegenlicht zu machen. Ich bin zwar ganz und gar nicht begeistert von den verzögerten Reaktionen meiner kleinen Kamera aber die Bilder, die sie produziert, genügen meinen Ansprüchen.
Eine weitere Anfrage für Polinginstruktionen hat mich ebenfalls gestern erreicht. Ich soll auf einem Treffen in der Schweiz zwei Workshops leiten. Leider erfahre ich davon erst jetzt und kann zum angegebenen Zeitpunkt nicht. Offenbar haben sich bereits Teilnehmer angemeldet. Es ist für sie und mich ärgerlich, dass die Workshops jetzt nicht stattfinden können.
Ich habe mich ja aufgrund ähnlicher anhaltender organisatorischer Mißgeschicke unlängst aus dem Ausbildungsteam des Landesverbands zurück gezogen und frage mich jetzt ob ich übersensibel bin oder ob die Lehrtätigkeit der Verbände grundsätzlich so chaotisch strukturiert ist.
Sonntag, 23. Juni 2013
Vierzig Meter auf der Blau
Unzweifelhaft gelungen ist der Erste-Hilfe-Vortrag, den Thomas gezielt auf die Bedürfnisse von Wildwasserpaddlern abgestimmt hat. Das gleiche gilt für die anschließenden Schwimmübungen im Iller-Kanal. Es galt in Kehrwasser zu kommen, Paddel über den Kanal zu befördern und als angeseilter Helfer einen Ohnmächtigen aus dem Wasser zu holen.
Am anderen Tag beschäftigten wir uns zunächst mit Kommunikation im und am Wasser um dann an die Blau zu fahren. Sie fließt noch in Ulm durch den Blaupark, in dessen Mitte ein kleines Wehr liegt.
...oder das Waten in Gruppen, die sich gegenseitig stützen. Was auf dem Bild wie ein Sirtaki aussieht ist eine effiziente Methode schnell bewegtes Wasser zu durchqueren.
Dann verlieh ich auch mal mein Boot und nahm meine Uferläufe mit Material für die Bergung erneut auf. Ganz am Ende musste ich feststellen, dass die längeren Schwimmeinlagen für geringfügigen Wassereinbruch in meine neue alte Kamera gesorgt hat. Deshalb sind viele Bilder so milchig geworden. Teils musste ich auch welche mit absonderlichen Streifen aussortieren. Ich bin gespannt, ob es mir gelingt das Wasser wieder aus der Kamera zu bekommen. sonst muss jetzt wohl doch mal eine neue her.
Die abschließende Sichtung von sicherheitsrelevantem Material und eine Feedbackrunde schlossen den zweitägigen Kurs ab. Ich stelle fest, dass wir allmählich routinierter werden aber ein paar Verbesserungen können wir immer noch in das Kursgeschehen einbauen. Vor allem sollten wir uns künftig noch ein wenig gründlicher vorbereiten und klarer unsere Rollenverteilung festlegen.
Dass bei diesem Kurs für die Lizenzverlängerung von Übungsleitern keine Canadierpaddler dabei waren, ist fast keiner Erwähnung mehr wert. Unter den Vereinstrainern gibt es quasi keine Stechpaddler. Das hat in starkem Maße damit zu tun, dass in den Vereinen - abgesehen vom Wettbewerbsbereich - kaum technisch orientiertes Canadierpaddeln stattfindet. Vielleicht ändert sich das ja allmählich...
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