Freitag, 15. Mai 2015

Ammer minimal

Gestern waren wir zu siebt auf der Ammer. Wir haben zwei Gruppen gebildet weil man die Ammer nur mit maximal fünf Booten in einer Gruppe befahren darf. Die fünf Kajaks bildeten eine Gruppe und wir beide Canadier, Klemens und ich, die andere. Mehr Canadier haben wir an dem Tag auch nicht gesehen.


Als Mindestpegel der Ammer werden 8 Kubikmeter angegeben. Wir hatten gestern um die 11 Kubikmeter und nicht nur mir kam das sehr knapp vor. Wir hatten immer wieder Grundberührung und hätten das eine oder andere Mal fast aussteigen und waten müssen um weiter zu kommen. Unter 12 Kubikmeter würde ich die Ammer nicht wieder paddeln.


Anita und ich besichtigten noch vor Eintreffen der anderen die "Scheibum", die gleich am Anfang eine knifflige Einfahrt auf der landschaftlich und paddeltechnisch sehr reizvollen Ammer bildet. Diverse Strategien zu Bewältigung der allerersten Querströmung (Bild) wurden mit weiteren Besuchern der Besichtigungsplattform erörtert und eine gewisse Grundpanik baute sich auf.


Bei meiner letzten Ammerfahrt 2012 habe ich mich da ja noch erfolgreich durch die Scheibum hindurch gewackelt (um dann später am Naturwehr zu kentern). Diesmal kenterte ich trotz aller mentalen Vorbereitung schon auf der Anfahrt offside weil ich zu weit rechts fuhr.


Ich musste dann unter dem Boot hindurch tauchen, holte mir ein paar blaue Flecken und wurde noch vor der wirklich schwierigen Stelle ins Kehrwasser gespült. Ich stieg aus, pries meine vortreffliche Trockenhose und -jacke, trug mein Boot mit Michels Hilfe wieder hinauf und fuhr noch einmal. Diesmal kam ich unbeschadet durch.


Auch das Naturwehr, an dem ich letztes Mal gescheitert war, und das sich über eine Reihe von unterschiedlich hohen Stufen erstreckt, kam ich diesmal gut hinunter. Die Ammer hat überhaupt erheblich mehr spannende Stufen, Schwälle und Kehrwasser als ich in Erinnerung hatte. Und dies auch auf dem zweiten Teil, der nach einer Brücke, an der die offizielle Pausenstelle ist, anfängt.Ich hatte den Fluss wesentlich ruhiger in Erinnerung.


Aber bei der letzten Fahrt hatten wir wohl auch einen höheren Pegel, der allerhand "glatt bügelt", was bei niedrigem Wasserstand zum Vorschein kommt. Dafür entstehen bei höherem Pegel tiefere Löcher hinter den Stufen.


An den Schleierfällen hielten wir uns ein Weilchen auf um Bilder zu machen. Dort fließt der Fluss auch sehr ruhig, was zum Rumdümpeln einlädt.


Anschließend waren erneut allerhand Schwälle zu bewältigen, in denen sich auch mal hohe Wellen bildeten.


Auf halber Strecke (11 Kilometer) machten wir dann eine kleine Pause und vertilgten Vesperbrote, Müsliriegel und Getränke.


An einer Stelle mussten wir einen quer über dem Fluss liegenden Baum umtragen.


Auch im weiteren Verlauf lagen immer wieder Baumhindernisse in den Außenkurven. Wir hielten Abstand.


Klemens machte wieder jede Menge großartiger Aufnahmen. Die Hälfte der Bilder, die hier zu sehen sind stammen von ihm. Meine habe ich in einem Webalbum abgelegt.


Insbesondere an einem besonders turbulenten Wellenabschnitt entstanden zahlreiche Bilder. Ich war unterhalb auch ausgestiegen - schon weil ich mein Boot nach solchen Abschnitten immer ausleeren muss. Es kommt doch allerhand Wasser über den Süllrand.


Kajaks haben diesbezüglich in der Tat Vorteile. Sie können noch so tief eintauchen und überspült werden. Wie eine Boje schwimmen sie anschließend wieder auf und bleiben leer.


Ganz am Ende rutschten wir noch die Bootsrutsche am Wehr bei Rottenbuch hinunter. Der Absatz unten an der Rutsche war überraschend hoch.


Anschließend verluden wir die Boote und machten wir uns auf den dreistündigen Heimweg. Klemens fuhr und Anita und ich dösten vor uns hin. Man kann sich fragen ob so eine lange Fahrt für 11 Kilometer paddeln gerechtfertigt ist. Ich finde ja. Mal kann man das machen.

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