Freitag, 10. August 2007

121. Bootshandel 2 / Flickarbeiten

Heute habe ich die beiden Wildwasser-Boote abgeholt, die Andreas mir über das Candier-Forum verkauft hat. - Er wollte sie jemandem geben, der beide nimmt. Inzwischen ist mir auch einigermaßen klar warum (und warum er sie so günstig abgibt). Beide Boote sind Baustellen: Der Dagger Ocoee ist noch am besten in Schuss, er hat leichte Blessuren an den Chines (Schultern) und hat keinen festen Sattelsitz - da müssen wir uns etwas einfallen lassen. Der XL11 ist reichlich marode. Die Spitze ist völlig durchgewetzt und wurde ziemlich extrem mit unterschiedlichsten Materialien (Spachtelmasse, Drahtnetz, Baumwollgewebe, Glasfaser, Polyesterharz) geflickt. Ich habe gleich angefangen alles freizulegen um mir ein Bild der Bescherung zu machen. Damit muss ich weitermachen bis nichts mehr von dem Krempel übrig ist...)

Inzwischen habe ich mir folgenden Plan zurechtgelegt: Ich werde den Sitz - das ist ein prima Sattelsitz (das 'wertvollste' am ganzen Boot wie Andreas meint) - umdrehen so dass das intakte Ende künftig die stoßbelastete Spitze ist (das Boot wird ja wohl hoffentlich symmetrisch gebaut sein). Dann wird die alte ausgefranste Spitze glatt gehobelt und geschliffen und mit einem elastischen Füllmaterial wieder aufgebaut. Schließlich kommt über die ganze Länge des Bootes ein 10 – 15 cm breites Kevlar-Karbonband, das mit Epoxydharz verklebt wird (die Reparaturstelle wird vorab sauber abgeklebt und das Epoxydharz muss unter Frischhaltefolie aushärten damit es glatt wird). Damit das Harz auf der Oberfläche hält muss ich aber zunächst die ganzen großflächig verlaufenen Polyesterharzreste beseitigen. Da steht mir noch allerhand Feinarbeit bevor. Heute habe ich schon mal das Grobe erledigt. Dann ist es auch so, dass sich an diesem 'wonderful pink canoe' die deckende Farbschicht von der darunter liegenden schwarzen (PE-?)Schicht löst.

Eigentlich sollten beide Boote in den Vereinsbestand übergehen - nun überlege ich, ob ich nicht erst einmal nur den Ocoee dem Verein überlasse (gegen Kostenentschädigung für Kauf und Fahrt versteht sich). Den XL11 richte ich in Ruhe wieder her und fahre ihn zunächst allein - ich glaube ich wollte nicht soviel Arbeit reinstecken, wenn er am Ende von irgendwelchen Ignoranten gleich wieder kaputt gemacht wird.

Auf diese Weise hat sich meine kleine Flotte zwischenzeitlich fast verdoppelt. Naja, es ist abzusehen, dass sich sowohl das gestern und eines der heute gekauften Boote schnell wieder verflüchtigen. Wenn ich mit dem XL11 gut zurecht komme werde ich wohl in absehbarer Zeit auch den Prijon-WW-Canadier wieder abstoßen. Und wenn mir das Wildwasserpoltern so richtig viel Spaß macht strebe ich auf längere Sicht die Anschaffung eines Esquif Zoom an.

Kleiner Nachtrag: Steffen schlug vor, die ebenfalls irgendwann im Forum diskutierte Methode, geschredderte Playmobil-Figuren für die Reparatur einzusetzen, anzuwenden. Ich meine, dass die Reparaturstelle zu groß für sowas ist (und dass das Playmobil-Material ziemlich hart ist). Probieren kann ichs ja mal - die Kinder sind aus dem Playmobil-Alter raus, Acceton habe ich im Keller, wohlan... Ich werde berichten.

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