Sonntag, 2. November 2014

Poling/Treffen


Als ich am Vormittag Klemens und Anita am Bootshaus traf waren beide ganz zerknirscht weil sich niemand fand, der mit ihnen wildwassern wollte. Ich unterbreitete Ihnen ein Alternativangebot: Matthias, Eckhard und ich wären ab kurz vor Zwei am Nachmittag von Neckarhausen aus neckaraufwärts unterwegs und sie könnten doch von Sulz aus etwa zur gleichen Zeit neckarabwärts paddeln. Dann träfen wir uns unterwegs und wir könnten sie anschließend zurück zu ihrem Vehikel bringen. Der Plan fand Zustrimmung, so wurde es gemacht.

Wir trafen uns mit Eckhard tatsächlich um kurz vor Zwei an der alten "Pfahljochbrücke" bis zu der man völlig legal mit dem Auto fahren darf, was mich immer noch mit Verwunderung und tiefer Dankbarkeit erfüllt (und mit etwas Sorge ob dieses Regulierungs-defizits).

Klemens und Anita waren schon vorbei gekommen und hatten in Eckhards Auto ihre trockenen Klamotten deponiert. Wir zogen uns wasserfeste Kleidung an und machten uns auf den Weg.

Ich hatte Anfangs Schwierigkeiten und kam den ersten Schwall oberhalb der Brücke zweimal nicht hoch. Beim dritten Versuch klappte es. Wenn der auch schief gegangen wäre wäre ich ausgestiegen und hätte das Boot über diese Stelle hinauf getreidelt.


Für Eckhard, war es ein steiniger Weg denn er machte auf diesem durchaus anspruchsvollen Abschniutt erste Polingerfahrungen.


Matthias dagegen beherrscht die Technik inzwischen blendend. Deshalb sieht das in dem Video auch so leicht und spielerisch aus, was eigentlich ziemlich anstrengend und knifflig ist. 


Aber für ihn und mich gab es auf dem Abschnitt auch den einen oder anderen Schreckmoment. Auf dem Bild links erkennt man, dass das Boot unerwartet von der Strömung herumgerissen wird. Dabei klemmt die Stange unterhalb des Bootes fest.
Matthias ist geistesgegenwärtig genug sie rechtzeitig aus dem Flussgrund zu ziehen und fängt das Boot wieder ab. Als Anfänger kentert man bei so einer Gelegenheit weil man die erforderlichen Reflexe nicht eingeübt hat.

Wir arbeiteten uns mit wechselndem Glück bergauf und verloren uns allmählich etwas aus den Augen. Mich hatte der Ehrgeiz gepackt: ich wollte auf alle Fälle den Bootsverleih in Fischingen erreichen. Dahin kam ich auch, war dann aber auch völlig am Ende.

Den anderen ging es nicht anders als sie auch ankamen. Das letzte Stück fließt auch besonders schnell weil es etwas mehr Steigung hat und es gibt die eine oder andere Ministufe.

Wir ruhten uns ein wenig aus und waren ganz dankbar, dass wir ein Weilchen auf Klemens und Anita warten mussten, die dann aber doch bald in der Distanz (in der die Sonne noch schien) auftauchten.

Anita paddelte Klemens' Prodigy und machte im Wildwassercanadier eine gute Figur. Es gibt viel zu wenig Frauen, die solche Boote paddeln...


Ich paddelte - nachdem ich die beiden im Namen des ortsan-sässigen Bootsverleihs freundlich begrüßt hatte (das macht man doch so, oder?) - zügig zurück. Hatten wir für den Weg bergauf ungefähr anderthalb Stunden benötigt dauerte meine Abfahrt weniger als ein Viertelstündchen.

An der Pfahljochbrücke wartete Ruth mit Røskva. Sie hatten in der Zeit einen ausgedehnten Hundespaziergaqng unternommen und fröstelten ein wenig im Schatten, der viel zu schnell über das Tal kroch. Die anderen kamen nach, wir zogen uns um, holten Klemens' Auto und verluden die Boote. Dann ging es zurück nach Hause - mit einer kleinen nahrhaften und unterhaltsamen Unterbrechung im Café in Horb.


Es gibt eine Bildergalerie von Matthias, eine von mir und Matthias war - wie so häufig - schneller als ich und hat ebenfalls einen Bericht veröffentlicht.

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