Sonntag, 9. Dezember 2007

182. Die Starzel

Gestern wollte ich ja eigentlich ähnlich wie vor 14 Tagen den Neckar hinunterpreschen aber Roland hatte eine bessere Idee: heute zusammen mit anderen Kajakfahrern des Paddelklubs die Starzel von Rangendingen nach Bieringen (da mündet sie in den Neckar) zu fahren. Die Starzel ist ein stark mäandernder Kleinfluss, der vom Albtrauf zum Neckar fließt und gewöhnlich eher unter Wasserarmut leidet. Heute hatte sie genug Wasser (Pegel 47cm - Mindestpegel 40cm) und ich nahm den rosa Solo-WW-Canadier (XL11). Noch während der ersten 10 Minuten auf dem Fluss absolvierte ich die dritte Kenterung in meiner Paddelkarriere (ich wich 'irgendwie' ungeschickt aus und hatte plötzlich den Süllrand unter Wasser) - da das Wasser an der Stelle nicht tiefer als 50 cm war und ich brav den Neoprenanzug und die Paddeljacke angezogen hatte passierte mir nichts weiter (weniger 'brav' war, dass ich keinen Helm mitgenommen hatte - mache ich das nächste Mal!). Aber ich hatte schon mal Respekt vor dem kippeligen Boot bekommen und umtrug in der Folge die Wehre, von denen die sieben KajakfahrerINNEN doch einige befuhren.

Der Tag hatte eigentlich - entgegen dem Wetterbericht - ganz sonnig begonnen und wurde dann immer regnerischer. Aber davon merkt man ja nicht viel wenn man erstmal auf dem Wasser ist. Ich kochte ohnehin in meinem eigenen Saft (und im eingedrungenen Starzel-Wasser) und bekam allenfalls bei den Umtragungen und beim 'mit dem Wurfsack Bereitstehen' kalte Füsse.

Während der Wehrbefahrungen meiner Kajak-Kumpane dümpelte das rosafarbene Boot mit dem Rotzgelben Prallschutz geduldig angebunden im Fluss (im Frühjahr spendiere ich dem WW-Canadier einen Anstrich - er hat ihn nötig finde ich!).

Was für mich ein wenig ungewöhnlich war, war, dass diese Kajak-FahrerINNEN eigentlich gar nicht richtig paddeln - sie lassen sich den Bach hinuntertreiben und greifen dann korrigierend ein, wenn das Wasser spritzig wird. Vielleicht sind meine Paddelfreunde ja auch nur besonders entspannt und andere wollen schneller vorankommen. Mich nötigte das immer wieder entweder zu (mit dem Stechpaddel etwas umständlichen) Bremsmanövern oder zum Vorausfahren. Vielleicht ist es auch so, dass der Canadier sich besser navigieren lässt, wenn er eine gewisse Grundgeschwindigkeit hat oder ich bin das Streckemachen vom Wanderbootfahren her zu sehr gewohnt.

Nachdem ich mein unfreiwilliges Bad genommen hatte war ich zwar vorsichtiger, kam aber auch im heftiger bewegten Wasser und zwischen den unter Wasser lauernden Felshindernissen immer besser zurecht (den einen oder anderen Aufsetzer, der mir mit meinen anderen Booten richtig weh getan hätte, gab es trotzdem - im WW-Boot schrubbelt man dann gelassen über das Hindernis).

Nachtrag: Eben kam Roland vorbei und hat seine Bilder mitgebracht. Wir haben gemeinsam einige Bilder auf der Homepage des Vereins eingestellt. Von mir gibts mal wieder kein vernünftiges Bild - allenfalls das etwas unscharfe hier:

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