Montag, 18. Mai 2026

Würdiger Ersatz

Im Canadierforum wurde schon im März ein MadRiver Explorer angeboten, der mir zu der Zeit entgangen ist. Allen anderen offenbar auch. Ich habe Werner kontaktiert und gestern nun das Boot aus Zürich abgeholt. Es handelt sich um die 17'-Version. Das Boot ist also knapp 5 Meter lang und damit fast so groß wie mein SourisRiver Prospector, den ich vor drei Jahren verkauft habe.

Das bedauere ich immer noch. Das Angebot des Käufers war aber unwiderstehlich und hat mir den Kauf einer ganzen Reihe von "Trostbooten" ermöglicht. So nun auch den Kauf dieses Ersatzbootes.

Eigentlich habe ich ja schon einen halben MadRiver Explorer, der noch dazu fast gleich aussieht wie das neue Boot, aber ich habe immer eine gewisse Scheu ihn einzusetzen weil er mir ja nicht alleine gehört. Zudem hatte ich in den letzten Jahren ja auch wenig Anlass ein Tandemboot zu benutzen. Jetzt habe ich also diesen sichtbar gebrauchten und aber auch gut in Schuss gehaltenen größeren Explorer, der zunächst hier in der Wohnung lagert bis ich - aus dem Urlaub zurückgekehrt - einen Platz für ihn im Bootshaus finde. Ins Dachgebälk passe ein Boot dieser Länge ja nicht. Wahrscheinlich werde ich den Dagger Reflection dort hoch hängen und den Explorer zugänglich im Bootsregal lagern.


An den Enden wurden die Süllränder und Deckplates aufwändig und fachgerecht repariert (besser als ich das je hinbekommen würde). Innen gibt es eine kleine weniger schöne Reparaturstelle und außen am Rumpf finden sich eine ganze Reihe von Reparaturen, die nicht so hübsch aussehen, aber die Funktion des Bootes in keiner Weise beeinflussen.

Erneuert werden müssen die Sitzgeflechte. Die werden in Kürze durchbrechen. Sie sind altersgerecht spröde. Ich werde mich wohl doch mal mit eingeklebtem Ratangewebe beschäftigen müssen. 

Davor habe ich ziemlich viel Respekt und habe das bislang immer vermieden. Neue Sitze würden dem in die Jahre gekommenen und gut gealterten Boot nicht gerecht. Also muss ich mich wohl mittelfristig damit beschäftigen.

Werner hat mir noch jede Menge Material, einen Bootswagen und ein beeindruckend langes Beavertail-Paddel mitgegeben. Selbst ein Stück perfekt gefräster Süllrand ist dabei. Glasfaser- und Aramidmatten und Angaben über die Länge der Schrauben in den Süllrandspitzen.

Dem Boot ist anzusehen, dass es auf steinigen Schweizer Flüssen unterwegs war und schon allerhand erlebt hat. Die eingeklebten D-Ringe weisen auf viel Sachverstand des Vorbesitzers hin. Ich hoffe, dass es mir gelingt dieses Boot ähnlich kompetent zu nutzen und werde die Macken und Kratzer, die ich hinzufüge und die, die schon dran sind, je nach Erfordernis reparieren.

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