Samstag, 5. Mai 2012

Anhänger II


In Cliff Jacobsons "Expedition Canoeing" wird beschrieben, wie ein vernünftiger wildnisfähiger Anhänger auszusehen hat. Nun haben wir hierzulande wenig Wildnis und unser komfortables Auto ist vermutlich erheblich weniger geländegängig als der alte Baugeräteanhänger, den ich letztes Wochenende erworben habe. Aber ich sehe schon mit Spannung den Umabauarbeiten entgegen, die ich an dem Anhänger vornehmen werde.

Heute habe ich ihn abgeholt und war überrascht davon, dass er sich als richtig groß erwiesen hat. Wenn man will kann man sich der Länge nach hinein legen. Der Deckel schließt auf Brusthöhe (130cm). Er könnte mit ein paar Metern Segeltuch und Sperrholzeinbauten zum einigermaßen komfortablen Behelfswohnwagen ausgebaut werden. Den Aufwand werde ich jedoch vermeiden denn der Anhänger soll ja auch alltagstauglich sein. Deshalb baue ich auch keinen festen Rahmen darauf, wie Cliff Jacobson ihn vorschlägt. Ich werde statt dessen Autodachträger darauf anbringen. Nicht wie geplant an den äußersten Enden des Deckels sondern mit ca 1.5 Meter Abstand voneinander (auf Höhe der Deckelscharniere).

Der Deckel ist solide genug für die Montage von Dachträgerfüßen. Ich muss jetzt nur ermitteln, ob die Quertraversen - wie beim Auto - exakt die im Fahrzeugbrief eingetragene Breite des Hängers (1,60m) haben dürfen.


Wenn erst ein oder zwei Boote auf dem Deckel befestigt sind wird er sicher nicht mehr so leicht zu öffnen sein wie jetzt. Aber dann steht ja immer noch die kleine Hecktüre zur Verfügung die ich - wie den Deckel - verriegeln kann. Der Deckel überlappt so weit, dass quasi kein Wasser in den Hänger eindringt. Ich kann darin also notfalls auch die Tourenausrüstung länger lagern.

Der Hänger hat an allen vier Ecken Stützen mit denen er sich auch auf unwegsamem Gelände fest abstellen lässt. Wenn ich an die Deichsel ein Stützrad angebaut habe werden die vorderen beiden Stützen nicht länger erforderlich sein. An ihrer Stelle können z.B. Tarpstangen befestigt werden (dünne solche können aber auch in die Stützrohre hinten hinein gesteckt werden).

Erneuern muss ich möglicherweise die Reifen, die nicht wirklich schlimm aussehen aber schon älter sind. Wenn ich günstige Felgen bekomme erneuere ich die ebenfalls und hebe von den alten Felgen die am besten erhaltene samt Reifen als Ersatzrad auf. Das kann dann mittels im Zubehörhandel erhältlicher "Reserveradhalterung" seitlich an den Hänger angebracht werden oder vorne über die Deichsel.

Freitag, 4. Mai 2012

Solotraining

Hatte ich vor vierzehn Tagen noch Christiane mit Tandemtraining traktiert, entschied sie sich heute für Solopaddeln im Canadier. Ich riet ihr dazu, meinen betagten aber gutmütigen Fantasy zu benutzen und setzte mich selbst in den kleinen gelben Phantom, in dem ich die vier Tage auf der Isar und der Ammer schon gepaddelt bin. Ich solle bald wahrnehmen, dass ich dabei mein linkes Knie etwas überlastet habe. Es schmerzt jetzt jedes Mal, wenn ich mich darauf abstütze. Ich sollte es wohl ein Weilchen schonen.


Christiane war hauptsächlich damit beschäftigt einen soliden Grundschlag mit wirksamem Heckhebel zu entwickeln, wagte sich aber auch ans Traversieren und sogar an übergriffene Paddelschläge.


Währenddessen übte René Stützen (was nicht immer gelang), Klemens tobte mal in meinem Phantom durch die harmlose Stromzunge.


Und auch sonst war allerhand los. Wir waren zeitweilig zu zehnt am Kanal. Klemens rollte immer wieder und musste danach auch immer wieder sein Boot ausleeren. Wie lange er wohl noch zögert sich auch so eine Pumpe ins Boot zu bauen, wie René eine hat?

Beim Ausstieg begutachtete ich noch einmal die von Claudius an der Ammer bemängelten grauen Muster auf dem Bootsboden meines kleinen gelben Bootes. Sie fordern ernstlich zu Maßnahmen auf. Ich sollte etwas unternehmen...


Donnerstag, 3. Mai 2012

Dienstag: Die Ammer

In dieser dritten Nacht habe ich noch besser (durch-)geschlafen. Dementsprechen früh um kurz vor sechs war ich wach. Da ich nicht mehr schlafen konnte machte ich mir Gedanken übers Einpacken meines Gerümpels. Diese Pläne habe ich dann noch vor dem Frühstück umgesetzt. Dann gab es was zu essen und schließlich waren die Tische abzubauen und die Autos und Anhänger zu beladen. Dafür hatte ich jetzt jede Menge Zeit. Gegen 10:30 fuhren wir ab.

Nach einer Stunde kamen wir an der total überfüllten Einsatzstelle in Saulgrub an. Die Ammer darf erst ab 1.Mai befahren werden und in den meisten Jahren hat sie dann schon zu wenig Wasser. Da schon diverse Autos von unserem Riesentrupp an der Aussatzstelle waren fuhren wir nach dem Umziehen einfach los.


Wir bildeten - wie vom Reglement gefordert - Fünfergruppen. Ich war mit Claudius, Lutz, Andreas und Rainer unterwegs. Die am Anfang liegende Scheibum als schwerste Stelle bewältigte ich einigermaßen (habe mich mehr so hindurchgewackelt), bin dann aber im abschließenden Loch unterhalb des Naturwehrs gekentert als ich hängen blieb und sich das Heck meines Bootes mit Wasser füllte. Ich hatte den Eindruck, dass ich dort länger schwamm, bekam aber frühzeitlich das Boot aufgerichtet und hatte irgendwann - dem Boot mit dem Paddel in der Hand hinterher schwimmend - knietief Grund unter die Beine und rettete mich selbst.

Auf der Weiterfahrt genossen wir die grandiose Landschaft und die Schleierfälle. Mich erinnerte das Ammertal ein wenig an den Giarsunabschnitt des Inn. Die Ammer ist allerdings längst nicht so steil wie der Inn bei Giarsun. Nach den beschriebenen Anfangsschwierigkeiten weist sie leichtes Wildwasser auf und wird erst gegen Ende noch einmal geringfügig schwieriger. Dann folgen noch längere glatte Abschnitte, die bei Niedrigwasser schwierig zu paddeln sind. Es muss dann wohl getreidelt werden.



Das Wehr vor der Aussatzstelle hat eine Bootsrutsche, die uns viel Spaß bereitet hat. Nach ein paar weiteren Kurven folgt die Aussatzstelle an einem stillgelegten Sanatorium.

Ich setzte mich noch im nassen Neo in Rolands Auto um mein Auto von der Einsatzstelle zu holen. Wir luden die Boote, ich wartete auf meine Mitfahrerjungs und so gegen 18:00 Uhr fuhr ich schließlich mit Max und Ronan zurück nach Tübingen. Felix hatte sich umorientiert. Unterwegs hörten wir Nirvana und kamen gegen 20:30 Uhr in Tübingen an. Ich lud die Jungs und Boote ab und machte mich gleich auf den Heimweg.


Fazit der vier Tage: 

Bettina und Ute, die die Jugendausfahrt organisiert haben, ist es gelungen 20 Jugendliche, ein Hilfsteam und mehr als 30 Erwachsene unter einen Hut zu kriegen. Sie haben für ihre organisatorische Glanzleistung meine volle Hochachtung. Die Logistik funktionierte, die Verpflegung war perfekt. Auf die Weise hat sich an diesem verlängerten Wochenende ein Viertel aller Paddelfreunde – mehr als genug für eine "Vollversammlung" an der Isar getroffen. Es gab teils mehr, teils weniger Kontakt zwischen Jugend und Erwachsenen. Wir hatten bestes Wetter und gute Pegel.
Das Wochenende hatte trotz einigem Organisationsaufwand Urlaubscharakter.
Ich habe mein Boot weiter zerschlissen (der Boden ist jetzt mit grauen Flecken übersäht, die unter der gelben Deckschicht hervor schauen) und der Sitzeinbau am M.E. muss noch mal erfolgen aber wir haben gute Erfahrungen mit dem Tandemsitz gemacht. Alles in allem war es ein großartiges Wochenende, an das sich alle Beteiligte noch lange und gerne erinnern werden.

In diesem Webalbum habe ich alle Bilder abgelegt.

Montag: Isar von Sylvenstein nach Lenggries

Diesmal hatten wir eine kühle Nacht und ich habe richtig gut geschlafen. Aufgestanden bin ich um 7:30 Uhr um noch Zeit für eine Dusche zu haben. Das Frühstück war wie gewohnt üppig. Die Sonne schien.


Gegen 10:00 Uhr waren alle fertig und wir fuhren alle nach Sylvenstein über die Mautstr. An der Einsatzstelle zogen wir uns um, brachten in den Paddelklamotten die Autos nach Lenggries und ließen uns von Susanne zurück zur Einsatzstelle fahren. Abfahrt war gegen 11:00 Uhr.

Wir drei Canadier (Tatjana und Andre, Rene und ich) fuhren wieder vorweg um vor Hindernissen und Gefahren zu warnen. Die drei Eingangsschwellen (die dritte ist am heftigsten) wurden von allen unfallfrei überwunden (André durfte sie alleine im Hecksitz des M.E. fahren).


Wir hatten einen hohen Pegel und deshalb gute Strömung und höhere Wellen. Das taten wir dann auch nach der dritten Schwelle. Während wir auf die Kinder warteten hielten René und ich eine kleine unprätentiöse Zeremonie für Reinhard, der vor anderthalb Jahren gestorben ist, ab.


Jürgen hatte einen Abschiedsgruß für ihn angefertigt, den wir hier an seinem Lieblingsfluss - ein paar Tränen unterdrückend - zurück ließen. Er wird irgendwann von der Flut oder von spielenden Kindern mitgenommen werden.




Als die Kinder alle unbeschadet die Schwelle bewältigt hatten fuhren wir weiter bis zum Wehr, wo wir letztlich lange warteten. Ein helmloser Hasardeur fuhr in der Zwischenzeit das Wehr, das wir vorher noch vorsichtig umtragen hatten. So hatten wir für die Wartezeit ein treffliches Gesprächsthema.


Endlich kamen die Kinder. Wir paddelten weiter. Hohe Wellen und starke Strömung beschleunigten uns. Sehr wenige Kehrwasser trugen ihren Teil dazu bei, dass wir bald in Lenggries ankamen. Dort durfte ich dann noch im Tandemboot mit André durch eine prächtige Welle rauschen. Dazu gibt es ein Filmchen von René, auf dem zu sehen ist, dass ich kurz zögere um auf der Welle zu boofen. Das hat André völlig aus dem Konzept gebracht. Ich hätte wohl nach der Welle im weißen Wasser einen Fangschlag setzen und uns darüber hinweg ziehen sollen. Nächstes Mal.

Abgesehen von dem Umstand, dass sich die Verklebung wieder gelöst hat und ich den Sitz neu einkleben muss, hat sich die enge Sitzanlage im M.E. auf dieser Jungfernfahrt auf bewegtem Wasser bewährt (die gestrige Fahrt war ja eher eine Genussfahrt ohne nennenswerte Strömung – mit Ausnahme der Rissbachmündung).

Wir luden unsere Boote auf und brachen auf ohne auf Kinder zu warten. Der helmlose Hasardeur stand irgendwo am Straßenrand und wir nahmen ihn zur Einsatzstelle mit. Auf der Fahrt berichtete er von seinen paddlerischen Heldentaten. So bekamen wir weiteren Gesprächsstoff, den wir im gleichen Biergarten wie gestern bei kühlenden Getränken abarbeiteten.

Über die Mautstraße fuhren wir anschließend zurück. Ich hielt drei Mal an und machte mehrere Fotos vom Verlauf der Isar, die sich dort ihren Weg durch die Kiesbänke sucht.

Wir waren rechtzeitig auf dem Zeltplatz um noch ausgiebig zu „chillen“. Es wurde gegrillt (ich bekam eine Wurst ab) und bei der Jugend Tortellini gegessen (mit leckerer Käse-Sahne-Soße). Lutz machte Gemüsepfanne mit Kuszkusz (ebenfalls sehr lecker). Ich bekam überall etwas ab und verschwand mit vollem Magen um 22:30 Uhr in die Hängematte.

Sonntag: Isar ab Scharnitz und bis Sylvenstein

Warme Windböen holten mich in der Nacht immer wieder aus dem Schlaf. Ich habe mich in der Nacht überhaupt nicht zugedeckt dabei hatten die, die schon am Vortag angereist waren, in der Nacht davor noch gefröstelt. Ich habe nicht gut aber "oft" geschlafen. Irgendwann weckte mich auch Geraschel, das möglicherweise von dem Fuchs stammte, der sich am Proviant meiner Nachbarn bediente.

Um 8:00 Uhr stand ich erst auf. Um 9:30 Uhr gab es Frühstück. Danach sah ich mir die Ausstiegsstelle am Campingplatz an.


Mit René und André und dem versammelten Jugendteam ging es dann um 10:00 Uhr los nach Mittenwald/Scharnitz. Wir drei (O)C1-Paddler scouteten wieder.

Die Isar fließt oberhalb von Mittenwald zunächst in weiten Schleifen in offener Landschaft. Wir bekamen gleich Probleme mit dem Wind, dessen Böen unsere Boote immer wieder verschob .

Zwei dicht übereinander liegende Schwälle sahen wir uns gründlich an. Der obere wäre befahrbar gewesen aber der untere war unfahrbar. Ich hatte Sorge, dass jemand – z.B. aufgrund einer Windböe am oberen kentert und sich dann am unteren verletzt. Deshalb umtrugen wir beide.


In Mittenwald ist die Isar durch einen kanalartigen Ausbau ohne jedes Kehrwasser geprägt. Gewürzt wird sie mit jeder Menge Solschwellen. Wir polterten hinunter und ich machte mir zunehmend Sorgen um die nachfolgenden Kinder und Jugendlichen, die wir mangels Kehrwasser nicht warnen konnten. Als schließlich doch so etwas ähnliches wie ein Kehrwasser kam stieg ich aus. Wir warteten. Ich lief zurück kam aber am Flusufer nicht weiter als bis zur Eisenbahnbrücke in der Stadt. Niemand kam.

Wir entschieden schließlich zügig zum Campingplatz zu paddeln um alsbald mit den Autos wieder aufbrechen um die Meute zu suchen. Just als wir los wollen trafen alle wohlbehalten und gut gelaunt ein.


Es war noch früh am Nachmittag und wir beschlossen spontan noch in kleiner Besetzung den Abschnitt Krül- Sylvenstein zu paddeln (Andreas im Kajak, André & Tatjana im M.E., René und ich je im OC1).


Beim Autoumsetzen auf der Privatstraße sehen wir noch wie sich klares grünes Wasser im weiten Tal durch die Kiesbänke schlängelte. Als wir zu Tatjana, die die Boote an der Einsatzstelle bewachte, zurück kamen floss da plötzlich braune Brühe. Das trübe Wasser erschwerte es die flachen von den tiefen Abschnitten zu unterscheiden.

Im ersten Drittel der Fahrt überwogen ohnehin die flachen Abschnitte. Wir hatten längere Strecken zu Treideln und bereuten schon unsere Entscheidung. Dann wurde das Wasser doch allmählich klarer und auch tiefer.


Die Sonne schien, der Blick schweifte über große Kiesbänke auf ein imposantes Bergpanorama, der Begriff „bayrisch Kanada“ bekam seine Bedeutung. Das letztes Drittel der Fahrt war nur noch schön und trotz der anfänglichen Strapazen wird sie uns so in Erinnerung blieben.


Bei der Einmündung des Rissbachs kam noch einmal braue Brühe dazu aber just da war ja auch die Aussatzstelle Vorderriss. Wir zogen uns um, luden die Boote und gingen im neben der Aussatzstelle liegenden Biergarten etwas Essen. Länger geplaudert haben wir dabei über Reinhard, der diesen Isarabschnitt besonders geliebt hat.


Nach dem Essen wollten wir uns noch die "schrägen Rippen" des Rissbachs anschauen. Kurz vor ihnen sahen wir wie ein Hirsch durch den reißenden Hochwasser führenden Rissbach lief und kurz vor uns die Straße querte. Die Rippen waren unter den Wassermassen kaum zu sehen.

Abend gab es eine (für meinen Geschmack zu) große Runde auf dem Zeltplatz. Ich schloss mich der kleinen Runde mit Maja, Roland, Michl und Anke an und ging gegen 23:00 Uhr in die Hängematte.

Samstag: Isar von Lenggries bis Bad-Tölz

Am Morgen um 7:00 Uhr haben wir uns am Bootshaus getroffen und sind mit vier Autos und zwei Anhängern Richtung Bayern gefahren. Die Boote waren schon am Vortag verladen worden und nun saßen in meinem Auto Felix, Ronan und Max die mich auf den neuesten Stand bezüglich der aktuellen Computerspiele brachten.

Wir waren mit ca. 20 Kindern und Jugendlichen und einem sechsköpfigen Betreuerteam unterwegs. Zusätzlich waren viele Erwachsene schon vorher separat an den Zielort gefahren.

Ein Stau bei München hielt uns etwas auf aber letztlich kamen wir kurz nach 11:00 Uhr in Bad Tölz an. Dort suchten wir die Aussatzstelle, an der wir ein Auto zurückließen. Anschließend ging es weiter nach Lenggries. Dort zogen wir uns um. Unorganisiert wie ich und die Jungs eben so sind mussten wir mindestens fünf Mal zurück zum Auto um noch irgend was vergessenes zu holen oder zu verstauen.


Gegen 12:00 Uhr paddelten wir los. Mein Job war es die Strecke zu scouten. Allerdings gabs da nichts zu scouten. Der Isarabschnitt zwischen Lenggries und Bad Tölz ist kanalartig ausgebaut. Große Kurven fassen das breite Flussbett ein. Der hohe Pegel sorgte für schnelle Strömung.


Bald waren wir an der Isarburg, die ich nicht wieder erkannt habe. Vor fünf Jahren sah sie völlig anders aus und ihr aktueller Zustand ist offenbar durch Bauarbeiten herbei geführt worden. Zwar kann man sie rechts fahren aber wir entschieden uns den Katarakt links zu umtragen (der Kinder wegen, aber auch mangels Absicherung). Auch dort hätten wir eine Chickenline paddeln können, die aber in einer etwas garstigen steckgefährlichen Stufe endete.


Unterwegs begegnete uns eine einzige Surfwelle, die wir fleißig beackerten (bei über 20 Paddlern kann so etwas länger dauern). Pause wurde auf einer Kiesbank gemacht. Ausnahmeweise waren auf der mal keine unbekleideten Menschen, von denen sich sonst richtig viele am Ufer tummelten. Ließ man sich mal rückwärts treiben hatte man ein grandioses Alpenpanorama vor sich.


Beim Stauabschnitt vor dem Wehr Bad Tölz kamen wir gegen 17:00 Uhr an. Die Autos wurden nachgeholt, Boote aufgeladen und nach einer Stunde fuhren wir dann ab.


Wir hatten noch eine gute Stunde Fahrt zum Zeltplatz Isarhorn bei Mittenwald zu bewältigen. Dort angekommen begrüßten wir erst die bereits eingetroffenen Erwachsenen und „großen“ Jugendlichen, die von ihrer Loisach-Befahrung berichteten.

Ich begab mich auf die lange Suche nach passenden Bäumen für meine Hängematte und bat schließlich Jens darum, sein Auto umzuparken. Dann beschäftigte ich mich mit Hängemattenaufbau zwischen zwei eigentlich etwas zu eng stehenden Bäumen.

Das Abendessen nahm ich bei Gerhard ein weil die Jugendlichen, bei denen ich eigentlich mit essen sollte, ein etwas undurchschaubares Essenszuteilungssystem propagierten, das ich lieber nicht hinterfragen oder problematisieren wollte. Ein heftiger warmer Wind blies immer wieder Dinge vom Tisch.

Nach dem Essen wurden Paddelpläne geschmiedet. Wir entschieden uns für den Isarabschnitt oberhalb des Campingplatzes. Starten wollten wir auf Renés Anraten hin oberhalb von Mittenwald bei Scharnitz.

Der stärker werdende Fön löste bei mir Kopfschmerzen aus und ich war doch reichlich gerädert von dem langen anstrengenden Tag. Gegen 22:00 Uhr ging ich deshalb Zähne putzen (auf dem Campingplatz waren lange Wege zu bewältigen weil wir natürlich ganz unten am Wasser campierten und die zentralen Einrichtungen des Platzes ganz oben am Eingang bei der Rezeption waren) und um 22:30 Uhr lag ich im Schlafsack.

Mittwoch, 2. Mai 2012

Anhänger I

Während des Wochenendes, an dem ich auswärts paddeln war (ich berichte später), hat mir meine Nichte einen Anhänger ersteigert, den ich erst am kommenden Wochenende abholen werde. Ich kaufe da die Katze im Sack (was angesichts des niedrigen Preises, der nach eigenem - jetzt glaubhaftem - Bekunden dem Karma meiner Nichte zu verdanken ist, halb so dramatisch ist).


Es handelt sich um den Materialhänger einer Baufirma, der einen geschlossenen Aluminiumkasten hat, der sowohl über einen Deckel als auch über eine Hecktür verfügt. Auf den Deckel will ich zwei breite Querträger für den Transport von zwei Canadiern montieren und die Deichsel wird - wenn das geht - verlängert, so dass auch lange Boote auf den Hänger passen.

Der Hänger hat vernünftig große Räder und macht einen stabilen Eindruck. Damit kann man auch mal über Stock und Stein fahren. Was mir jetzt noch fehlt ist die Anhängerkupplung am Auto. Aber auch die ist bereits bestellt und wird in absehbarer Zeit montiert.

Ich bedauere ja noch immer, dass ich vor Jahren den Bootsanhänger, den ich für den Transport des geklinkerten Mahagoni-Canadiers angeschafft hatte, verkauf habe. Mit dem Kastenanhänger habe ich - wenn er keine versteckten Mängel hat - eine würdige Alternative gefunden.

Auf dem neuen Anhänger lassen sich sowohl Boote befördern als auch in ihm meine umfängliche Paddel- und Campingausrüstung. Gegebenenfalls kann ich darin auch allerhand lagern.