Montag, 4. Februar 2008

214. Duluth-Packs - 3

Nachdem ich nun schon eine Woche auf das - alle guten Vorsätze überwindend - spontan gekaufte Duluth-Pack gewartet hatte, machte ich mir am Wochenende richtig Sorgen, ob ich diesen Kauf wohl bereuen werde. Als ich heute das Paket zuhause vorfand war klar, dass ich es wenigstens nicht aufgrund versäumter Lieferung und - nach dem Auspacken - auch nicht aufgrund mangelnder Qualität oder unscheinbarer Erscheinung tun würde.

Das ist ein grandioses Gepäckstück und man sieht ihm seine Herkunft aus der Tradition der 90-Pfund-Packs der kanadischen Voyageure an. Ich habe es erstmal mit allen verfügbaren Sofakissen vollgestopft und meinen ältesten Sprössling gebeten, mich damit zu fotografieren.

Auf dem Bild stehe ich vor dem imaginären Panorama wilder Stromschnellen eines Flusses in der nordamerikanischen Wildniss. Natürlich bin ich völlig außer Atem aber das Panorama entschädigt für den beschwerlichen Aufstieg und auch die bevorstehende Portage des Kanus macht mir keine Sorge weil ja das allermeiste Gepäck im 'Pack' bereits versorgt ist... (naja, oder so ähnlich).


Erst direkt von hinten werden die Ausmaße dieses Rucksacks richtig deutlich - da passen mehr als vier Sofakissen hinein - ich würde denken 1 Zelt, 2 Schlafsäcke, 2 Isomatten, und noch allerhand Klamotten. Damit das dann auch noch tragbar bleibt gibt es die 'Tumbline'. Dieser Riemen, der über die Stirn bzw. den Haaransatz geführt wird, erleichtert das Tragen ungemein (naja, so heißt es jedenfalls - ich werde das mal mit anderer Last als Sofakissen ausprobieren müssen um die Behauptung bestätigen zu können).
Die Riemen sollten natürlich überkreuzt werden - dann schließt das Pack perfekt - wenn Sie so, wie hier zu sehen ist, gerade geführt werden, lassen sie sich zum Be- und Entpacken einfach zur Seite schieben.

Samstag, 2. Februar 2008

213. Verkaufte Boote

Nachdem der Paddelklub den 17'-Canadier (Dagger Reflection) nicht übernehmen wollte hatte ich ihn ja im Canadier-Forum angeboten, war aber auf wenig Resonanz gestoßen. Vermutlich lag es vor allem an den unüblich vielen Sitzbänken, die in das Boot eingebaut sind. Ich mochte das Boot und konnte sowohl die Vorteile der vielen Variationsmöglichkeiten der fünf Sitze im TandemBetrieb als auch ihre Eignung als (Groß-) Familienboot erkennen. Naja, dachte ich mir, dann kommt es eben im Frühjahr unter den Online-Hammer.
Dann suchten Frank und Verena im Forum nach einem geeigneten Boot und etwas halbherzig bot ich Ihnen das Boot an. Erstaunlicherweise - so erzählen sie - hagelten die Angebote nur so auf sie herab. Da scheinen sich gegenwärtig viele Leute von Booten trennen zu wollen, zu denen sich keine Käufer finden. Na, wie dem auch sei, auf der Flucht vor dem Karneval kamen sie heute vorbei und holten das Boot ab. Ich habe das Boot geringfügig unter dem Einkaufspreis verkauft - sozusagen eine Nutzungsgebühr bezahlt.
Ebenso verkauft habe ich den langen schmalen Wildwasser-Canadier, der für Kehrwasserfahrten denkbar ungeeignet aber für Touren auf wilderem Wasser ideal ist. Rolf war schon lange scharf drauf und ich habe ihn ihm - inklusive intakten Auftriebskörpern - zum Einkaufspreis überlassen (obwohl der ja schon obszön günstig war...). So bleibt er im Bootshaus an zugänglicher Stelle und ich bin mir sicher, dass ich Rolf das eine oder andere Mal anhauen werde, ob er ihn mir nicht leiht.
Vermutlich bin ich zu wenig geschäftstüchtig und hätte beide Boote allen Ernstes über das weltweite Netz teuer versteigern sollen aber so konnte ich sie doch an nette Menschen weitergeben mit denen ich in Kontakt bleibe. Rolf sowieso aber Frank und Verena scheinen auch so vom Paddelfieber gepackt zu sein, dass wir uns - vermutlich spätestens beim GOC-Treffen 19.-20.04. - wieder sehen werden.

Klammheimlich denke ich ja auch schon an die Folgeanschaffung - das Bastelboot oder doch den eigenen Solo-Wildwasser-Canadier?

Nachtrag: Um mir über diese Entscheidung klar zu werden (und weil die Sonne statt angekündigten Schnees das Wetter über Tübingen bestimmte) habe ich zusammen mit Røskva eine kleine Neckarinsel-Runde im Solo-Canadier unternommen. Die Entscheidung ist, dass ich keines von beiden kaufe sondern noch ein wenig spare und lauere bis das WW-Boot meiner Träume mal angeboten wird. Bis dahin muss ich aber noch ein wenig recherchieren weil das Boot von zwei verschiedenen Herstellern produziert wurde.

Donnerstag, 31. Januar 2008

212. Paddel machen

Da bin ich doch eben auf einen Paddelblog im wahrsten Sinne des Wortes gestoßen. Offenbar fertigt da jemand auf dem Balkon einer Wohnung in Toronto traditionelle Paddel und dokumentiert sein Schaffen in einem Blog. Wenn man sich die Bilder ansieht kriegt man richtig Lust gleich in den Keller abzutauchen und selbst so ein Paddel zu schnitzen. Was mich ja überrascht hat ist, dass der Kerl selbst die Grundform des Paddels mit der Handsäge aussägt. Ich nehme ja immer - faul wie ich bin - die Bandsäge.
Er orientiert sich bei der Wahl der Paddelformen vorwiegend an zwei Büchern: Bark Canoes and Skin Boats of North America von McPhee, Adney und Chapelle sowie Canoe Paddles: A Complete Guide to Making Your Own von Warren und Gidmark, das ich auch habe. Das muss ich mir mal wieder vornehmen und endlich das schmale biegsame Beaver-Tail-Paddle anfertigen, von dem ich schon lange träume...

Mittwoch, 30. Januar 2008

211. Retten und Bergen

Der WKV bietet im Juni ein eintägiges Seminar mit den Titel "Retten und Bergen an Wehren" an und ich habe mich schon vor einigen Wochen angemeldet. Jetzt wird mir ein wenig mulmig wie ich einen Thread im englischen Forum verfolge, der sich mit dem Thema beschäftigt. Da berichtet einer, dass er 'ein wenig' in einem 'kleinen' Wehr 'spielen' wollte und schließlich ganz schnell gezwungen war auszusteigen. Immerhin konnte er aus dem Rücklauf hinaus waten aber die Videos, auf die (in einem andern Thread) verlinkt wird, zeigen zahlreiche Situationen, in denen Paddler (meist Kajak-Fahrer) nicht mehr ohne Hilfe raus kommen. Eben diese Hilfe behandelt das WKV-Seminar (PDF-Anmeldung).

Dienstag, 29. Januar 2008

210. Kelly Kettle

Letzte Woche habe ich endlich eine Kelly-Kettle ersteigert. Bei einem irischen Internethändler, dessen Kettle-Angebote ich schon länger beobachte. Das Angebot mitten in der Woche wurde am wenigsten hoch gesteigert. Ich habe die 2,5 Pint-Version (etwas mehr als ein Liter) gewählt, damit ich darin genug Wasser kochen kann um mehrere Tassen Kaffee oder Tee zubereiten zu können. Jetzt suche ich noch nach einer geeigneten Kunststofflasche, die in den Hohlraum hineinpasst und in der ich das nötige Frischwasser befördern kann. Ideal wäre natürlich ein Gefäß in dem dann auch der fertige Kaffee oder Tee nach dem Kochen landet. Gleichzeitig hat die Kelly-Kettle ja auch einen Korken, damit das Frischwasser in ihr transportiert werden kann - den abzunehmen sollte man tunlichst nicht vergessen, wenn man den Kessel anfeuert.
Das Funktionsprinzip dieses genialen Wasserkessels ist denkbar einfach. In einer Feuerschale wird ein kleines Stroh- und Zweigfeuerchen entflammt, der gefüllte Kessel wird drauf gestellt und durch das Kaminloch oben wird das Feuer mit weiteren Zweigen gefüttert. Nach kürzester Zeit hat man kochendes Wasser.

Die Feuerschale kann nach Gebrauch umgedreht in den Innenraum des Kessels gesteckt werden (vor Gebrauch natürlich auch was mich auf die Idee bringt, dass ein darauf passender Plastikdeckel anstrebenswert wäre damit im Innenraum der Schale Zunder und Streichhölzer befördert werden könnten). Es lässt sich also auch an der Kelly-Kettle noch das eine oder andere verbessern und ergänzen.

Bald bin ich so gut ausgerüstet, dass ich einen kleinen Sattelschlepper am Ufer mitfahren lassen muss. Ob ich mit diesem ganzen Küchengerümpel meine etwas unterentwickelte Verproviantierung optimieren kann muss sich zeigen. Immerhin kann ich auf den Frühjahrs-Paddeltouren allerhand ausprobieren und die Dinge, die sich bewähren, behalten und die anderen wieder im Rahmen des internationalen Warenhandels abstoßen...

Bei der hochgelobten Kelly-Kettle habe ich den Verdacht, dass sie mir erhalten bleibt. Allein ob die große Ausführung meinen Bedürfnissen entspricht kann angezweifelt werden. We will see...

Montag, 28. Januar 2008

209. Duluth Packs - 2

Der Händler, der mir zuletzt die Duluth-Sitztasche verkauft hat, hat mir nochmal geschrieben, dass bei ihm ein weiteres Duluth-Pack zum Vorschein gekommen wäre, das er gerne loswerden möchte. Es handelt sich um das Modell Northwoods, das schon Bill Mason als bevorzugtes Gepäckstück bei seinen Wildnistouren dabei hatte. Das ist keineswegs ein zeitgemäßes Gepäckstück aber ein hochgradig sympathisches und dauerhaftes. Die Kleidung - oder was auch immer darin im Boot befördert wird - muss eben wasserdicht verpackt werden.
Der Händler hat mir einen guten Preis gemacht und ich habe alle guten Vorsätze über Bord geworfen und das Geld überwiesen. Dabei habe ich mir doch schon letzte Woche eine Kelly-Kettle günstig aber dennoch kostspielig ersteigert.

Aber darüber berichte ich dann, wenn Sie auch eintrifft...

Sonntag, 27. Januar 2008

208. PE-Boot oder nicht?

Bin ein wenig hin- und hergerissen. Ich hatte im Canadier-Forum eine Anfrage platziert weil ich inzwischen schon die Hoffnung aufgegeben hatte genug Kapital für ein eigenes Wildwasserboot zusammen- sammeln zu können. Deshalb war ich - über einen weiteren Eintrag im Forum versucht, an ein günstiges kurzes und robustes Boot heranzukommen, aus dem ich mir ein Wildwasserboot basteln kann.


Ich will Sitze und die Querstrebe (Thwart) herausnehmen (oder gar nicht erst mitkaufen bei dem Boot, das mir Raphael gerade günstig anbietet) und anschließend vier Thwarts einbauen. Zwei vorne und hinten um Bug und Heck weiter auseinander zu halten und zwei vor und hinter dem noch einzubauenden Sitzblock. Diese dann aber wieder so eng, dass das Boot schmaler wird und sich (hoffentlich) der leicht V-förmige Rundboden des Mad River Explorer 14TT in der Mitte weiter auswölbt. So bekommt er mehr Kielsprung (wird wendiger) und verliert an Breite (ist solo besser zu handeln).

Hier eine kleine Skizze:
Der Nachteil ist, dass das Boot dann weitestgehend untauglich für den zweiten Einsatzbereich wird, den ich mir vorgestellt habe: Poling. Dafür brauche ich ein gleichfalls robustes aber eher breites Boot weil mir den Balanceakt in meinem Soloboot doch immer wieder etwas zu tückisch ist. Ob jedoch dieses kurze Boot dafür ernstlich geeignet ist weiß ich nicht so recht.
Zwischenzeitlich habe ich daran herumüberlegt, wie ich variable Thwarts hinkriege, die bei Bedarf das Boot schmaler machen und sich wieder zurück in die Ausgangsposition verlängern lassen. Daran denke ich jetzt ein wenig herum bevor ich mich entscheide.

Die Entscheidung wird zusätzlich davon beeinflusst, dass ich vermutlich am Samstag das 17'-Boot verkaufen werde. Damit kommt wieder etwas Geld in die Bootskasse, die die Anschaffung eines reinrassigen WW-Boots in den Bereich des Möglichen rücken. Unlängst war ich dicht daran mir eines zu kaufen bin aber mangels Barem zurückgeschreckt. Jetzt könnte ich genug Geld zusammen kriegen - ob das Boot wohl noch zu haben ist? Vielleicht mache ich die Entscheidung ein wenig davon abhängig. Bei uns sind die WW-Paddler sehr auf Spezialboote fixiert während die Engländer offenbar gerne ganz konventionelle Boote zu WW-Booten 'ausfitten' und als solche einsetzten - das hat auch seinen Reiz, finde ich.

Nachtrag: Habe eine Mittagsrunde auf dem Neckar gepaddelt um in dieser Sache zu einer Entscheidung zu kommen. Die vorläufige Entscheidung ist, dass ich die Entscheidung auf nächstes Wochenende aufschiebe. Erst muss der 17'-Canadier verkauft sein bevor ein neues Boot angeschafft wird. Die Stadt ist grau und ungemütlich - so ist es auf dem Fluss auch. Recht heftige Strömung und ein starker Wind flussabwärts machten mir die Rückfahrt schwer.