Freitag, 2. Januar 2015

Restholzverwertung

Am Anfang meines Urlaubs habe ich eine volle Woche lang meine Werkstatt aufgeräumt. Ein Nebeneffekt dieser Maßnahme sollte sein, dass ich Pläne für Mallen wieder finde, die ich mir mal (2009 war das) für ein Bootsbauprojekt geliehen hatte, dann aber schnell wieder zurückgeben musste. Ich hatte die Umrisse der Mallen deshalb auf festes Papier übertragen und eine Reihe von Fotos gemacht. Leider habe ich es dabei belassen.

Die Zeichnungen sind nicht aufgetaucht aber die Werkstatt ist inzwischen aufgeräumt. Jede Menge Gerümpel hat den Weg auf den Müll gefunden, zu Behaltendes lagert inzwischen in Regalen und die nutzbare Fläche hat sich quasi verdoppelt. Dem Bootsbauprojekt standen jetzt nur noch die verloren gegangenen Pläne im Weg.


Ich bin ein ungeduldiger Mensch (was keine Tugend im Bootsbau ist) und ich stehe auf dem Standpunkt, dass es beim Bootsbau nicht auf den Millimeter ankommt (Bootsbauer werden mich dafür verachten). Deshalb habe ich heute nachmittag gegen 15:00 Uhr angefangen aus den alten Fotos Mallen abzuleiten. Gegen Halbsechs war ich fertig und hatte 12 Mallen aus Restplatten unserer Deckenverschalung auf der Werkbank liegen.

Folgendermaßen bin ich vorgegangen:

Zunächst habe ich die Bilder auf Druckerpapier ausgedruckt. Da ich auf jede Malle vor dem Fotografieren ein an der Mittellinie ausgerichtets Stück Papier mit den Maßen 10 x 10 cm aufgelegt hatte konnte ich auf die Fotos ein Raster aufzeichnen.
Dieses Raster habe ich auf große Papierbögen übertragen, frei Hand die Mallenrundung einer Hälfte nachgezeichnet und entlang dieser Linie mit einer scharfen Schere die Form ausgeschnitten. Ich habe nicht versäumt eine Mittellinie aufzuzeichnen.

Auch den Süllrand habe ich bei jeder Malle um einige Zentimeter erhöht. Ich hatte beim Anblick des fertigen Bootes den Eindruck, dass der Süllrand sehr niedrig war. Jetzt habe ich ein wenig Spielraum um ihn bei meiner Version zu erhöhen.

Dann habe ich die Umrisse der Papiermallenhälften auf restliche Holzpatten übertragen und durch Umklappen des Papiers entlang der Mittellinie exakt symmetrische Mallen aufgezeichnet, die ich jetzt nur noch aussägen musste.

Schließlich habe ich die aufgezeichneten Mallen auf der Bandsäge ausgesägt (die Säge hat vorher noch ein neues Band bekommen, das ich gründlich einjustiert habe - jetzt ist es wieder ein Vergnügen darauf zu sägen). Die fertigen sechs Mallen habe ich dann probehalber mal auf dem Werkstattboden aufgereiht, für gut befunden und ihre Form auf sechs weitere Plattenreste übertragen.


Weil ich hartnäckig bin habe ich die "zweiten" sechs Mallen ebenfalls gleich ausgesägt und habe jetzt einen vollständigen Mallensatz für ein kleines wendiges Soloboot auf der Werkbank liegen. Mal sehen wie flott ich mit diesem Projekt voran komme.


Für das kleine Soloboot habe ich mich entschieden weil ein größeres Boot nicht durch das Werkstattfenster passt. Das kleine Boot kann ich möglicherweise sogar durch die Tür und das Treppenhaus befördern.

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