Dienstag, 3. November 2015

Neun zu Drei

Wolfgang war es diesmal, der eine Fahrt nach Hüningen angezettelt hat. Die Wetterbedingungen waren günstig, alle empfanden ein Wildwasser-Defizit und so kam es, dass wir zu neunt aus Tübingen  für nur einen Tag (wie im August) nach Hüningen fuhren.


Wir waren nicht als einzige auf die Idee gekommen, so dass neun Canadier, zusammen kamen, die mit den - wie immer - noch zahlreicheren Kajakpaddlern einigermaßen harmonierten. Selbst hatten wir diesmal nur mit drei Kajaks zu dieser Schar beigetragen.

Ich erinnere mich an einen jungen Freestyle-Paddler, der bei meiner ersten Fahrt in den Kanalbeginn in der Welle blieb, so dass ich mühsam um ihn herumzirkeln musste. Bei meiner zweiten Fahrt blieb er auch darin und ich bügelte skrupellos über ihn hinweg. Ab da wich er aus.


Charly, Sabine und Rolf übten zunächst im unteren Bereich des Kanals. Rolf bewegten wir rechtzeitig dazu in den oberen Bereich zu wechseln. Man pumpt sich recht flott aus, wenn man ausschließlich im untern Bereich übt.

So kam es, dass Rolf dann irgendwann in seinem neuen L'Edge durch die Wellen und Walzen pflügte und im oberen Bereich Kehrwasserfahrten und Traversieren übte. Wir anderen planschten eifrig mit und paddelten uns müde. Nach zwei Stunden hatten erstmal alle genug.

Wir machten eine ausgedehnte Mittagspause in der Sonne, aßen mitgebrachtes Essen und vertilgten gierig Anitas Apfelkuchen und Sabines kandierte Nüsse. Dann überwältigte uns doch der Drang noch eine zweite Zweistunden-session dran zu hängen.


Spaßeshalber starteten wir diesmal über die Rollenbahn ins Becken, was irre Spaß macht. Wir brauchen dringend in Tübingen auch so eine Bahn!
Erneut pflügten wir durch die Wellen und tobten uns richtig aus. Erheblich schneller als am Vormittag setzte Müdigkeit ein.



Nicht mehr jede Welle und jede Walze wurde eifrig beackert. Man ließ sich auch mal träg durch Walzen treiben und nahm dabei eben gehörig Wasser über. Wer eine Pumpe im Boot hat entwickelt da einen gewissen Gleichmut.
 

Der Trainer der Slalommann-schaft, die an einer Stelle so platzgreifend übte, so das mir gar nichts anderes übrig blieb als mich durch die Walzen dümpeln zu lassen bekam einen Lachkrampf. Er lachte mich so lauthals und hönisch aus, dass ich angesichts dieser Motivationsstrategie ernstlich Sorge um die Erfolge des französisches Slalomteams bekomme.

Nach nicht einmal zwei Stunden packten wir zusammen, zogen uns um, duschten und gingen noch einmal einen Kaffee trinken und eine Kleinigkeit essen. Dann schauten wir noch einmal in den leeren Kanal und machten uns auf den langen düsteren Heimweg.

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