Donnerstag, 20. September 2007

133. Võhandu - Estland

Nach Abschluß der Tagung in Estland hatte ich zwei Tage Zeit bis ich zur nächsten Tagung in Berlin mußte. Deshalb hatte ich mich bereits im Vorfeld nach estnischen Flüssen und Möglichkeiten zur Kanu-Ausleihe erkundigt. Über Google und Ratschläge im Canadier-Forum kam ich schließlich in Kontakt mit Sander, der uns (Holger und mich) Samstagmorgen in Tartu abholte und uns zum Fluß Võhandu dicht an der estnisch-rusischen Grenze brachte, auf dem er am gleichen Tag eine Gruppe estnischer Polizisten mit Booten ausstattete.
Wir paddelten in unserem etwas klobigen polnischen GFK-Boot vor der Gruppe los und genossen die Ruhe und Abgeschiedenheit des ruhig vor sich hin mäandernden Flusses fernab jeder Straße trotz Nieselregen. Fast schon bedauerlich fand ich, dass der Fluß trotzdem insoweit touristisch erschlossen ist, dass in regelmäßigen Abständen Feuerstellen und Biwakierplätze angelegt worden sind. Sander gibt sich auch Mühe die Durchfahrten an den Schwellen und Stromstellen klar zu bezeichnen (so gab er uns einen kleinen Plan mit den neuralgischen Punkten mit, beschriftete ihn rückseitig und wir ertappten ihn auch beim Kenntlichmachen von Durchfahrten unter Brückenschwällen - ist ja auch für seine Boote besser...
An einer abgelegenen Feuer- und Biwakierstelle machten wir nach ca. einer Stunde Pause. Wir nahmen etwas Proviant zu uns und machten ein anständiges Feuer damit Sander erkennen konnte, dass wir schon da waren (er hatte uns viel längere Fahrzeiten genannt als wir schließlich benötigten - das schien ihn immer wieder zu überraschen - aber er war auch völlig überrascht davon, dass jemand auf die Idee kommt kniend zu paddeln). Die Polizistengruppe profitierte schließlich von dem Feuer. Wie Sander berichtete war einer der Polizisten beim 'Ausdembootsteigen' ins Wasser gefallen und trocknete seine Kleidung am Feuer (beim Wiedereinsteigen fiel er dann wieder ins Wasser).
Wir paddelten weiter - vorbei an tief unterspülten Sandsteinwänden und durch und über massig viele große runde Findlinge, die im Wasser verteilt lagen (ich war doch froh in einem Leihkanu zu sitzen - im eigenen hätte mir der eine oder andere Aufsetzer deutlich mehr Schmerzen bereitet).
Nach weiteren zweieinhalb Stunden machten wir an einer Rauchsauna Rast. Dahin kam Sander schließlich auch mit seiner Tochter Siiri und Vivi, seiner Frau, die einen großen Isolierbehälter mit leckerer Suppe mitbrachte. Anschließend paddelten wir noch eine gute Stunde bis uns Vivi wieder nach Põlva brachte von wo wir mit dem Linienbus zurück nach Tartu reisten.
Alles in allem war die Kanutour eine richtig gelunge Pause zwischen dem Tagungsgeschehen - trotz Nieselregen (gelegentlich etwas heftiger aber auch ab und zu Sonne). Und Sanders kleiner Kanuverleih ist Estland-Reisenden zu empfehlen. Er und Vivi sprechen recht gut Deutsch und Siiri, die Tochter redet für eine 15-jährige erstaunlich perfektes Englisch. Über Sanders Webseite kann mit ihm Kontakt aufgenommen werden.
Mehr Bilder habe ich hier deponiert.

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