Mittwoch, 8. Mai 2019

Mittwoch: Langhagensee, Nebelsee

Nachdem ich im vergangenen Jahr ein wenig an der Mecklenburger Seenplatte schnuppern durfte habe ich beschlossen, bei nächster Gelegenheit wieder dahin zu fahren. Die Gelegenheit hat sich nun ergeben. Ich bin einige Tage vor Beginn einer Tagung in Berlin losgefahren und habe eine ziemlich eisige Übernachtung beim Bleilochsee hinter mir.

Mein erstes Ziel hieß Sewekow. Hier führt die Straße über eine schmale Landzunge zwischen Langhagensee und Nebelsee. Es ist nicht einfach Zugang zum Wasser und einen Parkplatz fürs Auto zu bekommen - das scheint ein Charakteristikum dieser Gegend zu sein.

Selbst an Waldwegen sind überall Schranken, Parkplätze sind kostenpflichtig, der Zugang zum Wasser verbaut und Stege sind abgeriegelt. Den Touristen, von denen diese Region lebt, wird das Leben nicht eben leicht gemacht - es sei denn sie zahlen Gebühren.

Schließlich ist es mir am Ufer des Langhagensees gelungen einen legalen kostenfreien Parkplatz zu finden und ich habe das Boot an einem offiziellen Badeplatz der Stadt Wittstock eingesetzt. Es ist nicht ganz einfach den Durchstich zum Nebelsee zu finden. Dieser ist schmal und seicht und weist einige Strömung auf.


Die Strömung ist für mich kein Problem. Schwieriger ist da schon Wind. Der kam anfangs von hinten und schob mich recht zügig über den Nebelsee. Wenn nicht ein kleines Passagierschiff vor mir her gefahren wäre hätte ich die Verbindung zum See "Im langen Ort" fast nicht gefunden.


Über diesen See ging es weiter Richtung Norden. Der Wind schob mich voran und die Wellen wurden höher. Mir wurde immer klarer, dass die Rückfahrt erheblich herausfordernder sein würde und ich beschloss nur noch bis zum Müritzarm /-see zu paddeln.

Bevor ich dahin kam musste ich noch durch einen weiteren kleinen Durchstich, der zunächst von einer Fußgängerbrücke überspannt ist. Dann kam allerhand Schilf und dann war der Blick frei auf die etwas größere Wasserfläche, mit der ich es bei diesem Wind nicht aufnehmen wollte.


Ich kehrte um, fuhr durch den Kanal, legte bei der Fußgängerbrücke kurz an und kämpfte mich durch die hohen Wellen und den immer stärker werdenden Gegenwind über die beiden Seen, über die ich gerade noch mit Rückenwind gesaust war. Irgendwann erreichte ich etwas verschwitzt und ermattet den Durchstich zum Langhagensee, der auch aus dieser Perspektive nicht leicht zu finden ist.


Ich arbeitete mich zum Badeplatz der Statt Wittstock durch und es gelang mir einfach nicht links vom Steg anzulegen. Der Wind schob mich nach rechts. Nun ja, ich bin da flexibel. Ich war froh vom Wasser zu sein und die dunkler werdenden Wolken kündigten auch Regen an.


Also ließ ichs für heute (12,2 Paddelkilometer/gut zwei Stunden) genug sein. Die lange Autofahrt und die kalte Nacht waren auch nicht wirklich erholsam gewesen. Ich fuhr weiter nach Mirow zur Fleeter Mühle, wo ich mich jetzt auf dem Campingplatz eingenistet habe und das (kostenpflichtige) WLAN nutze. Morgen will ich - wenn das Wetter mitmacht - über den Rätzsee, Gobenowsee, Labussee eine 16 Kilometer-Runde paddeln. Damit will ich mir Zeit lassen. Soviel, dass es auch übermorgen werden kann.

Wann ich dann wieder Zugang zum Internet habe ist unklar. Weitere Berichte folgen. Auch aus Berlin. Da tagen wir am Wannsee und ich habe schon mit dem Segelklub, der zwischen Tagungshaus und Seeufer liegt, vereinbart, dass ich eine Karte für ihr Tor bekomme damit ich morgens Übungsrunden auf dem Wannsee paddeln kann. Am Wochenende nach der Tagung will ich dann auf der Rückfahrt - wenn das Wetter passt - den Bleilochtalsperrensee erkunden.

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