Samstag, 23. Februar 2008

226. Bootspflege

Heute vormittag gabs mal nix zu tun, so dass ich der 'überrschenden' Idee, zum Bootshaus zu fahren um zu paddeln, einfach nachgab. Røskva wollte mit und wir haben zunächst - wie üblich ein wenig Ball gespielt.
Für morgen planen wir eine kleine Tagestour auf dem oberen Neckar und ich hatte die Idee, dass ich vielleicht das große Familienboot mitnehme und das wollte ich dann auch gleich ausprobieren. Schlechte Idee! Es war windig und wir wurden - vor allem während ich mit Rolf telefonierte, dem ich Material im Bootshaus deponieren sollte, gehörig abgetrieben. Ich gab den Versuch mit dem Dickschiff schnell auf und entschied mich für das schnelle Soloboot (in dem ich den morgen teilnehmenden Kajak- und Prospector-FahrerINNEN allzu leicht davonfahre aber ich kann mich ja zügeln).

Bei näherer Betrachtung wurde mir klar, wie dreckig das Soloboot gerade war weil wir den Winter über kein Wasser im Bootshaus haben und weil die Neckarböschung im Herbst abgegraben wurde, so dass man immer mit schlammigem Schuhwerk ins Boot steigt. Also holte ich mir einen Eimer Wasser aus dem Fluss und betrieb etwas Bootspflege. Muss ja auch mal sein.

Freitag, 22. Februar 2008

225. Rundherum

Heute sind wir wieder mal zum Paddeltraining ins Hallenbad gefahren - wir machen das jetzt jeden Freitag und in der Regel setze ich mich an den Rand und schaue den dicht gedrängten vielen, vielen Leuten und Booten in dem kleinen Becken zu. Heute waren wir gerade mal zu viert. Und ich hatte noch spontan beim Losfahren das mit dem neuen Griff versehene Stechpaddel mitgenommen.
Na jedenfalls war so wenig los, dass ich mir nicht verkneifen konnte, mich in den blasrosa Topolino zu setzen und es einfach mal wieder auszuprobieren - GEROLLT! Es hat tatsächlich geklappt. Einmal, zweimal, dreimal - beim vierten Mal dann nicht weil ich irgendwas anders gemacht hatte aber ich bin dann einfach ausgestiegen und habe mich erneut ins Boot gesetzt. Als es dann beim 17ten Mal oder so wieder nicht geklappt hat habe ich einfach das Paddel auf den Beckengrund aufgestützt und bin auf die Weise wieder hoch gekommen.
Natürlich ist das alles keine Heldentat (außer vielleicht man ist schon in meinem reifen Alter) und in einem richtigen Canadier geht das dann trotz Auftriebskörper nochmal viel schwerer, außerdem kann ich das vorläufig ausschließlich in eine Richtung aber ein Anfang ist gemacht, ich bin guter Hoffnung, dass ich das dann auch eines Tages im offenen Boot hinkriege.
Was ich gemerkt habe ist, dass ein perfektes, auf den Paddler abgestimmtes Fitting, absolut unabdingbar ist. Wenn man im Boot herumrutscht kommt man nämlich auch mit Abstützen vom Beckenboden nicht mehr herauf.
Jetzt muss ich den neuen Paddelgriff erneut schleifen (wenn er wieder trocken ist) und wieder einölen. Dann sollte ich das Öl mal besser aushärten lassen bevor ich ihn wieder zum Training mitnehme. Oder ob ich ihn lieber doch lackiere?

Dienstag, 19. Februar 2008

224. Wildwasserpaddelgriff

Heute vormittag habe ich mir frei genommen - Nachmittagstermine warten. Bis dahin habe ich 'mal eben' - angeregt durch Frank's Schaffen - einen Griff für das Wildwasserpaddel angefertigt. Ich weiß ja nicht recht, wieso bei den Paddelfreunden immer die Griffe an den Paddeln abhanden kommen. Mein Vorgänger im Amt des Materialwarts hat mir jedenfalls unlängst zwei weitere längst in Vergessenheit geratene Paddel in die Hand gedrückt, die eines neuen Griffes harren. Voilá, das erste hat einen. Es ist natürlich purer Zufall, dass ich das Paddel auf eine für mich optimale Länge gekürzt habe und mir fest vornehme dieses Paddel schließlich Anfang Mai zu dem WW-Canadier-Kurs, für den ich mich angemeldet habe, mitzunehmen.

Nachtrag:
Heute ist es mir - im ersten, zweiten, dritten, nein vierten Anlauf - endlich gelungen, den Vordersitz der Kotztüte schräg zu stellen. Ich habe das Boot heute Vormittag mal wieder aus dem Bootshaus nach Hause geholt und irgendwann - zwischen den Leinölbehand- lungen des Paddelgriffs - angefangen das Sitzproblem anzugehen. Am 02. März wollen wir wieder einmal (fast schon traditionell - vor der Sperrung ab dem 15.) die Lauchert paddeln und ich habe einen unserer Klub-Senioren eingeladen mit mir im Boot zu paddeln. Von ihm haben die meisten Tübinger Stechpaddelfreunde dereinst das Paddeln gelernt - ich kam zu spät - und er wird Wert darauf legen seine alten Knochen vernünftig in das Boot falten zu können.

Noch'n Nachtrag:
Beim Rücktransport des Bootes am späteren Nachmittag fand ich auf dem Paddelklubgelände allerhand Räder vor: die inoffizielle Dienstags-Trainings-Gesellschaft. Flugs schwangen Røskva und ich uns in das Solo-Boot und suchten das Rudel auf dem Wasser. Bei der Steinlachmündung trafen wir sie und paddelten gemeinsam mit drei Kajaks und einem Canadier zurück. So hab ich dann doch noch eine kleine Trainingsrunde eingelegt. Heute ist noch ideales Wetter, ab morgen soll es anfangen zu regnen - zwar wird es nun auch wärmer aber kalt und trocken ist mir deutlich lieber.

Montag, 18. Februar 2008

223. Bootsrenovierung

Frank, dem ich das Dagger-Boot letzthin verkauft habe, hält mich über die Renovierung auf dem Laufenden und macht mich damit in schöner Regelmäßigkeit neidisch. Er macht gerade in der Garage eines Freundes aus dem Boot ein Schmuckstück (und wird hoffentlich mannhaft die Schmerzen unterdrücken, wenn er damit das erste Mal über einen Stein rutscht...).

Zunächst hat er alles demontiert und dabei zu meinem Schrecken festgestellt, dass das Aluprofil unter dem Kunststoff-Süllrand an zwei Stellen gebrochen war. War vorher nicht zu sehen - ich tröste mich damit, dass er ohnehin einen neuen Süllrand montieren wollte. Peinlich ist mir das allemal. Dann hat er das Boot geschliffen und da, wo es nötig war, gespachtelt. Dünn damit nichts abplatzt. Drüber kam eine spezielle Grundierung (grün) und anschließend dazu passender mattgrüner Lack. Perfekt mit der Sprühpistole - so was kann ich nicht und findet meine unverhohlene Bewunderung. Ich hätte wahrscheinlich plump zur Schaumstoffrolle gegriffen...
Das Ergebnis kann sich sehen lassen - der Rumpf sieht aus wie neu und glänzt matt und makellos.
Anschließend unterlief ihm ein kleiner aber ärgerlicher Fehler bei der Wahl des Süllrandholzes, den er jedoch umgehend wieder gut machte und geeignetes Eschenholz auftrieb (es ist gar nicht so leicht - 6 Meter lange Eschenholzleisten zu finden). Die Leisten wurden vorgebohrt, gefräst, geschliffen und montiert. Damit sieht das Boot schon wieder richtig super aus.
Nicht genug mit den perfekt aussehenden Leisten kamen nun noch an Bug und Heck aus schmal zugesägten Leistenstücken auflaminierte umlaufende Endstücke an die Süllränder. Zu deren Anfertigung hat Frank extra einen kleinen Dampf-Dämpfofen angefertigt. In ihm wurden die schmalen Leisten weich gedämpft und anschließend an Bug und Heck geschmiegt und miteinander verleimt. Jetzt wird das Holz noch satt in Leinöl getränkt und dann kommen die Einbauten dran.



Ich bin sehr gespannt, wie es wohl weitergeht und hole mir dann wieder die Lizenz, die Fortschritte hier zu dokumentieren...

Sonntag, 17. Februar 2008

222. Besigheim

Heute war ich nicht mit dem Canadier unterwegs sondern mit dem Kanadier (Hi,hi,...). Wir haben uns das Neckartal angesehen (überwiegend vom Auto aus) und sind durch Besigheim geschlendert wo die Enz in den Neckar mündet. Bevor sie das tut fließt sie noch über zwei flache Wehre, die - mit einem PE- oder Rojalexboot - bestimmt befahren werden könnten.

Die Enz bin ich schon einige Male in der Vergangenheit gepaddelt. In ihrem Oberlauf hat sie Wildwasserqualitäten, in der Mitte versiegt sie zwischenzeitlich aufgrund der Durchleitung eines Großteils ihres Wassers durch einen Bergrücken zur Stromgewinnung und abschließend ist sie gewissermaßen ein (kanu-)touristisch voll erschlossener Wanderfluss. Ich sollte mir mal Gedanken darüber machen, ob ich auf ihr nicht mal eine Dreitagestour machen sollte. Sie entspringt gewissermaßen unweit von hier im Nordschwarzwald und mündet eben bei Besigheim in den Neckar...

Samstag, 16. Februar 2008

221. Prospector

Heute nachmittag kommt mein 'kanadischer' (ja ohne 'C') Cousin zu Besuch. Deshalb bin ich nicht - wie das ursprünglich angedacht war - am späten Vormittag mit Rolf paddeln gegangen. Stattdessen wurde die Wohnung aufgeräumt, gesaugt und Hefeteig für meine berüchtigten schwedischen Zimtschnecken angesetzt. Während der 'ging' habe ich die Zwangspause genutzt und bin doch zum Bootshaus gehetzt, wo ich schließlich auch Rolf traf und wir machten uns auf eine kleine Neckarinselrunde im vereinseigenen NovaCraft-Prospector auf (NovaCraft produziert in London, Ontario - das ist der Nachbarort vom Wohnort meines Cousins...)


Der Prospector gilt als das Arbeitspferd des Nordens - er ist enorm voluminös, hat hohe Bordwände, einen breiten Flachboden, viel Kielsprung und völlig idiotisch eingebaute Sitze - ich mag ihn nicht! Das konnte ich dieses Mal wieder feststellen - er läuft im Wasser, als ob er Querrippen unter dem Rumpf hätte, liegt wie ein Brett auf dem Wasser (man kann darin ein kleines Tänzchen machen) und wenn ich versuche mich im Bug kniend niederzulassen schnürt es mir die Blutzirkulation ab (als Materialwart des Vereins wird eine meiner nächsten Amtshandlungen die Schrägstellung der Sitze sein). Vielleicht ist es ja auch nur der NovaCraft-Prospector, der in sich diese von mir negativ empfundenen Eigenschaften vereint - fast jeder Hersteller hat einen Prospector im Programm und jeder behauptet am dichtesten am Original-Prospector, wie in Bill Mason gepaddelt und geliebt hat, dran zu sein. Wenn ich die Möglichkeit bekomme will ich gerne mal alle durchprobieren.

Übrigens ist er erheblich angenehmer solo zu paddeln - dann kann man ihn nämlich gut aufkanten, so dass der Rumpf nur zu einem Teil mit dem flachen Boden im Wasser gleitet (ich werde in das Vereinsboot einen dritten Sitz einfügen...).


Nichtsdestotrotz war es eine nette kleine Tour bei sonnigem Wetter und leichtem Frost. Rolf hatte sein GPS-Gerät dabei und gab immer wieder durch, wie schnell wir gerade waren (Flussab bis zu 8km/h, aufwärts ca. 4km/h). Unter der Eberhardsbrücke suchten wir mal wieder nach ins Wasser geworfenen Weihnachtsmarktbechern (eine Obsession, die dieses Jahr noch nicht befriedigt werden konnte - so auch heute). Ein heftiger Wind wehte heute aus Norden und half uns bei der Rückfahrt.

Mittwoch, 13. Februar 2008

220. Birkenrindenkanus

Ich habe mal wieder mit viel Vergnügen ein Buch gelesen. John McPhees "The Survival of the Bark Canoe": Was anfangs wie ein bewunderndes Portrait eines der letzten Enthusiasten, die Birkenrindenkanus bauen, klingt, endet in einer Paddeltourbeschreibung auf Lake Chamberlain und Allagash in Maine, bei der alle charakterlichen Untiefen des Bootsbauers nüchtern, humorvoll und auch gewissermaßen verzeihend beschrieben werden.
Der Enthusiast Henri Vaillancourt, der sich der Produktion von Birkenrindenkanus verschrieben hat, nimmt erstmalig an einer etwas einwöchige Tour von insgesamt fünf Männern in zweien seiner Kanus teil - führt sie etwas ahnungslos an und ist natürlich trotz all seines lästigen und ungerechtfertigten Alpha-Tier Gehabes unentbehrlich wenn es gilt, Schäden an Booten zu beheben oder die Ausrüstung mit improvisierten Selbstbauten zu ergänzen.
Der Autor, von dem es zahlreiche Bücher gibt, die sich mit allem Möglichen und Unmöglichen befassen (deshalb ist sein Name auf dem Cover auch ungefähr sechsmal so groß wie der Titel des Buches), beschreibt anschaulich, wie die Rindenboote fabriziert werden, wie die nordamerikanischen Flößer gelebt, gearbeitet und den Tod gefunden haben und welche bunten Spuren die Touristen auf dem Allagash auf Flussgestein hinterlassen. Dabei spart er nicht mit Merksätzen wie z.B. über Gefriergetrocknete Expeditionsausstattung: "They represent a retun to nature - with money", was auch für teure Boote und avancierte Ausrüstung gelten kann.
Die Erzählung macht neugierig auf diese Region Nordamerikas. Jörg Wagner paddelt dort ja häufiger im Herbst (hier sind Bilder aus dem letzten Jahr) - vielleicht sollte ich mal etwas Geld zusammen sparen statt immer wieder Boote anzuschaffen und mich bei Jörg für die Teilnahme bewerben...