Freitag, 10. Oktober 2008

378. Weitere Bloggs

Ich bin ja neugierig und will immer gerne wissen, wer sich hier so rumtreibt. Das kriege ich natürlich nicht unmittelbar heraus. Aber ich kann ermitteln aus welcher Region meine Besucher kommen, wie lange sie bleiben, ob sie schon mal da waren und ob sie von einem Link auf meinen Blogg geraten sind. So stoße ich doch gestern auf den äußerst ästhetisch gestalteten Blogg von Jan, der Paddeln und Artverwandtes zum Thema hat und auf den er einen sich stets aktualisierender Link auf meinen Blogg gesetzt hat. Sehr nett. Gefällt mir gut Dein Blogg, Jan. Schade eigentlich, dass so wenige Beiträge drin sind. Aber das sorgt vielleicht für mehr Qualität der einzelnen Beiträge. Ich bin da ja etwas zwanghafter veranlagt und versuche mir immer wieder etwas auszudenken. Es überrascht mich ja dauerhaft selbst, dass mir das oft auch an den Tagen, an denen ich nicht zum Paddeln komme, einigermaßen gut gelingt.

Weitere Bloggs, die ich gelegentlich abgeklappert habe weil sie sich mit Bootsbau befassen waren Gibbos und Andys Bloggs. Sie schildern jeweils den Bau eigener Boote. So einen Bau plane ich ja jetzt schon seit Jahren wobei ich beständig zwischen unterschiedlichen Baumethoden hin- und her schwanke. Zuletzt waren Rolf und ich dicht daran Skin-on-Frame-Boote zu bauen. Es ist nicht soweit gekommen. Aber jetzt hat mir Claudia auf dem WW-Kurs erzählt, dass sie mit Jürgen Dorsch befreundet ist und bei ihm schon einen C1 gebaut hat. Vielleicht rücken wir damit dem Selbstbau doch wieder etwas näher...

Donnerstag, 9. Oktober 2008

377. Reussnachsorge

Neuerdings habe ich Mittwochs frei und den gestrigen Mittwoch habe ich erstmal mit Arztbesuchen (Sehenenscheidenentzündung) und Zelt-Nachsorge eingeleitet.
Zunächst habe ich rechtshändig (weil links bandagiert) das Zelt und die Bodenplane zum endgültigen Trocknen ausgebreitet - die Plane muss ich irgendwann noch mal richtig reinigen. Ich bin doch immer wieder mal mit schmutzigen Stiefeln darauf herumgetrampelt. Dann habe ich die Hutze mal ihrer unnötig vielen Abspannseile beraubt, die mir beim Aufsetzen (mit Hilfe des Paddels) doch immer im Weg sind. Ich habe das ganze Jahr über stets gerade mal drei Seile gebraucht: eins hinten und die beiden, die die Öffnung regeln. Diese drei habe ich auch dran gelassen und die übrigen vier erst einmal in eine Dose getan, die vorsorglich künftig unten im Zeltsack bleibt. Letzterer ist jetzt wieder in meiner Campingkiste verstaut.

Dann habe ich den Zeltofen gründlich eingeölt. Er hatte doch den Sommer über trotzdem ich ihn mit einen Öllappen behandelt hatte ordentlich Rost angesetzt. Ich habe ihn nun mit dünnflüssigem kriechfähigem Fahrradreinigungsöl eingesprüht und aufpoliert. Der Ofen wird beim nächsten Anfeuern zwar erbärmlich stinken aber dafür rostet er erstmal nicht nennenswert weiter.

Schließlich habe ich die Kiste mit den Kochutensilien geordnet und aufgefüllt, so dass sie für den nächsten Einsatz gerüstet ist. Dann wurde Mobiliar verstaut und die gewaschenen Neopren-Sachen kamen zurück in die Piratentasche. Mal sehen, wann das versammelte Gerümpel das nächste Mal wieder zum Einsatz kommt.

Mittwoch, 8. Oktober 2008

376. Heinz und die Reuss 3

Dritter Tag und Fazit

Der nächste Morgen begrüßte uns zunächst mit dichtem, sich nur sehr allmählich lichtendem Nebel. Wir ramschten schon einmal allerlei Camping-Gerümpel zusammen während Heinz mit Joachims Hilfe seinen Bus erneut in Mellingen an der Aussetzstelle deponierte. Dann ging es wieder aufs Wasser. Dennis, der die beiden ersten Tage noch in Heinz’ Rendevouz gepaddelt war, wählte nun den etwas agileren Prodigy. Wir machten ein wenig Aufwärmgymnastik außerhalb und innerhalb des Bootes und ich überlegte immer wieder ob ich wegen meines fortwährend schmerzenden Arms besser abbreche. Aber ich entschied mich für's Durchhalten und so übten wir flussabwärts an jedem in erreichbare Nähe kommenden Kehrwasser – also nicht an all denen, in die wir nicht rein kamen – Kehrwasserein- und -ausfahrten, C-Turns, Fähren, S-Turns und an denen in Flussmitte auch den U-Turn bzw. die Kehrwasserdurchfahrt. Es gab nur eine Kenterung und die war auch noch fast erheiternd und wir schafften es einigermaßen rechtzeitig bei Heinz’ Bus anzukommen, wo Heinz als finale Abschlussdarbietung eine spontane Kenterung mit Rolle absolvierte. Dann ging es zurück zum Zeltplatz, die Neopren-Sachen wurden nass und muffelig in Taschen und Tüten verpackt, erste Zelte abgebaut und Ausrüstung in Autos verstaut und dann setzten wir uns noch einmal an einen der Tische vor der Zeltplatz-Kneipe und betrieben Kursevaluation.
Heinz bekam verdientermaßen Lob und eigentlich keinen Tadel (mal abgesehen davon dass ich mich erdreistete seinen Vorschlag, mir ein anderes Boot zuzulegen, als eine wirklich ganz blöde Idee zu bezeichnen und jetzt denke ich doch immer wieder daran herum, ob und wie ich mein Boot z.B. gegen einen Prodigy eintauschen kann – den müsste ich aber erstmal probepaddeln und rein optisch gefiel mir der alte Mad River ME, der am zweiten Tag in Bremgarten am Ufer lag deutlich besser).
Heinz hat das Vermögen schnell und präzise Bewegungsmuster zu analysieren und seinen Kursteilnehmern das Einüben neuer und effizienterer Bewegungsabläufe schrittweise, anschaulich und nachhaltig nahe zu bringen (so nachhaltig, dass ich mich nun mit einer Sehnenscheidenentzündung am linken Handgelenk Schafthand herumschlage, die ich nicht hätte, wenn ich da nicht etwas grundlegend anders gemacht hätte als vorher und vielleicht auch wenn es etwas wärmer gewesen wäre). So hat er z.B. gleich in den ersten zehn Minuten erkannt, dass meine Unsicherheit in rechts liegende Kehrwasser einzuschwenken viel damit zu tun hat, dass ich bei der Gelegenheit zu sehr den Körper mit dem Boot in die Kurve lege anstatt die „Nase über dem Nabel“ zu behalten und nur das Boot aufzukanten. Die Art und Weise, wie er sein Wissen vermittelt und den Anreiz vermittelt neue Techniken einzuüben ist höchst unterhaltsam, um nicht zu sagen äußerst spaßig. Nur beim Einkauf der Zutaten und beim Kochen selbst versteht er keinen Spaß – dabei ist die volle Konzentration aller Beteiligten gefordert. Das lohnt sich aber auch fast genauso wie die Kursteilnahme selbst.
Sobald der nächstjährige Kurskalender erscheint schaue ich mal ob ich zeitlich und finanziell irgendwo wieder reinpasse. Ähnlich ging es den anderen, von denen die Hälfte ja teils schon Kurse bei Heinz gemacht hat. Dieser Wieder-Teilname-Effekt spricht ja allein schon für die Qualität von Heinz' Kursen. Vermutlich treffen wir uns dann also im kommenden Jahr wieder. Vielleicht am Orb oder an der Salza oder eben wieder an der Reuss.

Dienstag, 7. Oktober 2008

375. Heinz und die Reuss 2

Zweiter Tag

Nach einer lausig kalten Nacht frühstückten Dennis und ich am anderen Morgen neben meinem bullernden Ofen ausgiebig um eine bessere Grundlage für den Tag zu schaffen. Heute sollte der Abschnitt zwischen Bremgarten und Zeltplatz beackert werden. Wir machten auf der Fahrt einen Zwischenstopp und kauften noch (in unseren Neo-Anzügen aber ohne Taucherflossen) im Bremgartener Migros ein, fuhren anschließend zum „Waffenplatz“ und ließen unsere Boote zu Wasser. Heinz hatte vorher schon seine Playmobil-Boote mit Bill (Mason) und Chingachgook ausgepackt und machte auf dem Ufersand die Manöver vor, die wir nachher auf dem Fluss nachmachen sollten. Seilfähre noch mal und die Jetfähre mit Heckhebel und Heckziehschlag – ein irgendwie kniffliges Unterfangen in meinem kurzen Böötchen wie sich nun auf dem Wasser herausstellte. Der Phantom manövriert sich so flott, dass ein Linie-halten für Leute mit meinem Kompetenzprofil zur Unmöglichkeit wird. Ich werde das üben, auch wenn Heinz zwischenzeitlich die – wie ich finde – eher blöde Idee hatte, dass ich mit einem anderen Boot besser beraten wäre. Da mag er nicht völlig Unrecht haben denn das kleine Boot macht irre viele Korrekturen erforderlich aber meine Bootskasse ist leer und ich hänge ein klein wenig an der kleinen gelben Badewanne.




Ab und an kam es zu der einen oder anderen Kenterung und Heinz gelang es stets in Rekordzeit die gekenterten Boote mittel Boot-über-Boot-Bergung wieder flott zu kriegen und den oder die Paddler noch vom Fluss aus wieder ins Boot zu bekommen. Beim ersten Mal kam mir das noch wie eine eher zufällig gelungene Übung vor, später nahm ich das sich mehrfach wiederholende Manöver schon als Selbstverständlichkeit wahr.
Selbst kam ich nicht in die Verlegenheit zu kentern, war aber das eine oder andere Mal nahe dran. Zum Beispiel als wir an einer richtig flott strömenden und welligen Stelle S-Turns übten. Immer wenn mir dieses Geschaukel zu wild wird wackele ich mich wieder gerade statt beherzt mit dem Paddel ins Wasser zu greifen und mich mit einem statischen Paddelschlag zu stabilisieren. Daran muss ich wahrhaftig noch einige Zeit lang arbeiten und werde wohl noch das eine oder andere Mal Heinz’ oder auch Armins Hilfe in Anspruch nehmen.
Im Verlauf des Nachmittags tat mir allmählich mein Arm kurz oberhalb des Handgelenks weh - ich schob es auf den engen Ärmel der Paddeljacke und löste selbigen ein wenig - erstmalig bekam ich auch einen Krampf im linken Oberarm. Ich schwächelte offenbar ein wenig ab.
Nach mehreren Stunden auf den paar Flusskilometern und manchem auch heftigeren Regenschauer kamen wir zurück zum Zeltplatz, holten Heinz’ Auto mit den Einkäufen, duschten und machten uns mit Heinz’ Equipment ans Kochen – präziser: Heinz kochte und wir beschränkten uns auf Hilfsdienste. Dann aßen wir ein vortreffliches Mahl aus Kalbsgeschnetzeltem in Sahnesoße mit Pilzen und Spätzle gemeinsam in Joachims und Ruths großem Zelt während sich die immer kältere Nacht und Nebel über das Tal senkten.
Zwischenzeitlich war der Spark-Arrester im Kaminrohr so verstopft, dass das Zelt zur Räucherkammer wurde weshalb ich den Ofen ausgehen ließ und Zelttür und Hutze öffnete damit der Rauch abziehen konnte. Später stellte ich fest, dass meine Mülltüte im Zelt durchstöbert worden war – ich habe ein spezielles Verhältnis zu Schweizer Füchsen. Ich ramschte den Müll wieder zusammen und nahm noch vor dem Schlafengehen mit Claudias und Heinz’ Hilfe das Rohr herunter um das Sieb frei zu klopfen.

Montag, 6. Oktober 2008

374. Heinz und die Reuss 1

Ankunft und erster Kurstag

Übereifrig wie so oft bin ich schon am Donnerstagmittag losgefahren und da ich – wie sich herausstellen sollte – von allen Teilnehmer den kürzesten Anfahrtsweg hatte war ich trotz des einen oder anderen umsonst gefahrenen Kilometers (die Schweizer Straßenführung ist komplex aber präzise) als erster an dem Zeltplatz an, den ich ja schon von der Reuss-Fahrt aus dem Juli kannte. Ich hatte also Zeit in aller Ruhe Zelt und Ofen und das ganze mitgeschleppte Ausrüstungsgerödel zu installieren und mich ein wenig lang zu machen bevor der Kursleiter, Heinz, anrief und mitteilte, dass er im Stau stecke und das ich doch die eintrudelnden Teilnehmer in Empfang nehmen sollte weil er erst spät kommen werde.
Das konnte ich dann auch gleich machen als Ruth und Joachim aus dem Saarland kamen, die noch in der Dämmerung ihr Zelt aufbauten. An der Feuerstelle nahmen wir dann – weil die Campingplatzkneipe schon dicht gemacht hatte – ein Abendessen zu uns. Der Abend war noch vergleichweise mild. Spät und im Dunkeln trudelten später Claudia und Dennis ein – beide schon Kursveteranen bei Heinz – sie bauten Claudias Tentipi im Licht der Taschenlampen auf.

Am anderen Morgen stand dann auch irgendwo Heinz’ VW-Bus mit dem Bootsanhänger – er war offenbar irgendwann vor Mitternacht eingetroffen und hatte im Bus übernachtet. Wir frühstückten, jammerten kollektiv über das lausige Wetter, trugen die Boote zu den Zelten, und gingen zur allgemeinen Vorstellungsrunde über. Heinz kitzelte aus uns die jeweiligen Vorkenntnisse und Erwartungen an den Kurs heraus und machte uns mit dem bevorstehenden Programm vertraut, dessen unpopulärster Bestandteil eine Schwimmeinlage zum Einüben der Selbstrettung darstellen sollte. Anschließend brachten wir seinen Bus mit dem Hänger an die Aussatzstelle in Mellingen.
Dann ging es aufs knappe Wasser – die Reuss hatte weniger davon als Heinz, der ja schon einige Male da war, bisher hier erlebt hatte. Wir waren mit vier Solobooten (Heinz, Claudia, Dennis und ich) und einem Tandemcanadier (Ruth und Joachim) unterwegs und steuerten die oberhalb des Campingplatz gelegene Kiesbank an, an der wir zunächst an einem sanften Kehrwasser Kehrwasseraus- fahrten sowie kurze und lange C-Turns übten.
Der mit dem schwarzen Helm im Boot ist nicht Darth Vader sondern Heinz
Heinz beobachte schon einmal analytisch unsere jeweilige Paddelpraxis und registrierte die Fehlhaltungen und gab erste Korrekturtipps. Mir sollte trotzdem erst am dritten Tag klarwerden, dass der Duffek eigentlich kein Stützschlag ist sondern ein schwertartiges Einschneiden des Paddels im Wasser – das mag an meiner Begriffsstutzigkeit und meinem Sicherheitsbedürfnis liegen. So ein Stützschlag stabilisiert natürlich enorm aber er bremst das Boot auch entsetzlich ab.
Nach geraumer Zeit an diesem „Pille-Palle-Kehrwasser“ – und einem kleinen Hagelschauer, an den sich noch mancher Regenschauer anschließen sollte – paddelten wir flussabwärts und landeten nach der einen oder anderen Kehrwasserfahrt hinter Blöcken im Fluss an einer breiten Kiesbank an. Hier wurden die Wurfsäcke ausgepackt und jeder und jede war aufgefordert, das Boot oberhalb der Kiesbank im Strom zu kentern und aus eigener Kraft oder eben mit Hilfe der Wurfsäcke wieder auf die Kiesbank zurück zu schwimmen. Heinz machte es (in seinem komfortablen Trockenanzug) vor und wir in unseren glitschigen Neo-Anzügen der Reihe nach nach. Ich hatte mich ganz hinten angestellt und mogelte mich noch diesseits der Strommitte ins Wasser, so dass ich – nachdem ich mein Boot wieder aufgerichtet hatte- unschwer die Kiesbank noch an ihrem oberen Ende erreichte.
Danach übten wir im weiteren Flussverlauf Kehrwassereinfahrten, C-Turns und Kehrwasserausfahrten sowie erste Seilfähren. Zwar war mir das alles vertraut aber mit dem nervösen kleinen Boot ist es eben gar nicht so leicht auf einem recht breiten Fluss die Linie zu halten und Heinz bekam schnell heraus, dass meine Körperrotation, auf die ich letztlich noch so stolz war, sehr zu wünschen übrig lässt. Dies vor allem, wenn die Strömung oder der Wellengang mal ein wenig mehr Stress bereitet. Hier habe ich noch allerhand zu üben.
Nach einem endlos lang scheinenden ereignislosen Abschnitt erreichten wir gegen Ende Heinz’ Bus, luden die Boote auf und fuhren zurück zum Campingplatz. Daselbst feuerte ich den Ofen an, pellte mich aus der Gummihaut und drapierte sie an das frisch konstruierte Zeltstangenkreuz zum Trocknen. Dann wurden die kostenpflichtigen Duschen genutzt und schon im Dunkeln und begleitet von einem kleinen Regenschauer das riesige Tipi aufgebaut, das Heinz sich geliehen hatte. Anschließend trafen wir uns in der Zeltplatzkneipe zum Essen. Die fettigen Spätzle lösten bei mir allerdings mehr Übelkeit als Appetit aus weil ich dusseligerweise mein Antibiotikum (wegen des Zeckenbisses) auf leeren Magen genommen hatte.

Donnerstag, 2. Oktober 2008

373. Richard Proenneke

Kein Canadier-Buch im eigentlichen Sinne ist Richard Proennekes Bericht von zwei Sommern und einer Überwinterung an Twin Lakes in Alaska. Das preisgekrönte und viel gelobte Buch stammt aus den siebziger Jahren als es noch einigermaßen einfach war sich ein Stück Land in Alaska zu nehmen und darauf eine Blockhütte zu bauen. Genau das hat Proenneke gemacht und in dem Buch beschreibt er tagebuchartig (nicht ganz im Einverständnis mit dem Autor bearbeitet von Sam Keith) wie er dabei vorgegangen ist. Für Leute mit handwerklichen Neigungen und einer Grundtendenz zur Zivilisationsflucht - also die meisten Canadier-Paddler - die ideale Lektüre. Der Canadier spielt natürlich auch eine wichtige Rolle weil er im Sommer zum Lastentransport und für Erkundungen der weiteren Umgebung eingesetzt wird.
Detailliert beschreibt Proenneke, wie er seinen Bauplatz am Ufer des Sees auswählt, mit Kieseln aus dem See das Fundament belegt, die im Vorjahr gefällten Bäume zu einem Blockhaus zusammenfügt und immer wieder eigene Werkzeuge sowie Gegenstände zur Einrichtung der Hütte herstellt. Das Dach wird aufwändig gedeckt (Stangen, Dachpappe, Folie, Moos, wieder Stangen), Türen und Fenster angefertigt, ein Kamin gemauert und - im zweiten Jahr - ein Vorratshaus auf Stelzen gebaut.
Immer wieder berichtet er von Begegnungen mit den Tieren in der Wildniss (manche nisten sich bei ihm ein, andere behandeln ihn als der Eindringling, der er ist), von rücksichtslosen Jägern und Trophäensammlern, die ein- und wieder ausgeflogen werden und deren Beutereste und Müll er einsammelt, von Wanderungen im eisigen Winter und von Kanutouren zur Materialbeschaffung.
Ein äußerst spannend und unterhaltsam zu lesendes Buch, das geeignet ist, den Eremiten in einem zu wecken.
Proenneke hat in seiner Zeit in Alaska ständig Filmaufnahmen betrieben und (sich und die Natur) fotografiert. Im kanadischen Forum wurde häufiger darüber diskutiert - sie sind inzwischen auf DVD zu kriegen, es gibt sogar eine Dick Proenneke-Homepage, auf der sie vermarktet werden. Seine Tagebuchaufzeichnungen gibt es auch im Originaltext aber die sind mir noch zu teuer - da muss ich noch eine Weile lauern.

Mittwoch, 1. Oktober 2008

372. Stocherstange II

Endlich habe ich mal diese Stocherstange soweit fertig, dass sie - vor der Einlagerung des Stocherkahns - mal ausprobiert werden kann. Ich habe eine alte abgebrochene Stocherstange so verjüngt, dass sie in den Surfbrett-Mast eingeführt werden kann und das Ganze mit Klebstoff eingeklebt und gedichtet und dann noch zusätzlich mit vier Schrauben fixiert. Hoffentlich hält das auch... Wenn der Kleber richtig trocken ist werde ich noch so ein festes Klebeband drum herumwickeln - das dichtet zusätzlich. Schlussendlich werde ich aber wohl ein Loch mit Gewinde am Ende einbauen. Damit kann dann doch eingedrungenes Wasser abgelassen werden.