Montag, 27. August 2018

Lauchert

Wie im vergangen Jahr auch sind wir in diesem Jahr im sonnigen August auf die Lauchert gegangen. Und wie im vergangenen Jahr auch war ausgerechnet dieses Augustwochenende ein eher kaltes, das jeden Impuls ins klare Wasser zu springen im Ansatz unterdrückte.


Wir hatten dennoch viel Spaß zu fünft. Nicola war die einzige Kajakpaddlerin, Rolf, Eckhard, Roland und ich waren jeweils in Solocanadiern unterwegs. Der Pegel war noch etwas niedriger als im vergangenen Jahr, aber dennoch hoch genug um Grundberührungen auf ein Minimum zu beschränken.


Eine ausgedehnte Mittagspause wurde mit Zubereitung von Tee und Kaffee verbracht. Die Geschichte meiner etwas mühsamen Kaffeezubereitung bei einer inzwischen zehn Jahre zurückliegenden Fahrt wurde verlässlich erneut erzählt und sorgte für Schmunzeln,...
...und das "ökologische Projekt", in dessen Rahmen Bäume in den Fluss gefällt wurden, machte es erforderlich sich an einigen Stellen eher mühsam durch Geäst zu winden. Immerhin mussten wir nicht aussteigen und die Uferböschung höchst unökologisch zertrampeln.


An einer Stelle ist neuerdings auch offenbar der Weg frei gesägt worden, an anderen sind gymnastische Fertigkeiten von Nutzen. Diese brachten wir gerade noch mit.


Im Bittelschießer Täle stiegen wir kurz aus und besichtigten die große Grotte, in der schon vor Jahrtausenden Menschen gelebt haben. Heute machen lediglich Touristen oder Dorfjugendliche gelegentlich noch ein Feuerchen dessen Rauch durch ein großes Loch in der Höhlendecke abziehen kann. Beeindruckend ist die Hölle immer noch. Die einige Höhenmeter weiter oben liegende Kapelle haben wir nicht besucht sondern uns gleich wieder in die Boote gesetzt.

Weit kamen wir nicht weil erneut ein Baum quer lag. Da es sich bei ihm nicht um einen Bestandteil eines ökologisches Projekts handelte erlaubten wir uns selbst die Säge zu zücken und uns und nachfolgenden Paddlerinnen und Paddlern den Weg frei zu machen.


Dann ging es weiter Richtung Mühlkanal, den wir uns - bevor wir ihn fuhren - von unten gründlich ansahen. Manchmal hängt Holz darin und eine Durchfahrt kann dann gefährlich sein.


Heute war er frei und alle kamen wohlbehalten unten an. Die Boote nehmen schon ziemlich Fahrt auf in diesem kurzen Gefälleabschnitt und es ist erforderlich einigermaßen sicher durch die doch recht enge Kurve zu manövrieren. Unten - das hatten wir schon bei der Besichtigung gesehen - ist es gegenwärtig sinnvoll flussabwärts rechts zu paddeln.


Schließlich kamen wir zum Ausstieg, wo man noch eine kleine Schwelle hinunterpaddeln kann. Dann muss man sein Boot aber auch einen Höhenmeter weiter hoch ziehen. Das sparten die meisten von uns sich. Roland und Nicola waren nicht so faul.


Am Ausstieg selbst mussten die "Nichtautofahrer" ein Weilchen warten bis Roland und ich das Auto von der Einstiegsstelle geholt hatten.


Dann verabschiedeten wir uns. Es war schon fast fünf Uhr. Die einen fuhren direkt nach Hause, die anderen wollten noch Kaffee und Kuchen zu sich nehmen. In Trochtelfingen kamen wir jedoch zu spät an: das örtliche Café schloss just als wir ankamen. Zum Trost gab es ein Eis.

Roland hat erzählt, dass ein Paddelkollege irgendwann mal früh morgens die Lauchert gepaddelt ist und anschließend begeistert von dieser Fahr berichtet hat. An dieser Idee habe ich während der Fahrt weiter herum gedacht. Schade, dass der Sommer sich jetzt dem Ende zu neigt. In den kommenden vier Wochen werde ich keine Zeit mehr zu so einer unternehmung haben. Sollte doch noch ein warmer sonniger Wochenendtag im September/Oktober kommen werde ich am Vorabend zur Aussatzstelle fahren, ein Stück oberhalb des Bittelschießer Täle im Auto nächtigen und dann - noch vor dem Frühstück und soweit ich komme - flussauf paddeln. Ich bin gespannt, was mir bei so einer frühmorgendlichen Fahrt alles begegnet.

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