Sonntag, 14. Oktober 2012

Jungfernfahrt


Ursprünglich wollten wir heute auf der Enz die Tour aus dem letzten Jahr wiederholen aber der Wetterbericht verhieß Regen und es war so ungemütlich, dass bereits im Vorfeld eine Reihe von angemeldeten TeilnehmerInnen abgesagt hatten.

Am Bootshaus traf ich zum vereinbarten Zeitpunkt auch lediglich Matthias und Lorenz an, die ihren nagelneuen Prospector mitgebracht hatten. Damit war klar, dass wir paddeln würden und wir entschieden uns, es anstelle der Enz mit dem Neckar abwärts zu probieren (ein Abschnitt, den ich seit 2007 immer wieder bei Hochwasser paddele). Ich brachte mein Auto nach Hause und fuhr mit dem Fahrrad zurück zum Bootshaus wo in der Zwischenzeit doch noch Christiane und Sophia eingetroffen waren.


Jetzt paddelten wir also zu fünft neckarabwärts, übertrugen das Stadtwehr, setzten darunter an der immer noch entsetzlkich unzugänglichen und glitschigen Einsatzstelle wieder ein und fuhren weiter Richtung Kirchentellinsfurt.
Wir nahmen wahr, dass der Neckarpegel - trotz der Regenfälle der letzten
Tage - sehr niedrig war und mir fiel wieder ein, dass das Wehr zwischen Tübingen und K-furt ja außer Betrieb ist um instand gesetzt zu werden.
Der Pegel fiel immer weiter und bald fuhren wir mehr als zwei Meter unter dem Normalniveau. Aus der tiefen Rinne mussten wir dann am offenen Wehr die Boote über die glatte Betonböschung hinauf aufs Ufer ziehen. Mithilfe der Wurfsäcke gelang uns das auch recht gut. Sophia ließ sich als Packesel einspannen.

Bald konnten wir die Boote unterhalb des Wehrs wieder einsetzen wobei uns die Wurfsäcke erneut eine große Hilfe waren.


Aus dem Kraftwerkkanal kam - weil ja das Wehr außer Betrieb ist - kein Wasser. Normalerweise verursacht der Kanal an dieser Stelle eine stark ausgeprägte Seitenströmung, die ihre Tücken hat. Diesmal fuhren wir in den düsteren Kanal hinein, der unter der B27 hindurch führt und von einem Lichtgitter unterbrochen wird. Ich setzte mich ins rechte Licht für Lorenz, der fotografierte.


Im Auslassbecken des Kraftwerks machten wir noch eine Reihe von Fotos bevor wir wieder durch den Tunnel zurück zum Neckar fuhren. Es tröpfelte inzwischen immer wieder und bei K-furt entschieden wir, unter der Brücke ein kleine Rast zu machen.


Matthias entzündete seine Liard-Firebox und es wurden Kartoffeln in Folie gebacken, Würstchen gegrillt, Brezeln aufgewärmt und über Outdoor-Equipment gefachsimpelt. Die Pause zog sich hin, ich schnorrte mich durch weil ich keinen Proviant mitgenommen hatte (Vielen Dank an Matthias und Christiane) und gegen Ende kam die Sonne dann wieder heraus.


Wir paddelten bis zum hässlichsten Wehr weit und breit, umtrugen es und paddelten auf dem darunter liegenden etwas sehr seichten Abschnitt weiter bis Oferdingen. Dort rief ich zu Hause an und bat um Abholung und wir unterhielten uns - bis Ruth kam (Vielen Dank fürs Abholen) - mit Wolfgang, der in seinem üppig gefüllten Kanuladen war und Papierkram erledigte. Dann fuhr eine erste Teilgruppe mit zwei Booten zurück zum Bootshaus, wo Matthias sich in sein Auto schwang um das andere Boot und die Kinder abzuholen.

Obwohl wir nun doch nicht auf die Enz kamen war diese "kleine Fahrt" auf heimischem Gewässer sehr anregend. Matthias' neues Boot hat erste Kratzer davon getragen aber es werden nicht die letzten sein. Es hat sich für Fahrten auf unseren steinigen Gewässern schon mal prächtig bewährt.

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