Sonntag, 2. Dezember 2012

Entscheidungsfahrt

Wir hatten schon am Freitag vereinbart, die hohen Pegel ausnutzen zu wollen. Bedauerlicherweise waren sie nun am Sonntag, an dem wir Zeit zum Paddeln hatten, nicht mehr besonders hoch. Der Wetterbericht verhieß "leichten Schneefall" und die Temperaturen waren frostig. Das wirkte sich auf die Motivation der potentiellen Mitstreiter aus: Außer Klemens, Anita und mir kam niemand zur verabredeten Zeit ans Bootshaus.

Wir entschieden deshalb gegen eine größere Exkursion und beschlossen, dass wir den Neckar einfach abwärts padden würden um uns am Ende von Ruth abholen zu lassen (Vielen Dank!).

Wir wählten sehr unterschiedliche Boote: Klemens und Anita nahmen den schnellen aber höllisch schweren Swift-Yukon und ich nahm meinen betagten aber hoch geschätzten Fantasy. Beide Boote bedürfen eigentlich etwas wilderes Wassser als es der Neckar heute zu bieten hatte.


Reichlich braune Brühe floss am Bootshaus vorbei. Klemens und Anita nahmen das erste sich bietende Kehrwasser schwungvoll und dann paddelten wir durch die Stadt und umtrugen das erste Wehr. Das Wiedereinsetzen war erwartungsgemäß aufwändig und mühsam aber erfreulicherweise glitt niemand auf den nassen überfrohrenen Einfassungssteinen des Wehrbeckens aus.


Allmählich kam die Sonne heraus. Vor dem graubraunen entlaubten Wald wirkt das rote Boot dann gleich viel endrücklicher als in anderen Jahreszeiten. Wir erreichten das nächste Wehr, an dem eine Treppe beim Aussetzen hilft und zogen die Boote über den Wiesenweg.

Das Einsetzen unter dem Wehr war erneut etwas beschwerlich.


Dann ging es weiter - vorbei an Kirchentellinsfurt bis zum nächsten Wehr, das ich stets als "hässlichstes Wehr weit und breit" bezeichne.
Die Umtragung auf der gefrofenen Wiese fällt ein wenig leichter als in der warmen Jahreszeit. Das Boot lässt sich einfach als Zugschlitten verwenden.



An dieser Stelle machten wir eine kleine Vesperpause und ich rief zuhause an um unsere Abholung zu organisieren. Es sind von hier aus nur noch 20 Minuten bis zum Kanu-Witt, wo wir die Boote aus dem Wasser nahmen, uns umzogen und - als Ruth mit dem Auto gekommen war - alles verluden.


Entscheidend an der Fahrt war, dass ich letztlich zu der Erkenntnis gekommen bin, dass ich mich von meinem MadRiver Fantasy trennen muss. Ich paddele das Boot gerne, es lässt sich wunderbar aufkanten und gleitet seidenweich in jedes Kehrwasser, aber ich benutze es zu selten, kann alternativ den M.E. nehmen, den ich auch als Tandemboot nutzen kann und ich brauche Geld für ein neues Wildwasserboot weil ich den kleinen Phantom nur noch notdürftig herrichten kann. Im Frühjahr schreibe ich den Fantasy zum Verkauf aus.

Hier folgen noch Bilder von Klemens - er hatte seine gute Kamera dabei und hat mir einige damit gemachten Bilder geschickt.





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