Sonntag, 4. Mai 2014

Schirmmützenfahrt

Eigentlich war für dieses Wochenende ja die Thur-Tour in den Rhein rein geplant, die wir aber wohlweislich abgesagt haben. Das Wetter war uns nicht geheuer und wie sich nun heraus stellt, war nicht nur das Wetter garstig sondern auch der Pegel so hoch, dass an Paddeln nicht zu denken gewesen wäre.


Also stießen Matthias und Leonard an diesem Sonntag, für den erheblich besseres Wetter angekündigt worden war, zu mir nachdem ich gestern solo unterwegs gewesen war. Die anderen potentiellen Mitstreiter ließen sich nicht animieren. Sie hatten Wilderes vor. Realisiert haben das aber offenbar auch nur René und Wolfgang.

Wir wurden auf dieser Fahrt mit der Wildnis in Form von mehreren aggressiven Schwäne konfrontiert. Inzwischen wissen wir, wie mit ihnen umzugehen ist. Vermutlich fühlen sich beide Parteien nach jeder Konfrontation als Sieger.


Das alte eingefallene Wehr unterhalb der Weitenburg bot eine spritzige Abfahrt und die Golfspieler links und rechts des Flusses verschonten uns mit "fliegenden Golfbällen", auf die laut Beschilderung von rechts oder - später - links zu achten sei.

Das Wetter war wirklich prächtig. Zwar war es im Schatten immer noch reichlich frisch aber die Sonne wärmte uns höchst angenehm.

In Sulzau begegneten wir einem Angler, der eine prächtige Barbe an seiner Rute hängen hatte. Das schöne Tier wird heute Abend wohl in einer Bratpfanne schmoren. Bei Fischen, die sich ja auch von jeweils kleineren Tieren ernähren, empfinde ich wenig Mitleid.

In Bad-Niedernau (ein weiterer Schwan beschäftigte uns) umtrugen wir und hatten anschließend mit einem ziemlich niedrigen Pegel und allerhand Grundberührungen zu schaffen. Aber die Royalexboote verkraften das ja erfreulicherweise gut.

Schließlich kamen wir - gegen recht heftigen Gegenwind ankämpfend - in Rottenburg an, wo zwei Wehre zu umtragen sind.


Das obere Wehr hat noch eine komfortable Umtragetreppe zu bieten. Wir paddelten in die Stadt hinein und legten an der Fußgängerbrücke an, wo sich ein nettes Café befindet. Dort lud uns Leonhard zu Kaffee und Kuchen ein und wir ließen es uns schmecken.

Anschließend besichtigten wir noch den Kunstmarkt, der dort heute statt fand, und machten uns wieder auf zum unteren Rottenburger Wehr, an dem es keine vernünftige Umtragemöglichkeit gibt.

Wir verhielten uns dem entsprechen unvernünftig und überkletterten einen Zaun um die Boote nicht lange Wege tragen zu müssen.
Weiter ging es auf dem hier sehr ruhig dahin fließenden Neckar bis zum Wehr in Kiebingen. Auch hier wurde (mühsam) umtragen.

Der nun folgende Abschnitt ist uns von vielen Fahrten vertraut. Wir überwunden die seenartige Flussfläche oberhalb des Hirschauer Wehrs (und hatten es dabei erneut mit Gegenwind zu tun)


An der Umtragestelle trafen wir René, der mit dem Rad unterwegs war. Wir plauderten ein wenig und machten uns dann auf den Weg zur Einsatzstelle unterhalb des Wehrs. Dort sind gerade einmal 500 Meter zu paddeln...


...dann folgt die Raue Rampe, die wir linksseitig umtrugen.


Die nächste  Rampe, die oberhalb des Bootshauses,  polterten wir schließlich in unseren Booten hinunter. Dabei gab es zwar einigen Steinkontakt aber wir bewältigten die Abfahrt - jeweils solo - ganz passabel und hatten jetzt nur noch wenige hundert Meter vor uns.

Auch die bewältigten wir und stiegen schließlich am Bootshaus aus, wo sich ungewöhnlich viele Paddelfreunde aufhielten. Es wurde geplaudert, Ausrüstung besprochen und ausprobiert (Karsten hat Schwimmwesten bestellt) und schließlich traf Ruth ein, die uns wieder abholte.


Der Sojourn  hat sich für eine Fahrt wie diese gut bewährt. Er ist schlank und dennoch voluminös. Beladen verhält er sich ähnlich wie leer. Sein Bug weist Wellen ab und er ist leicht und handlich bei Umtragungen. Das vortreffliche Boot wird nun wieder zuhause an der Hauswand eingelagert. Das ist gar nicht ideal und ich muss meine Suche nach einem Bootsschuppen intensivieren.

Derartige Übernachtungstouren will ich künftig auch häufiger unternehmen. Ich habe meine inzwischen getrocknete Ausrüstung so zusammen gepackt, dass ich unschwer Samstags aufbrechen, eine Übernachtung hinter mich bringen und am Sonntag wieder zuhause ankommen kann. Meine nächste derartige Tour führt mich voraussichtlich neckaraufwärts wo ich mich an einer Stelle im Ufergebüsch häuslich einrichten werde. Am anderen Tag geht es dann neckarabwärts wieder zurück zum Bootshaus.

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