Montag, 11. Februar 2008

219. Leinölfirniss

Gestern habe ich endlich den Klapptisch, den ich schon im Januar gebaut habe, mit Leinöl eingelassen. Die Ofenrohrmanschette auch.
Irgendwie fiebere ich der Camping-Saison entgegen, bin mir aber überhaupt nicht klar, welches von dem zahlreichen Camping-Gerümpel, das sich in der letzten Zeit bei mir angesammelt hat, künftig mitgenommen wird.
Vermutlich mache ich das jeweils vom Charakter der Fahrt abhängig. Da, wo es ein Basislager gibt, ist das volle Programm fällig: großes Zelt, Ofen, Tisch, Hocker, Stühle,...: wenn die Ausrüstung mit ins Boot muss beschränke ich mich auf das Nötigste (was bei längeren Touren oder kalten Temperaturen auch allerhand sein kann).
Spätestens zu Pfingsten ist ein Mehrtagesausflug fällig. Ich wollte ja die Havel hinunterpaddeln ('kleine Ausrüstung'-svariante) - aber das ist inzwischen noch die unwahrscheinlichste Option. Wahrscheinlicher ist eine Frankreich-Fahrt mit Micha oder - noch wahrscheinlicher - eine Fahrt auf dem Regen mit meinem Bruder oder - gerade am wahrscheinlichsten - eine gemütliche Altmühl-Paddeltour mit Rolf und den Kindern (große Ausrüstung). Mal sehen.

Sonntag, 10. Februar 2008

218. Neckar auf und ab

Heute hatte ich drei/vier Stunden 'frei bekommen' und entschied mich - ähnlich wie im letzten April - den Neckar oberhalb von Rottenburg ein Stück hinauf und dann wieder hinunter zu paddeln.

Ich parke das Auto ganz dicht am Wasser in einem Waldstück, das den lokalen Müllpiraten als Ablagerstätte dient. Das ist erstmal 'zum Kotzen'.
Dann lasse ich das Boot über den kleinen Eisrand am Ufer ins Wasser gleiten und mache mich über den seenartigen Abschnitt auf Richtung Süden. Zunächst geht es flott voran zwischen steilen bewaldeten Hängen, die noch tief eingefroren sind. Ich halte mich in der Sonne und entledige mich meiner dicken Fleece-Jacke, die ich unter der Schwimmweste trage. Am Ufer schauen mir Pferde und ein Esel interessiert hinterher.
Weiteres 'Wild' erwartet mich ein Stück weiter unterhalb von Bad-Niedernau. Blutrünstige Bestien lauern am Flussufer auf arglose Paddler, die nichtsahnend den sicheren Fluss verlassen. Aber ich kenne die Gefahren des Neckartals und steure weiter südwärts bergauf bis vor das Wehr bei Bad-Niedernau. Da muss ich tatsächlich recht frühzeitig aus dem Wasser weil ich gegen die Stömung nicht mehr ankomme. Ich trage das Boot ca. 500 Meter über eine von Maulwurfhaufen übersähte Wiese - der Untergrund ist offenbar gefroren aber die oberen Zentimeter sind getaut und klatschnass. Meine Schuhe werden schwer.
An der Aussatzstelle oberhalb des Wehrs setze ich das Boot ins Wasser und streife erstmal den Matsch von meinen Schuhen bevor ich wieder ins Boot steige. Jetzt ist der Fluss wieder seeartig ruhig. Es geht in großem Abstand vorbei an zwei Schwänen, die noch nicht so aggressiv sind wie später, wenn sie brüten oder Junge haben. Mein Ziel ist die Eisenbahnbrücke oberhalb von Bad-Niedernau. Ich weiß dass da ein kleiner Schwall ist aber heute sind auch die darunter liegenden Kiesbänke überspühlt. Von unten sieht das ganz harmlos aus aber je näher ich komme desto heftiger wird der Widerstand der Strömung. Ich versuche es mal links, mal rechts - es ist aber auch kein einigermaßen brauchbares Kehrwasser an den Ufern. Dann zerre ich das Boot aus dem Wasser und ziehe es hinter mir her über die weiche Gras- und Matschfläche bis unter die Brücke. Bei Kilometer 260 - fast unter der Brücke aber in der Sonne - mache ich eine kleine Pause.
Mit Blick auf die Uhr entscheide ich mich dann für's Umkehren. Hinter dem Brückenpfeiler schwinge ich noch einmal ins Kehrwasser, dann geht es abwährts. Der Wind bläst mir entgegen, ich paddele nicht mehr so ausdauernd wie bergauf, es wird kalt. Also ziehe ich am Bad-Niedernauer Wehr wieder die dicke Jacke an.
Unter dem Wehr wird das Wasser noch einmal etwas lebhafter. Ich kann ein wenig in einem kleinen Schwall surfen. Dann geht es weiter abwärts über die Strecke, die ich beim Hinweg umtragen musste. Schließlich komme ich wieder - unbehelligt -an den Schafen und Pferden vorbei und sichte von weitem das Auto zwischen den Bäumen im zugemüllten Rottenburger Wald.
An den kleinen Eisrändern am Ufer spiele ich mit meinem Boot ein wenig Eisbrecher bevor ich es wieder aus dem Wasser hole und aufs Auto wuchte. Nach einer Viertelstunde bin ich wieder beim Bootshaus in Tübingen und lagere alle Utensilien ein.



So geht ein kurzer aber sehr erbaulicher kleiner Sonntagnachmittag-Paddelausflug im Februar zu Ende.

Samstag, 9. Februar 2008

217. Sicherheitskonzepte

Die Sonne strahlt vom Himmel, wir haben ein weitestgehend Terminfreies Wochenende. Ich gehe - zu niemandes Überraschung - am frühen Nachmittag spontan Paddeln. Doch, einer ist doch überrascht, dass ich erst so spät zum Bootshaus komme. Rolf ist gerade dabei, sich wieder in Zivilklamotten zu hüllen nachdem er - vorbildlich mit voller Ausrüstung eine größere Neckarinselrunde gepaddelt ist. Er hatte damit gerechnet, dass ich auch am Vormittag paddele. Wir reden einige Zeit und zwischenzeitlich kommt Frank vorbei und schnappt sich seine We-no-nah Yacht. Schließlich gehe ich doch aufs Wasser - weniger vorbildlich ausstaffiert aber immerhin mit Schwimmweste. Diesmal mit der Digitalkamera ausgestattet statt wie sonst mit dem lausigen Foto-Handy. Ich paddele bergauf da der Fluss immer noch allerhand Wasser führt. Rolf hat mich von dem Vorhaben abgebracht, mit der Poling-Stange ein wenig zwischen den beiden Steinschütt-Wehren zu üben da erstaunlich wenig Wasser durch den Kraftwerkkanal geleitet wird sondern das Flussbett hinunter fließt. So ist es etwas zu tief für Poling und knapp unter der Oberfläche lauern doch einige Steine. Stattdessen nutze ich die inzwischen etwas knappe Zeit um das gleich Programm wie am Mittwoch abzuspulen - über jedes Kehrwässerchen bergauf und dann den selben Weg zurück. Wieder beim Bootshaus angekommen treffe ich Rainer, der den Ocoee endlich mal ausprobieren will - ohne jede Sicherheitsausrüstung in Jeans und Lederweste. Ja, so unterscheiden sich die Sicherheitskonzepte der Paddelfreunde...

Donnerstag, 7. Februar 2008

216. Bent Shaft Paddel

Nachdem ich mein Sawyer Bent Shaft Paddel bekommen hatte musste ich natürlich ausprobieren, ob sowas nicht selbst zu bauen ist. Also habe ich es waghalsig kopiert und diesen Prozess in einem Thread-Beitrag im Canadier-Forum und in einer Bilderserie bei Webshots dokumentiert. Den muss Frank gefunden haben. Als er am Wochenende hier war um den 17'-Canadier abzuholen bat er mich die Form auf einen Papierbogen aufzuzeichnen damit er das nachbauen kann. Voilá, als ich gestern im Bootshaus war habe ich das selbstgebaute Paddel gleich abgeholt und die Form auf Packpapier übertragen. Jetzt bin ich mal gespannt, wie Frank all seine Bastel-Projekte abwickelt...

Mittwoch, 6. Februar 2008

215. Erste Fahrversuche

Frank und Verena haben mit dem Dagger-Reflection erste Fahrversuche unternommen und sind - nach ersten Schwierigkeiten mit den viel zu langen Paddeln, die ich ihnen nur mitgeben konnte - immer besser zurecht gekommen. Das beruhigt mich sehr.
Jetzt will Frank umfassende Umbau- und Renovierungs- arbeiten am Boot vornehmen - ich bin mal sehr gespannt, was er da zurechtzaubert - sogar der Hund soll einen eigenen Platz auf einer Gepäcktruhe (Wanigan) im Bug bekommen. Das Boot bietet sich an für allerlei Ausbau-Ansätze. Es ist ja über 5m lang.

Nachtrag: Eben habe ich die Nachmittagssonne noch für eine kleine Paddelrunde genutzt. Der Regen der letzten Tage hat den Neckar mal wieder leicht anschwellen lassen und ich habe mich entschieden bergauf zu paddeln damit ich dann auch wieder zum Bootshaus komme. Da wo ich im Sommer immer mit der Poling-Stange unterwegs bin sind jetzt richtig Wellen und das sonst so seichte Wasser ist tief genug um ausdauernd zu paddeln. Ich bin - jedes Kehrwasser nutzend - bis zur Steinschüttung gekommen wo ich gewendet habe und - erneut jedes Kehrwasser besuchend- zurückgepaddelt bin. Wenn der Fluss so viel Wasser hat gibt es mal endlich Kehrwasser...

Montag, 4. Februar 2008

214. Duluth-Packs - 3

Nachdem ich nun schon eine Woche auf das - alle guten Vorsätze überwindend - spontan gekaufte Duluth-Pack gewartet hatte, machte ich mir am Wochenende richtig Sorgen, ob ich diesen Kauf wohl bereuen werde. Als ich heute das Paket zuhause vorfand war klar, dass ich es wenigstens nicht aufgrund versäumter Lieferung und - nach dem Auspacken - auch nicht aufgrund mangelnder Qualität oder unscheinbarer Erscheinung tun würde.

Das ist ein grandioses Gepäckstück und man sieht ihm seine Herkunft aus der Tradition der 90-Pfund-Packs der kanadischen Voyageure an. Ich habe es erstmal mit allen verfügbaren Sofakissen vollgestopft und meinen ältesten Sprössling gebeten, mich damit zu fotografieren.

Auf dem Bild stehe ich vor dem imaginären Panorama wilder Stromschnellen eines Flusses in der nordamerikanischen Wildniss. Natürlich bin ich völlig außer Atem aber das Panorama entschädigt für den beschwerlichen Aufstieg und auch die bevorstehende Portage des Kanus macht mir keine Sorge weil ja das allermeiste Gepäck im 'Pack' bereits versorgt ist... (naja, oder so ähnlich).


Erst direkt von hinten werden die Ausmaße dieses Rucksacks richtig deutlich - da passen mehr als vier Sofakissen hinein - ich würde denken 1 Zelt, 2 Schlafsäcke, 2 Isomatten, und noch allerhand Klamotten. Damit das dann auch noch tragbar bleibt gibt es die 'Tumbline'. Dieser Riemen, der über die Stirn bzw. den Haaransatz geführt wird, erleichtert das Tragen ungemein (naja, so heißt es jedenfalls - ich werde das mal mit anderer Last als Sofakissen ausprobieren müssen um die Behauptung bestätigen zu können).
Die Riemen sollten natürlich überkreuzt werden - dann schließt das Pack perfekt - wenn Sie so, wie hier zu sehen ist, gerade geführt werden, lassen sie sich zum Be- und Entpacken einfach zur Seite schieben.

Samstag, 2. Februar 2008

213. Verkaufte Boote

Nachdem der Paddelklub den 17'-Canadier (Dagger Reflection) nicht übernehmen wollte hatte ich ihn ja im Canadier-Forum angeboten, war aber auf wenig Resonanz gestoßen. Vermutlich lag es vor allem an den unüblich vielen Sitzbänken, die in das Boot eingebaut sind. Ich mochte das Boot und konnte sowohl die Vorteile der vielen Variationsmöglichkeiten der fünf Sitze im TandemBetrieb als auch ihre Eignung als (Groß-) Familienboot erkennen. Naja, dachte ich mir, dann kommt es eben im Frühjahr unter den Online-Hammer.
Dann suchten Frank und Verena im Forum nach einem geeigneten Boot und etwas halbherzig bot ich Ihnen das Boot an. Erstaunlicherweise - so erzählen sie - hagelten die Angebote nur so auf sie herab. Da scheinen sich gegenwärtig viele Leute von Booten trennen zu wollen, zu denen sich keine Käufer finden. Na, wie dem auch sei, auf der Flucht vor dem Karneval kamen sie heute vorbei und holten das Boot ab. Ich habe das Boot geringfügig unter dem Einkaufspreis verkauft - sozusagen eine Nutzungsgebühr bezahlt.
Ebenso verkauft habe ich den langen schmalen Wildwasser-Canadier, der für Kehrwasserfahrten denkbar ungeeignet aber für Touren auf wilderem Wasser ideal ist. Rolf war schon lange scharf drauf und ich habe ihn ihm - inklusive intakten Auftriebskörpern - zum Einkaufspreis überlassen (obwohl der ja schon obszön günstig war...). So bleibt er im Bootshaus an zugänglicher Stelle und ich bin mir sicher, dass ich Rolf das eine oder andere Mal anhauen werde, ob er ihn mir nicht leiht.
Vermutlich bin ich zu wenig geschäftstüchtig und hätte beide Boote allen Ernstes über das weltweite Netz teuer versteigern sollen aber so konnte ich sie doch an nette Menschen weitergeben mit denen ich in Kontakt bleibe. Rolf sowieso aber Frank und Verena scheinen auch so vom Paddelfieber gepackt zu sein, dass wir uns - vermutlich spätestens beim GOC-Treffen 19.-20.04. - wieder sehen werden.

Klammheimlich denke ich ja auch schon an die Folgeanschaffung - das Bastelboot oder doch den eigenen Solo-Wildwasser-Canadier?

Nachtrag: Um mir über diese Entscheidung klar zu werden (und weil die Sonne statt angekündigten Schnees das Wetter über Tübingen bestimmte) habe ich zusammen mit Røskva eine kleine Neckarinsel-Runde im Solo-Canadier unternommen. Die Entscheidung ist, dass ich keines von beiden kaufe sondern noch ein wenig spare und lauere bis das WW-Boot meiner Träume mal angeboten wird. Bis dahin muss ich aber noch ein wenig recherchieren weil das Boot von zwei verschiedenen Herstellern produziert wurde.