Bryan Hansel beschreibt in seinem Blog wie ein Solo-Yoke hergestellt wird. Er verkauft einen Bauplan was ich ein wenig unangemessen finde zumal das Konstruktionsprinzip sehr einfach ist und die Sitze, an die das Tragejoch angepasst werden sollen, sich doch unterscheiden. So hat mein Tragejoch, das ich seit vier Jahren habe, neulich nicht auf Rolfs Sitz gepasst obwohl der dem meines Bootes täuschend ähnlich sieht.
Donnerstag, 5. Mai 2011
Montag, 2. Mai 2011
Noch mal Landeck
Sonntag: Wir trafen uns 8:30 Uhr erneut an der Stelle beim Fluss, an der wir gestern geübt hatten, und stiefelten zunächst zu einem nahe gelegenen Wäldchen um Flaschenzüge zu bauen, Knoten zu lernen und Materialbergung zu üben. Da habe ich so meine Schwächen und muss sowohl von den Kompetenzen her als auch von meiner materiellen Ausrüstung massiv aufrüsten. Ich brauche mindestens zwei neue Karabiner (Schraubkarabiner!), zwei Seilrollen, mehrere Bandschlingen und – tja, einen neuen Wurfsack, den ich mir umschnallen kann.
Besonders eindrücklich fand ich wie Neil demonstrierte, wie man innerhalb von 3-4 sekunden ein dickes Polypropylenseil mit Hilfe eines eines zweiten durchscheuern kann. Die Seile schmelzen schon bei 160°C.
Ähnlich schnell ist eine Bandschlinge durchgescheuert. Deshalb müssen immer Rollen und Karabiner eingesetzt werden.
Anschließend machten wir eine kleine Pause während der Neil noch Rettungsmaßnahmen bei Steckunfällen erläuterte und danach zogen wir uns wieder für Wat- und Schwimmeinlagen um. Diesmal zog ich die NRS-Stiefel an, in denen ich keine dicken Socken anziehen kann. Ansonsten war ich wieder in drei Lagen (Skiunterwäsche, Fleece-Overall und Trockenanzug) gehüllt und fühlte mich im kalten Wasser einigermaßen wohl.
Wir wateten erst mit Stangen in den Fluss, spannten dann ein Diagonalseil und wateten hindurch (die meisten schwammen sobald die Schwimmweste im Wasser Auftrieb bekam) und verankerten einen Übungsbaum quer im Fluss, den jeder mehrmals anschwimmen durfte. Wenn man zu dicht davor gerät wird man (nachdem man sich einige Zeit daran geklammert hat) von der Strömung darunter hindurch gezogen (vorausgesetzt darunter befinden sich keine Äste). Wenn man den Stamm aktiv anschwimmt kann man aber auch darüber hinweg hechten.
Dann übten wir die Personenbergung an so einem Baumhindernis – einmal am Rand und später auch mitten im Fluss. Dabei kam es zu einigen lehrreichen logistischen Pannen, die wir in der Übung durch Improvisation ausglichen. Im Ernstfall sollte das nicht passieren. Schließlich überquerten wir alle wieder den Fluss und beschäftigten uns noch ein wenig mit der Rettung vom Boot aus. Dazu erklärte Neil seine Bootseinrichtung und machte vor, wie er mitten im Fluss in sekundenschnelle aus dem Boot steigt um Hilfe leisten zu können. Der Wiedereinstieg ging nicht ganz so flott aber dennoch durchaus zügig.
Jetzt zogen wir uns wieder zivil an, fuhren in ein Café und absolvierten da – bei Kaffee und Kuchen - noch einen theoretischen Test. Alle bekamen ihre Zertifikate ausgehändigt und wir verabschiedeten uns – nicht ohne gleich einen Auffrischungskurs in zwei Jahren zu buchen.
Die mautfreie Heimfahrt verlief ohne Zwischenfall oder Stau, so dass ich kurz vor 21:00 Uhr in Tübingen ankam und das Auto mit Oles Hilfe leer räumen konnte. Morgen habe ich mir noch frei genommen um die klamme Campingausrüstung zu versorgen und die unvermeidliche Dokumentation anzulegen. Rolf hat via SMS angekündigt, dass mich im Bootshaus eine DVD erwartet, auf der sicher allerhand Bilder aus Hüningen und von der Reuss sind.
Landeck
Samstag: Um Halbacht treffen wir uns zum Frühstück. Der Aufbruch zum Schulungsraum am Rande Landecks ist ein wenig holprig und von allerlei Kommunikationspannen durchsetzt. Deshalb fangen wir auch etwas später als geplant an. Neil ist hervorragend vorbereitet, präsentiert seinen Lehrstoff anschaulich (trotz PowerPoint) und deckt alle Bereiche ab, die ich mir für eine Paddler-Sicherheitsschulung vorstellen kann. Das Manuskript, das wir bekommen, ist ebenfalls sehr instruktiv und lädt zum gelegentlichen Auffrischen ein.
Nach der Mittagspause treffen wir uns - nach einigen weiteren Kommunikationspannen und logistischen Missgeschicken an der Sanna (kurz unterhalb der Einsatzstelle) und ziehen uns warm an. Denn nun wird geschwommen, Wurfsäcke geworfen, angeseilt gerettet und so weiter. Das Wasser ist richtig kalt aber das gute Wetter hält und die Laune ist bestens. Meine gute Laune wird ein wenig davon getrübt, dass sich die Sohle meines rechten Schuhs ablöst (morgen werde ich andere Schuhe anziehen) und das bei einer Rettungsaktion mein selbst angefertigter Gürtel-Wurfsack abhanden kommt. Meinen zweiten hatte ich an der Reuss Anton geliehen und nicht zurück bekommen. Morgen werde ich also keinen haben.
Gegen 17:30 Uhr sind wir fertig und Rüdi und Wolfgang machen sich noch auf zu einer Abfahrt der Sanna. Mich würde das ja auch sehr reizen aber ich bin eher geschafft (und müsste mich erst umziehen weil ich mit den drei Kleidungsschichten die Knie nicht in den Bulkhead bekommen hätte und infolgedessen mit dem Hinterteil nicht auf den Sattelsitz gepasst hätte). Hoffentlich finden die beiden während ihrer Fahrt noch unterwegs meinen Wurfsack.
Den Wurfsack haben sie nicht gefunden. Dafür bringen sie ein nettes Filmchen der Sanna-Befahrung mit, das wir uns vor dem Abendessen in der Pension ansehen. Das Abendessen ist eher ein Arbeitsessen. Wir besprechen zahlreiche Aspekte der künftigen Entwicklung des Ausbildungsteam (der Begriff „Lehrteam“ wird abgeschafft weil er zu große Anteile von „Belehren“ beinhaltet).
Nach der Mittagspause treffen wir uns - nach einigen weiteren Kommunikationspannen und logistischen Missgeschicken an der Sanna (kurz unterhalb der Einsatzstelle) und ziehen uns warm an. Denn nun wird geschwommen, Wurfsäcke geworfen, angeseilt gerettet und so weiter. Das Wasser ist richtig kalt aber das gute Wetter hält und die Laune ist bestens. Meine gute Laune wird ein wenig davon getrübt, dass sich die Sohle meines rechten Schuhs ablöst (morgen werde ich andere Schuhe anziehen) und das bei einer Rettungsaktion mein selbst angefertigter Gürtel-Wurfsack abhanden kommt. Meinen zweiten hatte ich an der Reuss Anton geliehen und nicht zurück bekommen. Morgen werde ich also keinen haben.
Gegen 17:30 Uhr sind wir fertig und Rüdi und Wolfgang machen sich noch auf zu einer Abfahrt der Sanna. Mich würde das ja auch sehr reizen aber ich bin eher geschafft (und müsste mich erst umziehen weil ich mit den drei Kleidungsschichten die Knie nicht in den Bulkhead bekommen hätte und infolgedessen mit dem Hinterteil nicht auf den Sattelsitz gepasst hätte). Hoffentlich finden die beiden während ihrer Fahrt noch unterwegs meinen Wurfsack.
Den Wurfsack haben sie nicht gefunden. Dafür bringen sie ein nettes Filmchen der Sanna-Befahrung mit, das wir uns vor dem Abendessen in der Pension ansehen. Das Abendessen ist eher ein Arbeitsessen. Wir besprechen zahlreiche Aspekte der künftigen Entwicklung des Ausbildungsteam (der Begriff „Lehrteam“ wird abgeschafft weil er zu große Anteile von „Belehren“ beinhaltet).
Zwischenspiel
Freitag: Erst mal habe ich nach dem Aufstehen Kleinkram gepackt, dann ging ich Duschen und daran schloss sich ein ausgedehntes Frühstück mit Brötchen, die Klemens geholt hat, bei bedecktem aber trockenem Himmel an.
Nach dem Frühstück wurde dann richtig zusammen gepackt. Das ist bei den Ausrüstungsmassen eine etwas längere Prozedur. Zwischenzeitlich lagerten zwei Karlsruher ihren Schlauchcanadier an unserem Campingplatz ab. Sie fuhren mit dem Auto nach Mellingen und kehrten nach erstaunlich kurzer Zeit mit dem Zug zurück. Sie kennen unsere Freestyle-Mädchen.
Kurz nach zwölf fuhren wir in alle Richtungen davon: Klemens, Anita und Lisa noch mal nach Hüningen, Rolf und Anton nach Konstanz und ich Richtung Österreich. Dort versuchte ich mit Hilfe des Navi die Mautstraßen zu vermeiden weil ich Zeit hatte und schon diese teure Schweizer Plakette gekauft habe. Es will mir und dem Navi aber nicht recht gelingen so dass ich doch statt einer erbaulichen Passfahrt durch den miefigen Arlbergtunnel fahre und Mautgebühren berappen muss.
Kurz nach Vier komme ich in Landeck an und beziehe mit meiner Klamottenkiste mein Pensionszimmer. Vor mir ist noch keiner der anderen Kursteilnehmer eingetroffen. Ich tippe diesen Text und relaxe.
Gegen 19:30 Uhr treffen die ersten (Stefan und Antje) ein, bis kurz vor 21:00 Uhr sind alle da. Wir bekommen ein üppiges Essen, viel Bier und Wein werd en getrunken und über Sinn und Unsinn des EPP diskutiert. Neil, der Kursleiter, kommt und klärt Kursfragen. Morgen um 8:30 Uhr gehts los, jetzt ist es 0:16 Uhr.
Noch mal Bremgarten
Donnerstag: Zunächst war ich wie geplant Brötchen holen. Danach folgte während des Frühstücks ein schwieriger Abstimmungsprozess. Zahllose Varianten der Reussbefahrung (24km Wanderstrecke oberhalb, Mellingen bis Mündung, ...) wurden durchgespielt bis Anton entschied nicht paddeln zu wollen.
Schließloch stellten wir mein Auto nach Mellingen.
Ich paddelte alleine ab unserem Campingplatz los (und habe auf dieser Strecke jedes Kehrwasser angefahren und gleich wieder verlassen), Klemens, Anita und Lisa fuhren mit ihrem Auto zum Camping Sulz. Ab da paddelten wir dann zusammen durchs Gnadental. Wir hatten ideales Wetter, jedes Kehrwasser und jede Welle wurden ausgiebig genutzt (insbesondere Lisa tat sich im Wellensurfen hervor). Einhergehend mit der Mittagspause wurden Schwimm- und Wurfsackübungen eingelegt und Klemens rollte zur Belustigung der Altenheimbewohner in Mellingen.
Wir waren an diesem Tag fast noch länger unterwegs als gestern. Entsprechend platt sind alle am Abend.
Rolf hat Zutaten zu unserem "Traditionsessen" (Bild vom letzten Jahr) besorgt, wir heizen die Feuerkiste an.
Es gibt Kartoffeln, Kräuterquark und Sahneheringe (alles selbst gemacht weil die Schweizer Supermärkte diesbezüglich schlecht ausgestattet sind)
Während des Essens ziehen Gewitterwolken auf. Abends gibt es etwas Regen mit Windböen. Rolf und Klemens bauen ihre Tarps ab. Für Morgen ist keine Paddeltour geplant. Stattdessen wollen wir um die Mittagszeit bei hoffentlich blendendem Wetter und mit trockenen Zelten in den Kofferräumen aufbrechen.
Schließloch stellten wir mein Auto nach Mellingen.
Ich paddelte alleine ab unserem Campingplatz los (und habe auf dieser Strecke jedes Kehrwasser angefahren und gleich wieder verlassen), Klemens, Anita und Lisa fuhren mit ihrem Auto zum Camping Sulz. Ab da paddelten wir dann zusammen durchs Gnadental. Wir hatten ideales Wetter, jedes Kehrwasser und jede Welle wurden ausgiebig genutzt (insbesondere Lisa tat sich im Wellensurfen hervor). Einhergehend mit der Mittagspause wurden Schwimm- und Wurfsackübungen eingelegt und Klemens rollte zur Belustigung der Altenheimbewohner in Mellingen.
Wir waren an diesem Tag fast noch länger unterwegs als gestern. Entsprechend platt sind alle am Abend.
Rolf hat Zutaten zu unserem "Traditionsessen" (Bild vom letzten Jahr) besorgt, wir heizen die Feuerkiste an.
Es gibt Kartoffeln, Kräuterquark und Sahneheringe (alles selbst gemacht weil die Schweizer Supermärkte diesbezüglich schlecht ausgestattet sind)
Während des Essens ziehen Gewitterwolken auf. Abends gibt es etwas Regen mit Windböen. Rolf und Klemens bauen ihre Tarps ab. Für Morgen ist keine Paddeltour geplant. Stattdessen wollen wir um die Mittagszeit bei hoffentlich blendendem Wetter und mit trockenen Zelten in den Kofferräumen aufbrechen.
Bremgarten
Mittwoch: Gegen 8:00 Uhr kamen wir in die Gänge. Der Himmel war bewölkt aber noch tropfte kein Wasser heraus. Klemens hatte zwei große Brötchentüten und einen kleinen Kuchen mitgebracht und wir ließen es uns schmecken.
Erst kurz vor 12:00 Uhr brachten wir die Autos nach Mellingen und paddelten dann um die Mittagszeit vom Zeltplatz aus los. Rolf, Anton und ich (vom Bootsheck her aufgezählt) saßen im großen Tandemcanadier, Klemens nahm sein Soloboot und Anita und Lisa saßen in Kajaks.
Die Reusswelle umfuhren wir rechts, landeten aber unterhalb an um uns noch einmal davon zu überzeugen, dass eine Befahrung sich tatsächlich nicht gelohnt hätte. Im weiteren Streckenverlauf war der eine oder andere kleine Schwall zu bewältigen und Anton bekam ab und zu einige Spritzer ab weil das lange Tandemboot doch wesentlich träger reagiert als der winzige Solocanadier, den ich gestern noch gepaddelt hatte. Auch die schwere Last (Anton - und die der Verantwortung für ihn) schränkte unsere Experimentierfreude etwas ein.
Auf halber Strecke etwa machten wir Rast. Währen dessen hatte das Wetter sich zu einem eher freundlichen Aprilwetter gewandelt. Ab und zu regnete es ein wenig und immer wieder kam die Sonne heraus.
Im Gnadental, dem schönsten Abschnitt der Strecke waren wir schon ein wenig ermattet und fuhren an den meisten Kehrwassern vorbei. Dabei fordern die zahlreichen Felsblöcke im Fluss gerade bei Niedrigwasser zu vielfältigen Manövervarianten heraus.

Als wir in Mellingen ankamen goss es.
Wir verluden die Boote und Ausrüstung, ich nutzte ein Garagenvordach um mich umzuziehen und dann fuhren wir zum Supermarkt auf halbem Weg zum Campingplatz um uns mit Proviant zu versorgen.
Abendessenzutaten sparten wir aus denn bei dem wechselhaften Wetter hatte keiner Lust auf Kochen vorm oder im Zelt. Am Abend wollten wir in Bremgarten Essen gehen. Am Campingplatz angekommen duschten erstmal alle und ich breitete meine Klamotten im Zelt zum Trocknen aus und schrieb diesen Text.
Dann stiefelten wir schließlich in die Stadt zum Essen obwohl der Abend erfreulich trocken blieb und wir durchaus auch bei den Zelten kochen und essen gekonnt hätten. Das Essen im warmen Restaurant war gut. Danach trieb es uns unmittelbar in die Schlafsäcke. Ohne abschließend geklärt zu haben wo und wie morgen gepaddelt werden sollte. Das wurde aufs morgige Frühstück vertagt zu dem ich Brötchen holen werde.
Erst kurz vor 12:00 Uhr brachten wir die Autos nach Mellingen und paddelten dann um die Mittagszeit vom Zeltplatz aus los. Rolf, Anton und ich (vom Bootsheck her aufgezählt) saßen im großen Tandemcanadier, Klemens nahm sein Soloboot und Anita und Lisa saßen in Kajaks.
Die Reusswelle umfuhren wir rechts, landeten aber unterhalb an um uns noch einmal davon zu überzeugen, dass eine Befahrung sich tatsächlich nicht gelohnt hätte. Im weiteren Streckenverlauf war der eine oder andere kleine Schwall zu bewältigen und Anton bekam ab und zu einige Spritzer ab weil das lange Tandemboot doch wesentlich träger reagiert als der winzige Solocanadier, den ich gestern noch gepaddelt hatte. Auch die schwere Last (Anton - und die der Verantwortung für ihn) schränkte unsere Experimentierfreude etwas ein.
Auf halber Strecke etwa machten wir Rast. Währen dessen hatte das Wetter sich zu einem eher freundlichen Aprilwetter gewandelt. Ab und zu regnete es ein wenig und immer wieder kam die Sonne heraus.
Im Gnadental, dem schönsten Abschnitt der Strecke waren wir schon ein wenig ermattet und fuhren an den meisten Kehrwassern vorbei. Dabei fordern die zahlreichen Felsblöcke im Fluss gerade bei Niedrigwasser zu vielfältigen Manövervarianten heraus.
Als wir in Mellingen ankamen goss es.
Wir verluden die Boote und Ausrüstung, ich nutzte ein Garagenvordach um mich umzuziehen und dann fuhren wir zum Supermarkt auf halbem Weg zum Campingplatz um uns mit Proviant zu versorgen.
Abendessenzutaten sparten wir aus denn bei dem wechselhaften Wetter hatte keiner Lust auf Kochen vorm oder im Zelt. Am Abend wollten wir in Bremgarten Essen gehen. Am Campingplatz angekommen duschten erstmal alle und ich breitete meine Klamotten im Zelt zum Trocknen aus und schrieb diesen Text.
Dann stiefelten wir schließlich in die Stadt zum Essen obwohl der Abend erfreulich trocken blieb und wir durchaus auch bei den Zelten kochen und essen gekonnt hätten. Das Essen im warmen Restaurant war gut. Danach trieb es uns unmittelbar in die Schlafsäcke. Ohne abschließend geklärt zu haben wo und wie morgen gepaddelt werden sollte. Das wurde aufs morgige Frühstück vertagt zu dem ich Brötchen holen werde.
Hüningen
Dienstagmorgen (26.04.) um 8:00 Uhr trafen wir uns am Bootshaus. Hektisch wurden noch Ausrüstung und Boote in und auf die Autos geladen. Dann fuhren wir los Richtung Basel. Ich hatte das Privileg allein im Auto zu sitzen weil ich ja am Ende der Woche weiter nach Österreich fahren wollte und konnte ungehemmt Jimmy Webb, Jesse Colin-Young und Harry Chapin in beliebiger Lautstärke hören. So vergingen die drei Stunden Fahrt bis Huninque (Hüningen) trotz gemächlicher Fahrweise rasend schnell.
Wildwasserkanal angekommen kümmerten wir uns erst ums Mittagessen. In einem kleinen Lokal gab es einen leckeren Mittagstisch. Trotz voller Mägen zogen wir uns gleich nach dem Essen um und gingen aufs Wasser. Klemens und Lisa waren vorsichtig und starteten von unten. Anita und ich wagten die Abfahrt durch die Eingangswelle.
Diese wurde Anita auch gleich zum Verhängnis. Mir gelang es zwar ihr Boot an den Rand zu drängen aber der kleine Anton konnte es nicht fest halten. Irgendwann im unteren Drittel des Kanals bekamen wir es ans Ufer. Solchermaßen demoralisiert blieb Anita in der Folge dort unten. Ich paddelte im Parallelkanal wieder hinauf und hielt mich sehr lange in der Eingangswelle auf. D.h. ich versuchte es, sie spuckte mich aber immer wieder aus und hinterließ dabei immer mehr Wasser in meinem Boot. Ich musste regelmäßig ans Ufer und das Boot ausleeren. Irgendwann mal kam ich auch um eine Kenterung nicht herum. Rolf, der ebenfalls an Land geblieben war, hat jede Menge Fotos gemacht.
Da sind auch einge Sidesurfs dabei, die erstmal ganz passabel ausehen. Einzelne endeten aber ebenfalls mit Ausstieg weil die Welle mich nicht mehr los ließ oder mir die Kraft fehlte mich wieder hinaus zu arbeiten. Das Boot rotierte dann noch eine ganze Weile bis die Welle es wieder her gab.Aber für dergleichen Experimente ist der Kanal ja da. Das finden auch Utz. Sofia und Kilian, die wir zu unserer Überraschung plötzlich trafen. Sie bleiben die ganze Woche da.
Wir hatten Glück und bekamen unseren gewohnten Campingplatz, auf dem flugs die drei Zelte samt Ofenbrimborium und Tarps errichtet wurden.
Dann gab es ein Nudelabendessen mit Tomatensoße und irgendwie ist es rasend schnell 22:00 Uhr spät geworden. Wir sind alle hundemüde und nach dem Spülen flott in die Schlafsäcke gekrochen. Die Reuss rauscht jetzt draußen vor dem Zelt vorbei, hat aber so wenig Wasser, dass breite Kiesbänke am Ufer zu erkennen sind. Morgen weden wir von hier bis Mellingen fahren.
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