Sonntag, 16. Januar 2011

Rottweil - Epfendorf

Die Planungen für unsere Sonntägliche Paddeltour schwankten zwischen Obere Enz, Murg (bevorzugt die Mittlere), Schussen, Wutach oder Neckar. Letzterer ist es für uns geworden (andere Paddelfreunde sind an andere der aufgelisteten Ziele ausgeschwärmt).
Wir vier, Rolf, Klemens, Anita und ich, hatten entschieden die Fahrt vom November 2008 auf dem Neckar ab Rottweil zu paddeln und alle Versuche in diesen Plan Varianten einzufügen sind gescheitert.


Aber von Anfang an: Gestartet sind wir gegen 9:30 Uhr beim Bootshaus. Da trafen wir noch Florian mit Liesl und Claudius (die gerade in der Gegend sind), die gerade zur Murg aufbrachen. Ein wenig wehmütig sahen wir ihnen hinter her. Es gelang uns alle vier Boote auf ein Auto zu laden (mein verbreiterter Dachträger bewährt sich) und fuhren zunächst in zwei Autos nach Sulz (Variante 1 - Verlängerung der Tour nach unten).

Dort besichtigten wir die Aussetzstelle, zogen uns um und ließen Rolfs Auto stehen. Dann ging es wieder zu viert in einem Auto auf die Autobahn Richtung Rottweil. Im Auto wurde jetzt über die Länge der Strecke diskutiert. Ich hatte nur eine vage Ahnung und war lediglich von einem Blick auf Google-Earth inspiriert als ich Sulz als Ziel vorschlug. Es wurde entschieden, dass die Paddelstrecke zu lang werden würde, ein früheres Einsetzen wurde verworfen und wir nutzten spontan eine der wenigen Gelegenheiten die Autobahn einigermaßen (nicht ganz) legal zu verlassen. Gemütlich tuckerten wir durchs Neckartal zurück nach Sulz, Rolf schwang sich erneut in sein Auto und fuhr voraus bis Epfendorf.
Damit stand der Abschluss der Tour ja schon mal fest und wir setzten uns wieder alle zusammen in mein Auto. Was gibt es schöneres als mit guten Paddelfreunden in einem Auto zu fahren? Inzwischen kam auch die Sonne ins Neckartal (sie war bislang noch hinter Nebel verborgen und die verzögerte Anreise ersparte uns so auch einen frostigen Fahrtauftakt).

Der Versuch (Variante 2 - Verlängerung der Tour nach oben) diesen Auftakt wenn schon nicht nach oberhalb von Rottweil so doch zumindest ins Zentrum der Stadt zu verlegen wurde von garstigen Parkverbotsschildern der Anwohner vereitelt (im Nachhinein sind wir den Leuten dankbar denn sie ersparten uns so die Umtragung teils kniffligster innerstädtischer Wehre).


Wir steuerten also die Einsatzstelle vom letzten Mal an, die am Ende einer völlig ausgefahrenen alten Baustellenstraße liegt und an einem alten Industriegebiet vorbei unter die B-27-Brücke nördlich von Rottweil führt. Daselbst setzten wir schließlich dicht neben einem der Brückenpfeiler die Boote ins Wasser und begannen mit unserer spritzigen Abfahrt. Der Pegel in Rottweil lag bei ca. 125cm (also 10cm mehr als bei der Fahrt 2008) und der Neckar strömte entsprechend munter in vielen kleinen Schwällen durch das enge gewundene Neckartal. Jede Menge Kehrwasser boten sich an und wurden willig in Anspruch genommen und so konnte sich Rolf, der schon lange nicht mehr im Wildwasserboot gesessen war, prächtig akklimatisieren.


Das erste Wehr, dass sich uns (und dem Fluss) in den Weg stellte war das unter der Neckarburg. Wir machten an der darunter befindlichen Holzbrücke eine kleine Pause, jede Menge Fotos, gründeten spontan die LOMOnautische Gesellschaft (weil Klemens ja nun auch so einen postgelben Trockenanzug hat) und aßen und tranken etwas. Dann ging es weiter Richtung Talhausen, wo das nächste Wehr auf uns wartete.
 
 An das konnte ich mich gar nicht mehr erinnern, aber das geht mir mit Wehren immer so. Die verdränge ich offenbar weil sie lästig sind. Unterwegs fanden sich unter der Autobahnbrücke noch zwei prachtvolle Surfwellen. Die zweite ist netter als die erste aber an der  hatten wir uns schon so ausgetobt, dass wir die zweite einfach durchfuhren. Dann gings um das Wehr und nach geraumer Zeit kam dann unser Ausstieg in Epfendorf in Sicht.



Zwischenzeitlich hatten wir immer wieder Gelegenheit Wellenpassagen, kleine Schwälle und Stüfchen zu durchfahren. Der Neckar ist in diesem Bereich wirklich spritzig, kann aber nur bei Wasserständen wie heute gut befahren werden. Bei niedrigerem Pegel behindern zahllose Kiesbänke und seichte Abschnitte die Fahrt.


Schließlich luden wir alle Boote auf Rolfs Auto, fuhren damit nach Rottweil zu der entlegenen Einsatzstelle, holten mein Auto und tuckerten gemütlich über die Autobahn zurück nach Tübingen wo wir und gegen 18:00 Uhr trennten.


Wir hatten heute eine schöne Frühlingsfahrt in leichtem Wildwasser und in netter Gesellschaft. Und das mitten im Januar. So sollte man jeden Sonntag gestalten.


Die Bilder gibts in einer Diaschau.

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