Sonntag, 15. März 2026

Schattenriss

 

Inzwischen habe ich meine Linolschnitt-Werkstatt etwas professionalisiert und in einen anderen Raum verlegt. Am gestrigen verregneten Samstag ist darin eine weitere Druckplatte entstanden.

Als Motiv habe ich mir einen Schattenriss ausgesucht, der Rolf und Erdmann bei unser Reichenau-Umrundung im September 2024 zeigt. 

Im Original paddeln sie natürlich von links nach rechts und kurze Zeit später ist ein fotografisch viel ansprechenderes Bild mit einem Passagierschiff am Horizont entstanden, aber für den Linolschnitt war das kontrast-reichere Motiv erheblich geeigneter. Es gibt noch Verbesserungsmöglichkeiten, die ich jetzt nicht im Detail ausführe, aber dieses erste irgendwie "ernst zu nehmende" und vorzeigbare Resultat meines neuerlichen Kunstschaffens erfüllt mich doch mit einiger Zufriedenheit. 

Freitag, 13. März 2026

Fast Monatsmitte


Erst im nächsten Jahr wird dieses Paddeltagebuch 20. Deshalb verzichten wir heute mal ausnahmsweise auf ausschweifende Feierlichkeiten. Im nächsten Jahr gibts dann am 13. März Konfetti und literweise Sekt...

In diesem kleinen Zwischenfazit dokumentiere ich die zehn Neckarfahrten, die ich in dieser ersten Monatshälfte absolviert habe. Ich mache mir da keine schriftlichen Aufzeichnungen, achte aber penibel darauf, dass ich bei jeder Fahrt mindestens ein präsentables Bild aufnehme.


Der 1. März war sonnig wenn auch etwas "frisch" , aber schon am 2. März - da war der Himmel wolkenlos - war ich so verwegen den Mittelteil meiner Bootsplane abzunehmen und "halboffen" zu paddeln.

So auch am 4. März, an dem ich am Stocherkahnanleger bei der Jugendherberge eine Pause eingelegt und meine schnelles Boot mit "offener" Sitzluke durch das Geländer fotografiert habe.
Zwei Tage später, am Freitag, dem 6. März, war es dann schon wieder bewölkt, aber für die Jahreszeit immer noch erstaunlich mild. Ich traf mich mit Rolf und wir paddelten gemeinsam vom Bootsanleger flussauf, machten Paddelpläne für das Frühjahr und tauschten Neuigkeiten aus.

Ich hatte mich für den kleinen leichten Sandpiper entschieden und Rolf wählte Erdmanns Osprey für den er die Dauerleih-Freigabe hat. Es handelt sich um zwei vergleichbar leichte Boote aus unterschiedlichen Epochen mit unterschiedlichen Bautechniken.
Der Sandpiper hat - wir auf dem Bild  vom 7. März zu erkennen ist, das eine Variante des Advantage-Bilds vom 4. März ist - einen Aluminium-Süllrand und von Gewebematerial umkleidete Schaumrippen, die sich vor dem hellen Sonnenlicht besonders prägnant abzeichnen. Er hat auch einen Schaumboden, auf dem ich meine nackten Füe ablegen kann ohne gleich einen Kälteschock zu bekommen. Das Wasser des Neckars hat immer noch Wintertemperaturen und die leichte Kleidung darf nicht darüber hinweg täuschen, dass wir eigentlich noch Winter haben. Ich rechne damit, dass es noch einmal richtig kalt wird.
Am Sonntag, den 8. März, bin ich am Spätnachmittag noch einmal im Sandpiper aufs Wasser gegangen. Wieder barfuß. Das hängt auch damit zusammen, dass ich meine Füße in Schuhen nicht unter den Sitz bekomme. Jedenfalls nicht länger als 10 Minuten. Dann schlafen sie mir ein. Die Kälte widerum begünstigt die Krampfentwicklung. Ab und zu baut sich so ein Krampf in der Fußsohle auf und ich muss die Füße zeitweilig nach vorne strecken. Gut, dass sowohl Advantage als auch Sandpiper für den "sitzenden Betrieb" eingerichtet sind und eine Stemmstange eingebaut haben, auf der sich die Füße abstützen können.

Am 10. März war ich wieder bei sonnigerem Wetter unterwegs und am 11. März bewölkte sich der Himmel. An dem Tag wählte ich den Advantage weil Regen angekündigt war. Tatsächlich erwischte mich auch ein kleiner Schauer auf dem Wasser. Es handelte sich aber eher um Nieselregen und ich ertrug ihn stoisch. Faktisch bekam ich nur zwischen Hölderlinturm und Allenbrücke einige Tropfen ab, die an der Eisenbahn-brücke schon wieder weg getrocknet waren. Ich werde dennoch noch einmal das Mittelstück der Bootsplane montieren um künftig auch unter diesen Bedingungen paddeln gehen zu können.


Und so folgt auf das Foto vom 12. März ein Bild vom komplett bedeckten Advantage. Die Plane habe ich heute Mittag wieder festgemacht nachdem ich eine Neckarinselrunde im Elan gepaddelt bin. 
Den habe ich nämlich heute von seinem Platz über dem Sofa herunter geholt habe. Dann habe ich noch die Kniematte eingeklebt, Polster am Rand eingeklebt damit der Süllrand sich nicht in meine Schulter gräbt wenn ich das nicht eben federleichte Boot trage. Das wirklich federleichte Boot, den kleinen kurzen Sandpiper, habe ich nachher wieder mit nach Hause genommen, wo er jetzt über dem Sofa hängt und auf Spontanfahrten von Zuhause aus (z.B. an die Donau) bzw. die Urlaubsfahrt im Sommer wartet. Wahrscheinlich nehme ich ihn mit nach Schweden und Dänemark obwohl ich heute auch wieder viel Spaß mit dem Elan hatte.

Mittwoch, 4. März 2026

Vier Himmelsrichtungen

Seit ich mich entschieden habe keine Ausfahrten mehr für die Paddelfreunde anzubieten und damit offenbar auch Rolf nachhaltig entmutigt habe dies zu tun (Sorry!) muß ich mein Paddeljahr anders strukturieren. Zudem nehme ich wahr, dass ich zunehmend "sesshaft" werde und weniger spontane Unternehmungen angehe als ich das in früheren Jahren gemacht habe. Gegen diese Stubenhockerei will ich ankämpfen und lege mir deshalb ein paar Ziele für Wochenendausflüge zurecht. 

Eine längere Fahrt werde ich im Juli unternehmen: da gehts in den hohen Norden. Ich werde zwei Wochen lang in einem Häuschen an der schwedisch/norwegischen Grenze wohnen und auf Hin- und Rückweg jeweils mehrere Tage durch Dänemark fahren.

Eine meiner nächsten Tagesfahrten wird nach Mühlheim an der Donau führen, wo bei Flusskilometer 2734.0 die ganzjährige Sperrung des Flusses (bis Beuron) beginnt. Von dieser Kilometermarke aus will ich flussauf paddeln. Im Idealfall bis dahin, wo Rolf und ich unsere Fahrt im Februar letzten Jahres in Immendingen beendet haben. Unter Umständen benötige ich zwei Paddeltage für diese Strecke. Vielleicht kann ich aber auch irgendwelche Paddelkompliz:innen zur Teilnahme an einer solchen Expedition überreden - dann paddeln wir flussab.


Weiterhin kommen mir letzthin wieder häufiger von meinen Paddeltouren auf dem Hochrhein (zuletzt im Juli letzten Jahres) und dem Übergangsbereich von Bodensee in Hochrhein (zuletzt im Mai 2024) in den Sinn. Da gibt es noch allerhand zu entdecken, ich bin verhältnismässig schnell da und es gibt einige Übernachtungsplätze die für mich geeignet sind.

Das sind die Paddelziele im Süden

Was hat der (nähere) Norden zu bieten? 

Im Norden Tübingens kommt zunächst der Molloch Suttgart. Da ich neuerdings in Fellbach tätig bin muss ich mehrmals die Woche durch den allerhässlichsten Abschnitt des Neckartals fahren, den ich kenne: Den Neckar unterhalb von Plochingen. Der Anblick dieses hochindustrialisierten Flusstals ist so entsetzlich, dass er schon wieder eine gewisse Faszination ausübt. Ich werde irgendwann mal das Boot mit zur Arbeit nehmen und nach Feierabend diese industrialisierten Abschnitte, Hafen- und Schleusenanlagen erkunden. Sehr wahrscheinlich werde ich mir Ärger einhandeln und bitterböse Kritiken dieser Flussabschnitte nebst tristen Fotografien hier veröffentlichen. Wie und wo ich das Boot dort in den Fluss bekomme ist mir auch noch nicht richtig klar, aber das wird sich zeigen.

Wenn ich es im Norden etwas idyllischer haben will kann ich die Enz oder die Rems ansteuern. Gerade was die Enz angeht habe ich ja noch ein Projekt offen, das ich mal im März 2024 hoffnungsfroh begonnen, aber nie fortgeführt habe. Es wird Zeit, dass ich dort weiter flussauf paddele bis ich in Bereich vorstoße, die ich schon kenne.


Der Westen bietet mit den Rheinauen, der Moder und dem Schluchsee (das ist dann mehr so "südwestlich") vertraute Ziele wobei die Rheinauen so weitläufig sind, dass da unschwer Neues zu erkunden wäre. Es ist absehbar, dass mich die spontane Reiselust - wenn ich sie denn erfolgreich wieder wecken kann - in diese Richtung führen wird. Der Bereich westlich von Karlsruhe ist mir fast gänzlich unbekannt - da "knickt" die Landesgrenze nach Frankreich ab und der Rhein fließt vollständig auf der deutschen Seite. Ich habe meine Hilfe für einen Umzug nach Saarlouis angeboten - anlässlich dessen kann ich ja ein Boot mitnehmen. Ich muß mich dringlichst vorher mit den Befahrungsregeln befassen damit ich mir kein Vergehen zuschulden kommen lasse.


Der Osten bietet - abgesehen von der stark reglementierten Donau - in meiner Wahrnehmung (und seitdem ich kein Wildwasser mehr paddele) wenig leicht erreichbare lohnende Paddelziele. Ich muss schon ins Allgäu fahren um die Seen des Voralpenlands zu erreichen. Das will ich auch gerne machen und dann auch irgendwann Seen wie den Kochel- oder den Walchensee erkunden. Auf dem Weg liegt noch die Altmühl - auch hier gibt es teils verwirrende Regelungen.

Sonntag, 1. März 2026

Kunstschaffen



In diesen tristen Wintertagen habe ich angefangen mit Linolschnitt zu experimentieren. Das könnte sich zu einem regelrechten Hobby entwickeln. Ich habe schon ein Hobby: Paddeln.

Deshalb habe ich versucht, beide Hobbys zu verbinden und habe ein Bild, dass im Mai 2024 entstanden ist, als ich zusammen mit Rolf eine Neckartour von Sulz nach Horb unternommen habe, als Vorlage verwendet.

Entstanden ist ein "Lesezeichen". Ich werde noch ein paar Abzüge davon machen und sie mit Buntstift colorieren. Natürlich ist der Druck seitenverkehrt, aber das muss ich ja niemandem verraten.