Dienstag, 18. März 2008

242. Wo sind alle?

Heute sollte mal wieder "inoffizielles Paddeltraining" sein und ich war sehr früh zur Arbeit gedüst um rechtzeitig um 16:00 Uhr am Bootshaus zu sein. Da war ich dann allein.

Naja, die Stocherkahnleute waren da und heftig am Rödeln - an den nächsten Wochenenden werden die Kähne wieder ins Wasser gelassen und vorher müssen sie noch auf Vordermann gebracht werden. Aber so eilig haben sie es damit dann auch wieder nicht denn jetzt gibt es ja die neue fest montierte Bootsrollbahn so dass sie beim Einsetzen nicht mehr auf die nur einige Wochenenden montierte mobile Rutsche angewiesen sind.










Für uns war der Bau dieser neuen Bootsrollbahn ja der Anlass unseren Anleger neu zu gestalten. Jetzt wo die Mobile Bahn der Stocherer da nicht mehr montiert wir können wir uns ja einen etwas "Bootstrage"-freundlicheren Zugang schaffen.

Als ich dann schließlich mit meinem geschulterten Boot allein zum Anleger kam mußte ich feststellen, dass dieser doch über die ganze Länge überflutet war. Immer noch Hochwasser. Aber so mäßig, dass ich mich doch auf den Fluss gewagt und stromabwärts gepaddelt bin. Heute schien die Sonne aus allen Knopflöchern und die Luft war kalt. Da war Paddeln genau die richtige Beschäftigung. Nach 10 Minuten war ich am unteren Ende der Neckarinsel und nach einer weiteren halben Stunde wieder oben am Anleger. Den habe ich schließlich noch mit dem Kunststoffbesen vom Schlamm befreit. Das geht am Besten, wenn noch einige Zentimeter Wasser darüber stehen, in denen der aufgewirbelte Schlamm dann neckarabwärts strömt.


So, wie sich der Anleger jetzt präsentiert könnte er auch für eine Ausstellung unterschiedlichster Treppenkonzepte gehalten werden. Ich plane - auch weil Robin aus der Jugendgruppe so mannhaft beim Treppenbau mitgeholfen hat links der ganzen Treppen aus zwei Baubrettern eine Kajakrutsche an den Hang zu bauen damit wir die Stützradpaddler flott ins Wasser schubsen können so dass sie uns künftig nicht mehr mit ihrem komplizierten Bootsbesteigungs- Prozedere ewig den Steg blockieren...

Montag, 17. März 2008

241. Up the Creek

Unlängst kam ja "Up the Creek" von Kevin Callan und just vergangenen Freitag hat der Autor seine neue Webseite eröffnet, so dass ich doch neugierig in diesem Routenführer durch Canada geblättert habe. Offenbar handelt es sich um ein nicht mehr erhältliches Buch denn auf der Webseite, die sich mit Callans Büchern befasst, ist es nicht aufgeführt.
Dabei ist das ein richtig gutes Buch. Anekdotenreich und witzig schildert Callan zahlreiche unterschiedlich lange Touren quer durch Ontario (von Thunderbay im Westen bis Peterborough). Die Länge der Touren divergiert stark. Von 1-2-Tagestouren bis zum zweiwöchigen 12-Tage-Trip ist alles dabei. Allerhand Schwarzweiß-Bilder und einige Farbtafeln ergänzen die Berichte. Stets sind Kartenskizzen angefügt und am Ende jeden Berichts ein Infoblock mit den wichtigsten Details (Alternativ-Teilabschnitte, Routenvarianten,...). Callans Schreibstil ist durchaus unterhaltsam. Wer je nach Ontario zum Paddeln kommt ist - denke ich - mit Callans Büchern gut beraten.
Da meine Verwandschaft im Süden Ontarios lebt werde ich mal schauen, ob ich nicht noch ein par mehr von Callans Büchern bekomme. Bedauerlicherweise sind gerade diese Bücher auch antiquarisch noch erstaunlich teuer.

Sonntag, 16. März 2008

240. Wind und massig Wasser

Statt des angekündigten Dauerregens begann dieser Sonntag mit strahlendem Sonnenschein. Geradezu folgerichtig machte ich mich gleich nach dem Frühstück auf zum Bootshaus und rüstete mich verwegen und ein wenig wagemutig zu einer einsamen Fahrt im Wildwasserboot. Wagemutig deshalb weil ich das eigentlich nicht allein machen sollte.
Auf dem Wasser merkte ich auch gleich warum - die Strömung ist fortwährend heftig und starke Böen schoben das Boot recht unkontrolliert hin- und her. Bei einer Kenterung im kalten wuchtigen Wasser hätte ich entweder das Boot oder das Paddel treiben lassen müssen - vielleicht auch beides. Nach einigen Minuten und der vagen Erkenntniss, dass es mir unter günstigeren Bedingungen doch gelingt, das kurze Boot einigermaßen zügig geradeaus zu manövrieren, brach ich das Experiment ab. Also zurück ins Bootshaus mit dem Boot und wieder raus aus dem Neopren-Anzug. Die Gelegenheit nutzend probierte ich allerlei Neopren-Long-Johns des Vereins aus um festzustellen, dass mir eben doch nur der eine passt. Die einzige Vereins-Paddeljacke, die mir passt ist gerade abhanden gekommen ohne dass sich jemand auf der Ausleih-Liste eingetragen hätte und meine Neopren-Stiefel erweisen sich als undicht.
Es wird Zeit, dass ich dergleichen Ausrüstungsgegenstände selbst anschaffe. Zur Refinanzierung werde ich heute mal eine kleine Inventur machen und allerhand Gerümpel, das ich doch nicht nutze, verhökern. Zum Beispiel das Robson-Paddel, das sich als zu schwer (und etwas zu lang gekauft) erwiesen hat. Weg damit!

Samstag, 15. März 2008

239. Quentin

Da ich heute keine Zeit zum Paddeln hatte konnte ich gerade mal das knuffige kleine knallgelbe Kanu zurück zum Bootshaus bringen und mich daselbst eben noch damit beschäftigen, meine beiden zusätzlich zu den schon einmal erstandenen Quentin Kleber (das Erkennungssymbol der Mitglieder des englischen Forums), zu applizieren. Einer kam auf den Solo-Canadier und der andere auf das Wildwasserboot.

Ich bin ganz zuversichtlich, dass Paul Mason, der den paddelnden Otter entworfen hat, einverstanden damit ist, dass so einer jetzt auf einem Wildwasserboot klebt. Schließlich ist er selbst ein passionierter Wildwasserpaddler. Gleichzeitig verdient er sich sein Geld als Kanu-Cartoonist. Hier ist seine eine Webseite und hier die andere.

Freitag, 14. März 2008

238. Auftriebskörper

Vor etwas drei Wochen habe ich bei Sport Schröer Auftriebskörper für den XL11 bestellt weil es mir (noch) nicht gelungen ist, die alten zu reparieren (bei einem finde ich das Loch nicht und beim anderen ist es so dicht am Ventil, dass ich wenig Hoffnung habe es dicht zu kriegen - muss wohl ein neues größeres Ventil einbauen). Die bestellten Säcke haben die mittlere Größe und ich war schon gewarnt worden, dass die dann wohl überquellen würden. Mein Kalkül war, dass zu große Säcke immer noch vorne eingefaltet werden können während zu kleine das Boot eben nicht ausfüllen. Und siehe da, eben habe ich die Teile, die erst vor drei Tagen kamen, im Boot aufgeblasen (nur mit der Pumpe!) und sie passen exakt. Sie hätten kein Stück kleiner sein dürfen.
- Für nachher, im Hallenbad, habe ich wieder das knuffige kleine knallgelbe Kanu aufs Autodach geladen. Bin mal gespannt, ob ich so allmählich genug Sicherheit entwickle um mit dem Boot dann mal raus in die wilde Natur zu paddeln. Am Wochenende soll das Wetter schön werden...

Donnerstag, 13. März 2008

237. Jubiläum

Resumé Heute vor einem Jahr habe ich angefangen meine Paddelpassion (oder auch -obsession) in diesem Logbuch - einer Form der 'kontrollierten Selbstentblößung' - zu dokumentieren. Ich bin selbst ein wenig erstaunt, wie beständig ich mir doch immer wieder einen Beitrag ausgedacht habe, auch wenn gerade wenig gepaddelt werden konnte und dass gerade diese Beiträge mir vielfach bedeutsamer erscheinen als die, in denen es zum 24. Mal um eine Trainingsrunde auf dem Neckar geht oder in denen eine Paddeltour auf einem alten oder neuen Gewässer beschrieben wird.


Besucher und Besucherinnen Vermutlich bin ich ja selbst mein aufmerksamster Leser (ich entdecke noch nach Monaten Fehler in alten Beiträgen, die korrigiert werden und übersehe auch nach Monaten noch Fehler, die dann eben nicht korrigiert werden - inzwischen weiß der Rest der Welt, dass ich keine Kommas kann...). Gleichwohl verfolge ich natürlich mit Spannung, wer von wo aus auf dieses Logbuch klickt und bin oftmals überrascht, woher im internationalen Netz die geschätzten Leserinnen und Leser kommen. Geographisch reicht das von Kuala Lumpur bis Saskatchewan. Dadurch, dass ich mich (gleichfalls leichtgradig obsessiv) an Diskussionen in Canadier-Foren beteilige kommen recht viele (aber nicht die meisten) 'Seitenzugriffe' aus dieser Ecke. Am häufigsten ist noch der Direktzugriff. Das mögen aber auch die Leute aus den Foren sein, die sich ein 'Lesezeichen' angelegt haben. Erstaunlich oft geraten inzwischen BenutzerInnen von Suchmaschinen auf den Paddelblog - bevorzugtes Suchwort 'Zeltofen' oder 'Alu-Canadier'.


Werbung Seit etwa einem halben Jahr habe ich Werbung auf der Seite platziert, auf die der eine oder die andere Leser/in klickt was mir jeweils Bruchteile eines Cents einbringt - inzwischen sind ca 38 US-$ zusammengekommen - wenn vielleicht in einem weiteren halben Jahr die 100 $ voll werden darf ich die abrufen und kann damit den erweiterten Speicherplatz im Webalbum (wo die ganzen Bilder automtisch lagern) bezahlen. Das quillt nämlich dann - vorausgesetzt die Entwicklung verläuft linear - über.


Inhaltliches Künftig soll sich eigentlich nichts am Themenspektrum dieses Logbuchs ändern: Es geht weiterhin vorwiegend ums Paddeln im Canadier mit all den Seitenphänomenen wie Outdoorleben, Paddelvereinsgeschehen, Foren-Scharmützel, vielfältigen Ausrüstungsfragen, Basteleien (aus einer Kombination nicht unterdrückbarer Kreativität und wirtschaftlichen Zwangs) und Literatur, die thematisch mit dem Canadierpaddeln verknüpft ist.


Nabelschau Damit, dass es sich - wie anfangs hervorgehoben - um eine 'kontrollierte Selbstentblößung' handelt (eine 'Selbstinszenierung' wie jeder biographische Text) ist schon angedeutet, dass ich mich hier nicht schutzlos der Öffentlichkeit offenbare, sondern - meinem Mitteilungsbedürfnis nachgebend - gezielt auswähle, welche Dinge ich behandele. Jeder, der dieses Logbuch liest sollte sich klar sein, dass es auch andere wichtige Themen neben dem Canadierfahren gibt. Zumindest wird mir das immer wieder beschwörend entgegengehalten und ich will das jetzt mal ganz kritiklos als mögliche Sicht der Realität festhalten.

Sonntag, 9. März 2008

236. Sektfrühstück

Nach der Aktion gestern folgt - ebenfalls traditionell - ein Sektfrühstück mit Buffet. Wir ließen es uns schmecken. Das eine oder andere für die folgende Saison gab es zu besprechen und alte Paddel- freunde sahen sich, die sich sonst im Laufe des Jahres nicht über den Weg laufen. Anschließend konnten einige von uns nicht mehr ruhig sitzen und wir nutzten das blendende Wetter zu einer spontanen kleinen Übungsrunde am Kraftwerkskanal. Rainer zeigte uns die Jet-Fähre und Bettina war auch ganz lernwillig - selbst bin ich immer froh, wenn ich mit den Techniken, die ich einigermaßen beherrsche, ins Kehrwasser und über die Strömung komme.
Diese Einstellung muss ich dringlichst ablegen. Sonst lerne ich bei dem Wildwasserkurs, den ich Anfang Mai machen will, nix.
Ich hatte den Wildwasser- canadier wohlweislich noch im Bootshaus gelassen und das Solo- Flachwasserboot genommen. Damit kann man die gleichen Techniken üben - in Zeitlupe und relativ kippsicher. Bevor ich mich mit dem kleinen WW-Boot aufs strömende Wasser wage muss ich erst noch einige Übungsrunden auf flachem Wasser drehen (zudem muss ich definitiv einen Neoprenanzug anziehen weil ich fest damit rechne, das eine oder andere Mal ins Wasser zu fallen...).