Um 12:00 Uhr trafen wir uns in Ernstmühle nachdem wir allerhand Umwege gefahren waren um dem regen Bautreiben an Infrastrukturprojekten in unserer Region aus dem Weg zu gehen. Die Sonne strahlte, es war warm und das Wasser der Nagold war klar.
Es war lediglich etwas zu wenig davon da. Wir hatten einen Pegel von 93 cm in Calw. Da muss sich etwas verschoben haben, denn ich bin immer davon ausgegangen, dass 80cm hinreichend sind. Wir hatten dennoch Spaß und es gab sogar die eine oder andere Surfwelle.
An den kleinen Schwällen hielten wir uns jeweils längere Zeit auf. Wellen wurden besurft. Mir gelang es in einem ruhigen Kehrwasser ohne jede Fremdeinwirkung (da war nichtmal ein Stein) offside zu kentern. Wahrscheinlich war ich schläfrig. Das war ich danach nicht mehr.
Dann erreichten wir den Kurpark von Bad Liebenzell und setzten unser Treiben unter den Blicken des wenig fachkundigen Publikums fort. Bei unsere üblichen Pausenstelle legten wir die Boote ans Ufer und machten uns auf zur Eisdiele.
In Neopren- und Trockenanzügen standen wir artig Schlange und versorgten uns mit Eis, das wir anschließend in der Sonne sitzend vertilgten. Der Versuch nachher noch einen Kaffee zu erstehen scheiterte an den Menschenmassen, die das gleiche Ziel verfolgten.
Wir setzten unsere Fahrt über den nun etwas weniger aufregenden und ziemlich seichten Flussabschnitt unterhalb von Bad-Liebenzell fort und erreichten Monbachtal, wo die Autos geparkt standen. Die beluden wir, zogen uns um und dann gab es schließlich doch noch Kaffee und Kuchen im Café der pietistischen Gemeinde. Sie mag ob ihrer kompromisslosen Bibelauslegung berüchtigt sein. Für ihre vortrefflichen Kuchen und Torten verdient sie großes Lob.
Mittwoch, 1. Mai 2019
Erste Fahrt des Tages
Meine Paddelfreunde wollen an diesem 1. Mai erst um 11:00 Uhr starten. Für mich bedeutet das, dass ich erstmal fünf Stunden tot schlagen muss. Das habe ich mit einer Fahrt zum Garten, einem zweiten Frühstück in Horb und einer kleinen Neckarinselrunde bewältigt.
Ich habe den Independence bemüht und mich ihn auf Spur zu halten. Das ist gar nicht so leicht, wenn man monatelang in einem Boot unterwegs war, das stur geradeaus läuft. Nachher gehts an die Nagold. Im Wildwasserboot. Das läuft erst recht nicht gerade aus.
Freitag, 26. April 2019
Bootswirrungen
Ich mußte das Boot ja nach meinem Osterurlaub wieder zurück ins Bootshaus bringen und nutzte eine vermeintliche Regenpause am frühen Nachmittag. Natürlich hab ich es nicht einfach ins Regal geschoben sondern bin noch eine kleine Neckarinselrunde gepaddelt während der es dann doch wieder abgefangen hat zu nieseln.
Zurück am Stocherkahnanleger schob ich das Boot zunächst über die Rollenbahn nach oben und trug es dann zurück zum Bootshaus, wo es neuerdings in dem Regalfach liegt, in dem bisher immer der Independence lag. Der ist irgendwie in Ungnade gefallen.
Dass das nicht gerechtfertigt ist hat mich die Altmühlfahrt von vorgestern gelehrt. Das Boot hat sehr wohl seine Berechtigung und um das zu bestätigen habe ich es jetzt mal wieder rausgeholt um es in seinen angestammten Regalplatz zu verfrachten.
Auch das ließ sich nicht ohne kleine Probefahrt bewerkstelligen, die jedoch durch einsetzenden stärkeren Regen stark abgekürzt wurde. Es ist richtig ungewohnt in dem breiten geringfügig schwereren aber leichter zu beschleunigenden Boot zu paddeln. Sobald man aufhört mit Paddeln reißt das Boot nach links oder rechts aus. Der Sojourn läuft dann noch ziemlich stur geradeaus.
Ich werde in 14 Tagen zu einer Tagung nach Berlin fahren und einige Tage vorher starten um noch ein wenig die Mecklenburger Seenplatte zu erkunden. Vielleicht nehme ich ja den Independence mit.
Kloster Weltenburg
2015 haben wir schon einmal versucht das Kloster Weltenburg mit Kanus zu erreichen, sind aber aufgrund der hohen Strömung der Donau davor zurück geschreckt. Dabei wären wir von oberhalb angefahren und unten in Kelheim wieder ausgestiegen.
Diesmal startete ich von Kelheim aus und arbeitete mich - gleichzeitig mit zwei See/Tourenkajakpaddlern gegen die Strömung voran. Die Kajaker verfolgten eine andere Strategie als ich. Sie blieben linksufrig. Ich wechselte in die Innenkurve des Flusses.
Beide Strategien waren ähnlich erfolgreich. Wir mussten beide eine etwas ausgedehntere Pause machen als wir mit dem ersten Fahrgastschiff des Tages (es startet um 9:30 Uhr in Kelheim) genau an der Engstelle des Donaudurchbruchs konfrontiert wurden.
Früher arbeiteten die Mönche (oder ihre weltlichen Handlager) sich mithilfe von Seilen und Stangen entlang der in den Fels geschlagenen Eisenringe den Fluss hinauf. Heute erledigen das Motoren oder eben Muskelkraft. Die Strömung ist selbst bei Normalpegel stark.
Im Kloster war nach Eintreffen des ersten Fahrgastschiffs schon allerhand los. Eigentlich ist dieser Besinnungsort ja inzwischen ein einziger großer Biergarten geworden. Viele Bänke waren schon besetzt. Es wurden allerhand Sprachen dieser Welt gesprochen.
Ich verließ die heilige Stätte ohne Konsumgroßtaten und arbeitete mich wieder flussab. Die Rückfahrt war zwar nicht anstrengender als die Fahrt flussauf, aber sie war unangenehmer. Mir blies ein entsetzlich kräftiger Wind entgegen. Es war schwierig das Boot auf Kurs zu halten.
Diesmal startete ich von Kelheim aus und arbeitete mich - gleichzeitig mit zwei See/Tourenkajakpaddlern gegen die Strömung voran. Die Kajaker verfolgten eine andere Strategie als ich. Sie blieben linksufrig. Ich wechselte in die Innenkurve des Flusses.
Beide Strategien waren ähnlich erfolgreich. Wir mussten beide eine etwas ausgedehntere Pause machen als wir mit dem ersten Fahrgastschiff des Tages (es startet um 9:30 Uhr in Kelheim) genau an der Engstelle des Donaudurchbruchs konfrontiert wurden.
Früher arbeiteten die Mönche (oder ihre weltlichen Handlager) sich mithilfe von Seilen und Stangen entlang der in den Fels geschlagenen Eisenringe den Fluss hinauf. Heute erledigen das Motoren oder eben Muskelkraft. Die Strömung ist selbst bei Normalpegel stark.
Im Kloster war nach Eintreffen des ersten Fahrgastschiffs schon allerhand los. Eigentlich ist dieser Besinnungsort ja inzwischen ein einziger großer Biergarten geworden. Viele Bänke waren schon besetzt. Es wurden allerhand Sprachen dieser Welt gesprochen.
Altmühl bergauf
Meine letzte Tour in diesem Osterurlaub fand auf der Altmühl statt. Ich hatte mir treffsicher (aber ohne das zu beabsichtigen) den Abschnitt ausgesucht, den wir im Herbst 2013 schon einmal abwärts gepaddelt sind.
Mit für mich selbst überraschender Ausdauer arbeitete ich mich knapp anderthalb Stunden bergauf bis ich irgendwann die Alte Brücke nach Schernfeld erreichte, an der ich eine längere Pause machte und einen Übernachtungsplatz auskundschaftete.
Dann kehrte ich um und fuhr in einer knappen Stunde mit wesentlich weniger Druck wieder zurück zum Auto. In der Zeit begegnete ich gerade mal drei Booten. Die Paddelsaison auf der Altmühl hat offenbar noch nicht recht begonnen.
Meine Übernachtung im Wald war wesentlich weniger komfortabel als erwartet. Die Landwirte nutzen den Wald als Komposthaufen. Entsprechend viel unangenehmes Ungeziefer schwirrt hier herum. Zudem wurde es wieder richtig kalt. Ich zog in der Nacht meine Daunenjacke an.
Seit langem erwäge ich die Altmühl mal in die "falsche Richtung" zu paddeln. Sie gilt als Bayerns langsamster Fluss und hat tatsächlich keine wirklich unüberwindbare Strömung. Es gibt jedoch Stellen, an denen sie so seicht ist, dass die Benutzung einer Polingstange erforderlich wäre.
Im Sojourn kann ich nicht sicher stehen (der Rundboden macht das Boot sehr kippelig). Wenn ich dieses Vorhaben realisiere werde ich am Bootslagerplatz in Hagenacker starten. Dort kann man guten Gewissens übernachten und wird von Morgensonne geweckt. Gegebenenfalls mache ich es dann ähnlich wie dieses Mal - ich paddele und stake bergauf bis ich keine Lust mehr habe und paddele anschließend zurück zum Auto und versetze das an den Gipfelpunkt meiner Tagesfahrt um von dort aus am anderen Morgen wieder zu starten.
Höllensteinsee rerevisited
Eigentlich wollte ich die Regen-Stauseen nicht noch ein weiteres Mal paddeln, aber Michl und Amelie waren meinem Rat gefolgt, mit ihren Seekajaks die beiden Seen zu paddeln und ich beschloss ihnen entgegen zu paddeln. Ich parkte am unteren Wehr in Viechtach...
...und paddelte zügig hinab vorbei am Höllenstein-Campingplatz über den See bis zur Staumauer, wo ich eine ganze Zeit auf meine beiden Paddelbuddies wartete während diese wahrscheinlich im Biergarten oberhalb Kaffee und Kuchen zu sich nahmen.
Ich brach nach geraumer Zeit wieder auf (wir trafen uns dann abends und aßen zusammen in Schnitzmühle) paddelte zurück zu meinem etwas ausgesetzten Parkplatz am Viechtacher Wehr...
...watete über die Wehkrone zu einem havarierten GFK-Kajak und sah Kletterern an einem weiteren Kletterfelsen zu. Viele dieser Felsen sind mit Bohrhaken versehen. Ich verbrachte noch einige Zeit an diesem sonnigen Plätzchen und fuhr dann wieder zum Sportplatz-Parkplatz.
Von da aus paddelte ich am Abend noch einmal nach Schnitzmühle um mich noch ein wenig ans WiFi zu hängen, traf mich dann abends mit Michl und Amelie und übernachtete erneut auf dem Parkplatz. Die Dorfjugend war wieder da, brach aber alsbald zur Disko auf.
...und paddelte zügig hinab vorbei am Höllenstein-Campingplatz über den See bis zur Staumauer, wo ich eine ganze Zeit auf meine beiden Paddelbuddies wartete während diese wahrscheinlich im Biergarten oberhalb Kaffee und Kuchen zu sich nahmen.
Ich brach nach geraumer Zeit wieder auf (wir trafen uns dann abends und aßen zusammen in Schnitzmühle) paddelte zurück zu meinem etwas ausgesetzten Parkplatz am Viechtacher Wehr...
...watete über die Wehkrone zu einem havarierten GFK-Kajak und sah Kletterern an einem weiteren Kletterfelsen zu. Viele dieser Felsen sind mit Bohrhaken versehen. Ich verbrachte noch einige Zeit an diesem sonnigen Plätzchen und fuhr dann wieder zum Sportplatz-Parkplatz.
Von da aus paddelte ich am Abend noch einmal nach Schnitzmühle um mich noch ein wenig ans WiFi zu hängen, traf mich dann abends mit Michl und Amelie und übernachtete erneut auf dem Parkplatz. Die Dorfjugend war wieder da, brach aber alsbald zur Disko auf.
Höllensteinsee revisited
Ich hatte die Nacht im Wald ganz in der Nähe des Höllensteinkraftwerks verbracht und setzte noch am Morgen das Boot über das Gelände der bayerischen Wasserwacht ein. Der See war um diese Zeit noch spiegelglatt und es war völlig windstill.
Ich paddelte hinauf bis zum unteren Wehr in Viechtach (vorbei am Höllenstein-Campingplatz) und übertrug das Wehr etwas umständlich (weil die Umtragestellen immer nur von oben her gekennzeichnet sind).
Dann übertrug ich noch das zweite Wehr in der Stadt, das unterhalb des örtlichen Sportplatzes liegt, der sich auf einer Flussinsel befindet und über eine Furt mit dem Auto erreichbar ist. Oberhalb befindet sich ein großer Parkplatz, auf dem Wohnmobile standen.
Ich paddelte bis hinauf zum Campingplatz Schnitzmühle, wo ich im Thailändisch-/bayerischen Restaurant einen Schweizer Wurstsalat zu mir nahm (er entpuppte sich als bayerische Rache am Schweizer Wurstsalat und ich kann ihn nicht weiter empfehlen). Dann gings zurück.
Das obere Wehr umtrug ich am rechten Flussarm, was etwas mühsam war, weil sich unterhalb keine vernünftige Einsatzstelle befindet. Regelgerecht wäre eine Umtragung unterhalb des Sportplatzparkplatzes im linken Flussarm gewesen.
Auf der Rückfahrt über den Höllensteinsee sah ich ein Weilchen neidvoll den Kletterern zu, die diesen schönen Kletterspot offenbar zu Fuß erreicht hatten. Anschließend brach ich zum Sportplatzparkplatz auf, auf dem ich übernachtete.
Der Abend auf dem Platz war ein wenig lebhaft. Die örtliche Jugend trifft sich dort zum "Vorglühen" vor dem abendlichen Discobesuch und hinterlässt allerhand Müll, der hoffentlich nicht den Wohnmobilübernachtern angelastet wird, von denen sich dort einige befanden.
Ich paddelte hinauf bis zum unteren Wehr in Viechtach (vorbei am Höllenstein-Campingplatz) und übertrug das Wehr etwas umständlich (weil die Umtragestellen immer nur von oben her gekennzeichnet sind).
Dann übertrug ich noch das zweite Wehr in der Stadt, das unterhalb des örtlichen Sportplatzes liegt, der sich auf einer Flussinsel befindet und über eine Furt mit dem Auto erreichbar ist. Oberhalb befindet sich ein großer Parkplatz, auf dem Wohnmobile standen.
Ich paddelte bis hinauf zum Campingplatz Schnitzmühle, wo ich im Thailändisch-/bayerischen Restaurant einen Schweizer Wurstsalat zu mir nahm (er entpuppte sich als bayerische Rache am Schweizer Wurstsalat und ich kann ihn nicht weiter empfehlen). Dann gings zurück.
Das obere Wehr umtrug ich am rechten Flussarm, was etwas mühsam war, weil sich unterhalb keine vernünftige Einsatzstelle befindet. Regelgerecht wäre eine Umtragung unterhalb des Sportplatzparkplatzes im linken Flussarm gewesen.
Auf der Rückfahrt über den Höllensteinsee sah ich ein Weilchen neidvoll den Kletterern zu, die diesen schönen Kletterspot offenbar zu Fuß erreicht hatten. Anschließend brach ich zum Sportplatzparkplatz auf, auf dem ich übernachtete.
Der Abend auf dem Platz war ein wenig lebhaft. Die örtliche Jugend trifft sich dort zum "Vorglühen" vor dem abendlichen Discobesuch und hinterlässt allerhand Müll, der hoffentlich nicht den Wohnmobilübernachtern angelastet wird, von denen sich dort einige befanden.
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