Samstag, 18. April 2020

Morgenrot


Allmählich normalisiert sich mein Lebensrhythmus wieder: ich bin morgens wieder früher wach nachdem ich fast ein Vierteljahr Langschläfer war. Der Knöchelbruch Ende Januar und die strengen Isolations- regelungen waren wenig motivierend früh in den Tag zu starten.


Jetzt sind die Tage wieder länger und morgens ist es so mild, dass eine Paddelrunde über den spiegelglatten Neckar und durch die langsam wach werdende Stadt ein Vergnügen ist. Auch wenn der aggressive Schwan an der Steinlachmündung ebenfalls Frühaufsteher ist.


Montag, 13. April 2020

Einsatzstelle: Fischingen



Ähnlich wie gestern habe ich heute das Fahrrad deponiert. Diesmal nur halböffentlich in Horb am Aldi. Ich habe es - weils neu ist - mit zwei Schössern gut gesichert und bin mit dem Auto (nebst Boot) nach Fischingen gefahren, wo ich das Boot zu Wasser gelassen habe.


Später beim wieder herfahren hat mein Routenplaner fürs Fahrrad konstatiert, dass es sich um gerade mal 20 Höhenmeter handelt, die der Neckar von Fischingen nach Horb hinab plätschert. Obwohl sich diese Höhendifferenz über eine Strecke von ca. 10,5 Kilometer erstreckt fließt der Fluss auf diesem Abschnitt zeitweilig richtig munter.


Eine kleine Pause habe ich - das ist quasi Tradition - an der "Pfahljochbrücke" kurz vor der Einmündung der Glatt eingelegt. Ich habe das Boot an einer Wurzel festgebunden und ein "Leberkäsweckle" zu mir genommen, das ich mir noch vor der Abfahrt in Horb beim Bäcker geholt hatte.


Dann ging es weiter über den munter plätschernden Fluss vorbei an Dettingen, wo die beiden furchteinflößenden Sohlschwellen inzwischen durch kaum wahrnehmbare raue Rampen ersetzt wurden, zurück nach Horb, wo ich mein Fahrrad unversehrt wieder vorfand.

Ich befestigte diesmal das Boot mit den beiden Fahrradschlössern an dem Zaun, an den sich mein Fahrrad bis dahin vertrauensvoll angelehnt hatte, und strampelte die 10,5 Kilometer und 20 Höhenmeter (90 rauf und 70 runter) in einer knappen halben Stunde zurück nach Fischingen. Irgendwann dieser Tage werden ich so eine Aktion nochmal auf der Nagold machen. Dafür lade ich jetzt mal ein Wildwasserboot aufs Auto.

Samstag, 11. April 2020

Einsatzstelle: Eyach

Für mein heutiges Vorhaben wollte ich oberhalb des Wehrs in Eyach einzusetzen. Ich entschied mich für die Eyach selbst. Bei den gegenwärtigen Pegeln lässt sich die Eyach - anders als 2010 als wir zuetzt die "untere Eyach" gepaddelt sind - nur auf den letzten 200 Metern befahren.


Ich hatte etwas Gartenwerkzeug mitgenommen und wollte damit die Umtragestellen am Eyachwehr und am Wehr in Börstingen etwas gangbarer machen. Dabei musste ich feststellen, dass mir jemand zuvorgekommen war. Ich schnitt also lediglich ein wenig Gestrüpp, das seit der letzten Bereinigung nachgewuchert war, weg und paddelte gemütlich weiter Richtung Börstingen, wo mein nächstes Projekt auf mich wartete.

Ausgerechnet da, wo ich den Ausstieg wieder frei schneiden wollte saß ein Angler. Ich paddelte also im großen Bogen um ihn herum und entschied mich das Boot im Kraftwerkkanal hinter der kleinen Brücke auszusetzen. Das ging so einigermaßen.


An dieser Stelle muss man bei niedrigeren Pegeln sein Boot ganz schön weit tragen um es dann wieder einsetzen zu können. Entscheidet man sich für einen kurzen Weg muss man Grundkontakt in Kauf nehmen.


In Sichtweite der Weitenburg bei Börstingen und dann vor allem kurz vor Sulzau wurde der heute wirklich sehr zahme Neckar wieder ein wenig wilder. Ich genoss die Wellen und das sonnig warme Osterwetter.


In Sulzau selbst schloss ich das Boot mit dem mitgebrachten Fahrradschloss am Golfplatzparkplatz an, schnappte mir mein dort deponiertes Fahrrad und radelte zurück nach Eyach zum dort geparkten Auto. Dann holte ich das Boot, in dem sich zwischenzeitlich Ameisen eingenistet hatten.


Freitag, 10. April 2020

Nachmittagsrunde


Es sind ausgedehnte Wanderungen und Radtouren (neuerdings vorwiegend über Stock und Stein), mit denen ich mich in meiner freien Zeit fit halte. Das Paddeln rückt dabei ein wenig in den Hintergrund. Aber nicht völlig. Am Nachmittag habe ich heute die gleiche Runde absolviert wie gestern. Da bei sind mir allerhand absonderliche Wasserfahrzeuge begegnet.


Die Leihbootflotte wurde noch nicht aufs Wasser gesetzt und auch die Stocherkähne bleiben in diesem Jahr noch auf dem Trockenen um die Infektionsgefahr zu minimieren. Die Tübinger nehmen das zum Anlass, ungefähr alle, was verspricht genügend Auftrieb zu erzeugen für Paddelausflüge zu mißbrauchen.

Donnerstag, 9. April 2020

Vormittagsrunde

Am (für meine Verhältnisse) späten Vormittag bin ich eine kleine Neckarinselrunde gepaddelt, an deren Scheitelpunkt (vor dem Stadtwehr) ich eine längere Besinnungspause auf einer Bank am leeren Stocherkahnanleger eingelegt habe.


Ein seine brütende Gattin überbehütender Schwan hatte mich auf der offenen Wasserfläche bei der Steinlachmündung heftig angegangen. Zeitweilig habe ich ja versucht diese Biester mit einem Schlag des Paddels aufs Wasser zu vertreiben. Dabei habe ich ein Paddel einmal ruiniert. Dann habe ich die Schwanenangriffe dadurch beantwortet, dass ich sie ebenfalls mit meinem Boot bedrängt habe. Inzwischen bin ich cooler und ignoriere sie. Im Regelfall tun sie ja nichts.


Montag, 6. April 2020

Maskenpflicht


Noch herrscht keine Maskenpflicht hierzulande - auch in Ermangelung hinreichend vieler Gesichtsmasken (und vielleicht auch eingedenk des immer noch geltenden Vermummungsverbots), aber ich bin jetzt vorbereitet.

Als ich vorgestern Andrea am Bootshaus traf erzählte sie - in angemessenem Abstand versteht sich - dass sie für Arztpraxen Gesichtsmasken näht. Sie hatte eine dabei und ich war tief beeindruckt vom handwerklichen Aufwand, mit dem sie die zweilagigen Masken unter Verwendung dicht gewebter Stoffe anfertigt.

Gestern hat sie mir eine für mich angefertigte Maske mit kanadischen Motiven vorbei gebracht. Die werde ich jetzt mitnehmen wenn ich raus in die Welt gehe. Ich hoffe ja, dass ich sie nicht so oft und lange aufsetzen muss, aber wenn, dann werde ich dankbar an Andrea denken.

Donnerstag, 2. April 2020

Rottenburg aufwärts


Was ich schon lange mal wieder machen wollte (auch weil das letzte Mal schon wieder fünf Jahre her ist) ist den Neckarabschnitt zwischen Rottenburg und Bad Niedernau hinauf und wieder hinab zu paddeln. Heute habe ich das endlich mal gemacht.

Besonders spektakulär ist dieser Abschnitt nicht - es sei denn man paddelt in den Seitenarm, in dem seit geraumer Zeit ein Biber sein Unwesen treibt (aufgrund der vielen quer liegenden Bäume kommt man da aber nicht weit). Vermutlich ist das aber streng verboten.

Was ich gemacht habe, ist, in den Wehrauslass unterhalb der Mühle am orographisch linken Ufer hinein zu paddeln. Ich kam nicht besonders weit. Aber weit genug um einen Fischschwarm aufzuscheuchen, der sich in dem Kanal versammelt hatte.

Wenn die Brücke von Bad Niedernau in Sicht kommt nimmt die Strömung zu. Früher habe ich mich da hinauf gekämpft. Heute habe ich am Ufer oberhalb der Kläranlage angelegt, gevespert und das großartige Gartengrundstück dort bewundert.

Schließlich bin ich wieder zurückgepaddelt, habe das Boot verladen und habe mich wieder aus dem Staub gemacht. In der Regel parken an der Stelle Angler. Heute waren keine da.