Freitag, 10. April 2020

Nachmittagsrunde


Es sind ausgedehnte Wanderungen und Radtouren (neuerdings vorwiegend über Stock und Stein), mit denen ich mich in meiner freien Zeit fit halte. Das Paddeln rückt dabei ein wenig in den Hintergrund. Aber nicht völlig. Am Nachmittag habe ich heute die gleiche Runde absolviert wie gestern. Da bei sind mir allerhand absonderliche Wasserfahrzeuge begegnet.


Die Leihbootflotte wurde noch nicht aufs Wasser gesetzt und auch die Stocherkähne bleiben in diesem Jahr noch auf dem Trockenen um die Infektionsgefahr zu minimieren. Die Tübinger nehmen das zum Anlass, ungefähr alle, was verspricht genügend Auftrieb zu erzeugen für Paddelausflüge zu mißbrauchen.

Donnerstag, 9. April 2020

Vormittagsrunde

Am (für meine Verhältnisse) späten Vormittag bin ich eine kleine Neckarinselrunde gepaddelt, an deren Scheitelpunkt (vor dem Stadtwehr) ich eine längere Besinnungspause auf einer Bank am leeren Stocherkahnanleger eingelegt habe.


Ein seine brütende Gattin überbehütender Schwan hatte mich auf der offenen Wasserfläche bei der Steinlachmündung heftig angegangen. Zeitweilig habe ich ja versucht diese Biester mit einem Schlag des Paddels aufs Wasser zu vertreiben. Dabei habe ich ein Paddel einmal ruiniert. Dann habe ich die Schwanenangriffe dadurch beantwortet, dass ich sie ebenfalls mit meinem Boot bedrängt habe. Inzwischen bin ich cooler und ignoriere sie. Im Regelfall tun sie ja nichts.


Montag, 6. April 2020

Maskenpflicht


Noch herrscht keine Maskenpflicht hierzulande - auch in Ermangelung hinreichend vieler Gesichtsmasken (und vielleicht auch eingedenk des immer noch geltenden Vermummungsverbots), aber ich bin jetzt vorbereitet.

Als ich vorgestern Andrea am Bootshaus traf erzählte sie - in angemessenem Abstand versteht sich - dass sie für Arztpraxen Gesichtsmasken näht. Sie hatte eine dabei und ich war tief beeindruckt vom handwerklichen Aufwand, mit dem sie die zweilagigen Masken unter Verwendung dicht gewebter Stoffe anfertigt.

Gestern hat sie mir eine für mich angefertigte Maske mit kanadischen Motiven vorbei gebracht. Die werde ich jetzt mitnehmen wenn ich raus in die Welt gehe. Ich hoffe ja, dass ich sie nicht so oft und lange aufsetzen muss, aber wenn, dann werde ich dankbar an Andrea denken.

Donnerstag, 2. April 2020

Rottenburg aufwärts


Was ich schon lange mal wieder machen wollte (auch weil das letzte Mal schon wieder fünf Jahre her ist) ist den Neckarabschnitt zwischen Rottenburg und Bad Niedernau hinauf und wieder hinab zu paddeln. Heute habe ich das endlich mal gemacht.

Besonders spektakulär ist dieser Abschnitt nicht - es sei denn man paddelt in den Seitenarm, in dem seit geraumer Zeit ein Biber sein Unwesen treibt (aufgrund der vielen quer liegenden Bäume kommt man da aber nicht weit). Vermutlich ist das aber streng verboten.

Was ich gemacht habe, ist, in den Wehrauslass unterhalb der Mühle am orographisch linken Ufer hinein zu paddeln. Ich kam nicht besonders weit. Aber weit genug um einen Fischschwarm aufzuscheuchen, der sich in dem Kanal versammelt hatte.

Wenn die Brücke von Bad Niedernau in Sicht kommt nimmt die Strömung zu. Früher habe ich mich da hinauf gekämpft. Heute habe ich am Ufer oberhalb der Kläranlage angelegt, gevespert und das großartige Gartengrundstück dort bewundert.

Schließlich bin ich wieder zurückgepaddelt, habe das Boot verladen und habe mich wieder aus dem Staub gemacht. In der Regel parken an der Stelle Angler. Heute waren keine da.


Samstag, 28. März 2020

Wehrbetrachtungen


Ähnlich wie neulich habe ich das Fahrrad im Gartenhäuschen deponiert und bin mit dem Boot auf dem Auto weiter das Neckartal hinauf gefahren. Diesmal bis Horb. Diesmal mit den schnellen Tourenboot. Diesmal bei blendendem Wetter.

Mir war bewußt, dass ich es auf dieser Strecke mit vier Wehren zu tun bekomme. Gegenwärtig bin ich ja ein wenig gehbehindert und dann ist das schon eine kleine Herausforderung. Ich hatte Zeit und das Boot ist ja auch federleicht.
Die ersten beiden Wehre in Mühlen sind erfreulich leicht zu umtragen. Ein- und Aussatzstellen sind zwar nicht optimal, aber es ist nicht schwierig aufs Trocken und mit dem Boot wieder aufs Wasser zu kommen. Der Pegel war höher als üblich aber moderat.

Bis zum zweiten Wehr in Mühlen war das Wasser auch erfreulich klar. Danach wurde es trüb weil unterhalb des Wehrs Kies aus dem Fluss gebaggert wurde.


Beim Wehr an der Eychmündung und auch beim Wehr bei Börstingen hatte ich erhebliche Schwierigkeiten. Ich hatte jeweils die rechte Seite fürs Umtragen gewählt (obwohl ich weiß, dass die Gartenbesitzer dort gar nicht begeistert sind, wenn man sein Boot über ihr Grundstück trägt) weil links inzwischen alles so zugewachsen ist, dass man keine Chance hat mit dem geschulterten Boot aus dem Wasser oder wieder hinein zu kommen.


Irgendwer vom nächstgelegenen Paddelverein sollte da mal mit Säge und Gartenschere im Boot hinunter paddeln und die Umtragungen wieder gangbar machen. Ich fürchte der "nächstgelegene Paddelverein" sind die Paddelfreunde Tübingen und dann bin das wohl ich, der das in die Hand nehmen muss.


Als die Weitenburg in Sicht kam näherte sich meine Fahrt ihrem Ende. Immerhin konnte ich noch das Naturwehr hinunterfahren und in den hohen Wellen darunter allerhand Wasserspritzer abbekommen. Da die Lufttemperatur erfreulich warm war (nach einigen sehr kalten Tagen) machte das nichts aus.


Anschließend lagerte ich das Boot im Garten ein, nahm das dort deponierte Fahrrad und radelte die 15 Kilometer nach Horb und zum Auto. Schließlich genoss ich noch ein wenig die warme Frühlingsluft im Garten bevor es zurück nach Tübingen ging.

Mittwoch, 25. März 2020

Gegenwindpaddeln

Solange wir noch keine Ausgehsperre haben treibe ich mich in meiner unverhofft üppigen Freizeit draußen in der Natur herum. Auf der schwäbischen Alb durfte ich am Sonntagmorgen sogar etwas winterliches Schneetreiben erleben, was uns ja sonst in diesem Jahr erspart geblieben ist. In dieser Dosierung find ichs okay.

Als angekündigt wurde, dass Sportstätten möglicherweise "geschlossen" werden habe ich vorsichtshalber das blaue Boot aufs Auto geladen und fahre seitdem damit durch die Landschaft. Gelegentlich kommt es auch zum Einsatz. Am Bootshaus (das letztlich doch nicht abgeriegelt wurde) nutze ich dann eben das rote Boot. So auch heute. Ich hatte allerdings wieder Schwierigkeiten mit dem verletzten Fuß. Und mit dem kalten Wind der mir gegen die Strömung entgegen pfiff. Bergabpaddeln war heute anstrengender als gegen die Fließrichtung.


Freitag, 20. März 2020

Schwarzenbachtalsperre


Als ich letzten August an der Schwarzenbachtalsperre war bot sie eine kahle braungraue wenig einladende Uferböschung, wie ich sie heute auch an der Nagoldtalsperre (s.o.) antraf. Ich rechnete mit dem Schlimmsten für die wenige Kilometer entfernte Schwarzenbachtalsperre.

Um so erfreuter war ich, als ich bei meiner Ankunft sah, dass sie bis über den Rand gefüllt war. Bäume wurzeln jetzt im Wasser und Büsche bilden in Ufernähe so etwas wie einen Mangrovensumpf. Eigentlich hatte ich ja auch jetzt im Frühjahr mit hinreichend viel Wasser gerechnet. Die Nagoldtalsperre hatte meine Erwartungen jäh gedämpft. Woran es wohl liegt, dass der Füllstand dieser nah beieinander liegenden Stauseen so unterschiedlich ist?


Ich nutzte jedenfalls den hohen Pegel. Ich trug meine Ausrüstung hinunter zum Ufer und wuchtete das Boot über die Leitplanken und die Böschung hinunter während oben an der Straße ein Motorrad nach dem anderen entlang donnerte.

Ich paddelte am Ufer entlang und fuhr jede kleine Bucht aus weil die Talsperre ja nicht so entsetzlich groß ist und ich ein wenig Strecke zurücklegen wollte.


Mein rechter Knöchel nervte allerdings so, dass ich die eine oder andere Gelegenheit wahrnahm einen kleinen Landausflug zu unternehmen. Auf einer sonnigen Bank nahm ich ein Vesper zu mir und genoss den Ausblick (Stille bietet der Stausee wie gesagt nicht).

Schließlich steuerte ich - nachdem ich in respektvollem Abstand an der Staumauer vorbei gepaddelt war - zurück zu meiner Einsatzstelle, wo ich die Schuhe wieder anzog und im sicheren Hafen zwischen Ufer und Kiefer erst einmal die Beine ausstreckte. Dann wuchtete ich Boot und Ausrüstung wieder die Böschung hinauf und über die Leitplanke zum wartenden Auto, in dem ich - an einer wenig ruhigeren Stelle - anschließend einen Kaffee zubereitete.