Samstag, 14. März 2009

Zum dritten Mal die Lauchert

Immer vor ihrer Sperrung am 15. März paddeln wir traditionell die Lauchert. Vor zwei Jahren war das eine nette, wenn auch etwas anstrengende Angelegenheit, letztes Jahr war noch strapaziöser und dieses Jahr war richtig stressig.

Der Fluss hatte mehr Wasser als in den vergangenen Jahren und der anfängliche etwas kabbelige Part in Veringendorf wurde an einer der ersten Kehren Annita zum Verhängnis, die mit ihrem Kajak richtig unter ein Gestrüpp geriet, kenterte, ausstieg und darunter hindurch gespült wurde.
Ich bekam das erst später erzählt weil ich als Abschlusspaddler noch warten musste bis alle eingebootet hatten - bei fünf Kajaks und vier Canadiern eine etwas langwierige Angelegenheit, die sich noch so manches Mal wiederholen sollte da der flott fließende Fluss von zahlreichen Baumhindernissen durchsetzt war. Immer wieder mußten wir Büschen, Gestrüpp und künstlich 'herbeigefällten' und aber auch vom Biber verursachten Baumleichen ausweichen, Zickzack paddeln und umtragen. Nur einmal brachte ich meine kleine Säge zum Einsatz um einen garstigen Ast zu kappen, an dem sonst sicher jemand hängen geblieben wäre. Die meisten Hindernisse hätten eine Kettensäge erforderlich gemacht.
So zum Beispiel der Baum, an den sich Steffen zu nahe heran gewagt hatte. Sein Kajak musste mittels Wurfsackseil geborgen werden, er selbst konnte sich auf den Stamm des Baumes retten und entging so dem riskanten Schicksal darunter hindurch gespült zu werden (das so entsetzlich gefährlich ist weil man immer an einem Ast unter Wasser hängen bleiben kann). Gegen den harmlos scheinenden Wasserdruck kommt man einfach nicht an. Ich muss mir vorwerfen, dass ich keinen Wurfsack mitgenommen hatte. Irgendwie hatte ich bei meiner Planung eine gemütliche harmlose Wanderfahrt im Sinn. Bettina zerrte Steffens Boot letztendlich beherzt aus dem Wasser.

Manni war bei Rolf mit im Boot gefahren weil ich mich einige Zeit geziert hatte. Ich wusste im Vorfeld nicht recht, ob meine Schulter heute schon wieder intakt sein würde, entschied mich dann aber doch fürs Mitfahren und die Schulter machte einigermaßen klaglos mit. Rolf und Manni paddelten im Yukon obwohl die Lauchert-Fahrt ja diejenige sein sollte, auf der Rolf seinen neuen Swift-Raven einweihen wollte. Ein Jammer, dass das Boot noch in irgend einem Überseecontainer steckt und erst später geliefert werden kann.

Auf diese Weise konnte ich heute aber erstmalig den Twister bei einer Tour ausprobieren. Dafür hat er sich trotz seiner geringen Größe bewährt, auch wenn er jetzt vielleicht den einen oder anderen kleinen Kratzer mehr hat. In den engen Passagen und auch dort, wo der Fluss flott und wellig floss macht der kleine Rundboden-Canadier genau das, was ich will. Er ist enorm wendig, lässt sich rasant beschleunigen und hält - mit etwas Umsicht gepaddelt - gut die Richtung. Gerade aufgekantet fährt er sich erstaunlich neutral. Allzu mutig habe ich nicht experimentert aber das eine oder andere Mal hatte ich den Eindruck, dass die Kippbewegung sanft abgeriegelt wurde als sich der Süllrand zu dicht der Wasseroberfläche näherte. So soll das sein.

Bei unserer Pause veranstalteten Rolf und ich ein Wett-Kaffee-Kochen das unentschieden ausging. Er hatte sich - wie ich finde - mit seinem Benzinkocher einen Vorsprung herausgearbeitet weil ich zunächst mein mitgebrachtes Holz zerkleinern und in Brand setzen musste. Dann hatte ich jedoch nicht so viel Wasser in meinen Kessel gekippt, so dass dieser zuerst anfing zu blubbern. Nach kurzer Zeit brodelte der Kaffee auch bei Rolf und aus beiden Kesseln schmeckte die braune Brühe gut (ich hatte mehr Pulver genommen, was gelobt wurde, selbst bevorzuge ich aber einen weniger starken Kaffee und fand deshalb den aus Rolfs Kessel vorzüglich).

Den Kanal des Bittelschießer-Täle wollten die Verwegenen unter uns anfangs abpaddeln - ich hatte mich schon frühzeitig angesichts der auf dieser Tour schon hinter uns liegenden Fast-Katastrophen dagegen entschieden und eilte mit dem Wurfsack voraus um die Ausfahrt zu sichern. Dort entdeckte ich dann einen garstig quer liegenden Zweig über die gesammte Breite des Kanals, den man aus der Distanz nicht hatte erkennen können. Die anderen entschieden dann doch nicht dort hinunter zu paddeln und wir umtrugen das kurze Stück über den immer noch verschneiten Waldweg.
Schließlich kamen wir in Bingen bei den Autos an, ich wagte mich mit dem kleinen Twister die kleine Stufe hinunter und nachdem sich die Kajak-Paddler darin müde gesurft hatten konnten die Boote aufgeladen werden.

Die (noch unausgelesenen) Bilder, die ich gemacht habe sind hier.
So richtig sicher, dass ich diese Traditionsfahrt im nächsten Jahr wieder mitmachen will, bin ich mir gerade nicht...

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