Sonntag, 2. Mai 2010

Lech - mal so eben

Gestern sind wir eben mal zum Lech und wieder zurück gefahren. Das ist natürlich ziemlich unvernünftig aber wie so viele unvernünftige Sachen hat es enormen Spaß gemacht. Eigentlich war die Fahrt als Wochenendausflug mit Zeltübernachtung in Häselgehr geplant und die allermeisten unserer Mitstreiter haben sich auch daran gehalten und sind heute noch da aber Klemens, Anita und ich waren zeitlich ein wenig knapper dran, wollten angesichts der eher schlechten Wettervorhersage vermeiden mit nassem Zeltequipment heim zu kommen wollten uns aber den Lech nicht entgehen lassen. Also haben Klemens und Anita mich in aller Frühe (halb Sechs) abgeholt, dann sind wir in mein schon am Vortag mit Booten beladenes Auto umgestiegen, das auf dem Bootshausgelände die Nacht zum 1. Mai verbracht hatte und sind auf freien Autobahnen in den sonnigen Süden gefahren. Der war nämlich gestern - entgegen allen Wetterprognosen angenehm sonnig - fast den ganzen Tag.
Nach einem zweiten Frühstück auf dem Zeltplatz, auf dem die meisten schon da waren, einige aber noch eintrudelten machten wir uns mit einer ziemlich unüberschaubaren Anzahl von Autos auf zur Einsatzstelle in Steeg. Wir bildeten zwei Gruppen und wir drei Canadierpaddler, René, Klemens und ich, ordneten uns ganz hinten ein. Der Lech ist äußerst wellig. Das bin ich - nachdem ich den Winter über lauter kleine Bäche und Flüsse gepaddelt bin - nicht mehr recht gewohnt und deshalb habe ich nur sehr gelegentlich die Kamera aus der Schwimmwestentasche gezerrt und Schnappschüsse gemacht. Erfreulicherweise ist das eine oder andere verwertbare Bild darunter.
In ziemlichem Tempo fließt der Lech talabwärts, überwiegend durch malerisches Alpenpanorama, ab und zu aber auch innerorts massiv eingefasst und mit wenig Kehrwassern.
Bei einem Pegel von knapp 3 Metern (in Steeg) ragten wenig Steine aus dem Fluss. Einige Felsen, die knapp überspült wurden, bildeten auf der Unterseite doch ganz ansehnliche Löcher aber keines schien wirklich bedrohlich. Durch die kleinen konnte man sogar - das Risiko, dass das Bootsheck unsanft den Felsen berührt eingehend - zur Verlangsamung der Fahrt hindurch fahren. Hier und da war ein Felsriegel unter Wasser, der eine Schwelle verursachte und einmal musste ich mich mit einem beherzten Paddelschlag aus einem Rücklauf herausziehen aber an keiner Stelle war es wirklich nötig auszusteigen um eine sichere Route zu ermitteln.
Nach einem Drittel der Strecke machten wir dann eine kleine Rauch- und Trinkpause und nach einem weiteren Drittel trafen wir auf die erste vorausgefahrene Gruppe, die gerade am Zusammenpacken war.



Wir nutzen die Gelegenheit zu einem spontanen Gruppenbild für das Bildarchiv der Paddelfreunde, trennten uns dann aber gleich wieder, da unsere Gruppe nun auch etwas zu sich nehmen wollten. Gegen Ende unserer Vesperpause setzte dann doch ein kleiner Schauer ein, der uns aber wenig anhaben konnte da wir ja in unseren Paddelklamotten steckten. Wir paddelten weiter, der Regen ließ nach aber jetzt kam Wind auf.
Wind auf welligem Wasser ist scheußlich! Immer wenn man auf einem Wellenberg tront packt der Wind das Boot und dreht es so, dass man quer ins Wellental rutscht - das ist äußerst lästig und ich ertappte mich dabei, dass ich fast jeden Paddelschlag mit einem massiven Heckhebel abschloss, der den Paddelschlag förmlich wieder aufhebt. Das war wie Rühren im Wasser und wenig effektiv. Immer mal wieder war ich so langsamer als der Fluss unterwegs und dafür ist das Boot nicht getrimmt.
Deshalb war ich ganz froh als wir - die letzten tückischen Buhnen mit reichlich unfreundlichen Pilzen überwunden - wieder am Campingplatz ankamen. Wir zogen uns um, holten die Autos (und stellten bei ihnen ankommend fest, dass wir Thomas vergessen hatten, dessen Auto also zunächst an der Einsatzstelle blieb) und verabschiedeten uns von den Dableibenden. Dann machten Klemens, Anita und ich uns in unserem schwer beladenen Auto wieder auf den langen Heimweg, der mir aber gar nicht so lang vorkam weil wir auf halbem Weg eine ausgedehnte Essenspause einlegten und Klemens ab da am Steuer saß.

Nachtrag: Hier ist eine Diaschau der Bilder, die ich geknippst habe.

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