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Samstag, 6. Dezember 2014

Nikolausfahrt auf der Jagst


Stefan hat mal wieder anlässlich des Weihnachtsmarkts in Kloster Schöntal eine Paddeltour auf der Jagst angezettelt. Aus Tübingen reisten wir zu dritt an, sechs weitere Teilnehmer kamen aus unterschiedlichen Teilen unseres Bundeslands.


Matthias konstatierte, dass wir - nachdem wir vorletztes Wochenende noch am südlichsten Zipfel Baden-Württembergs unterwegs waren - heute ganz weit im Norden des Landes paddeln.


Wir waren in drei Solo- und drei Tandembooten unterwegs und starteten wie in den Vorjahren (2010, 2011, 2013) bei der Spedition Rüdinger in Krautheim.


Die Jagst wurde als Wildwasser I eingestuft, erreichte heute - bei niedrigem Pegel - jedoch nur Wildwasser 0,5. Gelegentlich kam es zu Grundberührungen, was nicht jeder Bootstyp gut verträgt, aber wir hatten keine Schäden zu verzeichnen.
Angela hatte kleine Nikolaus-Gummienten mitgebracht und an alle verteilt (unsere, die am Bug befestigt war, wurde beim ersten übergriffenen Paddelmanöver in hohem Bogen ins Wasser befördert, gerettet und anschließend im Bootsinneren weiter befördert).

Immer wieder bekamen wir Gelegenheit uns an kleinen harmlosen Stromzungen und klar ausgeprägten Kehrwassern auszutoben. Meist war die Strömung aber so gering, dass wir richtig paddeln mussten. Ruth und ich gerieten dabei häufig weit nach vorne.

Das hat damit zu tun, dass wir so ein schnelles Boot haben. Besonders effizient paddeln wir eigentlich nicht. Wir sind natürlich bemüht immer im gleichen Takt zu paddeln und wenn wir erstmaö einen Rhythmus gefunden haben saust das Boot voran...


...- so schnell, dass der Autofokus an Matthias' Fotoapparat überfordert ist.

Mein Fotoapparat war mit dem Ablichten des in diesem Jahr wieder mal bewohnten Storchenestes in Westernhausen überfordert. Die Störche sahen ähnlich erstaunt zu uns herunter, wie wir zu ihnen hinauf. Man sieht ja auch selten Störche und Paddelboote im Dezember.

Am Wehr in Westernhausen umtrugen wir die Boote und legten eine kleine Mittagspause ein bevor wir die Boote wieder ins Wasser setzten.


Stefan bereitete auf dem Gaskocher einen Glühwein zu, Butterbrote und Rohkost wurden vertilgt und Kekse und Flaschen mit Hochprozentigem machten die Runde.


Wir wurden ein wenig ungeduldig und machten uns etwas frühzeitig aus dem Staub (auf die Gefahr hin, dass den Tübingern künftig übertriebene Hast nachgesagt wird). Zu dritt paddelten wir den nächsten Abschnitt bis zum Wehr in Kloster Schöntal.

Dort angekommen umtrugen wir die Boote und legten sie unterhalb des Wehrs ab. Dann liefen wir zurück um den anderen beim Umtragen zu helfen bzw. sie auf die Betontreppe am linken Rand des Wehrs aufmerksam zu machen.Die meisten nutzen die auch. Sie erleichtert das Umsetzen enorm.


Dann paddelten wir wieder in der Großgruppe weiter und erreichten nach wenigen Kilometern (auf denen allerdings eine durchaus knifflige Stelle liegt, die etwas mehr Manövriervermögen fordert) unseren Zielort Berlichingen, an dem die Autos deponiert waren.
Wir entluden die Boote, reinigen sie und luden sie wieder auf die Autos. Gepäck und Ausrüstung wurde in dem Wagen verstaut, wir zogen uns um und machten uns dann auf den Fußweg nach Kloster Schöntal. Ein gerade eintreffender Pendelbus wurde geentert...

...und 15 Minuten später waren wir in Kloster Schöntal auf dem Weihnachtsmarkt. Wir hätten die 15 Minuten natürlich auch laufen  können, aber der Bus war natürlich komfortabler und er war geheizt. Das war der Weihnachtsmarkt nicht. Der war dagegen gut beleuchtet.

Wir nahmen Flammkuchen, Würste, Glühwein und Punsch zu uns. Wir Tübinger verabschiedeten uns dann und machten uns auf den Rückweg. Die anderen blieben noch auf dem Markt und wollen nun die Nacht in Berlichingen verbringen um morgen einen weiteren Abschnitt zu paddeln.

Es gibt eine Fotogalerie mit weiteren Bildern und einen  Bericht von Matthias.

Montag, 9. Dezember 2013

Dezemberjagst


Wie in den vergangenen Jahren hat Stefan - diesmal schon im Oktober - zum Dezemberpaddeln auf der Jagst aufgerufen. Dem Ruf wurde Folge geleistet. Wir Tübinger reisten zu fünft nach Berlichingen, wo Biki und Stefan bereits warteten.

Das Berlichingen ist tatsächlich das mit dem "Götz". Dort ließen wir zwei Autos zurück und fuhren nach Krautheim zur Einsatzstelle wo Andreas und Jörg bereits auf uns warteten. Wir waren also insgesamt neun Paddler in neun Booten.


Ich hatte mich für den großen Prospector entschieden weil zunächst René und ich tandempaddeln wollten. Weil dann aber genug Platz auf den beiden Tübinger Autos war wurde umdisponiert. Ich blieb beim Tandemboot das sich auch solo paddeln lässt.

Dies auch weil Biki die Teilnahme im Schlauchboot angekündigt hatte.
Für den Fall, dass sie Schwierigkeiten haben sollte mit uns Schritt zu halten hätte sie dann immer noch umsteigen können. Sie hatte keine Schwierigkeiten.


Die Jagst bot einen leidlich passablen Pegel (55cm am Pegel Dörzbach) und hatte immer mal wieder kleine Schwallpassagen mit Kehrwassern und klar definierten Stromzungen auf Lager. Da wurde dann auch mal ein wenig "gesurft".


In den langen Boote ist dieses "surfen" eher ein Erfühlen des Verzögerungsmoments in kleinen Walzen. Richtige Surfwellen gab es nicht. Aber schon die kleinen Stufen, die immer wieder im Flussverlauf auftauchten, boten einiges Unterhaltungspotential.

Wir waren - abgesehen von Bikis Schlauchboot, das außer Konkurrenz lief - mit einer Reihe unterschiedlichster Boote unterwegs. Besonder gut gefielen mir die beiden alten MadRiver-Boote mit Holzsüllrand. Andreas paddelte einen "Guide" (offenbar das Vorgängerboot des "Freedom Solo") und Stefan war in seinem Courier unterwegs (die geschrumpfte Version des Explorer).


Am Wehr in Westernhausen entschieden wir uns fürs Umtragen. Es gab eine Ausnahme: René quälte sein Boot über die verblockte Fischtreppe. Alle anderen zogen und trugen bis die Boote unterhalb des Wehrs am Ufer lagen. Dort wurde dann eine kleine Pause eingelegt.


Wir aßen mitgebrachte Vesperbrote, Jörg löffelte seine Grünkernsuppe und anschließend spendierten er und Biki noch weihnachtliches Gebäck, das wir uns schmecken ließen. Danach wurden die Boote erneut bemannt und befraut.



Den nun folgenden Abschnitt bis nach Schöntal brachte ich zügig hinter mich. Er ist unspektakulär und allenfalls das linksufrig liegende Storchennest bietet möglicherweise Abwechslung. Dieses Jahr sind die Störche aber in den Winterurlaub geflogen.

In Schöntal, dass sich über den Bergrücken schon mit einem imposanten Kuppelbau ankündigt, geht es unter der gemauerten Steinbrücke hindurch auf das Schrägwehr zu, dass mit robusten Booten befahren werden kann.

René rauschte es gleich in seinem kleinen Wildwasserboot hinunter, Klemens und Anita sahen es sich erst einmal gründlich vorher an um es dann ebenfalls hinunter zu rutschen. Unten erging es ihnen genauso wie vor Rolf und mir vor einem Jahr.

Sie stießen im flachen Unterwasser gegen den Grund und wurden nach vorne aus ihren Sitzen geschubbst. Es passierte aber nicht mehr, das Boot schwamm wieder auf und sie kamen mit dem Schrecken davon. Das Unterwasser ist rechtsseitig offenbar tiefer. Da ist das Wehr aber auch steiler.

Biki rutschte ebenfalls das Wehr hinunter. Sie hatte mit ihrem kurzen kleine Schlauchboot überhaupt keine Schwierigkeiten. Die prall gefüllte Nase schwamm sofort auf und sie musste nur schnell das Gewicht nach vorne verlagern damit das Heck nicht abtaucht.

Wir weniger mutigen übten uns in Bootsschonung und umtrugen, was zu einem nett anzusehenden Stilleben am unteren Ende des Wehrs beitrug.

Die weitere Fahrt zur Aussatzstelle in Berlichingen verlief ohne nennenswerte Zwischenfälle. Die Boote wurden aus dem Wasser gehoben und vorläufig abgelegt. Wir zogen uns um und die Autofahrer brachen zur Einsatzstelle auf.


Ein Passant war so nett vorher noch ein Gruppenbild zu machen. Leider kam Biki, die sich gerade noch umzog nicht mit auf das Bild. Das hat überhaupt nichts damit zu tun, dass sie keinen Canadier paddelte...

Zurückgekehrt vom Autosnachholen wurden die Boote verladen und Abschied von denen genommen, die nicht noch zum Weihnachtsmarkt in Schöntal zurückwandern wollten. Wir ließen die Autos in Berlichingen und trotten los Richtung Schöntal.


In Schöntal ließen wir uns Flammkuchen, Glühwein, Met und Kaffee schmecken, drängelten uns durch die Weihnachtsmarktbesucher und würdigten die üblichen Weihnachtsmarktangebote im Rahmen des klösterlichen Ambientes.

Dienstag, 27. Dezember 2011

"Dritter" Weihnachtsfeiertag

Stefan hatte mit Eckhard eine Paddeltour für den 27.12. vereinbart, an die ich mich unbescheiden angehängt hatte. Die Fahrt wurde irgendwann von der Großen Lauter auf die Jagst verlegt. Und es haben sich - nachdem das im Forum bekannt gegeben wurde -  zahlreiche Paddler interessiert gezeigt. Dass letztendlich Jörg, Eckhard und ich unter uns blieben hat unterschiedliche Ursachen. Der Grund für Stefans Fernbleiben ist eine Erkrankung. GUTE BESSERUNG!


Wir trafen uns - wie vereinbart - um 10:00 Uhr in Krautheim, luden die Boote ab und Jörg und Eckhard brachten ein Auto an die Aussatzstelle. Als sie wieder kamen war ich schon einige Runden unterhalb des Krautheimer Wehr gepaddelt (was sich in der detaillierten Karte gut abbildet).

Schon bei der Fahrt zur Einsatzstelle konnten wir beim Blick auf den Fluss erkennen, dass der Pegel noch höher war als auf der Fahrt auf der gleichen Strecke im vergangenen Dezember. Recht braune Brühe wälzte sich unter grauem Himmel flussabwärts. Die Strömung verursachte immer wieder ganz ansehnliche Wellen und das eine oder andere Mal bedauerte ich, dass ich nicht ein etwas wildwassertauglicheres Boot gewählt hatte.


Ich hätte mir zum Beispiel Rolfs Raven ausleihen können oder meinen M.E. nehmen können. Mein flach gebauter Independence nahm zweimal einen Schwall Wasser aus Wellenspitzen über, der sich großflächig über meinen Knien verteilte. Die anderen beiden hatten geeignetere Boote.

An zwei Wehren mussten wir die Boote umtragen. Am ersten unterhalb von Winzenhofen lag ein älteres offenbar angeschwemmtes Rennkajak mit einer originellen Inspektionsöffnung.


Ich legte mein Boot vertrauensvoll neben das augenscheinlich aufgegebene Boot, das früher bestimmt mal einen stolzen Besitzer hatte. Wir machten an der Stelle eine kleine Vesperpause, umtrugen das Wehr und setzten darunter wieder ein.

Irgendwo auf der Strecke kamen wir an einen fast durch geknabberten Baum. Die Biber sind jetzt auch an der Jagst aktiv. Es ist beeindruckend, was für große Späne sie mit ihren Zähnen aus dem Holz schneiden. Offenbar sind sie bestrebt, den Baum so zu fällen, dass er zum Ufer hin fällt.


In Gefällepassagen wurde die Strömung richtig schnell und die rechts oder links liegenden Kehrwässer machten es erforderlich das Boot bei der Einfahrt richtig weit aufzukanten. Tat man das nicht geriet es bedenklich ins Schwanken. Erfreulicherweise kippte kein Boot um.

Am zweiten Wehr bei Kloster Schöntal umtrugen wir erneut. Das Einsetzen der Boote erwies sich an diesem Wehr als etwas mühsam, da das Wasser bis an die Mauer heran gestiegen war. Wir mußten beim Weiterpaddeln bis dicht an den Rücklauf des Wehrs heranfahren.

Schließlich erreichten wir das Wehr in Berlichingen, bei dem Eckhards Auto geparkt war. Jörg und ich wechselten noch die Boote, er zeigte mir, dass man meins wirklich bis zum Süllrand aufkanten kann - etwas, was ich mich nie recht traue -, ich überzeugte mich von der vortreffliche Qualität seines schmucken blauen Bootes. Dann hoben wir die Boote aus dem Wasser und fachsimpelten noch ein wenig über Reparaturen (meins hat eine nötig) und das Anbringen eines Bugschutzes (Eckhard kann das vortrefflich).


Schließlich wurden die Boote verladen, in Krautheim Jörgs Auto geholt und wir begaben uns auf die Suche nach einem Café um die Fahrt würdig ausklingen zu lassen. Leider fanden wir vor Ort keins und das im Kloster Schöntal war gerade wegen Renovierung geschlossen. Also verabschiedeten wir uns und fuhren müde und zufrieden heim.