Dienstag, 8. Mai 2007

48. Wind über dem Wasser

Es ist Dienstag, die Nachmittagsschule meines Ältesten beschert mir eine verlängerte Mittagspause, eine Schönwetterpause zwischen den Regenfällen zwingt mich förmlich dazu das Kanu aus dem Bootshaus holen und eine Runde um die Neckarinsel zu drehen. Flussabwärts habe ich den Wind im Rücken - auf dem Rückweg werde ich den engeren Kanal nehmen um etwas windgeschützter wieder
zurück zu kommen. An den feinen Villen der "Neckarhalde" hat jemand mit Sand einen kleinen Neckarstrand aufgeschüttet. Gute Idee!

An der Neckarinselspitze (dem "Bügeleisen") fordert ein vorwitziger Erpel Futter - da er unbewaffnet ist ignoriere ich ihn.

Nicht ignorieren kann ich den Reiher, der beim Stocherkahnanleger an der Steinlachmündung auf Fischfang aus ist. Die ganzen Schwäne sammeln sich seit Tagen im Flachen Wasser der Steinlach. Man erkennt sie im Hintergrund.
Der Rückweg ist weniger strapaziös als ich mir das vorgestellt hatte.

Ich bin völlig entspannt...

Montag, 7. Mai 2007

47. verhinderter Bootsbau

Ich bin ja nun ein ebenso ambitionierter Dilettant in Holzarbeiten wie im Kanufahren. Trotzdem habe ich außer diversen Paddeln und Bootszubehör bisher immer noch kein eigenes Boot zustande gebracht. Das liegt zum Einen daran, dass ich immer wieder zwischen den verschiedenen in Frage kommenden Konstruktionsweisen hin und her schwanke und - das ist etwas grundlegender -, dass meine Werkstatt über ein zu schmales Fenster verfügt (vor dem ich im Fall der Fälle dann auch noch ein Gitter wegflexen müßte).
So habe ich vor Jahren schon einmal Mallen für ein schmales Boot mit massig Kielsprung zurechtgesägt und aufgebaut, eine Kielleiste laminiert und - nach Wochen des Zauderns - das ganze wieder abgebaut. War wohl auch besser so. Das wäre ein allzu kippeliges Gurkenboot geworden.

Lange Zeit habe ich dann auch die traditionelle Klinkerbauweise favorisiert und dementsprechende Versuche angestellt (Es gibt einen umfänglichen PDF-Bericht dazu). Dann gab es Pläne zu einem Weidenkanu und zu einem Boot aus Sperrholz.
Schließlich habe ich mich für den Bau eines traditionellen Wood/Canvas-Canoes entschieden und mit Rollin Thurlow Kontakt aufgenommen.

Rollin Thurlow ist einer der renomiertesten Bootsbauer in Neuengland. Er hat zusammen mit Jerry Stelmok das Buch "The Wood & Canvas Canoe" geschrieben, das den Bauprozess detailliert und bildreich beschreibt (es fehlt in dem Bild mit all den Bootsbau-Büchern). Ich hatte ihn nach Plänen zu seinem Boot "Whisper" gefragt, das mir vor allem deshalb machbar erschien, weil es kurz und breit ist, also durch meine Werkstatt-Tür heraustragbar ist. Dann ist es offenbar noch sehr geeignet für Poling, was es für mich noch interessanter macht.
Es stellte sich heraus, dass das "Whisper" weitestgehend identisch mit dem "IGWA'W&L' auf den Plänen im Anhang des Thurlow/Stelmok-Buches ist und ich nahm mir vor, dieses Boot zu bauen. Zwischenzeitlich hatte ich in einigen einschlägigen Foren meine Absicht kundgetan und um Rat gefragt (stelle gerade fest, dass das WCHA-Forum nicht mehr ereichbar ist. Hoffentlich nur vorübergehend. - Jawoll!). Einer der Foren-Teilnehmer bot mir dann an, mir die Pläne zu seinem "Chestnut-Pal" zuzusenden, die ganz ähnlich seien. Also schob ich das Projekt wieder auf die lange Bank.

Die Pläne sind bis heute nicht eingetroffen, der Winter war mild, so dass ich mehr mit dem Boot unterwegs war als über einen Bau nachzudenken, und Bootsbau bleibt für mich weiterhin ein Vorhaben. Dabei wird der Bau nötig denn ich habe versprochen, in den nächsten 10 Jahren kein Boot mehr zu kaufen nachdem ich im letzten Jahr zwei Boote gekauft habe. Früher oder später muss erfahrungsgemäß ein anderes Boot her. Also ein selbst gebautes.

Nachtrag: Jetzt, wo ich nochmal so auf Rollin Thurlows Internetseiten herumstöbere fält mir sein E.M.White-14' Canadier ins Auge. Sieht eher wie ein richtiger Canadier aus als der Whisper (der ein wenig an eine Badewanne erinnert). Aber ob ich den wohl je aus meiner Werksattt herauskriege, wenn er fertig ist?

Sonntag, 6. Mai 2007

46. Eisfahrt im Mai

Und wieder war (in meinem Bestreben nicht jedes Wochenende ohne Anverwandte auf große Paddeltour zu gehen) nur eine kleine Nachmittagsrunde zur Eisdiele und zurück drin. Na immerhin konnte Ole bei dieser Gelegenheit endlich wieder die Weide am Stocherkahnanleger besteigen - nachdem er und Basil jeder sein Eis vertilgt hatten.
Heute haben wir wunderbares Maiwetter. Stahlender Sonnenschein, etwas Wind, Postkartenwolken am Himmel. Gerade recht für eine ausgedehnte Kanutour...

Samstag, 5. Mai 2007

45. Canoeing with the Cree

Heute haben wir erstmalig seit fünf Wochen dauerhaften Nieselregen und die für 14:00 Uhr angekündigte Einweisung ins Stocherkahnfahren fällt aus. Der Kanuklub verfügt über einen Stocherkahn und dieser gilt als das meistgeliehene Vereinsboot. Ich habe ihn auch schon das eine oder andere Mal ausgeliehen und kam eigentlich immer ganz gut zurecht damit. Aber bisher hat mir noch niemand gezeigt, wie man es wirklich richtig macht. Naja, da bietet sich sicherlich auch mal eine andere Gelegenheit.

Am späten Vormittag als es noch nur vereinzelt tröpfelte waren Ole, Røskva und ich noch eine Runde Paddeln (mit Eisessen wie vor vier Wochen und am 25. nachmittags). Einen Fotoapparat hatte ich nicht dabei, so dass Ole hoch in der Weide am Stocherkahnanleger beim Hölderlin-Turm nicht im Bild festgehalten werden konnte.

In der Mittagspause habe ich "Canoeing with the Cree" aus dem Jahr 1930 zuende gelesen. Ein faszinierendes Buch über die Canadierfahrt zweier College-Absolventen aus Minneapolis bis zum Hudson-Bay. Ohne nennenswerte Vorbereitung haben sich die beiden in einem 18''-Wood/Canvas-Canadier auf den weiten Weg nach Norden aufgemacht und in Zeitungsartikeln immer wieder von unterwegs von ihrer Reise berichtet. Diese Berichte wurden zu einem Buch zusammengefasst. Das Buch liest sich wie ein spannender Roman und es verwundert nicht, dass der Autor später eine erfolgreiche journalistische Karriere einschlug.

Später wurde die Reise von anderen jungen Leuten erneut angegangen (zuletzt 2005). Doch diese scheiterten an den immensen Schwierigkeiten, die die beiden jungen Männer in den 30er Jahren eher durch Zufall und Glück bewältigten.

Nachtrag am Abend: Es hat aufgehört zu regnen und ich habe mit Røskva noch eine kleine Abendrunde in der Dämmerung mit dem Solo-Canadier gemacht. Klare Luft nach dem Regen, angenehm kühl, wenig los auf dem Wasser. So sollte das immer sein. Sicher hat es mir aber auch einfach - nach inzwischen 48 Stunden konstanter Konfrontation mit anderen Leuten - gutgetan, eine Stunde allein zu sein.

Freitag, 4. Mai 2007

44. Poling-Ausschreibung veröffentlicht

Komme gerade von einer zweitägigen Konferenz zurück und finde auf Frank Mörkes Open-Canoe-Journal Homepage die verlinkte Canoe-Poling - Ausschreibung vor. Ich habe natürlich gleich im Forum auch darauf aufmerksam gemacht. Jetzt wird's spannend, wie viele sich anmelden / ob sich überhaupt jemand meldet...

Mittwoch, 2. Mai 2007

43. Ehemalige Boote Nr.1 - Das Holzboot

Vor etwa fünf Jahren habe ich wagemutig für 381,- EUR ein fünfeinhalb Meter langes geklinkertes Mahaghony-Boot ersteigert, das ich anschließend verwegen auf dem Autodach von Potsdam nach Tübingen befördert habe (Unterwegs setzte der Dieselfilter am Auto zu, so dass Auto nebst Boot auch noch auf einen Abschleppwagen kamen - ich bereue heute noch, dass ich das damals nicht fotografiert habe).
In Tübingen angekommen stellte sich das Problem der Bootslagerung und nachdem das Boot eine Weile im Wohnzimmer und später unter einer Plane hinter dem Haus gelegen hatte kam ich über Umwege (Ruderclub) zum Kanuklub in dessen Bootshaus der Canadier ein Regalfach bekam.
Zwischenzeitlich schliff ich alten Lack ab und brachte neuen auf, baute zusätzliche Sitze ein und einen passenden Bootswagen und beschäftigte mich vorwiegend bastelnd mit dem Boot. Denn ein Nachteil des wunderschönen Objekts kam gleich zum Tragen: Es ließ sich nicht allein bewältigen das Boot aus dem Wasser zu bekommen. Hinein konnte ich es schon schieben - da halfen die Schwerkraft und der Bootswagen aber beim Wiederausheben hatte es sich mit Wasser vollgesogen, war also schwerer und die Uferböschung des Neckars stellte ein unüberwindliches Hindernis dar. Sehr selten kam das Boot ins Wasser. Im Wasser selbst bewegte es sich würdevoll aber träge. Da ich zwischenzeitlich andere Boote kennengelernt hatte musste ich doch feststellen, dass dieser Stil mir nur anlässlich einzelner weniger Paddelveranstaltungen lag. Zwar genoß ich das eine oder andere Picknick auf dem Wasser oder die besten Plätze in den Zuschauerreihen beim Stocherkahnrennen aber schlussendlich verbrachte das Boot die meiste Zeit in seinem Regalfach da es einen weiteren eklatanten Nachteil aufwies: Es war erst dicht, wenn es einige Tage gewässert worden war. Wie vermutlich die meisten geklinkterten Boote musste das Holz unter Wassereinfluß quellen damit die kleinen Haarrisse zwischen den Planken abgedichtet wurden. Wenn man es trocken ins Wasser setzte standen nach einigen Stunden bis zu 10cm Wasser im Boot.

Ein Bootsanhänger wurde dann schließlich auch gekauft, um das Boot z.B. zum Bodensee zu befördern, was aber mangels Paddelbegeisterung meiner nächsten Anverwandten nie in die Tat umgesetzt wurde. Der Bootsanhänger musste für andere Transporte herhalten.

Als ich letztes Jahr dann spontan die Kotztüte gekauft hatte war die Leidenschaft für den geklinkerten Canadier hinreichend erkaltet, so dass ich ihn meistbietend versteigerte. Er erzielte ansehnliche 650.-EUR und refinanzierte damit weitestgehend den Kauf der Kotztüte.
(Diverse Bilder des geklinkerten Canadiers habe ich in einem Webalbum abgelegt)

Dienstag, 1. Mai 2007

42. Wieder mal Poling...

Heute ist Feiertag aber die Familie ist zu keinen umfassenderen Aktivitäten als einem Nachmittagsspaziergang bereit, so dass mein fester Vorsatz an freien Tagen nicht mehr so viel weg zu sein gleich wieder ins Wanken kommt. Naja, die von Margrit vorgeschlagene Nachmittagstour habe ich gestern bereits abgesagt, so dass ich mich am späten Vormittag mit anderthalb Stunden Poling-Training begnügt habe.

Apropos "Poling": Gestern habe ich noch ein Logo für das Poling-Treffen angefertigt (Habe einfach ein Blatt Papier auf den Bildschirm gehalten und ein Foto in Bleistiftstrichen festgehalten. Anschließend das ganze mit einem flachen Edding nachgezogen, fertig ist das urheberrechtlich unanfechtbare selbst angefertigte Bild. Ach ja, die Schrift habe ich mit dem Textverarbeitungsprogramm in die Grafik eingefügt). Das ganze habe ich heute morgen noch an Frank Mörke vom Open-Canoe-Journal gemailt. Bin mal gespannt, ob das Logo bald auf seiner Frontseite prangt.