Samstag, 16. März 2013

Revierkampf


Heute mittag habe ich mich zu einer kleinen Neckarinselrunde aufgemacht. Das habe ich länger nicht mehr gemacht und deshalb habe ich offenbar mein Paddelrevier an einen dreisten Schwan verloren. Er ist jedenfalls dieser Ansicht und hat das mit diversen aggressiven Maßnahmen deutlich zum Ausdruck gebracht.
Ich bin inzwischen einigermaßen cool bei Schwänen und ich war ja durch Matthias vorgewarnt, der es neulich schon mit diesem Prachtexemplar zu tun bekommen hat.

Als der Schwan nicht von mir abließ habe ich den Spieß umgedreht und bin ihm hinter her gepaddelt. Damit hat er wohl nicht gerechnet. Nachdem ihn mein Bootsbug kurz sanft aber nachdrücklich vor mir her geschoben hat ließ er von seinen Angriffen ab. Auf der Basis werden wir wohl dennoch keine Freunde.

Er muss sich an den Bootsverkehr gewöhnen. Die Stadt hat in diesem Jahr den Stocherkahnleuten erlaubt schon im März ihre Kähne aufs Wasser zu setzen. Deshalb war heute auch am Bootshaus allerhand los. Da wird jetzt in den kommenden Wochen unablässig geschliffen und renoviert. Ich bin davon nicht gerade begeistert. Ursprünglich war einmal abgesprochen, dass das Herrichten der Kähne an lediglich zwei Wochenenden vonstatten geht.



Das Stadtmuseum betreibt gegenwärtig eine Sonderausstellung über Wildtiere in der Stadt. So konnte ich mich gleich nach meinem Techtelmechtel mit dem Schwan über seine Lebensgewohnheiten, Herkunft und seinen Lebensraum informieren. Ich bin etwas skeptisch ob dieser wohlwollenden Beschreibung. Wahrscheinlich deshalb weil ich den Lebensraum dieser Biester teile. Unsere Konflikte lassen sich nicht immer so klar und einfach lösen.


Zurück am Bootshaus habe ich den kleinen Spritzschutz vom Bug wieder abgenommen. Das gegebenenfalls überkommende Wasser ist jetzt zwar noch ziemlich eisig aber ich bin zuversichtlich, dass sich das bald ändern wird.

Das Boot bedarf dringend einer Reinigung. Ich bedauere, dass die für heute geplante Bootshausaktion ausgefallen ist. In ihrem Rahmen wäre das im Herbst abgestellte Wasser wieder angemacht worden. Aber die Witterung lässt das wohl noch nicht zu.

Trainerausbildung

Neuerdings komme ich erkennbar seltener dazu Einträge in diesem Paddeltagebuch vorzunehmen. Das hängt natürlich mit der Witterung zusammen, die die Paddelaktivitäten spürbar einschränkt, aber auch damit, dass ich im Ausbildungsteam des Württembergischen Kanuverbands allerhand Aufgaben übernommen habe. So fand Anfang März unter der Leitung von Wolfgang (Kanu-AG) ein Methodik-/Didaktikkurs statt, an dem ich mit gearbeitet habe, Ende Mai werde ich beim Praxiskurs mitmachen und im August werde ich die 15 Teilnehmer und 2 Teilnehmerinnen "prüfen".


Ironischerweise handelt es sich ausschließlich um Kajakpaddler/innen, die ich da ausbilde. Mit dem Dachverband liege ich im Clinch weil die Ausbildungsrichtlinien (PDF S.16-26) Vorgaben beinhalten, die Canadierpaddler quasi von der Trainerausbildung ausschließen. Im Praxiskurs wird es meine Aufgabe sein den Doppelpaddlern auch Stechpaddeltechniken näher zu bringen. Bezeichnenderweise wurde hierfür zunächst eine Übungseinheit auf dem See eingeplant. Als ob Canadierfahren nur auf ruhigem Wasser möglich wäre (mir macht es da z.B. am wenigsten Spaß).

Ich werde versuchen, das Beste daraus zu machen und ich werde mich dafür einsetzen, dass die künftigen Trainer im offenen Boot auch aufs fließende - wenn möglich - spritzige Wasser kommen. Erst da kann ihnen wirklich klar werden welche Herausforderung das Paddeln in einem offenen mittels Stechpaddel bewegtem Kanu gegenüber dem beidseitigem Paddeln in einem hermetisch abgedichteten bojenartigen Bootskörper darstellt.

Das Ausbildungsteam unterstützt mich erfreulicherweise - auch wenn es fast ausschließlich aus Kajakpaddlern besteht. Die bisherige Trainerausbildung in Württemberg sah Canadierpaddeln nicht vor. Außer mir hat meines Wissens nach lediglich Falk eine Trainerlizenz im Canadier erhalten. Es wird also auch meine Aufgabe sein im Verband Werbung für die Teilnahme von Canadierpaddlern an der Trainerausbildung zu machen. Dass diese Ausbildung Wildwasserlastig ist stört mich kein Bisschen. Es schränkt allerdings den potentiellen Teilnehmerkreis sehr ein. Solange die Trainer in den Vereinen ausschließlich Wildwasserkajakausbildung betreiben bildet sich kein Trainernachwuchs, der mit Stechpaddeln umgehen kann.


Ich profitiere jetzt davon, dass sich bei den Paddelfreunden eine Canadierkurstradition entwickelt hat, deren Initiator und Hauptprotagonist Micha ist. Die Bilder oben stammen aus seinen Kursen. Als Teilnehmer und später als Ko-Trainer habe ich einiges von ihm gelernt. Aber auch die Sicherheitstrainings (mehr davon), die wir regelmäßig betreiben und das Sicherheitstreffen im September, das in diesem Jahr auch Teil des Ausbildungsgebots des Verbands ist, gehen in mein Konzept ein. Die Teilnehmer müssen sich darauf gefasst machen, ein gekentertes Boot im tiefen Wasser wieder aufzurichten und zu besteigen.


Donnerstag, 14. März 2013

Rekonstruktion

Die Gesundheit macht mal wieder nicht so mit, wie mir das lieb wäre und ich muss den Tag zuhause verbringen. Deshalb habe ich mal den Fantasy ins Wohnzimmer gewuchtet und die Originalthwarts, die ich im Januar ausgetauscht habe, wieder eingebaut. Das ging - trotz Unpässlichkeit - erstaunlich gut.


Jetzt kann ich das Boot - wie im Dezember beschlossen - zum Verkauf anbieten. Der Käufer kriegt dann den Satz kürzerer Thwarts mit, die er aber erst noch aufarbeiten muss. Ich hatte sie völlig unbehandelt eingebaut. Zumindest einen Schliff und etwasÖl würden ihnen gut tun.

Dienstag, 12. März 2013

Nagoldbericht - ganz schnell

 

Eigentlich habe ich ja darauf spekuliert, dass Biki oder Matthias vor mir einen Bericht über die Nagoldfahrt schreiben, auf den ich dann einfach verlinken kann denn ich habe gerade relativ wenig Zeit zum Schreiben. So gehts den beiden offenbar auch. Ich beschränke mich hier auf einen kurzen Bildbericht. 


Der Andrang zur Nagoldfahrt hat mich etwas überwältigt. Ich habe ja schon früher gejammert, dass mich derartige Großveranstaltungen tendentiell überfordern. Und auch diesmal kam ich mir angesichts der siebzehn Teilnehmer etwas hilflos vor.


Die Idee die Gruppe aufzuteilen (vornweg die neun Kajaks, dann die acht Canadier) erwieß sich gleich an der ersten Spielstelle als Utopie. Die Gruppen durchmischten sich und die "Spieler" spielten und die Tourenfahrer paddelten voran.

Schön fand ich, dass außer den Paddelfreunden noch einige Gäste dabei waren. Biki, die schon vor drei Wochen auf der Großen Lauter dabei war, René, den wir an der Großen Lauter trafen und der uns dort fotografiert hat, Bernhard, der wohl als einziger über die Ankündigung im Canadierforum auf die Fahrt aufmerksam geworden war und Wolfgang, der sich schon vor Monaten gemeldet hat und die Paddelfreunde kennenlernen wollte.

Die Nagold bot gewohnt spritziges Wasser obwohl der Pegel von ca. 120 cm nicht ausgereicht hat um die auf dem zweiten Abschnitt folgenden Wehre "reibungslos" hinunter zu fahren, was wir Canadierpaddler dann auch mit Rücksicht auf unsere Boote unterließen.


Die Schwälle auf den ersten Streckenabschnitt (Ernstmühle - Monbach) ließen sich alle fahren und hatten die eine oder andere nette Spielwelle zu bieten, die aber bei der Gruppengröße stets belegt war. Ich finde dieses Surfgedrängel stets nervig und bin dann geneigt weiter zu paddeln was die Surfer widerum nervt weil sie sich dadurch unter Druck gesetzt fühlen.


In Monbachtal sprangen fünf Teilnehmer ab, was dadurch möglich wurde, dass Klemens und Anita dort ihr Auto geparkt hatten. Wir anderen paddelten nach einer kleinen Vesperpause weiter.


Auf dem nachfolgenden Abschnitt gab es weniger lustige Schwälle. Statt dessen bekamen wir es mit drei Wehren zu tun, die wir Stechpaddler alle umtrugen.


Die Kajakpaddler rutschten mutig das Wehr in Unterreichenbach hinunter. Katharina verschaffte ihrem nagelneuen Boot auf diese Weise erste Kratzer. Es wird sicher noch mehr bekommen.


Das Wehr am Sägewerk unterhalb von Unterreichenbach umtrugen alle. Andreas erwog zwar noch einen Seitentunnel zu paddeln, verzichtete dann aber doch weil nicht recht klar war, wohin der Kraftwerkskanal floss. Vermutlich wäre er im übelsten Fall vor einem Rechen hängen geblieben aber wir hätten ihn dort von unserer Seite aus nicht heraus ziehen können. Also paddelten wir weiter und er befuhr dann schließlich das nachfolgende Wehr.


Bei diesem letzten Wehr handelt es sich um ein Steinwurfwehr, in dessen linken Bereich ein Kastenwehr lauert. Jens paddelte es als erster geschmeidig hinunter und ich hatte schon beschlossen es ihm nachzutun, dann folgte ihm aber Andreas und im unteren Bereich rumpelte es gewaltig unter seinem Boot. Ich entschied mich fürs Treideln.


Matthias tat das ebenso. Es war nun nicht mehr weit bis zur Aussatzstelle und wir paddelten zügig weiter. Dabei kam jetzt die Sonne heraus und es wurde noch einmal richtig schön. Jede Menge Schneeglöckchen wuchsen in großen Ansammlungen am Ufer.


Katharina konnte an der Aussatzstelle in Dillweißenstein im besten Nachmittagssonnenlicht die ersten Kratzer an ihrem neuen Boot würdigen. Wir beluden die Autos, zogen uns um, verabschiedeten die, die gleich heim fahren wollten und fuhren schließlich zu neunt noch nach Monbachtal um in den "Christlichen Gästehäusern" Kaffee und Kuchen zu uns zu nehmen.


Dort hielten wir uns doch noch ein ganzes Weilchen auf, verabschiedeten uns schließlich, und danach gings zügig heim. Dennoch kamen wir in Tübingen erst in der Dämmerung an. Die Fahrt hatte letztlich doch länger gedauert als ich erwartet habe.


Nachtrag: Bikis Bericht ist inzwischen online. Matthias' auch.

Sonntag, 10. März 2013

Nagoldfahrt


Wir waren heute zu siebzehnt auf der Nagold. Es waren neun Kajaks und acht Canadier beteiligt. 


Ich komme frühestens im Laufe der Woche dazu einen Bericht zu schreiben. Aber hier sind schon einmal erste Bilder, die Klemens mir geschickt hat. Sie vermitteln einen ersten Eindruck von dem Gewimmel auf dem kleinen Fluss.


Meine Fotos habe ich zunächst in einem Webalbum abgelegt. Ich muss noch doppelte und mißlungene aussortieren. Auch das im Lauf der Woche...

Sonntag, 3. März 2013

Sonntagssonne

Am Nachmittag bin ich - wie geplant - paddeln gegangen. Anders als geplant habe ich nicht die Neckarbrücke angesteuert weil Matthias, der vor mir auf dem Wasser war, schon Bescheid gegeben hatte, dass der Pegel wieder angestiegen ist. Matthias habe ich dann auch noch auf dem Wasser getroffen. Er war inzwischen auf dem Rückweg. Oben am Wehr paddelte Klemens in der starken Strömung, die aus dem Kraftwerkkanal heraus kam. Das Wasser war glasklar, die Luft angenehm warm, die Sonne schien und dann erschien auch noch René. Zusammen paddelten wir noch hinauf zur rauen Rampe, vor der noch Reste meiner kleinen Inselkonstruktion aus dem September erkennbar sind. Ich muss sie nächstens mal renovieren.


Wir haben dort ein Weilchen in der Strömung gespielt, André kam auf dem Rad vorbei, wir plauderten, dann ging es wieder flussabwärts. Unterwegs sahen wir uns die kleinen Buhnen an, die neuerdings oberhalb des Bootshauses in den Neckar ragen. Hoffentlich haben sie Bestand und werden von den Anwohnern gepflegt.


Wir trafen noch Frank, den das gute Wetter ebenfalls auf das Wasser gelockt hatte und lagerten schließlich unsere Boote wieder ein. Es macht ganz den Eindruck als ob die Paddelsaison langsam Fahrt aufnimmt.

Am kommenden Sonntag wollen wir auf der Nagold paddeln. Ich hoffe sehr, dass wir einigermaßen gutes Wetter und einen etwas erhöhten Pegel haben damit wir die längere Strecke (wie im März vor zwei Jahren) paddeln können.

In der Regel sind unsere Nagoldtouren eher kurz.

Donnerstag, 28. Februar 2013

Neckarbrückenbilder


Schon vor geraumer Zeit waren in unserer Zeitung Bilder der alten Neckarbrücke. Sie wurden wohl noch in einer Zeit aufgenommen als es Pferdefuhrwerke gab und Soldaten marschierten.


Wenn man heute unter der modernisierten breiteren Brücke hindurch paddelt, über die täglich unzählige Busse und Autos rollen, erkennt man noch hinter der Betonfassade die alten Sandsteinbögen mit den behauenen Steinen und Rosetten, die auf dem Bild erkennbar sind.

Heute jedoch fällt es wohl schwer unter der Brücke hindurch zu paddeln. Unser Oberbürgermeister hat Handybilder des Neckarbetts im "sozialen Netzwerk" veröffentlicht (er wird es mir nicht übel nehmen, wenn ich sie hier wieder gebe), die er von der Brücke aus aufgenommen hat.


Darauf ist zu erkennen, dass der Neckar gegenwärtig kaum Wasser führt. Große Kiesbänke liegen frei und an einzelnen Stellen bilden sich Wellen und kleine Walzen. Der niedrige Pegel hängt damit zusammen, dass das Stadtwehr einen Defekt hat und geöffnet werden musste.


Jetzt fließt einige Tage lang nur äußerst wenig Wasser durch das tiefe Flussbett. Die Verantwortlichen meinen dass das ja nicht so tragisch sei da in dieser Jahreszeit ohnehin kein Bootsverkehr auf dem Fluss sei. Auch wenn ich dem widersprechen muss (wir paddeln das ganze Jahr, es sei denn der Neckar friert zu) finde ich es ebenfalls wenig tragisch, wenn der Fluss mal nicht aussieht wie ein See.

Zu ärgerlich, dass ich keine Möglichkeit habe dieser Tage paddeln zu gehen. Vielleicht schaffe ich es ja Sonntagnachmittag mal eine kleine Neckarinselrunde zu machen. Ich nehme für den Fall, dass ich nicht wieder flussaufwärts komme, den Bootswagen mit aber ich bin sehr zuversichtlich, dass man mit Hilfe der Polingstange gut wieder zurück kommt.