Freitag, 8. August 2014

Auto-, Zug- und Bootfahren

Ich hatte gestern spontan Urlaub für heute beantragt weil das Wochenende verregnet sein soll und für Freitag schönes Wetter prognostiziert wurde. Im übrigen fällt dieses Jahr ja der Urlaub aus. Da kann es nicht schaden tageweise Urlaub zu machen.


Heute hatte ich beschlossen von Sulz nach Horb zu paddeln. Zu diesem Zweck brachte ich am Morgen das Boot nach Sulz, fuhr zurück nach Horb (eine Baustelle mit Umleitung brachte meinen Zeitplan etwas ins Wanken) und fuhr mit dem Zug um 09:17 Uhr zurück.
In Sulz fand ich mein Boot unbeschadet wieder vor, was nicht jeder von seinem Boot sagen kann. Das Hochwasser hat offenbar jede Menge Verleihboote mitgerissen. Die Trümmer dieser Boote pflastern nun das Neckarufer, was kein erheiternder Anblick ist.

Wetter und Stimmung waren jedoch erheblich aufmunternder und ich ließ mir Zeit und fotografierte viel. Ich habe jede Menge Bilder in einem Webalbum abgelegt.


Ich sah mir die eine oder andere potentielle Übernachtungsstelle auf dieser Strecke an weil ich sicher noch einmal eine Übernachtungstour (wie im Mai) unternehmen werde - im Idealfall mache ich das dann auch mit dem Zug. Dafür müsste ich jedoch das Boot schon am Abend vorher in Sulz anketten.


Kurz vor Fischingen mündet der Mühlbach in den Neckar. Den paddelte ich 15/20 Meter hoch bis ich nicht mehr weiter kam.
Am Wehr in Fischingen ließ ich das Boot die schräge Ebene hinunter gleiten. Ich selbst tastete mich vorsichtig hinterher.

Das selbst gebaute Ruderboot aus einem alte Ölfass hatten die Besitzer offenbar rechtzeitig vor dem Hochwasser in Sicherheit gebracht. Ich sah dabei zu, wie es wieder zu Wasser gelassen wurde. Offenbar wurde zu diesem Zeck ein regelrechter kleiner Kran installiert.
In Fischingen machten sich - als ich da vorbei kam - am Anleger des Bootsverleihs einige wagemutige Gäste für eine Bootsfahrt bereit. Ich paddelte vorbei und schwenkte weiter unten ins Kehrwasser - auf die Gefahr hin mich aufzuspielen. Es gibt hier so wenige Kehrwasser.

Dafür hat der Neckar immer wieder einige steilere plätschernde Abschnitte, an denen sich auch mal kleine Wellen bilden.
An der alten Pfahljochbrücke machte ich kurz Pause, aß etwas mitgebrachten Proviant und brach dann bald wieder auf.

Mir war daran gelegen nicht zu viel mit den Leihbootfahrern zu tun zu bekommen. Dennoch bog ich an der Glattmündung links ein und arbeitete mich mit der mitgenommenen Polingstange ein ganzes Stück die Glatt hinauf. Besonders weit kam ich allerdings nicht weil der Pegel dieses kleinen Seitenflusses relativ niedrig war und bald nach der Straßenbrücke ein steiler seichter Abschnitt kam, den ich selbst mit der Polingstange nicht bewältigte.
Dafür wagte ich die Durchfahrt über die beiden Sohlschwellen bei Dettingen. Das Boot nahm dabei überhaupt kein Wasser über sondern schwamm beim Eintauchen in das verwirbelte Unterwasser gut auf. Lediglich das Heck erhielt jeweils einen Schlag.

Schließlich erreichte ich kurz vor Horb die überdachte Fußgängerbrücke, die ich schon vom Zug aus fotografiert hatte.


Zu diesem Zeitpunkt war es schon recht warm geworden, die Strömung ließ nach und ich fühlte mich etwas ausgepumpt. Ich ließ mich treiben und genoss die Landschaft. Immer wieder plätscherten kleine Wasserläufe von links und rechts in den Fluss.
Der Himmel zog langsam zu und es wurde schwül. Bremsen wurden aktiv und ich erschlug die eine oder andere. Ich erreichte Horb und hätte dort im Kiosk der Gartenschau gerne etwas zu mir genommen aber laute Musik einer eher widerlichen Stilrichtung schreckte mich ab.

Ich legte also rechtsseitig an, verstaute Boot und Ausrüstung am Geländer des Radwegs und holte das Auto.
Ich war morgens um 8:00 in Tübingen gestartet und kam letztlich gegen 14:00 Uhr wieder nach Hause.

Dort legt ich mich zu einem kleinen Nickerchen hin und wachte erst gegen Halbfünf wieder auf. Die Fahrt war wohl doch anstrengender gewesen als ich gedacht hatte. Oder ich bin aus der Übung.

Mittwoch, 6. August 2014

Bieringen - Sulzau (und zurück)

Matthias hatte bei unserer letzten Poling-Übungssession am Golfplatz vorgeschlagen, dass wir doch das nächste Mal von Bieringen aus starten. um den Golfer-Parkplatz nicht zweckentfremden zu müssen. Das habe ich heute - nachdem ich schon früh Feierabend gemacht habe - ausprobiert.

Ich parkte das Auto in Bieringen an der Starzelmündung, lud Boot und Ausrüstung ab, zog Neoprenklamotten an und startete - sehr zur Verwunderung einer gerade anlandenden Leihboot-Gruppe - meine Fahrt flussaufwärts.

Der Pegel war immer noch hoch, was ich nicht berücksichtigt hatte und deshalb kam ich nur langsam gegen die starke Strömung an und Stellen, an denen ich sonst wohl wenig Schwierigkeiten gehabt hätte, erwiesen sich als ziemlich knifflig. Einmal geriet mir das Boot aus der Spur und ich musste mich schnell hinsetzen, die Polingstange verstauen und mich mittels Paddel wieder an den Rand manövrieren, von wo aus ich einen zweiten - diesmal erfolgreichen - Anlauf nahm.


Ich kam bis in Sichtweite der Brücke nach Sulzau als ein gestrandetes gelbes PE-Kajak meine Aufmerksamkeit fesselte. Ich legte an der Stelle an und sah es mir genauer an. Es stammte vom Bootsverleih in Sulz/Fischingen, dessen Telefonnummer unübersehbar in die Plastikoberfläche eingraviert war. Ich rief an und gab Bescheid. Offenbar hatte sich das Boot beim Hochwasser los gerissen.


Nachdem ich den Standort des verwaisten Boots durch gegeben hatte wendete ich mein Boot und fuhr die Strecke, für die ich knapp eine Dreiviertelstunde benötigt hatte, in 10/15 Minuten wieder zurück.


Bald kam die Brücke in Bieringen in Sicht hinter der auf der Kiesbank die Anlegestelle ist. Ich versorgte meine Ausrüstung, zog mich um und fuhr wieder zurück zum Bootshaus. Alles in allem war ich erneut - wie an Sonntag der Erms - etwa drei Stunden unterwegs.

Sonntag, 3. August 2014

Dreimal Riederich

Nachdem mir meine Paddelfreunde so sang- und klanglos abhanden gekommen waren (offenbar wurden mehrere Ziele angefahren - am Vormittag begegnete mir noch ein mit bekannten Kajaks beladenes Auto) entschied ich mich für einen Alleingang auf der Erms.


Ich lud Boot und Fahrrad auf/an das Auto und fuhr gegen 10:45 Uhr nach Riederich wo ich das Boot nebst Ausrüstung im Unterholz versteckte. Dann brachte ich das Auto nach Neckartenzlingen, zog Neoprenklamotten an und radelte in leichtem Nieselregen darin zurück durch Bempflingen nach Riederich. Da kam ich gegen 11:30 Uhr an, zog das Boot aus dem Gebüsch und wischte mindestens 8 Schnecken vom Rumpf, die ich nicht mit auf die Reise nehmen wollte. Ab diesem Zeitpunkt schien die Sonne (obwohl Dauerregen vorher gesagt worden war).


Die Erms hatte einen noch gerade so brauchbaren Pegel knapp unter 60cm, der dafür sorgte, dass es an den richtigen Stellen auch mal ein wenig spritzig wurde, aber nie zuviel Druck auf dem Bach war, der so eine Solofahrt riskant gemacht hätte.

An der einen oder anderen Stelle hatte ich auch einmal Grundberührung. Das war zu erwarten gewesen, und deshalb hatte ich mich für das PE-Boot entschieden.


Das Wehr am Ortsausgang von Riederich entzog dem Fluss noch mehr Wasser. Die Umtragung dort war mit etwas Nervenkitzel verbunden weil der örtliche Bogenschützenverein einen recht "luftigen" Palisadenzaun errichtet hat hinter dem offenbar scharf geschossen wird.
Am Zaun hing ein Trockensack, in dem sich ein paar Schuhe und trockene Kleidung befanden. Leider war nirgends ein Name oder eine Adresse angebracht. Ich hing den Sack wieder auf obwohl ich starke Zweifel habe, dass der Eigentümer ihn so wieder bekommt.

Eine weitere turbulente Stelle konnte ich in aller Ruhe fotografieren weil ich auf der oberen Kante mit dem Boot hängen blieb. Ich stieß mich ab und rutschte etwas holprig hinunter. Die Wehrabfahrt in Bempflingen verkniff ich mir. Treibholz versperrte den Weg.

Wenn ich links an dem Treibholz vorbei gekurvt wäre wäre ich mit dem rot eingekringelten Armiereisen kollidiert. Das Risiko wollte ich nicht eingehen. René hat berichtet, dass dieses Wehr umgebaut und zur Stromerzeugung genutzt werden soll. Hoffentlich leidet darunter nicht die nachfolgende Strecke, die einen regelrechten Naturslalom bildet.


Immer wieder ragen große Bäume oder Steinblöcke in das Flussbett hinein, hinter denen sich jede Menge Kehrwässer bilden. Man kann förmlich in Schleifen mal recht mal links ins Kehrwasser einschlingen und den Bach ein Stück weit hinunter "tänzeln".


Mein Paddel hatte schon zu Beginn immer wieder knackende Geräusche von sich gegeben. Es ist das gleiche Lettmann-Paddel, wie das, das Eckhard mal mirnixdirnix auf der großen Lauter zerbrochen ist. Ich sollte es aussortieren.


Allmählich näherte ich mich Neckartenzlingen und betrachtete neidisch vom Wasser aus das eine oder andere Flussgrundstück. Oft haben die Besitzer sich kleine Treppen zum Fluss hinunter gebaut oder Kinder haben Badestellen angelegt.


Schließlich kam ich an der Aussatzstelle an, zog mich um, verlud das Boot, holte das Fahrrad in Riederich und machte mich auf den Heimweg. Gegen 13:45 war ich wieder zuhause. Die Erms als Solofahrt beansprucht also gerade mal drei Stunden.

Lokales Paddeln


Am späten Nachmittag war ich gestern noch auf dem Neckar. Der Pegel ist inzwischen so weit gesunken, dass man gut gegen die Strömung ankommt. Ich bin bergauf gefahren weil jeden Augenblick damit gerechnet werden konnte, dass Regen einsetzt.

Der Regen blieb aus, aber ich blieb dennoch nicht lange auf dem Wasser. Am Bootshaus traf ich René, der berichtete, wann die Paddelfreude zur heutigen Fahrt nach Hüningen aufbrechen. Ich muss wohl am Freitag so vehement gegen die lange Fahrt nach Hüningen plädiert haben, dass ich nicht mal mehr informiert werde. Die lokalen Bäche haben inzwischen zu niedrige Pegel. Die Wettervorhersage ist auch miserabel. Ein Jammer. Ausgerechnet heute hätte ich mal Zeit paddeln zu gehen.

Samstag, 2. August 2014

Bauwagen und Bautätigkeit


Gestern Abend haben Karsten und Eckhard einen Bauwagen zum Bootshaus geliefert, den Karsten auf der Schwäbischen Alb für wenig Geld aufgetrieben hat. Mit dessen Hilfe soll meine Idee, ein mobiles Zuhause für kurze Boote zu schaffen umgesetzt werden.

Wir müssen das überquellende Bootshaus effizienter nutzen und die Kurzboote lassen stets viel leeren Raum. Im Bauwagen wären sie besser aufrgehoben. Allerdings, ist der Bauwagen, den Karsten da besorgt hat, so hübsch, dass sich darin auch ein styliger Jugendraum oder - wenn wir Alten schneller sind - eine perfekte Sauna einrichten ließe. Die Entscheidungen sind noch nicht gefallen und wir können ja weiter die Augen nach ähnlich günstigen Angeboten offen halten.


Vor der Kulisse dieses schmucken Vehikels trafen wir uns also gestern Abend. Die meisten beschäftigten sich mit Training auf den braunen Neckarwasserfluten, Wolfgang, Claudius und ich hatten andere Pläne: Wir brachen auf um quer liegende Bäume zu beseitigen. Matthias und Rolf kamen mit den Rädern auch dort hin und Matthias machte Aufnahmen von unserer Aktion.


Claudius waren diese Bäume bei der Fahrt in der vergangenen Woche aufgefallen. Sie mussten mühsam umtragen werden und stellen ein akutes Risiko bei künftigen Fahrten dar. Wir schritten zur Tat.

Wolfgang rüstete sich fachgerecht aus, ich sicherte von oben, Claudius räumte unten auf.


Wolfgang hatte keine Skrupel seine Säge auch mal nass zu machen und das Wasser schoss oftmals weit nach oben. Der Baum wurde nach und nach zerlegt. Alle Trümmer ließen sich nicht wegräumen.

Ich habe auch immer wieder Bilder gemacht und stelle fest, dass die Qualität meiner wasserdichten Westentaschen-kamera weit hinter der guten Kamera von Matthias her hinkt. Ich muss schauen, dass ich da mal was besseres auftreibe.