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Montag, 18. April 2016

Steinlachrun am Abend

Gewässer: Steinlach ab Dusslingen Sportplatz; Charakter: Wildfluss, Pegel: ca. 65cm in Tübingen, Lufttemperatur: 11°C; Relation mit/gegen Strömung: 100/0 Boot: Pyranha Prelude
Referenz: Dezember 2013,  April 2013 (nochmal April 2013), Dezember 2012, Mai 2010, März 2009









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Samstag, 2. August 2014

Bauwagen und Bautätigkeit


Gestern Abend haben Karsten und Eckhard einen Bauwagen zum Bootshaus geliefert, den Karsten auf der Schwäbischen Alb für wenig Geld aufgetrieben hat. Mit dessen Hilfe soll meine Idee, ein mobiles Zuhause für kurze Boote zu schaffen umgesetzt werden.

Wir müssen das überquellende Bootshaus effizienter nutzen und die Kurzboote lassen stets viel leeren Raum. Im Bauwagen wären sie besser aufrgehoben. Allerdings, ist der Bauwagen, den Karsten da besorgt hat, so hübsch, dass sich darin auch ein styliger Jugendraum oder - wenn wir Alten schneller sind - eine perfekte Sauna einrichten ließe. Die Entscheidungen sind noch nicht gefallen und wir können ja weiter die Augen nach ähnlich günstigen Angeboten offen halten.


Vor der Kulisse dieses schmucken Vehikels trafen wir uns also gestern Abend. Die meisten beschäftigten sich mit Training auf den braunen Neckarwasserfluten, Wolfgang, Claudius und ich hatten andere Pläne: Wir brachen auf um quer liegende Bäume zu beseitigen. Matthias und Rolf kamen mit den Rädern auch dort hin und Matthias machte Aufnahmen von unserer Aktion.


Claudius waren diese Bäume bei der Fahrt in der vergangenen Woche aufgefallen. Sie mussten mühsam umtragen werden und stellen ein akutes Risiko bei künftigen Fahrten dar. Wir schritten zur Tat.

Wolfgang rüstete sich fachgerecht aus, ich sicherte von oben, Claudius räumte unten auf.


Wolfgang hatte keine Skrupel seine Säge auch mal nass zu machen und das Wasser schoss oftmals weit nach oben. Der Baum wurde nach und nach zerlegt. Alle Trümmer ließen sich nicht wegräumen.

Ich habe auch immer wieder Bilder gemacht und stelle fest, dass die Qualität meiner wasserdichten Westentaschen-kamera weit hinter der guten Kamera von Matthias her hinkt. Ich muss schauen, dass ich da mal was besseres auftreibe.

Donnerstag, 26. Dezember 2013

Steinlach

Kurz nach neun habe ich mich mit Michel darauf geeinigt, dass wir heute die Steinlach paddeln. Ich habe eine Rundmail an die üblichen Wildwasserverdächtigen (das sind inzwischen 41) geschrieben und einen Eintrag auf die Facebookseite der Paddelfreunde gesetzt. Danach standen Telefon und Mailaccount nicht mehr still. Ich weiß zwar nicht welche Stelle von "Wer mit will findet sich um 11:00 Uhr am Tübinger Finanzamt ein" missverständlich ist, aber offenbar gibt es da doch noch einigen Interpretationsspielraum.

Um 11:00 versammelten wir uns dann zu sechst im Nieselregen am Finanzamt. Die Steinlach rauschte kakaubraun Richtung Neckar. Der angeblich bei 70 cm liegende Pegel war offenbar noch weiter gestiegen.


Wir luden Boote um, zogen unsere Ausrüstung an und fuhren nach Dusslingen zur Einsatzstelle beim Sportplatz, wo wir zuerst ein paar Aufwärmübungen machten. Dann setzten wir uns in die Boote. Die ganz verwegenen befuhren noch die Stufe oberhalb der Einsatzstelle. Aber auch darunter plätscherte die Steinlach munter talabwärts.


Immer wieder bekamen wir es mit Baumverhauen zu tun. Ein Baum hing so tief, dass die Kajakpaddler sich gerade so darunter hinduch winden konnten. Ich stieg aus und umtrug. An einer anderen Stelle lagen zwei Stämme knapp unter der Wasserobefläche.

Über den ersten kam ich gut weg aber der zweite lag schräg und beförderte mich ins Wasser. Ich unternahm gar nicht erst einen Rollversuch sondern stieg aus. Roland, dem es hinter mir genauso ging, versuchte zwar noch aufzurollen, stieg dann aber auch aus. Bei ihm dauerte das Wiedereinsteigen erheblich länger. Ein schwacher Trost...


Das Wehr in Dusslingen hatten wir uns auf der Hinfahrt genau angesehen und entschieden es ganz rechts (flussabwärts!) zu fahren. Dort ist zwar noch eine Zwischenstufe aber der Rücklauf links war einschüchternd lang. Alle kamen unbeschadet herunter.


Unterhalb von Dusslingen wird die Steinlach an einigen Stellen jetzt richtig breit weil der kleine Bach sich zu Hochwasserzeiten immer tiefer in die weichen Böschungen eingräbt. An einer Stelle war ein richtig großes Prallpolster, das viel Übungspotential bot.

Weiter ging es Richtung Tübingen. Nach einer links/rechts-Kurve rauscht der Bach zwischen Mauern am Waldhang entlang. Dann weitet sich das Tal wieder und man nähert sich dem Wehr beim Tübinger Pegel, das man nicht befahren kann.

Die meisten umtrugen auch den Schwall darunter, der sich ziemlich verändert hat. Er bildet jetzt eine recht garstige Schwelle mit starkem Rücklauf. Daniel und Florian fuhren ihn souverän, Florian sogar zweimal.

Der lange gerade kanalisierte Abschnitt durch Derendingen schließt sich an. Der ist eigentlich unspektakulär aber bildet bei diesem Pegel doch jede Menge lustig Wellen und bietet das eine oder andere überraschende Kehrwasser am Ufer.

Schließlich kamen wir kurz vor 14:00 Uhr an der Aussatzstelle an,  lagerten die Boote am Wegesrand, zogen uns um, holten die Autos, verluden Boote und verabschiedeten uns und gingen - noch bei Tageslicht - unserer Wege.

Ein Jammer, dass die Steinlach so selten genug Wasser führt. Sie bietet sich immer wieder für derart kurze knackige Aktionen an. Heute hätten wir sie eigentlich auch zweimal paddeln können. Gut ist, dass der Wildwasser-Mailverteiler in der Lage ist so kurzfristig eine kleine Paddelgruppe zusammen zu rufen. Weniger gut finde ich die vielen Rückfragen, die so ein Spontanaufruf provoziert. Da muss ich noch ein wenig an den Formulierungen feilen...

Montag, 29. April 2013

Steinlachvideo

René hat das eine oder andere Video bei der gestrigen Steinlachfahrt aufgenommen.

 

In allen wird deutlich, das ich an meinem Boofschlag noch gründlich arbeiten muss. Er glänzt durch Abwesenheit. Lediglich in diesem kleinen Filmchen hier ist anfangs ansatzweise einer zu erkennen. Am Ende dümpele ich den letzten Absatz nur hinunter. Deshalb taucht der Bug auch tief in den kleinen Rücklauf ein und das Boote nimmt allerhand Wasser über. Eine etwas aktivere Fahrweise könnte dem entgegen wirken...

Sonntag, 28. April 2013

Mindestpegel

Bei einem Pegel um die 60 cm sind wir heute zu fünft auf der Steinlach gewesen. Dieser Pegel sollte nicht unterschritten werden. Liegt der Pegel erheblich höher macht die Steinlach auch - aber vielleicht nicht mehr so viel - Spaß, wie wir heute auf ihr hatten.


Eingesetzt haben wir die Boote wie üblich beim Sportplatz in Dusslingen. Gelegentlicher Steinkontakt zeichnete sich bereits dort ab, aber er hielt sich in Grenzen. Ich hatte ja nun erstmals mein "Boot fürs Grobe", an dessen Fitting ich doch noch ein wenig optimieren muss. Damit bin ich erfreulich gut zurecht gekommen.


Matthias hatte den Probe 14 gewählt, mit dem er souverän jede Stufe und jeden Schwall hinunter gerauscht ist. Die Steinlach hat jede Menge davon und nicht immer gelingt es diese rauen Passagen ohne Berührung des Flussgrunds zu bewältigen.

Insbesondere die Stufen haben es in sich. Es gibt sie in allen Größen und die heftigste ist im Ortskern von Dusslingen, wo es an einer Stelle fast einen Meter nach unten geht. René hatte an dieser Stelle ähnlich viel Pech wie ich im Mai 2010.



Geauso wie ich damals musste er anschließend sein Boot (er hatte den Quake gewählt, dessen hinterer Luftsack defekt war) wieder aus dem Rücklauf ziehen. Zu diesem Zweck seilten wir ihn an. Das Boot routierte beachtlich lange in dem Rücklauf.


Schließlich gelang es uns es raus zu kriegen. In einer der sich anschließenden Surfwellen erholte René sich wieder. Von diesen Surfwellen gibt es unterhalb von Dusslingen jede Menge.


Für Matthias' großes Boot gab es wenige geeignete Surfwellen. Die Steinlach ist ein kleiner Bach mit kurzen und knappen Drops. Selten bietet sie mal eine lang gezogene Welle. Dafür lässt es sich in kurzen Booten an vielen Stellen prima surfen.

Michl machte den Sidesurf vor und ich versuchte mich mit wechselndem Erfolg auch daran. Einer der weniger erfolgreichen Versuche endete mit einer Kenterung. Ich hatte zwei Neoprenhosen übereinander an. Deshalb machte die Kenterung und die eine oder andere Wateinlage an Flusshindernissen (wir mussten einen ins Wasser gefällten Baum überklettern) nichts aus.


Am Wehr in Derendingen stiegen wir aus. Es muss umtragen werden weil dahinter ein tödlicher Rücklauf lauert. Noch ein Stück weiter folgt eine lustige Stufe, an die sich ein langer gerader kanalartiger Abschnitt bis in die Stadt anschließt.


Andreas ließ sich vom oberen Rand der Böschung ins Wasser gleiten und paddelte anschließend die Stufe. Wir anderen setzten brav am Ufer ein. Der nun folgende gerade Abschnitt ist von vielen hohen Wellen und dem einen oder anderen überraschenden Kehrwasser geprägt.


Endgültig ausgestiegen sind wir beim Finanzamt. Dort zogen wir uns um, holten die Autos aus Dusslingen und nahmen im Anschluss noch Kaffee und Kuchen bei Matthias, der 200 Meter weiter wohnt, zu uns. Herzlichen Dank für den auf magische Weise entstandenen Schokokuchen! Nach so einer Fahrt ist das genau die richtige Stärkung.

Matthias hat bereits einen Bericht über die Fahrt veröffentlicht. Die Fotos, die ich bei dieser Fahrt gemacht habe sind in einem Webalbum abgelegt.

Sonntag, 16. Dezember 2012

Kontrastprogramm

Auch die heutige Fahrt wurde ein wenig überhastet und holprig organisiert. Statt der traditionellen Glühweinfahrt des WWB hatten wir uns für die Tübinger Steinlach entschieden, deren Pegel jedoch zu sinken drohte.

Deshalb ging es auch ein wenig früher los, als geplant. Mitten in der Stadt - knapp 500 Meter von zuhause - trafen wir uns beim Finanzamt, zogen uns um, verteilten Boote und Ausrüstung auf drei von fünf Autos und...



...fuhren nach Dusslingen zum Nehrener Sportplatz, wo Rainer noch zu uns stieß. Die drei Canadier sollten laut Plan immer vorfahren und scouten (sie sind schneller/aus dem Canadier heraus sieht man mehr) und die sechs Kajaks in zwei Grüppchen mit Abstand hinterher fahren.
Letztlich waren es Klemens und ich, die voraus paddelten und gleich nach 100 Metern zur ersten Umtragung eines umgestürzten Baums auffordern mussten. Davon kamen im Verlauf der Fahrt erfreulich wenige. Aber es gab die gewohnten rauen Schwallpassagen... 


...und jede Menge große und kleine Stufen, Wellen und kläglich kleine Kehrwasser (wenn überhaupt welche da waren). Die Steinlach ist streckenweise eng in eine Rinne eingefasst und das Wasser strömt dann schnell über zahlreiche quer in den Fluss gebaute Stufen.


Diese Stufen bilden - wenn sie nicht allzu hoch sind - schöne Spielstellen, in denen eifrig gesurft wurde. Eine Schwallpassage vor dem Ortseingang bildet eine etwas verwinkelte Rechtskurve, die ein wenig knifflig zu befahren ist. Sie kündigt sich aber frühzeitig an und kann umtragen werden.

In Dusslingen stiegen wir an der Stelle aus, an der ich bei der letzten Steinlachfahrt (bei der ich aufgrund des einschüchternden Hochwassers nicht mit gepaddelt bin) die anderen abgesichert habe, und gingen erst einmal durch den Ort um uns die höchste Stufe mitten im Ort anzusehen.
Wir beschlossen, dass sie zu paddeln war und Anita, Maja und ich blieben dort um die anderen abzusichern. Als wir dort warteten stieß Eckhardt zu uns, der an der Steinlach wohnt, aber heute nicht mitpaddeln konnte. So konnte er ein wenig zusehen.

Besonders zufrieden bin ich mit Klemens' Boof. Er schiebt sein Boot schwungvoll über die Abbruchkante und nimmt beim Aufsetzen danach nicht besonders viel Wasser auf. Als ich die Stelle später fuhr gelang mir das wesentlich weniger gut. Klemens hat es gefilmt und ich sehe mir das erst noch an bevor ich es hier einstelle.

Alle bewältigten diese Schlüsselstelle gut und es ging weiter durch den Ort. Jetzt nahmen die Schwierigkeiten ab und streckenweise hatte der kleine Fluss Wanderflusscharakter.


Nach dem Ort kommen dann diverse Spielstellen und eine ganze Reihe von Surfwellen, in denen ausdauernd gesurft werden kann - wenn man dazu dann noch Energie hat. In einer geriet ich in einen Sidesurf aus dem ich mich nur mit viel Mühe mit voll gelaufenen Boot wieder hinaus kämpfen konnte. Rainer ging es ähnlich. Er unternahm erheblich waghalsigere Manöver, musste auch das eine oder andere Mal rollen und seine Pumpe befreit ihn anschließend vom überschüssigen Wasser.

Klemens und ich führen ohne Pumpe und mussten hin und wieder an den Rand und unsere Boote erleichtern. Das ist an einem Fluss mit wenig und kleinen Kehrwassern nicht immer leicht. Das unscharfe Bild rechts zeigt, wie hoch die Wellen auf der Steinlach werden können.
Kurz vor Tübingen umtrugen wir das entsetzliche Kastenwehr - es ist eins von diesen tödlichen Menschen- und Fischfeindlichen Wehren - und paddelten dann die letzten anderthalb Kilometer auf dem schnurgeraden beidseitig eingefassten Flussverlauf bis wir wieder bei den Autos beim Finanzamt ankamen


Wir zogen uns um, holten die Autos, verabschiedeten uns und Michl und ich stiefelten noch kurz in die Altstadt um uns den überfüllten Weihnachtsmarkt anzusehen. Am Stand der Paddelfreunde nahmen wir etwas zu uns.

Dies war meine dritte Steinlachfahrt (erste/zweite). Ich verliere nicht den Respekt vor diesem kleinen Fluss, der sonst so friedlich durch unsere Stadt plätschert. Bei Hochwasser ist es ein Vergnügen darauf zu paddeln aber die Schwierigkeiten (Bäume, Schwälle, Stufen) dürfen nicht unterschätzt werden.